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Bilder zum Test: Motorola RAZR i Schwarz - Kugelsicherer Marathonläufer

Solide, flott und roh erscheint uns das Motorola RAZR i. Das 4,3 Zoll Super AMOLED-Display nimmt erfreulich viel von der Frontseite in Beschlag, Motorola nennt den brachialen Intel-Spross das „Vollbild-Smartphone“. Tatsächlich sind die Seitenränder extrem schlank ausgefallen und trotzdem hinterlässt das RAZR i das genaue Gegenteil eines filigranen Eindrucks. Das Gerät ist hart im Nehmen – suggeriert derMetallrahmen mit offenliegenden Torxschrauben. Die Front wird dominiert von flächigem Gorilla Glas der Firma Corning. Dieses soll nicht nur Fingerabdrücke und Kratzer verhindern sondern auch Wasser abweisen. Die Gehäuserückseite trägt Kevlar, ein Material das auch in kugelsicheren Westen zum Einsatz kommt und unter der transparenten Soft-Touchbeschichtung durchschimmert. Optisch und haptisch macht das RAZR i einen guten Eindruck, die Stabilität des kompakten Barrens lässt das Gewicht von 127 Gramm ein wenig höher erscheinen, als es tatsächlich ist. Die Gestaltung ist Geschmackssache, wir hätten uns ein etwas kantigeres Äußeres à la Xoom 2 gewünscht. Die Verarbeitung kann sich sehen lassen, die Spaltmaße sind gering und der Barren ist nicht aus seiner Form zu bekommen. Wer das Gerät mutwillig zerstören will, sollte unterhalb des Displayglases ansetzen. Nur dort gibt das Material ein wenig nach und wir können das Spaltmaß mit dem Fingernagel weiten. Auch der beworbene Spritzwasserschutz sollte unserer Meinung nach nicht mit aller Konsequenz auf die Probe gestellt werden, einen kurzen Ausflug in heftige Regengüsse sollte das Telefon aber überstehen.

Für eine komplett wasserdichte Abschirmung trägt das Gehäuse zu viele Öffnungen. Am rechten Rand sind Netzschalter, Lautstärkewippe und eine Kamerataste positioniert. Mit der 8 Megapixel Hauptkamera lassen sich bis zu 10 Bilder pro Sekunde aufnehmen. Sie wird von einem LED-Blitz und kontinuierlichen Autofokus unterstützt. Die Qualität der Bilder ist wie bei vielen Smartphones von guten Lichtverhältnissen abhängig – dämmriges Licht bringt Rauschen und Farbverfälschungen. Videos können in FullHD aufgenommen werden. Für Videochats wurde eine 0,3 Megapixel Frontkamera integriert. Oberhalb dieser sitzt die 3,5 mm Audiobuchse für Headsets. Die linke Gehäuseseite beherbergt den microUSB Anschluss für das Aufladen des nicht wechselbaren Akkus und die Synchronisation mit dem PC. Darüber finden sich der Einschub für microSD Karten mit denen der recht magere interne Speicher von 5 GB auf günstigem Wege um bis zu 64 GB erweitern lässt und microSIM-Karten für Mobilfunkzugang hinter einer Abdeckung. Das RAZR i unterstützt GSM, EDGE und UMTS/HSPA mit Downloadraten von bis zu 21,1 MBit/s. Es kommt mit Unterstützung für WLAN a/b/g/n, Bluetooth 2.1 +EDR und NFC. Die Ausstattung umfasst auch Beschleunigungs-, Näherungs-, Umgebungslicht- und Temperatursensoren sowie einen Kompass und A-GPS. Für das UKW Radio fehlt zu unserer Verwunderung die entsprechende vorinstallierte App.

Das Android 4.0.4 Ice Cream Sandwich Betriebssystem musste aufgrund der Intel Hardware angepasst werden, auch die Oberfläche hat ein paar Änderungen mitgemacht. Die sinnvollste Erweiterung der MotoBlur UI ist eine Seite mit Schnelleinstellungen die via Rechtswisch vom Homescreen erreichbar ist. Gefallen findet auch die Möglichkeit zur Stummschaltung im Lockscreen. Die Android-Tasten „Zurück“, „Home“ und „App-Übersicht“ liegen direkt auf dem Display. Nicht alle Apps laufen mit Intels x86 Chip, der prominente Firefox zum Beispiel verweigerte die Installation. Der Browser zählt jedoch sicher zu den Ausnahmen nicht lauffähiger Apps. Ein Update auf Android 4.1 Jelly Bean wurde bereits angekündigt. Da Motorola zu Google gehört, rechnen wir zukünftig mit zügigen Updates und weniger Änderungen am Originalzustand der Android-Versionen.

Technische Daten

Display:4.3"Auflösung:960 x 540
Prozessor:Intel Atom Z2480 / 2 GHzGrafikkarte:PowerVR SGX 540
Festplatte8 GBRAM:1 GB
Plattform:Android 4.0 Ice Cream Sandwich
Akkulaufzeit:16 Std.Gewicht:126 g
B x H x T:6.09 cm x 0.83 cm x 12.25 cmFarbe:schwarz

Auf dem Prüfstand

Intels neue Smartphone-Prozessor-Riege namens „Medfield“ kann einen gelungenen Einstand feiern. Der Intel Atom Z2480 Prozessor im Motorola RAZR i rechnet zwar nur mit einem Prozessorkern – dieser kann aber mit bis zu 2 GHz Takt arbeiten. Der Atom Chip kann auf 1 GB Arbeitsspeicher und eine PowerVR SGX540 Grafikeinheit zurückgreifen und erweist sich als absolut alltagstauglich. Auch in synthetischen Benchmarks muss sich Intels x86 Prozessor nicht vor der Multicore-Konkurrenz mit ARM-Architektur verstecken. Die Navigation durch das Betriebssystem erfolgt sehr flüssig auf dem Niveau von Android 4.1 Jelly Bean mit „Project Butter“, Apps starten flott und nur äußerst grafiklastige Anwendungen wie das Spiel Dead Trigger zeigen mit gelegentlichen Rucklern die Grenzen des Intel-Chips auf. Die PowerVR Grafik ist ganz klar der Flaschenhals und positioniert das RAZR i hinsichtlich der Leistung im oberen Mittelfeld. Die Prozessorleistung selber ist mehr als ordentlich, speziell im Hinblick auf die Akkuleistung. Das Motorola RAZR i verlangt auch bei intensiver Nutzung erst nach 2 Tagen Zugang zu einer Steckdose. Die Laufzeit in erzwungenem Leerlauf liegt nach einer Hochrechnung bei gigantischen 53 Stunden, für unseren Test müssen wir aller 10 Minuten die Bildschirmsperre verhindern und ziehen nur 20 Prozent des Akkus leer. Unter Volllast kommen wir auf 6 Stunden und 40 Minuten Laufzeit- Der Intel Atom Z2480 geht sehr sparsam mit den 2.000 mAh im Akku um. Wird über WLAN gesurft, so erreichen wir knackige 10 Stunden und 5 Minuten. Ein Videodauerlauf kam auf 8 Stunden und 52 Minuten. Wir konnten keine übermäßige Wärmeentwicklung feststellen, die Oberflächentemperaturen betragen im Schnitt 28,6 Grad Celsius. Wir sind gespannt auf die kommende Generation der Intel Chips mit 22nm Fertigung, Mehrkern-Prozessoren und besserer Grafik – hier bahnt sich ein rasantes Überholmanöver an.

Das 4,3 Zoll Display punktet mit AMOLED-typischen, tiefen Schwarzwerten und einhergehendem hohen Kontrastverhältnis. Die aus einer Auflösung von 540 x 960 Pixel resultierende Pixeldichte von 256 ppi ist mittlerweile nur Mittelmaß und aufgrund der Pentile-Matrix wirken feine Schriften etwas unscharf. Die durchschnittliche Helligkeit von 295 Candela pro Quadratmeter reicht für den Außeneinsatz, landet jedoch auch nur im Mittelfeld. Für die Spezifikations-getriebene Käuferschaft gibt es im Preissegment des Motorola RAZR i sehr viele Alternativen, wem das Gerät selber zusagt, der wird vom Display nicht enttäuscht sein. Ähnlich verhält es sich mit dem Soundsystem. Die Höhen wirken ein wenig zu vordergründig, Klangumfang und maximale Lautstärke sind jedoch ordentlich und erlauben die Vorführung eines kurzen Youtube-Clips ohne besondere Peinlichkeiten. Die Gesprächsqualität ist vorbildlich auf Sender- und Empfängerseite. Das mitgelieferte Headset ist etwas basslastig, Verzerrungen gibt es auch bei maximaler Lautstärke nicht.

Zusammenfassung

Motorola leistet sich mit dem RAZR i keine gravierenden Schwächen, der ausdauernde Akku verhilft dem Gerät zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. In kurzen Sprints mag der Intel Prozessor nicht immer als erster das Ziel erreichen, den Marathon kann er allerdings klar gewinnen. Das Android 4.0.4 Ice Cream Sandwich Betriebssystem läuft geschmeidig und für den durchschnittlichen Smartphone-Nutzer sind keine Nachteile gegenüber ARM-basierten Mehrkernprozessoren erfahrbar.

Das RAZR i setzt mit Aluminium, Gorilla-Glas und Kevlar auf hochwertige Materialien und hat erfreulich kompakte Maße trotz 4,3 Zoll Display. Hinsichtlich der Schärfe und Helligkeit liegt der AMOLED-Touchscreen nur im Mittelfeld – ein wenig mehr High-End hätten wir uns schon gewünscht. Wer auf der Suche nach einem weitestgehend von Akkusorgen befreiten Smartphoneist, sollte auf jeden Fall zugreifen auch wenn das Google Nexus 4 oder das LG Optimus 4X HD im ähnlichen Preissegment nominell mehr versprechen.


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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,5 (Sehr gut)
  2. Leistung (Spiele)2,0 (Gut)
  3. Verarbeitung1,0 (Sehr gut)
  4. Leistung (Anwendungen)1,0 (Sehr gut)
  5. Eingabegeräte1,5 (Sehr gut)
  6. Display2,0 (Gut)
  7. Lautsprecher1,5 (Sehr gut)
  8. Temperatur1,5 (Sehr gut)
  9. Anschlüsse2,0 (Gut)
  10. Akku und Energieverbrauch1,0 (Sehr gut)
  11. Software und Zubehör2,0 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
Google V82403 Pkt.Max. 12723 Pkt.
Sunspider1051.7 msMin. 194.3 ms
Smartbench 20121504 Pkt.Max. 10254 Pkt.
Linpack (Android)106684 MFLOPSMax. 1143896 MFLOPS
Geekbench 2995 Pkt.Max. 4180 Pkt.
PassMark Performance Test Mobile2345 Pkt.Max. 9575 Pkt.
NenaMark 239.6 fpsMax. 62 fps
Basemark ES 2.016.37 fpsMax. 61.76 fps
GL Benchmark 2.1 (Egypt)42 fpsMax. 59 fps
GL Benchmark 2.1 (Egypt Offscreen)19 fpsMax. 148 fps
Antutu14015 Pkt.Max. 167253 Pkt.
Vellamo HTML51561 Pkt.Max. 6120 Pkt.
Vellamo Metal639 Pkt.Max. 3712 Pkt.
Quadrant4158 Pkt.Max. 42181 Pkt.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast6 Std. 40 Min.Max. 11 Std. 5 Min.
Maximal50 Std. 59 Min.Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis33 Std. 10 Min.Max. 33 Std. 10 Min.
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