Beschreibung
Acer versucht sich mit dem Iconia B1 als erster der „großen“ Hersteller an einem Tablet im äußersten Bugdet-Bereich. Für rund 120 Euro bringt der 7-Zoller einen Dualcore-Prozessor Prozessor mit und läuft mit Android 4.1.2 Jelly Bean Betriebssystem. Beim Gehäuse setzt der Hersteller auf recht kratzeranfälligen Kunststoff. Die Spaltmaße sind gering, das Material erweist sich als sehr flexibel bei unseren Verwindungsversuchen. Dadurch verringert sich die Wahrscheinlichkeit eines Bruchs von Gehäuseteilen oder „inneren“ Verletzungen bei Stürzen – wirklich hochwertig fühlt sich das Tablet allerdings nicht an. Mit 320 Gramm Gewicht ist das Acer Iconia B1 etwas leichter als das Google Nexus 7, Verarbeitung und Design hinken dem bedeutend teureren Konkurrenten auch etwas hinterher.
Bei der Ausstattung darf man nur das Nötigste erwarten: Geladen und synchronisiert wird über microUSB, der interne 8 GB Speicher lässt sich über microSD Karten um bis zu 32 GB erweitern. Die Frontkamera löst mit 0,3 Megapixel auf und ist wirklich nur für Videochats zu gebrauchen. Die Qualität bei Fotos, insbesondere wenn die Lichtverhältnisse schlecht sind, ist mangelhaft. An Funkmodulen finden wir WLAN-N, Bluetooth 4.0 und GPS (A-GPS). Natürlich braucht ein Tablet einen Beschleunigungs- und einen Gyrosensor. Allzu sehr neigen sollte man das Gerät allerdings nicht, zu den Betrachtungswinkeln kommen wir später. Die 3,5 Millimeter Klinkebuchse sitzt oben rechts am Gehäuse.
Auf dem Tablet ist das Android 4.1.2 Jelly Bean Betriebssystem vorinstalliert, Käufer sollten sich trotz eines weitestgehend weichen Betriebs mit der App-Übersicht vertraut machen. Die rechte Displaytaste zeigt alle laufenden Programme. Aufgrund des Arbeitsspeichers von 512 MB sollten nicht zu viele Apps parallel und im Hintergrund laufen und beendet werden, um Ruckler zu vermeiden.
Auf dem Prüfstand
Im Acer Iconia B1 arbeitet ein MediaTek MTK8317T 1,2 GHz Dualcore Prozessor mit den erwähnten 512 MB Arbeitsspeicher. Mittlerweile sind 1 GB Arbeitsspeicher zum Standard geworden und Nutzer müssen sorgfältig sämtliche nicht mehr benötigten Apps schließen, um das begrenzte Angebot an RAM nicht zusätzlich zu schmälern. Die verbaute PowerVR SGX531 Grafikeinheit bewältigt auch moderne Spieletitel wie beispielsweise den Zombieshooter Dead Trigger oder Need for Speed Most Wanted. Bei diversen grafisch Aufwendigen Titeln oder erhöhten Detailstufen im genannten Dead Trigger kann es jedoch auch zu Rucklern kommen. Mit HD-Videomaterial hat die Hardware keine Probleme.
Beim Display hat Acer den Rotstift zu ausgiebig angesetzt. Die Auflösung von 1.024 x 600 Pixel ergibt auf die 7 Zoll Diagonale eine noch recht passable Pixeldichte von 169 ppi (mehr als das iPad mini mit 162 ppi) und als Touchscreen mit Erkennung von bis zu fünf Fingern macht das Display seine Sache gut. Die durchschnittliche Helligkeit von 175,4 Candela pro Quadratmeter beschränkt das Tablet jedoch auf die Nutzung in Innenräumen. Einer hellen Umgebung im Freien kann die Hintergrundbeleuchtung wenig entgegensetzen und Reflexionen gestalten das Lesen von Inhalten sehr schwierig. Das maximale Kontrastverhältnis von 696:1 ist recht ansehnlich. Acer verbaut ein TN-Panel welches durch sehr geringe Betrachtungswinkel unangenehm auffällt. Selbst wenn man allein surft oder Videos schaut, ist auf einen präzise lotrechten Blickwinkel zu achten. Schon bei geringen Neigungen im vertikalen Bereich ergeben sich Farbinvertierungen und Helligkeitsverluste. Die gemeinsame Betrachtung von Fotos sorgt so bei mindestens einem Zuschauer für Frustmomente. Ähnlich schwach präsentiert sich auch das Soundsystem mit starkem Fokus auf hohe Frequenzen und Mangel an Bass.
Die maximale Akkulaufzeit von 12 Stunden und 46 Minuten ist sehr ordentlich. Unter Volllast gesetzt, hält die 2.720 mAh Batterie des Acer Iconia B1 immer noch 3 Stunden und 20 Minuten durch. Wer über WLAN surft, darf etwas mehr als 5 Stunden eine passable, wenn auch nicht hervorragende Batterielaufzeit erwarten.
Zusammenfassung
Das Acer Iconia B1 eignet sich für Einsteiger mit gelockerten Ansprüchen an das Tablet. Für rund 120 Euro liefert der Dualcore eine solide Leistung und die Ausstattung ist in der Preisklasse ordentlich. Verarbeitung und Multimedialeistung lassen ein wenig zu wünschen übrig. Der Lautsprecher ächzt, ebenso das Gehäuse unter Druckeinwirkung. Die Fotos der Frontkamera sind nahezu unbrauchbar und das Display schränkt den Nutzer mit engen Betrachtungswinkeln ein. Zukunftssicher und sorgenfreier fährt man mit dem Google Nexus 7 mit HD IPS-Display, stärkerem Nvidia Tegra 3 Quadcore Prozessor und stärkerem Akku für nur 80 Euro mehr. Wer nicht gewillt, die mehr als 60 Prozent Aufpreis zu zahlen, sollte einen Blick auf das Odys Xelio 7 Pro werfen. Das Tablet ist derzeit etwas günstiger und bietet ein IPS-Display, einen stärkeren Prozessor, 1 GB RAM, eine bessere Kamera und eine 2 Megapixel Kamera.
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