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Bilder zum Test: Huawei Ascend P6 Schwarz - Solide Schönheit mit betagter Hardware

Beim Kampf um die Smartphonekrone vergessen die Hersteller schon mal die Verhältnismäßigkeit ihrer Waffen. Da werden Octacores verbaut, die zu heiß werden oder FullHD-Displays, die man aus normaler Betrachtungsdistanz gar nicht von HD-Displays unterscheiden kann. Huawei geht mit seiner „Schönheit“, dem Huawei Ascend P6, einen Weg mit Augenmaß. Das bedeutet keinen Verzicht auf Extreme, immerhin wählte der Hersteller den Slogan „das dünnste Smartphone der Welt“. Das 4,7 Zoll Gerät ist mit einer Bauhöhe von 6,18 Millimeter tatsächlich unglaublich schlank, da kann sich auch das sehr ähnliche Apple iPhone 5 sprichwörtlich noch eine Scheibe abschneiden. Beim Design lief das auf den ersten Blick wohl anders herum, der Rahmen aus gebürstetem Aluminium erinnert wirklich stark an die Smartphones aus Cupertino. Die gerundete Gehäuseunterseite hebt das Huawei jedoch ausreichend ab. An der Verarbeitung können wir auch bei unserem Vorseriengerät nicht meckern. Der Barren ist stocksteif, wir können keines der einheitlich dünnen Spaltmaße weiten. Dank dicht gepacktem Innenleben kann auch die Aluminiumrückseite nicht eingedellt werden.

Bei der Ausstattung präsentiert Huawei einen ausgefallenen Mix. Der microUSB Port für die Synchronisation und Ladevorgänge des integrierten 2.000 mAh Akkus sitzt an der Oberseite ein wenig nach rechts verschoben. Die Kopfhörerbuchse, der SIM Kartenslot und der microSD Slot teilen sich ein Werkzeug: Der Verschluss für die Headsetbuchse und links (gute Position, wenn das Smartphone beim Musikhören kopfüber in der Tasche steckt) öffnet die Einschübe der Karten bei Bedarf als kleine Nadel. Wer häufiger Musik hört, lässt den Stecker aber lieber zuhause, um dem Verlust vorzubeugen. Die Aufstockung des internen Speichers (bis zu 32 GB) ist im Regelfall bitter nötig. Nur 8 GB hat Huawei verbaut, dem Nutzer stehen davon lediglich 4,7 GB zur freien Verfügung. Auch bei den Funkverbindungen macht sich die Mittelklasse bemerkbar. Wir finden GSM, EDGE, UMTS (HSPA+ bis 21,6 Mbit/s Download), WLAN b/g/n und Bluetooth 3.0. Wir vermissen LTE und NFC. An Sensorik ist mit Lage-, Beschleunigungs-, Umgebungslicht-, Näherungs- und Temperatursensor alles an Bord, was Rang und Namen hat. Ortung erfolgt über GPS, A-GPS, GLONASS, SUPL 1.0 und mithilfe des digitalen Kompass.

Huawei liefert das Ascend P6 mit aktuellem Google Android 4.2.2 Jelly Bean Betriebssystem aus. Der Hersteller nimmt mit seiner Emotion UI 1.6 allerdings eine Reihe von Anpassungen vor. Den App-Drawer hat Huawei weggelassen, sämtliche Apps müssen also auf den Homescreens Platz finden. Der Hersteller erlaubt umfangreiche Sortierungen und Anpassungen. Erste Anlaufstelle ist das MeWidget auf dem Startbildschirm, das lässt sich nach Belieben mit den wichtigsten Funktionen bestücken mit Uhrzeit, Wetter, einer Kombination aus beiden, Kontakten, Galerie und Musikplayer. Darunter finden sich bis zu5 Anwendungen oder Ordner: Telefonfunktion, Emails, SMS, Browser, Kamera, Whatsapp und Facebook bieten sich hier an. Die restlichen Apps verteilen sich auf bis zu 9 Homescreens, selten genutzte Apps oder thematisch zusammengehörende packt man am besten in Ordner. Wir waren dazu gezwungen, da wir mit unserer Standardausrüstung die 9 Screens vollends füllen. Nicht jeder ist so ein App-Messi. Wenn man seine Apps der Relevanz und Erreichbarkeit auf Homescreens und in Ordner sortiert, fährt man bestens ohne das Hauptmenü. Sehr viele Möglichkeiten der Individualisierung bietet Huawei auch hinsichtlich des Designs. Auf dem Vorseriengerät finden wir 5 Themes, online wird man sich vor diesen Designpaketen kaum retten können. Genauso umfangreich sind Quicksettings, Energiespareinstellungen und die konfigurierbaren Profile. Voreingestellt sind Normal, Outdoor, Ruhemodus und Meeting mit jeweils eigenen Einstellungen für Funkmodule, Helligkeit und Lautstärke. Wer möchte kann sich auch ein Profil für Autofahrten anlegen, der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Technische Daten

Display:4.7" IPSAuflösung:1280 x 720
Prozessor:HiSilicon K3V2 / 1.5 GHzGrafikkarte:Vivante GC4000
Festplatte8 GBRAM:2 GB
Plattform:Android 4.2
Akkulaufzeit:28,2 Std.Gewicht:120 g
B x H x T:6.55 cm x 13.26 cm x 0.62 cmFarbe:schwarz

Auf dem Prüfstand

Ganz zeitgemäß ist der HiSilicon K3V2 Quadcore Prozessor im Huawei Ascend P6 nicht mehr. Huawei taktet den hauseigenen Prozessor mit 1,5 GHz und spendiert 2 GB Arbeitsspeicher. Die Vivante GC4000 GPU mit 16 Kernen durfte vor einem Jahr noch kraftvoll genannt werden, mittlerweile kassiert ein moderner Qualcomm Snapdragon 600 (im HTC One) mehr als die vierfache Punktzahl (6757 vs. 1591) im 3DMark Ice Storm Extreme Benchmark. Setzt man das Huawei Ascend P6 unter Druck mit Spielen wie Real Racing 3 und Temple Run 2, kommt der betagte Quadcore merklich an seine Grenzen. Die volle Grafikqualität muss man sich da verkneifen. Das Betriebssystem, Programmstarts und Multimedia-Apps wie die Galerie zeigen allerdings keine Verzögerungen.

Richtig Spaß macht der 4,7 Zoll IPS+ Touchscreen des Huawei Ascend P6. Die HD Auflösung von 1.280 x 720 Pixel reicht völlig. Auch wenn Konkurrenten auf gleicher Displayfläche bedeutend mehr Pixel unterbringen (HTC One, FullHD: 468 ppi vs. 312 ppi), gereicht die höhere Auflösung nicht zu einem optischen Vorteil. Erst bei 10 Zentimeter Betrachtungsdistanz kann man Unterschiede ausmachen. Mit 435 Candela pro Quadratmeter ist das Display sehr hell und auch im Freien gut lesbar, die Farben wirken frisch und auch die Blickwinkel bleiben lange stabil. Das maximale Kontrastverhältnis von 989:1 ist sehr hoch, der Schwarzwert des Displays kommt an AMOLEDs heran. Auch die Kameras des Huawei Ascend P6 bieten eine sehr gute Qualität. Die 8 Megapixel Frontkamera schießt scharfe und farbenfrohe Fotos, ein intelligenter Bildassistent liefert automatisch die richtigen Einstellungen. Natürlich werden auch HDR und Panorama Aufnahmen unterstützt. Speziell die mit 5 Megapixel ungewöhnlich hochauflösende Frontkamera profitiert von einem 10-stufigen Verschönerungsfilter. Bei Porträts und Selbstporträts zeichnet dieser Filter etwas weich und liefert eine leichte Überbelichtung. Soundmäßig kann das Huawei Ascend P6 nicht ganz mit dem HTC One und seinen BoomSound Stereolautsprechern mithalten, kommt aber angesichts der Bauhöhe erstaunlich nah ran. Auch die Gesprächsqualität ist hervorragend. Das mitgelieferte Headset macht bei einer „vernünftigen“ Lautstärke Schluss, das Gehör lässt sich damit nicht schädigen. Auch da begegnet uns ein ausgewogenes Klangbild mit satten Bässen. Besonders angenehm empfinden wir die In-Ears ohne einen kompletten Abschluss des Ohres. Das ist jedoch Geschmackssache. Dreht man das Kabel in der Headsetbuchse, treten Störgeräusche auf - in der Hosentasche passiert das aber nicht.

Leider konnte Huawei die geringere Pixeldichte des Bildschirms nicht in eine entsprechend höhere Akkulaufzeit ummünzen. In den dauerhaften Leerlauf gezwungen, bei niedrigster Helligkeit und ohne Funkverbindungen hält unser 2.000 mAh Akku nur 13 Stunden und 18 Minuten. Wir schieben das zum Teil auf die älteren Cortex A9 Kerne des Quadcore Prozessors, zum Teil aber auch auf die nicht finale Software. Gerade das Energiemanagement erhält bis zum Seriengerät vermutlich noch ein paar Optimierungen. Mit dem Akku kommen Normaluser über einen Tag. Greift man seltener zum Telefon,hievt das kommende Update die Laufzeit hoffentlich in Richtung zwei Tage. Wer in der Walachei mit schlechtem Empfang und maximaler Helligkeit dauersurft oder spielt, zieht den Akku innerhalb weniger Stunden leer. Der Volllastbetrieb erreicht das in 2 Stunden und 46 Minuten. Wird das Gerät nicht gerade derart stark gefordert bleibt auch die Oberflächentemperatur bei angenehmen 31,6 Grad Celsius.

Zusammenfassung

Das Huawei Ascend P6 mag technisch nicht das ausgefeilteste Smartphone sein. Wer für 400 Euro Benchmarkrekorde erwartet, wird ein wenig enttäuscht. Der Akku ist ziemlich schnell leer, es fehlen LTE sowie NFC und der effektiv nutzbare Speicher fällt mit 4,7 GB sehr knapp aus. Hat man sich mit diesen Kritikpunkte einmal angefreundet, wird der Blick frei auf ein superschlankes und schickes Mitteklasse-Gerät mit beeindruckendem Preis-Leistungsverhältnis. Das helle HD-Display hinterlässt einen scharfen und kräftigen Eindruck, der Sound stimmt und die Emotion UI läuft sehr flott auf dem aktuellsten Android 4.2.2 Jelly Bean. Vom Design her spielt das Huawei Ascend P6 ganz vorn mit, Haptik und Verarbeitung sind erstklassig. Wer jedoch eher auf Leistung setzt und mit einem klobigeren 4,7 Zoll Gerät leben kann, greift dann doch lieber zum betagteren, aber 50 Euro günstigeren Google Nexus 4. Etwas mehr Ausstattung (64 GB, schnelleres UMTS, NFC) und vor allem Akkulaufzeit machen auch das HTC One X+ zu einer Alternative im gleichen Preissegment.


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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,0 (Sehr gut)
  2. Leistung (Spiele)3,0 (Befriedigend)
  3. Verarbeitung1,5 (Sehr gut)
  4. Leistung (Anwendungen)2,5 (Gut)
  5. Eingabegeräte2,0 (Gut)
  6. Display1,5 (Sehr gut)
  7. Lautsprecher1,5 (Sehr gut)
  8. Temperatur2,0 (Gut)
  9. Anschlüsse2,5 (Gut)
  10. Akku und Energieverbrauch3,0 (Befriedigend)
  11. Software und Zubehör2,0 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
Google V8624 Pkt.Max. 12723 Pkt.
Sunspider3933.7 msMin. 324 ms
Smartbench 20124562 Pkt.Max. 10254 Pkt.
Linpack (Android)157485 MFLOPSMax. 1143896 MFLOPS
Geekbench 21651 Pkt.Max. 4180 Pkt.
PassMark Performance Test Mobile1700 Pkt.Max. 9539 Pkt.
NenaMark 259.9 fpsMax. 62 fps
Antutu13836 Pkt.Max. 136834 Pkt.
Vellamo HTML51445 Pkt.Max. 6120 Pkt.
Vellamo Metal422 Pkt.Max. 3712 Pkt.
Quadrant5387 Pkt.Max. 42181 Pkt.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast2 Std. 46 Min.Max. 6 Std. 40 Min.
Maximal13 Std. 18 Min.Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis7 Std. 52 Min.Max. 33 Std. 10 Min.
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