Test Acer Liquid Z5 Duo Weiß - Einsteiger-Modell mit Dual-SIM und 5 Zoll Bildschirm

Acer liefert mit dem neuen Liquid Z5 ein Smartphone für deutlich unter 200 Euro. Die Besonderheit am neuen Modell ist zum einen die Rapid-Taste auf der Rückseite, der für diese Preisklasse überdurchschnittliche 5 Zoll Bildschirm und die Dual-SIM-Option. Wie das alles zusammenpasst und im Alltag funktioniert, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Testbericht.

Einleitung: Das günstige Smartphone für Geschäftsleute

Im Praxischeck: Das Acer Liquid Z5 mit Dual-SIM und 5-Zoll BildschirmBildquelle: notebookinfo.de | st
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Dual-SIM und 5 Zoll Display: Acer liefert auf dem Papier mit dem Liquid Z5 einiges ab, wie es sich in der Praxis verhält, klärt unser Testbericht.

Mit einem Preis von gerade einmal 169 Euro und der Dual-SIM-Option richtet sich das neue Smartphone von Acer ganz klar an Einsteiger und/oder Geschäftsleute. Wer dienstlich viel unterwegs ist oder aber das eigene Smartphone auch noch beruflich im Einsatz hat, der weiß die Option sicherlich zu schätzen eine zweite SIM-Karte für berufliche Gespräche nutzen zu können. Da das Acer Liquid Z5 allerdings sehr günstig ist, sollte man sich auch direkt davon verabschieden die neueste Technik, ein hochauflösendes Display oder Features wie LTE und NFC im Smartphone wiederzufinden. Der Schritt hin zu einem 5 Zoll Bildschirm ist seitens Acer ebenfalls sehr ungewöhnlich. Natürlich ist inzwischen fast jeder froh darüber, wenn er einen größeren Bildschirm zur Verfügung hat, aber wieviel Sinn macht es ein Display dieser Größe mit niedriger Auflösung und Einsteiger-Hardware anzubieten? Diesen und anderen Fragen gehen wir in unserem Praxischeck nach.

Gehäuse: Stabiler und matter Kunststoff

Acer mag zwar beim Gehäuse des Liquid Z5 keine Design-Awards gewinnen, aber schafft es dennoch ein sehr solides Modell abzuliefern. Der weiße Rahmen, der sich auch noch auf die Vorderseite hin erstreckt mag nicht den Geschmack von jedem treffen, dafür wirken die Seitenränder aber letztlich sogar ein wenig schlanker. Oben und unten findet sich auf der Vorderseite an den Rahmenelementen der Lautsprecher wieder. Die Rückseite präsentiert sich in mattem Weiß und sorgt dafür, dass man sich kaum um unschöne Fingerabdrücke Gedanken machen muss.

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Solide Verarbeitung: Das Acer Liquid Z5 gewinnt keine Design-Preise ist aber dennoch solide verarbeitet.

Mit der Stabilität ist es gut bestellt, denn schärfere Kanten, Lücken im Gehäuse oder Knarzen im Rahmen wird man nicht finden bzw. feststellen können. Die Kamera steht allerdings relativ weit aus dem Gehäuserücken heraus, weshalb das Liquid Z5 nicht sonderlich stabil auf einem Tisch aufliegt. Die Rückseite lässt sich übrigens nicht entfernen, somit bleibt der Akku fest verbaut. Die beiden SIM-Karten werden über seinen Slot an der Seite des Smartphones eingelegt. Dabei ist Platz für eine Mini- und eine Micro-SIM. Beim Gewicht bekommt man es mit 147 Gramm zu tun, man muss also kein Krafttraining vor der Nutzung absolvieren.

Ausstattung: Erweiterbarer Speicher und DTS-Stereosound

Das Liquid Z5 kommt mit Google Android 4.2.2 Jelly Bean vorinstalliert in die Läden. Über der klassischen Oberfläche liegt noch die Acer Float UI. Die Veränderungen halten sich aber im Vergleich mit Samsung und HTC-Modellen glücklicherweise in Grenzen. Eine Besonderheit fällt aber relativ schnell ins Auge, denn das Erscheinungsbild lässt sich auf Tastendruck an den Besitzer anpassen. So ist es etwa möglich eine Windows Phone ähnliche Kachel-Oberfläche für die wichtigsten Apps und Funktionen einzurichten. Die Voreinstellungen bieten auch Modi für Kinder und Senioren an, damit diese etwa auf bestimmte Funktionen keinen direkten Zugriff erhalten oder extra große Touch-Schaltflächen präsentiert bekommen. Die meisten Nutzer dürfte dies am Ende zwar wenig interessieren, wer aber eventuell den Eltern ein günstiges Smartphone geben will, der wird diese Option dann doch zu schätzen wissen.

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Rapid Key: Das Smartphone von Acer lässt das schnelle Starten von Apps über den Taster auf der Rückseite zu.

Acer verbaut auf der Rückseite eine eigene Version von einem Rear Key, wie man es vom LG G2 und G Flex kennt. Hier heißt die Taste unterhalb der rückseitigen Hauptkamera allerdings Acer RAPID. Mit dieser lassen sich verschiedene Apps auf Tastendruck aufrufen oder aber die Kamera-App direkt starten. Leider ist die Taste im Vergleich zum LG Rear Key relativ billig verarbeitet, man bekommt also ein leicht wackelndes Stück Plastik auf der Rückseite als extra Taster präsentiert. Die Kamera oberhalb des Rapid-Keys löst mit 5 Megapixel auf, bietet Autofokus, einen LED-Blitz, HDR-Fotofunktionen und Videoaufnahmen in 720p. Einfache Schnappschüsse lassen sich mit der Kamera anfertigen. Gute Bildqualität sollte man aber am Ende nicht von der kleinen Smartphone-Kamera erwarten. Auf der Front findet sich außerdem noch eine einfache VGA-Kamera wieder, die für Videotelefonate einsetzbar ist.

Die beiden SIM-Karten-Fächer helfen dabei das Handy sowohl dienstlich als auch privat nutzen zu können. Eine LTE-Unterstützung wird aber schmerzlich vermisst, was aber angesichts des günstigen Preises auch nicht anders zu erwarten war. Das 3G-Modul erlaubt maximale Downloadraten von 21 Mbps. WLAN-Verbindungen stehen in den Standards 802.11 b/g/n zur Verfügung und für externe Headsets lässt sich auch Bluetooth 4.0 nutzen. Die Navigation klappt dank AGPS ebenfalls ordentlich. Die Lautsprecher im Acer Liquid Z5 bieten DTS-Support und diverse Equalizer-Settings, wodurch das Klangbild des Einsteiger-Smartphones im gehobenen Durchschnitt anzusiedeln ist. Für Apps stehen lediglich 4 GB interner Flashspeicher bereit, wovon natürlich noch einmal einiges an Platz für das System selbst verloren geht. Somit wird der Kauf einer zusätzlichen MicroSD-Karte zur absoluten Pflicht. Das Acer Liquid Z5 unterstützt dabei Karten mit einer maximalen Kapazität von 32 GB (SDHC).

Als Zubehör bietet Acer ein Flip Cover an. Auch hier fällt das sehr simple Design nicht unbedingt positiv auf. Die einfache Hülle bietet nur minimalen Schutz für das Smartphone und die vordere Abdeckung verfügt über keinerlei Halterungsfunktion oder gar einen magnetischen Verschluss, womit diese nur selten wirklich plan auf dem Display aufliegt. Die kleine Besonderheit am Case ist das Fenster im oberen Bereich. Dieses zeigt im geschlossenen Zustand die aktuelle Uhrzeit, Benachrichtigungen und andere wichtige Infos in einem besonderen Grafikstil an. Die Daten stammen aber natürlich vom Smartphone Display und nicht dem Case selbst. Öffnet man das Case, entsperrt sich auch der Bildschirm und kehrt zur normalen Ansicht zurück. Das Flip Case mag ein nettes Gimmick sein, aber mehr ist es am Ende auch nicht geworden.

Technische Daten

Display:5"Auflösung:480 x 854
Prozessor:MediaTek MT6572 / 1.3 GHzGrafikkarte:ARM Mali-400 MP
Festplatte4 GBRAM:512 MB
Plattform:Android 4.2
Akkulaufzeit:5.5 Std.Gewicht:147 g
B x H x T:7.3 cm x 14.5 cm x 0.8 cmFarbe:weiß

Leistung: Für Casual-Nutzer geeignet, aber kein High-End

Wie so häufig setzt Acer auch beim Liquid Z5 auf einen Prozessor von MediaTek. So findet sich im Smartphone das Modell MT6572 als Dual-Core mit einer maximalen Taktrate von 1,3 GHz pro Kern wieder. Um die Grafik kümmert sich die ARM Mali 400 MP als GPU-Einheit. Man kann sich nun bereits denken, dass diese Hardware nicht mehr zur gehobenen Mittelklasse zählt, dabei helfen auch die 512 MB an Arbeitsspeicher nicht weiter. Die Systembedienung klappt dennoch relativ gut und läuft bis auf kleinere Ruckler noch recht rund. Beim Surfen im Web fallen eher das Display und dessen Auflösung negativ auf, die Performance geht bei einzelnen Tabs noch ganz in Ordnung. Für Spiele eignet sich das Liquid Z5 natürlich weit weniger. In niedrigen Einstellungen kommt es immer noch zu FPS-Einbrüchen bei einem Dead Trigger 2. Einfache Apps wie Angry Birds und Plants vs. Zombies kann man aber dennoch ohne Abstriche genießen.

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Einsteiger-Modell: Die Hardware im Liquid Z5 taugt nur für geringere Ansprüche.

Display: Hier setzt der niedrige Preis den Rotstift an

Beim Display hat sich Acer mit der gewählten Größe keinen Gefallen getan. Aus Kostengründen findet sich kein IPS-Panel im Liquid Z5 wieder, was dafür sorgt, dass die Helligkeit und Farbtreue bei einer Veränderung des Blickwinkels schnell verloren gehen. Die Auflösung von 854 x 480 Pixel entspricht ebenfalls nur dem FWVGA-Standard. Die Ausleuchtung liegt bei 250 bis 285 Candela und der Kontrast bei lediglich 662:1. Acer hätte also lieber ein Display mit einer Diagonale von 4-4,2 Zoll verbauen sollen und dafür auf eine höhere Leuchtkraft und Auflösung setzen sollen. Das niedrig aufgelöste Display ist eher ein störender Faktor beim Lesen von Texten auf Webseiten und bei kleineren Schriften. Man kann zwar mit dem Display klar kommen, dennoch bewegt sich die Qualität im absoluten Einsteiger-Bereich für Smartphones.

Emissionen: Überdurchschnittliche Werte bei Temperatur und Akkulaufzeit

Ein gutes hat die reduzierte Hardware-Power des Liquid Z5 allerdings, denn mit rund 15 Stunden ist die durchschnittliche Laufzeit gute 2-3 Stunden über vielen Mitbewerbern angesiedelt. Wer noch die integrierten Stromsparfunktionen aktiviert oder gleich die Helligkeit selbst herunter regelt, der kann bis zu 25 Stunden an Laufzeit aus dem Smartphone herausholen. Somit sollte man also problemlos 2 Tage arbeiten und telefonieren können, bevor man den Akku wieder mit frischer Kraft versorgen muss. Bei den Temperaturen wirkt sich die einfache Prozessorleistung ebenfalls positiv aus, denn im einfachen Gebrauchsumfeld entwickeln sich lediglich Werte von rund 27 Grad und unter längerer Volllast liegen die Temperaturen bei immer noch geradezu idyllischen 32 Grad.

In der Praxis: Ein günstiges Einsteiger-Modell mit deutlichen Schwächen beim Display

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Dual-SIM Smartphone für Einstieger: Akkulaufzeit und die Option das Smartphone mit zwei SIM-Karten betreiben zu können machen das Acer Liquid Z5 für Geschäftsleute interessant.

Bei einem Preis von unter 170 Euro kann man weder LTE-Support noch die neueste CPU erwarten. Besonders dann nicht, wenn Dual-SIM-Unterstützung und ein 5 Zoll Display verbaut wurden. Entsprechend sollte man keine Leistungswunder erwarten, für einfache Spiele reicht die Hardware dennoch aus und das Surfen im Web funktioniert auch noch relativ rund. Natürlich kann man hier nicht die Performance eines Mittelklasse oder gar Top-Modells voraussetzen. Die Akkulaufzeit und Temperaturentwicklung stimmen einen positiv, Design und Verarbeitungen passen ebenfalls. Acer hat fast alles richtig gemacht, lediglich beim Display und dessen Auflösung gehen viele Pluspunkte wieder verloren. Zwar kann man kein FullHD-Display erwarten, aber die gebotene Auflösung und der Verzicht auf ein IPS-Panel wirken sich zusammengenommen doch negativ aus. Somit wird das Arbeiten und Lesen mit dem Smartphone deutlich getrübt, wir hätten uns gewünscht das Acer lieber auf eine kleinere Diagonale beim Bildschirm gesetzt hätte und dafür ein 720p Display oder zumindest ein etwas höher auflösendes IPS-Panel genutzt hätte. Dann hätte man das Acer Liquid Z5 für Einsteiger und Dual-SIM-Freunde fast schon direkt empfehlen können.

Fazit

Das Acer Liquid Z5 eignet sich vor allem für Einsteiger, die weniger als 200 Euro in ein neues Smartphone investieren wollen. Die Dual-SIM Funktion macht es möglich private, berufliche oder ausländische Mobilfunk-Karten in einem Gerät zu kombinieren. Die Verarbeitung, das Design und die Leistung sind solide. Dabei darf man allerdings keine wertigen Metall-Cases oder eine hohe Quad-Core Leistung erwarten – das ist den teureren Liquid S2 Modellen vorbehalten. Die Display-Größe hätte sich Acer lieber zweimal überlegen sollen, denn die niedrige Auflösung und Leuchtkraft sorgen im Alltag im Vergleich mit iPhone & Co. für Frustration. Der Rear-Key unter dem Namen Acer Rapid ist eine gute Idee, wirkt aber aufgrund der eher minderwertigen Einlassung und Verarbeitung wie eine günstige Kopie des LG G2 Taster. Wer mit diesen Abstrichen leben kann, der bekommt für einen schmalen Taler ein anständiges Gerät mit einer klasse Akkulaufzeit und einigen netten Software-Features. Wer die Qualitäten eines HTC One, iPhone 5s oder LG G2 erwartet, der muss mindestens den doppelten Preis des Acer Liquid Z5 für seine Anschaffung einplanen.

ab 149,00 EUR*zzgl. 4,00€ Versand
von Cyberport.de | Händlerangabe: 29.11.14 01:54

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck 2,0 (Gut)
  2. Display 4,0 (Ausreichend)
  3. Eingabegeräte 2,0 (Gut)
  4. Temperatur 1,5 (Sehr gut)
  5. Lautsprecher 2,0 (Gut)
  6. Akku und Energieverbrauch 1,5 (Sehr gut)
  7. Software und Zubehör 2,0 (Gut)
  8. Verarbeitung 2,0 (Gut)
  9. Anschlüsse 2,5 (Gut)
  10. Leistung (Spiele) 3,5 (Befriedigend)
  11. Leistung (Anwendungen) 3,5 (Befriedigend)
Benchmark
Benchmarks Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Google V8 1480 Pkt. Max. 8605 Pkt.
Sunspider 1746.8 ms Min. 346.8 ms
Smartbench 2012 2378 Pkt. Max. 10254 Pkt.
Linpack (Android) 1143896 MFLOPS Max. 1143896 MFLOPS
Geekbench 2 577 Pkt. Max. 4180 Pkt.
3DMark Ice Storm 1900 Pkt. Max. 14137 Pkt.
3DMark Ice Storm Extreme 933 Pkt. Max. 11312 Pkt.
PassMark Performance Test Mobile 1681 Pkt. Max. 6110 Pkt.
NenaMark 2 38.5 fps Max. 61.8 fps
Basemark ES 2.0 20.09 fps Max. 61.76 fps
Antutu 11356 Pkt. Max. 48394 Pkt.
Vellamo HTML5 1713 Pkt. Max. 3450 Pkt.
Vellamo Metal 530 Pkt. Max. 2024 Pkt.
Quadrant 4083 Pkt. Max. 24455 Pkt.
niedriger ist besser höher ist besser
Akkulaufzeit
Auslastung Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Vollast 5 Std. 0 Min. Max. 6 Std. 40 Min.
Maximal 25 Std. 0 Min. Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis 15 Std. 0 Min. Max. 33 Std. 10 Min.
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