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  3. Test LG Optimus Vu (P895) Schwarz - Praktisch, fast quadratisch, kurzer Atem

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Bilder zum Test: LG Optimus Vu (P895) Schwarz - Praktisch, fast quadratisch, kurzer Atem

Während Tablets immer kleiner werden, bringen viele Hersteller Smartphones mit immer größerem Display auf den Markt. Prominente Beispiele hierfür sind das Samsung Galaxy Note und Samsung Galaxy Note 2, welche sich derzeit großer Beliebtheit erfreuen. Auch auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas zeigen die Hersteller Smartphones mit 5 bis 6,1 Zoll Diagonalen. Mit dem 5 Zoll großen Optimus Vu will LG auch etwas vom Kuchen abhaben.

Das Gerät kommt ohne Aluminium-Unibody oder anderen hochwertigen Premium-Materialien zum Kunden. Die Rückseite ist mit einem schwarzen, leicht strukturierten Kunststoff überzogen, bei dem die Hände aber leicht abrutschen. Mit 109 Gramm Gewicht ist das LG Optimus Vu viel leichter, als es aussieht aber knapp zehn Millimeter breiter als das Samsung Galaxy Note 2. Dadurch fällt es selbst Leuten mit großen Händen schwer, das gesamte Gerät zu umgreifen. Die kantigen Ecken machen das Smartphone im 4:3 Format sehr unhandlich, die Verarbeitung ist dafür ausgezeichnet. Die Spaltmaße sind gering und auch bei etwas Kraftaufwand konnten wir kein unschönes Knarzen hervorrufen. Die Bedienung erfolgt über den 5 Zoll großen Touchscreen oder den im Lieferumfang enthaltenen Digitizer Stift. Anders als bei Geräten der Konkurrenz kann dieser allerdings nicht am Gehäuse befestigt werden und muss somit immer mitgeführt werden. Das Display unterstützt dabei entweder die Eingabe mit den Fingern oder mit dem Stift. Eine gleichzeitige Eingabe ist nicht möglich, um ein Verwischen der eingegeben Texte zu verhindern.

Die Navigation im Google Android 4.0 Ice Cream Sandwich Betriebssystem erfordert einige Einarbeitungszeit. Während die Bedienung mit den Fingern wie bei anderen Geräten problemlos klappt, gibt es allein fünf verschiedene Möglichkeiten, um den Bildschirm zu entsperren. Neben der Möglichkeit die Entsperrung über ein Passwort, eine PIN oder durch Slide to unlock können auch kleine Muster nachgezeichnet oder eine Gesichtsaufnahme genutzt werden. Bis alle Wischgesten und Funktionen des Stifts verinnerlicht sind, vergeht einige Zeit. Zum Glück liefert LG auf dem Gerät einige Tutorials mit, welche die wichtigsten Funktionen erklären. Bis auf ein Notizprogramm, mit dem Nutzer ähnlich wie beim HTC Flyer direkt Notizen auf einen Screenshot erstellt werden können, gibt es keine zusätzliche Stylus-Software. In Südkorea soll bald ein Update auf Android 4.1 Jelly Bean veröffentlicht werden. Wann dieses nach Deutschland kommt, ist bisher nicht bekannt.

Bei der Ausstattung ist LG auf Sparkurs. Der interne 32 GB fassende Speicher kann über einen integrierten microSD-Kartenslot jederzeit erweitert werden. Auf der Oberseite ist ein microUSB-Anschluss verbaut, über den das Gerät geladen wird oder Daten mit einem PC ausgetauscht werden können. Alternativ kann das Modell auch per USB-Tethering als USB Modem für Laptops oder nicht internetfähige Computer genutzt werden. Wenn der Anschluss nicht gebraucht wird, lässt er sich praktischerweise mit einer Klappe bedecken, um die empfindlichen Kontakte vor Schmutz und Staub zu schützen. Direkt daneben sitzt ein 3,5 Millimeter Klinke-Port an dem die im Lieferumfang enthaltenen In-Ear-Kopfhörer angebunden werden, in denen eine kleine Freisprecheinrichtung integriert ist. Mit der 8-Megapixel Hauptkamera lassen sich Fotos knipsen und Videos in FullHD aufnehmen. Die Fotos haben eine ordentliche Qualität, leiden aber unter einem leichten Rotstich und wirken etwas blass. Die Lautsprecher sind zwar ausreichend laut, allerdings fehlt es dem Klang sowohl an Bass, Höhen und Tiefen. Dadurch klingt der Ton sehr dünn und man sollte, wenn möglich, die Kopfhörer nutzen. In Verbindung mit einer im Smartphone integrierten Equalizerfunktion kann die Qualität nochmals optimiert werden, reicht aber nicht an vollwertige MP3-Player heran. In Bezug auf die Telefonfunktion sind alle gängigen Standards vorhanden: GPRS, EDGE und UMTS mit HSDPA.

Während das Optimus Vu in Südkorea den Highspeed-Datenstandard LTE unterstützt, wurde diese Funktion für den deutschen Markt schlicht gestrichen. Unterstützt wird dafür die neue Nahfunktechnik NFC. LG legt in den Lieferumfang drei NFC-Sticker bei, die mit einer Berührung Energie- und Einstellungsprofile im Telefon aktivieren. Diese lassen sich nachträglich auf die Wünsche anpassen und neu programmieren. Mehr Funktionen sind mit der neuen Technik aber noch nicht möglich.

Technische Daten

Display:5"Auflösung:1280 x 768
Prozessor:ARM Cortex-A Series A9 / 800 - 2000 MHzGrafikkarte:Qualcomm Adreno 220
Festplatte32 MBRAM:1 MB
Plattform:Android 4.0 Ice Cream Sandwich
Akkulaufzeit:k.A.Gewicht:168 g
B x H x T:13.96 cm x 9 cm x 0.85 cmFarbe:schwarz

Auf dem Prüfstand

Auch bei der verbauten Hardware unterscheidet sich das LG Optimus Vu von der in Korea erhältlichen Variante. Dort wird es mit einem Qualcomm Snapdragon MSM8660 Zweikern-Prozessor ausgeliefert, bei uns hingegen sorgtein Nvidia Tegra 3 SoC Quad-Core Prozessor für Tempo. Neben einer starken Grafikeinheit für Spiele bietet das SoC mit dem „Companion Core“ einen fünften Prozessorkern. Dieser ist zwar langsamer getaktet als die Hauptkerne, entlastet diese aber, da er ihnen einfache Arbeiten abnimmt. So können einzelne Hauptkerne beim Surfen oder der Videowiedergabe deaktiviert werden um die Akkulaufzeit zu erhöhen. Trotz diesem Energiesparpotenzial schwächelt der verbaute 2.080 mAh starke und fest verbaute Akku. Bei voller Displayhelligkeit mit aktiviertem WLAN und aktiver Mobilfunkverbindung ist er bei anhaltender Medienwiedergabe innerhalb von 2 Stunden 16 Minuten aufgebraucht und das mit oder ohne aktiviertem Energiesparmodus. In der Praxis bedeutet dies, das Vu hält maximal 6 Stunden 25 Minuten bei einer normalen Nutzung durch und damit knapp einen Tag. Poweruser, die es auch auf der Arbeit nutzen wollen, kommen damit nicht über den Arbeitstag.

Punkten kann dafür der große Touchscreen mit einer durchschnittlichen Helligkeit von 452 Candela pro Quadratmeter. Er ist angenehm hell und gewährt auch bei direkter Lichteinstrahlung eine gute Lesbarkeit. Die Auflösung ist mit 1.024 x 768 Pixeln etwas niedriger als bei der Konkurrenz aber die Schrift wirkt klar und unverfälscht. Einige Apps und Spiele sind allerdings nicht auf das seltene 4:3 Format angepasst und zeigen schwarze Streifen oder abgeschnittene Menüs. Mit durchschnittlich 29,4 Grad Celsius bleibt LG Optimus Vu auf der Oberseite angenehm kühl. Hier haben die Ingenieure gute Arbeit geleistet, um die Abwärme des Tegra 3 in den Griff zu bekommen.

Zusammenfassung

Das LG Optimus Vu hätte durchaus das Zeug gehabt, sich neben dem Samsung Galaxy Note 2 zu positionieren. Mit seinem 4:3 Display-Seitenverhältnis hat es ein Alleinstellungsmerkmal. Allerdings ist es durch sein klobiges Design nur schwer zu bedienen und nahezu alle Apps und Spiele sind auf 16:9 Formate ausgerichtet, was den Einsatz nochmals erschwert. Auch liefert LG außer einem Notizzettel keinerleiStylus-Programme mit und der Stift lässt sich auch nicht im Gerät verstauen, sondern muss ständig vor Verlegen oder Verlust bewahrt werden. Die Laufzeit ist gemessen an dem Akku einfach zu schwach, um einen anspruchsvollen Arbeitstag zu überstehen. Zwar ist die Verarbeitung gut und die Bedienung im System geht schnell von der Hand, aber bei einem Preis von derzeit mindestens 450 Euro sollten Sie derzeit doch lieber zum Samsung Galaxy Note 2 greifen.


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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,0 (Gut)
  2. Leistung (Spiele)2,0 (Gut)
  3. Verarbeitung2,0 (Gut)
  4. Leistung (Anwendungen)2,0 (Gut)
  5. Eingabegeräte2,0 (Gut)
  6. Display2,5 (Gut)
  7. Lautsprecher2,0 (Gut)
  8. Temperatur2,5 (Gut)
  9. Anschlüsse2,0 (Gut)
  10. Akku und Energieverbrauch4,0 (Ausreichend)
  11. Software und Zubehör2,5 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
Google V81618 Pkt.Max. 12723 Pkt.
Sunspider1395.5 msMin. 194.3 ms
Smartbench 20124596 Pkt.Max. 10254 Pkt.
Linpack (Android)127029 MFLOPSMax. 1143896 MFLOPS
PassMark Performance Test Mobile2177 Pkt.Max. 9575 Pkt.
NenaMark 253.7 fpsMax. 62 fps
Basemark ES 2.013.28 fpsMax. 61.76 fps
GL Benchmark 2.1 (Egypt)54 fpsMax. 59 fps
GL Benchmark 2.1 (Egypt Offscreen)30 fpsMax. 148 fps
Antutu14559 Pkt.Max. 167253 Pkt.
Vellamo HTML51121 Pkt.Max. 6120 Pkt.
Vellamo Metal451 Pkt.Max. 3712 Pkt.
Quadrant5010 Pkt.Max. 42181 Pkt.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast2 Std. 16 Min.Max. 11 Std. 5 Min.
Maximal10 Std. 35 Min.Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis6 Std. 25 Min.Max. 33 Std. 10 Min.
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