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Bildquelle: AMD
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AMD Bulldozer (Mikroarchitektur)

Bulldozer bezeichnet eine Mikroarchitektur von AMD, die ab 2011 erschienen ist. Sie folgt der K10-Architektur, die beispielsweise bei den nach wie vor bei Spielern beliebten Phenom II Prozessoren genutzt wurde und leitete einen Umbruch bei AMD ein. Im Gegensatz zum Vorgänger werden jeweils zwei Prozessorkerne jeweils in einem „Modul“ zusammengefasst, so dass Quad-Core-Prozessoren aus zwei Modulen mit jeweils zwei Rechenkernen zusammengesetzt sind. Die Bulldozer Architektur wurde mit gemischten Gefühlen aufgenommen: Besonders in Single-threaded-Benchmarks, Programmen und Benchmarks also, die nur einen Kern nutzen, fiel die Performance zum Teil sehr schlecht aus und lag sogar noch hinter jener von Phenom II X6 Prozessoren, so dass diese bis ins Jahr 2014 hinein zu teilweise hohen Preisen gebraucht verkauft werden. Bei Multi-threaded-Benchmarks lag die Leistung auf einem Niveau mit den Vorgängerprozessoren bzw. dem damals aktuellen Intel Core i7 2600K (mit einer allerdings um 30 Watt höheren maximalen Verlustleistung). Diese fundamentalen Nachteile hat AMD auf dem Desktop-Markt versucht, durch teils wahnwitzige Taktraten von vier GHz und mehr auszugleichen, was im Notebook-Sektor aufgrund der begrenzten Stromversorgung jedoch kaum möglich war. In der Folge hat AMD auf dem Notebook-Markt besonders im Bereich der Multimedia- und Gaming-Notebooks einen Großteil seiner Marktanteile an Intel abtreten müssen, während bei den Subnotebooks und Einsteiger-Notebooks die Bulldozer-Prozessoren (bzw. ihre Ultramobil-Ableger) teilweise recht beliebt waren, zum einen aufgrund ihres günstigen Preises, zum anderen aufgrund der für integrierte Chips sehr leistungsstarken Grafikeinheiten.

Die Bulldozer Architektur setzt sich aus bis zu vier Modulen mit jeweils zwei Kernen zusammen. Dabei fällt auf, dass pro Modul nur eine FPU (Floating Point Unit; Gleitkommaeinheit) vorhanden ist, die sich zwei Kerne teilen müssen. Besonders in Spielen ist jedoch die FPU für die Performance sehr wichtig. Auch der L2-Cache steht nur einmal pro Modul aber nicht pro Kern zur Verfügung. Das gleiche gilt für den 64 KB pro Modul großen L1-Cache. Auf der Instruktionsebene unterstützen die Bulldozer Prozessoren alle damals gängigen Standards, auch jene von Intel wie SSE4. Und AES. Die Turbo-Core-Funktion wurde fundamental verbessert und ermöglicht jetzt einen Taktgewinn von bis zu 500 MHz, auch wenn alle Kerne aktiv sind. Die Turbofunktion kommt vor allem in leistungsrelevanten Situationen zum Einsatz und kann die Performance folglich deutlich erhöhen. Wie Intel nutzt auch die Bulldozer Architektur einen L3-Cache, der bei späteren Architekturen dann wieder aufgegeben wurde. Der Speichercontroller unterstützt DDR3-Module mit einer Frequenz von bis zu 1.866 MHz. Hergestellt wurden die Prozessoren im 32-Nanometer-Verfahren. Die maximale Verlustleistung lag bei mindestens 25 Watt und erreichte bis zu 140 Watt bei einigen Desktop-Prozessoren.

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