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  3. Microsoft Surface 3 im Test- Mit Windows 8.1 das optimale Tablet

Einleitung: Das erste echte Surface

Das Microsoft Surface 3Bildquelle: notebookinfo.de | rk
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Surface 3: Wo die Vorgänger mit Windows RT noch sehr eingeschränkt funktionierten, meistert das handliche Arbeitsgerät den mobilen Alltag mit großzügigem Funktionsumfang.

Das Microsoft Surface 3 als Tablet, mit dem man arbeiten können soll? Das wäre mal was Neues denn bisher konnte keiner der angebotenen 2-in-1 Hybriden oder Convertibles wirklich überzeugen, wenn man sie mit den jeweiligen Spitzenreitern der Geräteklasse verglich. Die Surface 3 Vorgänger boten aufgrund der Windows RT Software sowohl im Vergleich zu traditionellen Notebooks als auch mit Apple iPads oder Android Tablets nur eine eingeschränkte Funktionalität. Es scheiterte wohl primär an der Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten, ein Account bei Apple oder Google bot einfach mehr Perspektive. Mit dem Microsoft Surface 3 hat der Softwareriese den ARM-Ableger Windows RT wohl nun offiziell begraben. Schade um die Ressourcen, die in dieses Experiment flossen aber mit dem Surface 3 bietet sich ein Lichtblick nach den Wirren der Industrie und es gibt keine Alleinschuld bei Microsoft in dieser Geschichte.

Intel hat den Boom von ultramobilen Prozessoren lange verschlafen, bietet aber mittlerweile mit einem neuen Atom-Portfolio auch im Segment der Tablet Prozessoren sehr konkurrenzfähige Chips. Die x86 Architektur hält Einzug im Tablet-Bereich und versetzt damit dem Windows RT Betriebssystem den Todesstoß – war das vorhersehbar? Auch Microsoft hat einen Strategiewechsel vollzogen und gestaltet die Windows Betriebssysteme, aktuell Windows 8.1 und ab Sommer dann Windows 10, mit starkem Fokus auf den universellen Einsatz für alle Formfaktoren. Es ist kein leichter Schritt, die Software so breit anzulegen, dass sie auf allen Displaydiagonalen angefangen bei 7-Zoll bis hin zu hochauflösenden Multimonitor-Installationen gleichermaßen benutzerfreundlich funktioniert. Mit Windows 10 für Smartphones wartet eine weitere große Baustelle der Integration, im Grunde kann die Konvergenz der Geräteklassen derzeit als größte Herausforderungen für die Beteiligten in der Consumer-Electronics Industrie gewertet werden. Sowohl Chiphersteller als auch Softwareentwickler stimmen sich immer stärker mit den Geräte-Herstellern ab.

Das Microsoft Surface 3 vereint zumindest zwei der zur Kommunikation angehaltenen Player, da Gerät und Software von Microsoft kommen. Es ist das Produkt, welches Microsoft schon in der ersten Generation im Oktober 2012 beworben hat, aber das Versprechen nicht einhalten konnte – Es ist das erste echte Surface. Jetzt bleibt die Frage, wer soll das kaufen? Widmen wir uns erstmal dem Gerät.

Gehäuse: Im Gegensatz zum Surface Pro 3 auch als Multimedia-Tablet nutzbar

Der Kickstand des Surface 3 hat nun 3 voreingestellte WinkelBildquelle: notebookinfo.de | rk
Kickstand: Die Halterung ist in drei Stufen arretierbar.

Die Kombination von Hard- und Software macht das Microsoft Surface 3 zu einer kleinen Version des sehr erfolgreichen Surface Pro 3, es funktioniert als ultramobiles Notebook und macht als Tablet mit 622 Gramm Gewicht auch eine gute Figur. Wer mit dem Apple iPad 3 zurande gekommen ist, dem wird auch das Surface 3 nicht zu schwer sein. Es gibt natürlich handlichere Tablets (iPad Air 2: 437g), die dann aber eben nur zum Shoppen, Surfen oder für kürzere Text ohne Unbequemlichkeiten genutzt werden können. Das Surface funktioniert vom Gewicht und den Abmessungen schon noch für Couch-Potatos, die gern skypen, surfen oder auch mal spielen. Das muss so klar herausgestellt werden, weil viele Hybrid-Geräte, die unter Intels 2-in-1 Marketing fallen, als Tablet eher versagen. Ein HP Spectre 13 x360 lässt sich als 1,5 Kilo-Brummer schwerlich länger als 15 Sekunden bequem als Tablet halten. Auch ein Lenovo Yoga 3 Pro ist, obwohl mit 1,19 Kilo handlicher, immer noch in erster Linie Notebook – verlängert es die Nutzungsdauer gegenüber dem HP Gerät ja auch nur auf 1-2 Minuten. Selbst das ASUS Transformer Book Chi T300, das ohne Tastatur nur 720 Gramm wiegt, liegt aufgrund des längeren Hebels im Landscape-Format (12,5 Zoll) unbequem in einer Hand. Microsofts Surface 3 zeigt der Convertible-Welt, dass ein Tablet wesentlich leichter die Funktionen eines Notebooks übernehmen kann als anders herum und das mit 650 Gramm die Schmerzgrenze beim Gewicht erreicht ist.

Das 10,8 Zoll Display des Surface 3 hat Microsoft in den Abmessungen von 26,7x18,7 Zentimetern untergebracht. Die Bauhöhe beträgt 8,7 Millimeter, das Type Cover erhöht um 4,9 Millimeter auf insgesamt 1,36 Zentimeter. Verglichen mit 11,6- oder 13,3 Zoll Notebooks, deren Anwendungsgebiet das Surface 3 ja ebenso streitig machen will, ist das sehr portabel. An dieser Stelle müssen wir erwähnen, dass Microsoft uns das Surface 3 Testsample als Komplettpaket bestehend aus Tablet, Type Cover für 150 Euro und Digitizer Stift für nochmals 50 Euro hat zukommen lassen. Nur mit Tastatur Cover macht das Surface 3 für unsere Zwecke Sinn und man muss dafür in Summe 750 Euro mindestens einplanen. Unser 128GB/4GB RAM Testsample kommt auf 920 Euro mit Stift und Type Cover. Ein mittels zahlreicher Adapter auf ähnliche Kompatibilität gebrachtes Apple iPad Air 2 landet jedoch locker in der gleichen Preisregion. Damit entfernt sich das Gerät aber auch von der Riege der Multimedia Tablets, oft bekommt man für die Hälfte schon ein handlicheres und damit auch bequemeres iPad oder Android-Tablet. Wir schwanken extrem im Empfinden über die Preisgestaltung, mal kommt uns das Surface 3 sehr teuer vor, ein Premium-Tablet eben, andere Betrachtungen lassen das Gerät aber wieder sehr günstig erscheinen. Wichtig ist auch die Fähigkeit, mehrere Geräte ohne zu starke Kompromisse ersetzen zu können: Notebook, Desktop, Tablet in einem eben.

miniDisplayPort, USB 3.0 und Headsetbuchse sind die kabelgebundenen AnschlüsseBildquelle: notebookinfo.de | rk
Ersatz fürs Ultrabook: Noch nie war Windows so portabel und trotzdem benutzerfreundlich.

Die Alternativen
Für 944 Euro kriegt man ein lüfterloses ASUS Zenbook UX305FA mit schnellerem Core M, „echter“ 256 GB SSD und mattem QHD+ Display. Die Einstiegskonfigurationen reichen runter bis 770 Euro und ab der magischen Preisschwelle von 1.000 Euro rückt das Dell XPS 13 Ultrabook mit Broadwell U-Serie Prozessor in die Riege der Konkurrenten. Nur um mal zu verdeutlichen, in welcher Liga das Surface 3 als Notebook-Ersatz gerne spielen möchte. Wer ein Arbeitsgerät sucht, kauft sicher kein iPad Air 2, könnte aber das Surface 3 in Erwägung ziehen. Die ASUS Transformer Book Chi Geräte machen einen Bogen um unser Surface 3 Testgerät: Die stärkere 12,5-Zoll Variante T300 für 799 Euro (Core M, 128GB, 4GB) ist als Tablet zu schwer – das 10,1-Zoll T100 für etwas über 500 Euro verbaut maximal 64 GB Speicher und 2 GB Ram. Dieses Transformer Book macht der Surface 3 Einstiegsvariante dann schon ordentlich Druck in Sachen Preis und Ausstattung. Nur 36GB zur freien Verfügung und 2GB RAM lassen bei uns aber Zweifel auskommen, dass die Einstiegsvarianten der genannten Geräte wirklich als vollwertiger Notebook-Ersatz durchgehen.

Die Verarbeitung des Surface 3 ist wie bei den Konkurrenten auf sehr hohem Niveau. Das steife Magnesiumgehäuse lässt sich kaum verwinden, um den an drei Positionen arretierbaren Kickstand zu überdehnen, muss man schon mutwillig zu Werke gehen. Im Bereich um die Ports stellten sich schnell unscheinbare Kratzer ein, bis auf das Displayglas und das glänzende Microsoft Logo auf dem Kickstand sind sämtliche Oberflächen unempfindlich für Fingerabdrücke. Das Type Cover wird durch einen angenehm starken Magneten zuverlässig in seine Position gezogen und stellt selber einen sehr guten Kompromiss aus Gewicht, Festigkeit und Höhe dar.

Die Eingabegeräte des Microsoft Surface 3 machen wirklich Spaß. Dieser Testbericht wurde auf dem Type Cover erstellt, zusätzlich hängt eine externe Maus am USB-Port und wir haben den Stift in der Nähe. Mit etwas Übung gewöhnt man sich schnell an das Layout der klassischen Tastatur und trifft alle Tasten zielsicher. Bei knapp 5 Millimetern Dicke für das gesamte Cover bleibt wenig Platz für Tastenhub, spontan würden wir aber schätzen, dass er höher ausfällt als bei Apples neuem MacBook. Der Druckpunkt ist knackig und die 6-stufige Hintergrundbeleuchtung gleichmäßig und ausreichend. Ein Kritikpunkt: Schlägt man wie der Autor etwas härter an, so ergibt sich wie bei den Vorgängern eine deutliche Geräuschentwicklung. Durch das semi-rabiate Tippen erzeugt man auch ein Nachfedern und damit Unsicherheiten, wenn das Type Cover angewinkelt per Magnet an die Front des Tablets geklebt wird. Besser schreibt es sich, wenn die Tastatur flächig auch dem Schreibtisch aufliegt und der Kickstand in erster Position sitzt.

Der N-Trig Stift ist für 50 Euro optional erhältlichDas Type Cover kostet 150 Euro extra, ist dafür solide und beleuchtetBildquelle: notebookinfo.de | rk
Umfangreiche Eingabemethoden: Touch, Stift, Type Cover, Touchpad.

Das bedeutet nicht, dass wir Microsofts Feature, das Keyboard an die untere Tabletfront anzuklicken und damit leicht zu neigen nicht zu schätzen wissen: In Bus und Bahn wird es zu ruckelig aber auf der Couch oder einem Stuhl erhält man so in Kombination mit der zweiten oder dritten Stufe des Kickstand einen wesentlich stabileren Halt des Tablets auf dem Schoß. Positiv: Microsoft kehrt mit der Reihe der Funktionstasten zu klassischeren Aktionen zurück, wir finden Mute, Play/Pause, Steuerung der Hintergrundbeleuchtung der Tastatur sowie des Displays und Tasten von Drucken bis Entfernen. Die Lautstärkewippe findet man am Tablet oben. Tasten für das Einstellungsmenü, die Suche und Teilen braucht man im Grunde nicht, da sie auch über Wischgesten schnell erreicht werden können. Eine sinnvolle Einsparung also.

Obwohl sehr klein stellt das Touchpad mit seinen guten Gleiteigenschaften einen prima Mausersatz dar. Präzise Markierungen oder eine Wanderung des Zeigers auf ein externes Display, welches kein Touchscreen ist, werden so ermöglicht. Auf den Surface Pen könnten wir noch am ehesten verzichten. Der Digitizer beherrscht mehrere Druckstufen, hat einen Rechtsklick und eine Radiergummitaste sowie eine weitere Taste am oberen Ende. Diese Taste öffnet OneNote mit einem Klick oder macht Screenshots mit einem Doppelklick. Letztere lassen sich dann ganz einfach in OneNote ausschneiden, beschriften und versenden. Wer viel mit Snippets und Skizzen arbeitet, kann gerne noch einmal 50 Euro investieren, denn mit der Unterstützung für den Stift hebt sich das Surface 3 von seinen Vorgängern und anderen Tablets noch deutlicher ab. Die Handballenerkennung funktioniert sehr gut und es kommt nicht zu unbeabsichtigten Eingaben. Nur wo packt man den Stift hin, wenn man ihn nicht braucht? In Summe ergeben die möglichen Eingabemethoden ein gravierendes Alleinstellungsmerkmal unter den Tablets.

Ausstattung: Anschlussfreudig

Unter dem Kickstand verbirgt sich ein Slot für microSD KartenBildquelle: notebookinfo.de | rk
Mini-DisplayPort, USB 3.0: Viele Connections für ein Tablet.

Um im Büroalltag mithalten zu können, braucht ein Arbeitsgerät ein paar wesentliche Anschlüsse. Der Mini-DisplayPort, ein vollwertiger USB 3.0 Port und ein Kartenleser heben das Microsoft Surface 3 von vielen Tablets ab und hieven es auf eine Stufe mit portablen Notebooks. Ganz „vollwertig“ ist der USB Anschluss dann aber nicht, eine externe 4TB Festplatte forderte laut Surface zu viel Strom, um betrieben werden zu können. Mit einer anderen, kleineren Festplatte hatten wir keine Probleme. Sehr angetan sind wir vom Mini-DisplayPort, welcher die Ansteuerung eines externen Monitors ermöglicht, wir nutzten FullHD und WQHD Monitore. Drahtlos bekommen wir Verbindungen über schnelles WLAN ac, Bluetooth 4.0 und Miracast für externe Displays. Microsoft bietet einen Adapter für 60 Euro, falls der heimische PC Monitor noch nicht drahtlos erreicht werden kann.

Etwas zwiegespalten stehen wir dem microUSB Ladeport gegenüber. Der magnetische Stecker der Vorgänger war sehr komfortabel im Einklicken und trug bei zum allgemein hochwertigen Charakter. Der microUSB Port bringt ein paar Vorteile aber auch Rückschritte mit sich – unter dem Punkt Emissionen widmen wir uns der Akku- und Energiefrage noch einmal ausführlich. Ansonsten erwähnenswert ist natürlich die Headsetbuchse. Die Stereolautsprecher hat Microsoft frontseitig angebracht und sie sorgen für einen überraschend satten Sound. Auch die Kameras machen einen guten Job, mehr als Schnappschüsse für die 8 MP Hauptkamera oder Skype für die 5 MP Frontkamera würden wir einem Tablet aber auch nicht zumuten.

Softwareseitig spielt das Microsoft Surface 3 schon jetzt viele Stärken aus, in der Zukunft wird es mit einem kostenlosen Upgrade auf Windows 10 noch einmal deutlich an Attraktivität zulegen. Wir finden ein vollwertiges Microsoft Windows 8.1 Betriebssystem vor, dieses hat Zugang zu der wohl größten Programm-Bibliothek und verschafft dem Surface 3 überhaupt erst den Status als Laptop-Ersatz. Office 365 ist vorinstalliert und für ein Jahr kostenlos nutzbar, ebenso an Bord sind OneNote, OneDrive, Skype (wir empfehlen trotzdem den Download der Desktop Version), Fresh Paint und weitere Standardprogramme von Windows. Microsoft hat die Barriere für iOS und Android-Entwickler ausgeräumt so dass es ein „Klacks“ werden könnte, die komplette App-Vielfalt der beiden Konkurrenzsysteme für Windows 10 neu zu kompilieren. Wir sind gespannt auf diesen Game Changer.

Technische Daten

Display:10.8" TouchAuflösung:1920 x 1280
Prozessor:Intel Atom x7-Z8700 / 1.6 GHzGrafikkarte:Intel HD Graphics (Cherry Trail)
Festplatte128 GBRAM:4 GB
Plattform:Microsoft Windows 10 Home (64 Bit)
Akkulaufzeit:10 Std.Gewicht:0.62 kg
B x H x T:26.7 cm x 18.7 cm x 0.87 cmFarbe:silber

Leistung: Intel Atom x7-8700 Chip und langsamer eMMC Speicher

Das Microsoft Surface 3 ist das erste Gerät mit Intels neuem Atom x7-8700 SoC. Der Atom x7 ist nach Core M der zweite Chip in aktueller 14nm FinFET Fertigung. Das ist als fundamentale Zäsur zu verstehen, dass der Chipriese den kleinsten Prozessoren mit 2 bis 6,5 Watt die Pole Position im Portfolio verleiht, nachdem der Markt lange von den Konkurrenten ARM, Qualcomm, Nvidia, MediaTek und so weiter beackert wurde.

Was kann der neue Cherry Trail Chip, dessen Kategorie aus der steifmütterlichen Pflege in die Fürsorge wechselt denn nun neues? Verglichen mit der Nutzererfahrung bei einem Core M Notebook wie dem ASUS UX305FA oder gar dem Core i5 Notebook Dell XPS 13 konnten wir bei der Büroarbeit nur sehr selten wirkliche Abstriche bei der Performance bemerken. Büroarbeit heißt in unserem Fall zwei bis drei sehr speicherintensive Chrome-Browserfenster mit jeweils 8 Tabs, eine Exceltabelle, ein Wordfenster, Spotify im Hintergrund, Outlook… eine ganze Menge nicht nur für ein Tablet sondern auch für Notebooks.

Die vier Airmont Kerne des Intel Atom x7 8700 arbeiten mit 1,6 GHz Basis- und bis zu 2,4 GHz Turbotakt nicht wesentlich (10-20%) schneller als der Bay Trail Vorgänger Atom Z3975, da es sich hier um einen Die-Shrink handelt. Dank verfeinerter Fertigung braucht der Atom x7 weniger Strom (SDP 2 Watt) und Platz. In Sachen Grafik bringt das SoC mit Intels 8. Generation der Grafiklösungen (Broadwell) eine deutliche Steigerung mit, was die Platz- und Effizienzersparnis wieder auffrisst. Intel verbaut auch den aktuellen Hardware Video Encoder für schnelleres Multimedia-Processing. Im Zweifelsfalle sollte der mitgelieferte Videoplayer genutzt werden, denn dann wird der Hardware-Decoder im Atom Chip auch angesprochen. Das gleiche gilt für den Browser, mit der Internet Explorer App lassen sich viel bessere Laufzeiten erreichen als mit Chrome. Käufer sollten auch die integrierte Werbeblocker Funktion in Betracht ziehen, damit lässt sich beim Surfen noch einmal ordentlich CPU-Power sparen.

Ein 10W Akkupack mit microUSB Stecker lädt auch das Surface 3 auf.Bildquelle: notebookinfo.de | rk
Intel Cherry Trail: Quad Core Prozessor, 14nm Herstellung, 4 GB RAM.

Einfache Aufgaben wie die oben beschriebenen Sessions mit massig Browsertabs, Textverarbeitung und Spotify sind kein Problem für das Surface 3. Rendern wir ein Video oder ein HDR-Foto aus drei Einzelbildern, so brauchen wir in etwa doppelt so lang wie mit dem ASUS Zenbook UX305 mit Core M Prozessor. Die Single und Multi-Thread Performance des Atom x7 liegt ungefähr bei der Hälfte des Core M und bei 40 Prozent eines Haswell Core i5 der U Serie.Statt 10 Sekunden warten wir dann 20 Sekunden auf unser HDR Bild und jede Anpassung der Tonwerte braucht dann eben 4 statt 2 Sekunden. Ist man nicht gerade Profifotograf, lässt sich die gelegentliche Wartezeit durchaus verschmerzen. Beim Videoschnitt sollte man sich auf FullHD Clips und Bitraten unter 30 Mbit/s beschränken. Anspruchslose Games wie StarCraft 2 laufen noch in den niedrigsten Einstellungen, mit Auflösungen über 1.280x800 Pixel bekommt man allerdings schnell arge Probleme. Verabschiedet man sich einmal von dem Anspruch, immer aktuellste Grafik zu bekommen, so lässt sich auch gut mit dem Surface 3 spielen.

Deutlichere Einschränkungen als der Atom Chip verursacht der eMMC Speicher. Der Bootvorgang nahm bis zu 20 Sekunden in Anspruch, Installationen sollte man lieber einzeln, nacheinander durchführen und große Dateien zu kopieren, dauert einfach wesentlich länger. Wir ermitteln sequentiellen Datenraten von 118,8 MB/s (Lesen) und 46,5 MB/s (Schreiben). Durch die im Vergleich zu herkömmlichen Festplatten doch deutlich bessere Geschwindigkeit bei zufälligen Zugriffen fällt das Handycap im laufenden Betrieb nicht auf.

Für interessierte Käufer empfehlen wir direkt die 4 GB RAM-Variante aus unserem Test. Natürlich kann man mit dem Internet Explorer den Verbrauch des Arbeitsspeichers mindern und mit Multimedia-Dateien auf dem eMMC penibel haushalten. Nutzt man das Surface 3 ein paar Monate als Notebook-Ersatz, können ein paar Programme und Dateien das Gerät mit nur 2 GB RAM und 64 GB eMMC schnell in Platznöte bringen. Die 128 GB Variante zeigt 110 GB im Betriebssystem an und bietet ab Werk 93 GB davon zur freien Verfügung. Bei der 64 GB Version bleiben nur mehr 36 GB – Für Nutzer, die eher unbewusst mit ihren Daten umgehen oder gern immer alles lokal verfügbar haben, ist das zu wenig.

Display: Mit 3:2 Verhältnis im besten Formfaktor

Bei schräger Stifthaltung kommt es zu leichtem Parallax-EffektBildquelle: notebookinfo.de | rk
Mit 10,8 Zoll Bildschirm: Das Surface ist nah am A4 Format.

Microsoft setzt auf ein 10,8 Zoll Display im 3:2 Format. Dadurch kann das Tablet vom Schwerpunkt her einfacher im Breitbild gehalten werden und wir erhalten eine sehr übersichtliche Darstellung von Webseiten im Portraitmodus. Es überrascht schon ein wenig, wie angenehm das Arbeiten mit diesem Format ausfällt. Die Auflösung von 1.920x1.280 Pixel resultiert in einer hohen Pixeldichte von 217 ppi und ermöglicht zwei geöffnete Fenster nebeneinander. Die meiste Zeit laufen Anwendungen bei uns aber im Vollbild auf dem Surface 3 und wir nutzen noch ein externes Display für weitere Inhalte. Die Darstellung ist scharf mit sehr guten Blickwinkeln und satten Farben. Dank der durchschnittlichen Leuchtdichte von knapp 370 Candela pro Quadratmeter reicht es an sonnigen Tagen, wenn man leichten Schatten aufsucht. Das maximale Kontrastverhältnis von 785:1 ordnet sich eher im Durchschnitt ein, der Schwarzwert von 0,49 fällt bei manchen Tablets tiefer aus. Nichtsdestotrotz bekommt man knackige Fotos oder Videos serviert.

Emissionen: Gute Laufzeit, merkliche Abwärme und Verlängerung dank PowerBank

Für den stabilen Schoßbetrieb kann das Type Cover an zwei Stellen an das Display geklickt werdenBildquelle: notebookinfo.de | rk
Akkulaufzeit: 8 Stunden sind drin, mit PowerBank bis zu 20 Stunden.

Das Microsoft Surface 3 nutzt einen 28,4 Wattstunden Akku und erreicht damit laut Microsoft eine Laufzeit von 10 Stunden. In der Praxis haben wir im Schnitt 8,5 Stunden Laufzeit erreicht. Großen Einfluss auf die Akkulaufzeit hat die Displayhelligkeit. Auf niedrigster Stufe mit deaktivierten Funkmodulen braucht das Surface 3 gerade einmal 3,2 Watt und erreicht eine Laufzeit von fast 14 Stunden. Unter hoher Auslastung ist nach 3 Stunden Schluss. Der Mehrverbrauch der höchsten Helligkeitsstufe liegt bei 3,3 Watt, insgesamt entfallen zwischen 4 und 4,5 Watt auf das Display. WLAN fordert zusätzliche 2 Watt, die Bluetooth Tastatur 0,3 Watt, beleuchtet sind es fast 1 Watt. Der Atom Chip wird von Intel mit 2 Watt Verbrauch bemessen. Wir entschlüsseln das deswegen so ausführlich, weil sich in der Dimension eines Gesamtverbrauchs von14,3 Watt je nach Peripherie und Anwendungen große Unterschiede auftun können. Dann wäre da noch das 13 Watt Netzteil, das reicht bei hoher Auslastung gerade so für die Stromversorgung und hat damit fast keine Kapazitäten, das Surface 3 aufzuladen. Mit 5,2V und 2,5A markiert es die Obergrenze für den microUSB Ladeport, mehr Power wäre nur über einen USB Typ C Adapter möglich, da dieser auch Spannungen von 12V oder sogar 20V unterstützt und bis zu 100W durchschleusen kann. Damit wären wir beim Nachteil des microUSB Ladeports gegenüber dem magnetischen Ladeanschluss des Surface 2: Eine Ladung im laufenden Betrieb kann elendig lange dauern, wir haben es nicht ausprobiert aber gehen von maximal 7 bis 10 Stunden aus. Im ausgeschalteten Zustand erreicht man schon nach 3,5 Stunden wieder die volle Ladung.

Ein Vorteil des microUSB Ports auf der anderen Seite ist, dass man mit dem Surface Netzteil auch sein Smartphone laden kann. Dazu kommt, dass ein kleiner mobiler Akku mit 5V und 2A Ausgang die Laufzeit des Surface 3 wesentlich verlängern kann. Unsere 11.300 mAh Powerbank (42,72Wh) von Samsung (EB-PN915B) für 40 Euro ergänzt das 1,5fache an Kapazität und liefert in diesem Verbund geschätzte 20 Stunden Laufzeit. Das ist nicht nur für Flugreisende interessant, sondern auch fürs Zelten, für Backpacker, Roadtrips… Außendienstmitarbeiter und uns Redakteure. So ausdauernd ist man nur mit dem wesentlich teureren Dell XPS 13 plus Power Companion. Zieht man jetzt noch die LTE-Variante in Betracht, erscheint das Surface 3 dank microUSB-Ladeport wie eine ultimative Mobilpackung. Ein Tipp: Das Connected Standby Feature bleibt nur 4 Stunden aktiv, danach fällt das Surface 3 in den Tiefschlaf. Man muss also nicht immer manuell herunterfahren.

Bezüglich der sonstigen Emissionen: Das Surface 3 arbeitet lüfter- und damit geräuschlos. Unter andauernder Last messen wir bis zu 42 Grad mittig auf der Rückseite und vermuten dort den Intel Atom Prozessor. Das sind durchaus akzeptable Temperaturen für ein Tablet. Wir mussten allerdings auch einige unfreiwillige Shutdownsin Kauf nehmen und das könnte an der Temperatur gelegen haben. Dafür haben wir hohe Last angesetzt, hatten ein externes Display verbunden und gleichzeitig auch den Akku geladen. Letzteres hat die Temperatur der Zellen vielleicht außerhalb der Spezifikationen gebracht. Ansonsten bleibt das Tablet mit rund 33 Grad Celsius Oberflächentemperatur sehr kühl.

In der Praxis: Leicht, ausdauernd und überraschend erfüllend

Der N-Trig Digitizer hat zwar nur 256 Druckstufen, fühlt sich aber sehr natürlich anBildquelle: notebookinfo.de | rk
N-Trig: Der Digitizer ist ein Vorteil gegenüber vielen Tablets, macht das Surface 3 aber auch dicker.

Mit dem Surface 3 bringt man seine Arbeit sehr komfortabel an neue Plätze, selbst für uns Notebookinfo-Redakteure gibt es immer wieder überraschende Schritte in Sachen Mobilität. Ich nutze das Surface 3 überwiegend wie die Ultrabooks, mit denen ich sonst arbeite. Das bedeutet, ich habe in 90 Prozent der Fälle die Tastatur angedockt, einfach weil die Arbeit sich um Texte dreht. Es ist genau diese Produktivität, an der ein iPad scheitert. Warum dann nicht einfach wieder zum Ultrabook greifen? Ich nutze in der Regel kein Tablet, auf der Couch kann auch mit dem Smartphone gelesen, geshoppt und kommuniziert werden. Den produktiven Part meisterte das Surface 3 im Verbund mit der Type Cover Tastatur mit Bravour nur würde ich kompromisslos doch zum Clamshell-Ultrabook (allerdings mit Touch!) greifen, gelegentlich brauche ich einfach etwas mehr Multimedia-Power und 13-Zoll Displaydiagonale.

Ein Upgrade auf Windows 10 wird kostenlos seinBildquelle: notebookinfo.de | rk
Windows 10: Die technical Preview (rechts im Bild) sollte man wegen fehlender Treiber noch nicht installieren.

Für wen macht das Microsoft Surface 3 dann als Tablet Sinn? Die eingangs schon einmal gestellte Frage können wir nicht so richtig beantworten. Nicht weil das Gerät keinen Sinn macht, sondern weil wir für alle Szenarien andere Geräte nutzen und ausgerechnet Tablets im Alltag tatsächlich verdrängt wurden. Das Surface 3 ist in unseren Augen nicht zu teuer. Microsoft hätte aber das Type Cover und den Stift einfach beilegen sollen und vielleicht nicht auch noch beim Zubehör eine solch drastische Marge ansetzen müssen.

Fazit

Das Microsoft Surface 3 ist zweifelsohne ein tolles Tablet, welches als erstes Gerät außerhalb der Surface Pro Reihe alle Versprechen in Sachen Benutzerfreundlichkeit und Produktivität auch hält. Mit dem Type Cover kann überraschend treffsicher getippt werden, der Touchscreen funktioniert komfortabel und der N-Trig Stift befördert das Surface 3 endgültig aus der konventionellen Tablet-Liga. Dadurch bekommt man mehr als nur das Windows 8-Erlebnis auf dem Mobilgerät geboten. Das 10,8 Zoll Display präsentiert sich als hell, scharf und dank idealem 3:2 Formfaktor als die richtige Weiterentwicklung. Intels sparsamer Atom x7 Prozessor reicht für Alltagsaufgaben und scheut sich in Kombination mit 4 GB Arbeitsspeicher auch nicht vor leichter Bildbearbeitung oder 20 Tabs im Google Chrome Browser. Gelegentlich kommt der langsame eMMC Speicher zum Tragen, ansonsten liefert das lüfterlose 622 Gramm Tablet eine gute Performance.

Das Netzteil oder besser gesagt der microUSB Ladeport beschränkt den Stromfluss, so dass ein Ladevorgang während des Betriebs elendig lange dauert. Dafür kann man den mobilen Einsatz mit einer PowerBank drastisch verlängern und muss nicht schon nach 2 Tagen in der Wildnis oder einem halben Messetag auf den PC verzichten. Speziell die LTE-Variante addiert noch einmal Nutzungsmöglichkeiten, ein solch breites Paket bietet kein anderes Tablet. Das hat Microsoft natürlich gründlich eingepreist und dementsprechend kostenintensiver ist das Surface 3 im Vergleich zu den meisten Android-Tablets. Verarbeitungsqualität, Hardware, Office-Funktionsumfang und nicht zuletzt die Aussicht auf das kostenlose Windows 10 Upgrade haben halt ihren Preis.

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von Microsoft Store | Händlerangabe: 06.12.16 16:45

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,0 (Sehr gut)
  2. Display1,5 (Sehr gut)
  3. Eingabegeräte1,0 (Sehr gut)
  4. Temperatur1,5 (Sehr gut)
  5. Lautsprecher2,0 (Gut)
  6. Akku und Energieverbrauch2,0 (Gut)
  7. Software und Zubehör1,0 (Sehr gut)
  8. Verarbeitung1,0 (Sehr gut)
  9. Anschlüsse1,0 (Sehr gut)
  10. Leistung (Spiele)1,0 (Sehr gut)
  11. Leistung (Anwendungen)2,0 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
Geekbench 3 Single-Core1019 Pkt.Max. 2761 Pkt.
Geekbench 3 Multi-Core3488 Pkt.Max. 5498 Pkt.
3DMark Ice Storm24059 Pkt.Max. 37622 Pkt.
3DMark Ice Storm Extreme17965 Pkt.Max. 22461 Pkt.
3DMark Ice Storm Unlimited24665 Pkt.Max. 33046 Pkt.
CrystalDiskMark 3.0 (HDD Read)118.8 MB/sMax. 520 MB/s
CrystalDiskMark 3.0 (HDD Write)46.5 MB/sMax. 470 MB/s
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast2 Std. 56 Min.Max. 12 Std. 30 Min.
Maximal13 Std. 55 Min.Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis8 Std. 36 Min.Max. 19 Std. 40 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

10 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,010 kWh x 24,00 Cent = 5,26 EUR

Kommentare (1)
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