© Copyright by Google. Abbildung kann abweichen.Fotogalerie (5)
Bilder zum Test: Google Nexus 4 8GB Schwarz - Absoluter Preiskiller mit kleinen Schwächen

Beschreibung

Bisher kannte man Krisen-Zustände bei Verkaufsstart eines Smartphones nur von Konkurrenten. Apple iPhone Käufer campieren regelmäßig vor den Apple Stores, nun müssen auch die Kunden im Android-Lager Schlange stehen – wenn auch nur virtuell mit hochfrequenter Nutzung des Refresh-Buttons. Sowohl die Google Nexus 4 Version mit 8 GB für 300 Euro als auch die 16 GB Variante für 350 Eurosind derzeit nicht lieferbar. Der Google Play Store ist die einzige günstige Bezugsquelle. Entweder LG kann den eigentlich vorhersehbaren Ansturm hinsichtlich der Kapazitäten nicht bedienen oder aber Google will den Hardwarepartnern nicht gänzlich das Weihnachtsgeschäft nehmen.Das Potential dafür wäre durchaus gegeben.

Das Design ist auf den ersten Blick unauffällig aber sehr edel. Front und Rückseite sind mit kratzfestem Gorilla Glass 2 überzogen. Das flächige Displayglas ist zu den Seiten hin abgerundet und nur für den Lautsprecher oben in der Mitte gibt es eine Aussparung. Die Rückseite, welche sich nicht lösen lässt, offenbart bei leichter Abweichung vom 90 Grad Blickwinkel ein glitzerndes Mosaik. Leider schleichen sich dort trotz Werbeversprechen sehr schnell Kratzer ein, noch gravierender leidet das Glas unter Stürzen. Die Rückseite ist nicht austauschbar, bis auf einen Einschub für die microSIM ist der Innenraum nicht ohne weiteren Aufwand erreichbar. Das bedeutet auch, dass der Akku nicht ohne weiteres gewechselt werden kann. Zwei Torx Schrauben an der Unterseite vermitteln Stabilität was von dem äußerst verwindungsfestem Barren bestätigt wird. Eine schmucke Metallumrandung grenzt Displayglas und den Seitenrand des Smartphones aus Kunststoff mit haptisch angenehmem Softtouch-Überzug voneinander ab.Der Powerbutton rechts und die Lautstärkewippe links zeigen einen etwas schwammigen Druckpunkt, sind in der Bedienbarkeit aber nicht eingeschränkt. Auf Hardwaretasten wird verzichtet, die Home, Zurück und App-Übersichtstasten finden sich auf dem Display. Die Spaltmaße am Barren sind durchweg gering und das Google Nexus 4 ist damit nicht nur sehr wertig verarbeitet, sondern auch elegant gestaltet. Die Robustheit eines Nokia Lumia 920 kann nicht geboten werden, viel eher will das Smartphone aus dem Hause LG behütet werden wie das ähnlich aufgebaute iPhone 4S. Mit 140 Gramm Gewicht und Abmessungen von 134 x 69 x 9 Millimetern ist das Nexus 4 etwas schwerer als das leicht größere Samsung Galaxy S3, angesichts der 4,7 Zoll Displaydiagonale darf aber auch kein schlankeres Telefon erwartet werden.

Das Google Nexus 4 liefert weitestgehend die Vollausstattung eines Smartphones, ein paar Ausnahmen lassen sich jedoch schnell entdecken. Der Speicherplatz ist mit 16 GB und erst recht mit 8 GB knapp bemessen. Der fehlende microSD-Slot und die damit einhergehende nicht vorhandene Ausbaumöglichkeit unterstreichen den Platzmangel. Dahingehend erinnert uns das Nexus 4 nochmal an seine Preisklasse, auch das fehlende Headset ist als Sparmaßnahme zu verstehen. Die Hauptkamera wurde gegenüber dem Samsung Galaxy Nexus von 5 auf 8 Megapixel Auflösung aufgestockt – kann aber mit aktuellen High End Geräten ab 500 Euro nicht ganz mithalten. Die Frontkamera bietet mit 1,3 Megapixel Auflösung eine deutlich verbesserte Bildqualität für Videochats. Eine passable Bildqualität gibt es nur bei sehr guten Lichtverhältnissen. Die Kamera-App erlaubt nun die einhändige Bedienung über ein neuartiges, kreisrundes Menü. Stark finden wir auch die Photosphere Funktion für Panorama-Aufnahmen. Bis auf LTE sind alle aktuellen Funkstandards an Bord. Es findet sich zwar eine per Telefoncode freischaltbare, rudimentäre LTE Hardware – das 1.700 MHz Frequenzband findet hierzulande jedoch keinen Mobilfunkanbieter. UMTS erreicht über HSPA+ mit 42,2 Mbit/s ausreichend schnelle Downloadgeschwindigkeiten. Wer mit High-End Datenraten surfen will, muss sich eben doch in der High-End Preisklasse umsehen. Neben GSM und EDGE kann drahtlos auch über WLAN a/b/g/n, Bluetooth 4.0, GPS und NFC gefunkt werden. Entgegen Googles Angaben kann das Nexus 4 auch WLAN Netze im 5GHz Bereich ansteuern.

Zur Sensorik gehören ein Beschleunigungsmesser, ein digitaler Kompass, Gyroskop, Barometer und ein Umgebungslichtsensor. Der microUSB-Port an der Gehäuseunterseite dient nicht nur der Synchronisation und dem kabelgebundenen Aufladen des Akkus, über ein SlimPort Adapterkabel können zudem sämtliche Display Standards von HDMI über VGA bis hin zu DVI bedient werden. Damit stehen also der Anbindung eines etwas älteren Beamers für Präsentationen nur noch die Kosten für den Adapter im Weg. Der MHL (Mobile High Definition Link) Standard wird nicht unterstützt. Das Nexus 4 kann über den SlimPort im Gegensatz zu einem microHDMI Port auch geladen werden, zudem erlaubt die Verbindung den Transfer von 1080p FullHD Inhalten auch in 3D. Wer einen Fernseher mit Unterstützung für Miracast besitzt, kann Inhalte auch drahtlos streamen. Ein USB Stick wurde vom microUSB Port nicht erkannt, wir gehen davon aus, dass dieser Anschluss keine USB-Host Funktion birgt.

Ein absolut überzeugendes Feature ist die Möglichkeit, das Google Nexus 4 drahtlos aufzuladen. Entsprechende Stationen müssen den Qi-Standard erfüllen, Google selbst wird in naher Zukunft eine Halbkugel-förmige Ladestation anbieten. Das Fatboy Ladekissen von Nokia verweigert dauerhaftes Aufladen, zwar werden direkt nach Auflegen des Nexus 4 bis zu 11 Watt an das Nexus 4 geliefert – die Verbindung bricht jedoch nach wenigen Sekunden wieder ab während das Lumia 920 Flaggschiff von Nokia dauerhaft 7 Watt bekommt. Die Rückmeldung über den Stromfluss scheint gestört, eigentlich sollten beide Geräte nach Qi Standard miteinander auskommen.

Display:4.7" IPSAuflösung:1280 x 768
Prozessor:Qualcomm Snapdragon APQ8064 / 1.5 GHzGrafikkarte:Qualcomm Adreno 320
Festplatte8 GBRAM:2 GB
Plattform:Android 4.2
Akkulaufzeit:14.5 Std.Gewicht:139 g
B x H x T:6.87 cm x 13.39 cm x 0.91 cmFarbe:schwarz

Auf dem Prüfstand

Nominell spielt das Google Nexus 4 mit einem Qualcomm Snapdragon S4 Pro Quadcore-Prozessor mit 1,5 GHz getakteten Krait-Kernen, 2 GB Arbeitsspeicher und einer Adreno 320 Grafikeinheit allererste Liga. Das Gespann powert sich durch unsere synthetischen Benchmarks und lässt auch bei grafiklastigen Anwendungen wie dem GLBenchmark kein Ruckeln erkennen. Nur dort bietet die enorm Leistungsfähige Hardware einen echten Mehrwert – das Android 4.2 Jelly Bean Betriebssystem wurde hinsichtlich der Performance so weit optimiert, dass auch bedeutend schwächere Systeme einen flüssigen Betrieb erreichen. Das Google Nexus 4 erlaubt unzählige parallel geöffnete Apps im Hintergrund eines fordernden Spieles wie Dead Trigger und erreicht im Basemark ES Benchmark fast 45 Prozent mehr Leistung als die Mali-400MP im Samsung Galaxy S3. Auch das iPhone 5 von Apple muss sich im Geekbench 2 und Passmark Performance Benchmark geschlagen geben.

Das Nexus Label verhilft dem Google Smartphone zu steter Aktualität in Bezug auf das Betriebssystem. Android 4.2 Jelly Bean bringt neben einem verbesserten Google Now Assistenten, der erwähnten Kamera-Funktionen und einem butterweichen Betrieb auch eine funktionalere Benachrichtigungsleiste mit. Mit einem Finger von der Oberseite gezogen, offenbart die Leiste neueste Benachrichtigungen wie Emails oder Updates, mit zwei Fingern erhält man schnellen Zugriff auf die Telefonfunktionen wie Helligkeit, Funkverbindungen oder erweiterte Einstellungen.

Das Display kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen. Der 4,7 Zoll True HD IPS-Touchscreen löst mit 1.280 x 768 Pixel auf und erreicht eine hohe Pixeldichte von 320 ppi. In Bezug auf die Schärfe ist das Display hervorragend, bei der durchschnittlichen Helligkeit von 345 Candela pro Quadratmeter hinkt es der High-End Klasse in Form des ASUS Padfone 2 mit 460 Cd/m2 und dem iPhone 5 (473 Cd/m2) hinterher. Die knackigen Farben und das hervorragende Kontrastverhältnis von AMOLED Bildschirmen kann das Nexus 4 mit 1.193:1 ebenfalls nicht erreichen. Ebenso blass wirken die Stereolautsprecher, das Galaxy S3 Mini erreicht trotz geringerer Abmessungen einen weitaus satteren Sound. Die Soundausgabe auf externe Lautsprecher via Bluetooth funktionierte sehr gut auch bei paralleler Nutzung der WLAN Verbindung. Die Gesprächsqualität während des Telefonierens ist ebenso für sehr gut, beim Empfänger kommt ein etwas dumpfer Klang an.

Unter Last werden speziell die Oberseite des Barrens und die Rückseite des Smartphones im Bereich des Nexus Schriftzuges sehr warm, nach einer längeren Belastung messen wir bis zu 41 Grad Celsius. Im Durchschnitt bleibt das Gerät mit 32 Grad Celsius jedoch noch im akzeptablen Bereich.

Der integrierte 2.100 mAh Akku erlaubte uns trotz stattlicher Kapazität nur 6 Stunden und 24 Minuten Surfen über WLAN. Die UMTS Verbindung leerte die Batterie noch schneller in 4 Stunden und 10 Minuten. Die Gesprächszeit von 8 Stunden und 10 Minuten ist ganz passabel, unter Volllast geht dem Akku jedoch relativ schnell in rund 70 Minuten die Puste aus. Heavy-User könnten also Probleme bekommen, über einen langen Arbeitstag zu kommen. Abhilfe verschaffen die Reduzierung der Displayhelligkeit und intelligentes Management der Funkverbindungen. Die App "Juice Defender" beispielsweise aktiviert WLAN nur, nachdem es einen festen Hotspot erlernt hat und gestattet Emailprogrammen, Whatsapp oder Facebook die Syncronisation nur nach individueller vorher eingestellter Frequenz. Eine Langzeitmessung liefern wir in Kürze mit "eingefahrenem" Akku nach.

Zusammenfassung

Das Google Nexus 4 bietet ein 4,7 Zoll HD-IPS-Display, ist bepackt mit Spitzenhardware und deklassiert die Konkurrenten im Preisbereich um die 300 Euro. Für die Creme de la Creme unter den High End Smartphones hat es dann aber doch nicht ganz gereicht. Der Speicherplatz ist etwas knapp bemessen, nicht erweiterbar und deswegen die 16 GB Variante auf jeden Fall die bessere Wahl. Die Leistung des Quadcores fordert bei Abruf ihren Tribut in Form verkürzter Akkulaufzeit. Das Display ist etwas blass und der Sound könnte satter sein. Unsere Kritik ist jedoch angesichts des Gesamtpaketes eher Klagen auf hohem Niveau. Das Gehäuse ist elegant, die Darstellung ist dank hoher Pixeldichte sehr scharf. Zudem versorgt Google das Nexus 4 immer als erstes mit neuester Software und Android 4.2 Jelly Bean bietet als Betriebssystem eine Menge praktischer Features wie den Google Now Assistenten, schnelle Konfigurationsmöglichkeiten und die benutzerfreundliche Kamera-App.

Für den Preis von 300 beziehungsweise 350 Euro ist derzeit kein besseres Smartphone zu bekommen. Alternativen finden sich im LG Optimus 4X HD oder dem etwas kleineren HTC One S.


Andere Smartphones von Google - Jetzt anzeigen
Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck 1,0 (Sehr gut)
  2. Leistung (Spiele) 1,0 (Sehr gut)
  3. Verarbeitung 1,5 (Sehr gut)
  4. Leistung (Anwendungen) 1,0 (Sehr gut)
  5. Eingabegeräte 1,5 (Sehr gut)
  6. Display 2,0 (Gut)
  7. Lautsprecher 2,5 (Gut)
  8. Temperatur 2,5 (Gut)
  9. Anschlüsse 1,5 (Sehr gut)
  10. Akku und Energieverbrauch 2,5 (Gut)
  11. Software und Zubehör 2,0 (Gut)
Benchmark
Benchmarks Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Google V8 1389 Pkt. Max. 8605 Pkt.
Sunspider 1905.1 ms Min. 346.8 ms
Smartbench 2012 3278 Pkt. Max. 10254 Pkt.
Linpack (Android) 213502 MFLOPS Max. 1143896 MFLOPS
Geekbench 2 1961 Pkt. Max. 4180 Pkt.
Basemark ES 2.0 53.5 fps Max. 61.76 fps
GL Benchmark 2.1 (Egypt Offscreen) 61 fps Max. 148 fps
Antutu 14936 Pkt. Max. 48394 Pkt.
Vellamo HTML5 1150 Pkt. Max. 3450 Pkt.
Vellamo Metal 569 Pkt. Max. 2024 Pkt.
Quadrant 4226 Pkt. Max. 24455 Pkt.
niedriger ist besser höher ist besser
Akkulaufzeit
Auslastung Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Vollast 1 Std. 10 Min. Max. 6 Std. 40 Min.
Kommentieren
Mit dem Absenden erklären Sie Ihr Einverständnis mit den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung.