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  3. Test Microsoft Surface RT 64GB mit schwarzem Touch Cover - Das einzig wahre Windows RT Tablet?

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Bilder zum Test: Microsoft Surface RT 64GB mit schwarzem Touch Cover - Das einzig wahre Windows RT Tablet?

Die Betriebssysteme Windows 8, Windows Phone 8 und das Microsoft eigene Surface Tablet haben in den letzten Monaten einen Presse-Hype ausgelöst, wie es sonst nur Apple mit Macbooks, iPhones und iPads schafft. Viele Versprechungen wurden gemacht und gravierende Fehler behinderten die erste Auslieferung der Surface Tablets. Dennoch konnten wir uns nun einige Tage mit dem 10,6 Zoll Gerät, dem dazugehörigen Touch Cover und dem Windows RT Betriebssystem auseinandersetzen. Vorab können wir schon sagen, dass wir selten so viel Spaß hatten ein neues Betriebssystem zu erkunden, was sich deutlich von dem fast schon als Einheitsbrei zu bezeichnenden Apple iOS und Google Android abhebt.

„Zeitlos schön. Unverwüstlich.“ So heißt es auf der offiziellen Microsoft Surface Webseite. Das Gerät ist mit einem 10,6 Zoll Display und einem Gewicht von 680 Gramm sicher nichts für den einhändigen Betrieb. Durch den ausklappbaren und sehr stabilen Standfuß an der Rückseite gerät dieses Manko allerdings schnell in Vergessenheit. Mit einem Handgriff kann das Microsoft Surface in einen kleinen All-in-One Computer verwandelt werden oder mit unterseitig angedocktem Touch / Type Cover sogar zum Subnotebook mutieren. Der Aufklappwinkel allerdings erinnert an einen digitalen Bilderrahmen und kann nicht verändert werden. Größere Personen werden es also schwer haben im Notebook-Modus den perfekten Blickwinkel zu erwischen. Dennoch halten wir diese Technik für attraktiver als komplizierte und verschleißreiche Aufschiebe-Mechanismen (Slider).

Laut Microsoft ist die Gehäusewand des Surface Tablets 0,65 Millimeter dick und aus dem Werkstoff VaporMg hergestellt. Dabei handelt es sich um eine Magnesiumschmelzlegierung, die bis zu 70 Prozent leichter sein soll als Aluminium, bei einer um Vielfaches gesteigerten Widerstandsfähigkeit. Die Farbgebung selbst wird von Microsoft als Dunkeltitan bezeichnet. Das Material wirkt haptisch sehr hochwertig und speichert weniger Fingerabdrücke als die ebenfalls beliebte, gummierte Soft-Touch-Oberfläche von verschiedenen Konkurrenten. Die metallische Kühle beim Anfassen gibt es inklusive. Ein Putztuch muss also lediglich für den hochglänzenden Bildschirm eingesteckt werden, denn der unterscheidet sich vom Apple iPad oder Samsung Galaxy Tab eigentlich nur durch seine Windows-Taste am unteren Seitenrand. Die Verarbeitung des Microsoft Surface ist herausragend und strotzt gerade so vor präziser Wertarbeit. Im Tablet-Modus kann selbst ein sehr grober Umgang dem Gerät kaum etwas anhaben. Verwindungen können wir nicht erkennen. Lediglich der ausklappbare Standfuß könnte als Angriffsfläche für Verschleiß dienen. Nach unserem Test, in dem wir den Standfuß circa 200 Aus- und Einklappversuche zugefügt haben, funktioniert dieser aber noch tadellos. Außerdem sind die Spaltmaße gleichmäßig gering und die Anschlüsse schlau positioniert.

In diesem Bereich bietet das Microsoft Surface einen vollwertigen USB 2.0 Anschluss für externe Festplatten, Mäuse, USB-Sticks oder zum Aufladen von Smartphones. Für eine Übertragung der Bildinhalte auf einen Fernseher, Beamer oder Monitor kann der darüber liegende Micro-HDMI-Port genutzt werden. Direkt gegenüber sitzt ein 3,5 Millimeter Kombianschluss für Mikrofone, Kopfhörer oder Headsets. Sollte Ihnen der interne Speicher von wahlweise 32 GB oder 64 GB nicht ausreichen, können Sie diesen per MicroSD-Karte um bis zu 64 GB aufrüsten. Ein passender Steckplatz dafür befindet sich unter dem Standfuß des Tablets. Die restliche Kommunikation läuft über WLAN und Bluetooth. Ein UMTS- oder gar LTE-Modul ist nicht vorhanden. Zuletzt befindet sich der so genannte Coveranschluss am unteren Seitenrand des Microsoft Surface. Er verbindet derzeit die Touch- oder Type Cover mit dem Gerät und ergänz somit eine Tastatur und ein Touchpad. Das Cover kann zudem vor das Display geklappt werden und dient somit gleichzeitig als Schutzhülle. Klappt man es im laufenden Betrieb an die Unterseite des Tablets, so wird das erkannt und die Tastatur deaktiviert. Magnetisch wie der Coveranschluss wird auch der proprietäre Netzstecker am Gerät angeschlossen. Durch den abgewinkelten Aufbau ragt dieser nicht aus dem Gerät raus und stört im laufenden Betrieb kaum.

Technische Daten

Display:10.6" IPS TouchAuflösung:1366 x 768
Prozessor:NVIDIA Tegra 3 T30 / 1.4 GHzGrafikkarte:NVIDIA Geforce ULP (Tegra 3)
Festplatte64 GBRAM:2 GB
Plattform:Microsoft Windows RT
Akkulaufzeit:8 Std.Gewicht:0.68 kg
B x H x T:27.46 cm x 0.94 cm x 17.2 cmFarbe:Dunkeltitan

Auf dem Prüfstand

Unter dem Magnesiumgehäuse versteckt sich ein bekannter Antrieb – die Nvidia Tegra 3 Plattform mit T30 Chip. Dieser Vierkern-Prozessor (Quad-Core) rechnet mit einer Taktspanne von 1,4 bis 1,5 GHz und wird von 2 GB Arbeitsspeicher und einem 64 GB Flash-Laufwerk unterstützt. Von letzterem sind allerdings ab Werk nur 45 bis 50 GB nutzbar. Als Grafikeinheit dient die im Prozessor integrierte Geforce ULP mit 520 MHz. Die Arbeitsgeschwindigkeit, vor allem im neuen Kachel-Startmenü von Windows RT, ist flüssig und schnell. So kennen wir es auch von leistungsfähigen Tablets mit Apple iOS oder Google Android Betriebssystem. Lediglich beim parallelen Synchronisieren von E-Mails und Abspielen von Filmen und Musik aus der Xbox Datenbank kam es zu minimalen Verzögerungen. In dieses Szenario spielen jedoch auch die Faktoren Internetverbindung und App-Programmierung eine Rolle. Somit kann die Schuld nicht allein dem Nvidia Tegra 3 Chip zugeschoben werden. Gleiches gilt für leichte Ruckler in Spielen wie Cut the Rope und Pinball FX2. Ansonsten läuft das Microsoft Surface ruckelfrei, Apps werden schnell geöffnet und auch das Aufwecken aus dem Standby geschieht innerhalb von 1-2 Sekunden. Ein kompletter Neustart des Tablets dauert allerdings 40 Sekunden. Hier sind aktuelle Windows 8 Ultrabooks mit SSD deutlich schneller unterwegs.

Für die Eingabe steht primär der 10,6 Zoll Touchscreen mit einer Auflösung von 1.366 x 768 Pixel zur Verfügung. Die großflächige, virtuelle Tastatur kann dabei in einem kompakten oder geteilten Format angezeigt werden. Zudem erkennt das Microsoft Surface auch Handschriften. In einem Test scheiterten wir jedoch bereits an der Eingabe unseres Namens und empfehlen dringend die Nutzung der virtuellen Tastatur oder des anheftbaren Touch beziehungsweise Type Covers. Wir haben uns bei unserem Testmodell für das günstigere Touch Cover entschieden, welches eine vollwertige QWERTZ-Tastatur bietet, jedoch keine mechanischen Tasten. Ähnlich wie auf dem Touchscreen tippen wir die Buchstaben nur an. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit finden wir allerdings an dieser Eingabemethode Gefallen und können auch längere Texte und Emails problemlos schreiben. Mit dem nur 10 Euro teureren Type Cover kann das Notebook-Feeling aber deutlich verbessert werden. Dafür ist das bereits enthaltene Touch Cover mit 3 Millimeter Bauhöhe und 209 Gramm deutlich kompakter. Die ASUS Transformer Tablets spielen den Vorteil einer Docking-Tastatur jedoch besser aus. In dieser kommen zusätzliche USB-Anschlüsse und ein weiterer Akku unter.

Wer das Microsoft Surface Tablet außerhalb des Büros, der Uni oder den heimischen vier Wänden benutzen möchte, kann das bei einer Ausleuchtung 327 Candela im Durchschnitt ohne Bedenken tun. Problematisch wird es nur bei direkter Sonneneinstrahlung. Hier zeigen sich die Nachteile des glänzenden HD-Displays durch Umgebungsreflektionen. Dafür sorgt die IPS-Technik für eine sehr gute Blickwinkelstabilität, was sich vor allem bei der Wiedergabe von Filmen vor einem Publikum von mehr als einer Person positiv auswirkt. Dafür sollte allerdings eine externe Soundanlage über den 3,5 Millimeter Klinke-Anschluss angebunden werden, da die Lautsprecher trotz ausreichendem Platzangebot im Microsoft Surface schwachbrünstig sind. Das Apple iPad 3 klingt hier sogar mit seinem Mono-Sound lauter und kraftvoller. Für eine kurze Raumbeschallung mit MP3s oder YouTube Clips reichen die beiden Boxen aber vollkommen aus. Beschwerde müssen wir eher wegen der niedrigauflösenden Kameras einreichen, die sowohl an der Front als auch rückwertig ausgerichtet nur 1,0 Megapixel und somit eine 720p-Auflösung bieten. Auch wichtige Funktionen wie ein Autofokus oder ein LED-Blitz bleiben außen vor. Im gleichen Preissegment bieten hier Hersteller wie ASUS oder Samsung mehr fürs Geld.

Windows RT Betriebssystem
Mit dem neuen Startmenü inklusive Live-Kacheln zeigt sich das vorinstallierte Windows RT Betriebssystem im gleichen Schema wie Windows 8. Das gilt auch für die allgemeine Bedienung, die wir in einem separaten Artikel genau unter die Lupe genommen haben. Zum Start werden essentielle Programme wie der Email-Client, ein Kalender und Wetter-Apps direkt mitgeliefert. Gleiches gilt für den Google Maps Konkurrenten Bing Karten, den Microsoft Cloud-Speicher SkyDrive und die Stores für Musik, Filme, Apps und Spiele. Wer sich unter Windows 8 bereits einen Account eingerichtet hat, kann diesen auf sein Surface Tablet mitnehmen und persönliche Einstellungen via Internet-Synchronisation übernehmen. Das beinhaltet auch bereits gekaufte Apps, die allerdings neu heruntergeladen werden müssen.

Ein großer Unterschied zu Windows 8 ist, dass unter Windows RT keine herkömmlichen Programme installiert werden können. Jegliche Software muss über den Microsoft Store heruntergeladen werden. Das liegt zum einen am 32-Bit Betriebssystem, zum anderen an der verwendeten ARM Prozessorarchitektur. Durch das mitgelieferte Office 2013 RT Paket sind wir allerdings kaum eingeschränkt und die Desktop-App bringt uns in die von Windows 7 bekannte Umgebung zurück. Der Wiedererkennungswert ist der große Vorteil, weshalb wir unter Windows RT deutlich produktiver arbeiten können als unter Google Android oder Apple iOS. Zudem spielt der Touchscreen mit seiner Größe von 10,6 Zoll seinen Trumpf perfekt aus. Das große Sichtfeld und der ständige Drang das Betriebssystem zu erkunden bringen den gewünschten Spaß, den wir uns von einem Tablet erwarten.

Nach und nach füllt sich auch der Microsoft Store mit kostenlosen oder preisgünstigen Apps. Ähnlich wie bei Google Android ist für den Kauf von Gratis-Software keine Eingabe der Kreditkartendaten notwendig. Außerdem zeigt sich Microsoft sehr transparent was die Kostenangaben angeht. So werden wir auch beim einmonatig kostenlosen Xbox Music Abo, welches uns das Streamen von Musik ermöglicht, direkt darauf hingewiesen welche Folgekosten nach diesem Monat anfallen. Somit ist eine deutlich bessere Kostenkontrolle vorhanden als unter iOS oder Android. Wer Abos vermeiden will, kann Musiktitel oder Filme auch direkt kaufen oder ausleihen. Entsprechende Microsoft-Apps sind dafür bereits vorinstalliert. Windows 8 und RT treten somit gleichzeitig in direkte Konkurrenz mit Apples iTunes und Amazons Musik-Store. Durch eine globale Suchfunktion werden auch die Suchmaschine Bing und der dazugehörige Kartendienst an Marktanteil gewinnen, soweit das Betriebssystem von Käufern angenommen wird.

Akkulaufzeit und Temperatur
Das lüfterlose Microsoft Surface Tablet zeigt in unserem Test eine maximal Akkulaufzeit von 15,5 Stunden im Leerlauf-Szenario bei deaktivierten Funkverbindungen und minimierter Displayhelligkeit. Im praktischen Betrieb belasteten wir das Gerät mit einem Video aus dem Xbox Video Store bei parallelem Betrieb von Skype, Mail-Synchronisation und einer Internetseite auf dem Desktop. Hier ging dem Surface nach knapp 7,5 Stunden die Luft aus. Microsoft hat mit seiner Angabe von einer achtstündigen Laufzeit also nicht übertrieben. Nach einer mehrtägigen Testphase konnten wir kein Szenario finden, was das Surface Tablet zum Glühen bringt. Die Durchschnittstemperaturen bleiben stetig unter 30 Grad Celsius.

Zusammenfassung

Mit dem Surface Tablet schafft Microsoft ein tolles Gerät in einer bekannten Windows Umgebung. Erstmals können wir wirklich produktiv arbeiten, ohne auf Software von Drittanbietern setzen oder Alternativ-Funktionen suchen zu müssen. Vor allem dank der Touch-Eingabe macht das Windows RT Betriebssystem viel Spaß und lädt zum Erkunden ein. Das helle IPS-Display kann mit dem hochauflösendem Apple iPad (3. Generation) allerdings nicht mithalten, trübt den Spaß durch einen hohen Kontrast aber nur wenig. Hier spielen die kleinen Ruckler in Apps und Games eine größere Rolle. Das sind wir von der Nvidia Tegra 3 Plattform unter Google Android nicht gewohnt. Zum Start von Windows RT und Windows 8 bietet das Surface dennoch ein rundes Paket mit einer guten Akkulaufzeit und verbesserten Eingabemethoden via Touch und Type Cover. Der Leistungshunger und die Pixelpassion werden aber vor allem mit der kommenden Pro-Variante des Microsoft Surface gestillt. Sich bis dahin mit dem Surface RT die Zeit zu vertreiben ist jedoch keine schlechte Entscheidung. Microsoft startet mit dem Gerät deutlich besser als anfängliche iOS- und Android-Tablets und erhält von uns eine klare Kaufempfehlung.


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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,0 (Sehr gut)
  2. Display2,0 (Gut)
  3. Eingabegeräte1,5 (Sehr gut)
  4. Temperatur1,5 (Sehr gut)
  5. Lautsprecher3,0 (Befriedigend)
  6. Akku und Energieverbrauch2,0 (Gut)
  7. Software und Zubehör1,0 (Sehr gut)
  8. Verarbeitung1,0 (Sehr gut)
  9. Anschlüsse2,0 (Gut)
  10. Leistung (Spiele)2,0 (Gut)
  11. Leistung (Anwendungen)2,0 (Gut)
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Maximal15 Std. 47 Min.Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis7 Std. 38 Min.Max. 19 Std. 40 Min.
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