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Blackberry OS 10.3.1 Update im Test - Jetzt mit Android Apps, Blend-Software und Akkusparmodus

Das Update auf Blackberry OS 10.3.1 ist bisher nur für die Smartphones Blackberry Classic und Passport verfügbar. Neu im Programm: Android Apps per Amazon AppStore, Sprachassistent, Blackberry Blend, Akkusparmodus und Verbesserungen für den Hub. Im ersten Test verraten wir euch, ob sich der Neukauf dieser Modelle lohnt oder ob Sie auf die Aktualisierung der älteren Smartphones Blackberry Q10, Q5 und Z30 warten sollten.

Blackberry OS 10.3.1 Update im Test - Jetzt mit Android Apps, Blend-Software und AkkusparmodusNotebookinfo.de

Einleitung: Bringt das Betriebssystem die gewünschten Neuerungen?

Blackberry OS 10.3.1 ist zum Download verfügbar. Classic und Passport sind bereit dafür.Bildquelle: notebookinfo.de | st
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Lange erwartet: Die Aktualisierung des Blackberry Betriebssystem auf Version 10.3.1 ist nun endlich verfügbar. Wir machen den Check.

Curve und Bold - Begriffe die alt eingesessene Blackberry-Fans an die guten Zeiten des kanadischen Smartphone-Pioniers erinnern. Mit der neu aufgelegten Q- und Z-Serie verabschiedete sich diese Ära bereits vor Jahren. Apple und Samsung sind Blackberry davon gezogen, man hat den Trend verschlafen. Der Quereinstieg in die hippe Welt der Touch-Bildschirme und Apps war nur ein mäßiger Erfolg. Zu wenig Leistung hatten die Smartphones unter der Haube, zu schlecht bestückt war der Blackberry World App-Store. Doch trotz der negativen Klatsche seitens der Nutzer und der Presse hielt man an diesem Konzept fest, um sich jetzt wieder den Ursprüngen von Blackberry zu widmen. Die physische Tastatur steht erneut im Vordergrund und die Smartphones Blackberry Classic und Blackberry Passport sollen das Ruder rumreißen.

Das Update im Detail: Alles über Optik, Handhabung, Blend-Software und Blackberry Hub

Passend dazu gibt es ein aktualisiertes Betriebssystem - Blackberry OS 10.3.1. Die Optik von Symbolen und Menüs wurde leicht aufgepeppt und der praktische Blackberry Hub erweitert. Sinn war es hier von Anfang an Mails, Nachrichten, Kalender-Einträge und soziale Netzwerke zu sammeln, damit wichtige Benachrichtigungen nicht mit dem Öffnen einer einzelnen App verbunden sein müssen. Einladungen für Meetings können in der neuen Software mit nur einem Klick angenommen werden und auf SMS wird via Schnellantwort-Funktion reagiert. Ebenso wurde das Löschen und Archivieren von Elementen vereinfacht, was früher nur über zeitraubende Untermenüs möglich war. Nette Funktionen, die der Nutzer lieben wird.



Neu hinzu kommt auch die so genannten Blackberry Blend Software, die sowohl auf den Smartphones, als auch auf einem zweiten Gerät installiert wird. Für Letzteres kann ein PC mit Windows 7 oder Windows 8, ein Apple Mac ab OS X 10.7 oder Tablets mit mindestens Apple iOS 7 oder Google Android 4.4 herhalten. Klassisch per Kabel oder über die WLAN-Verbindung können beide Geräte untereinander in einem speziellen Blackberry Dashboard kommunizieren. Das heißt Sie können E-Mails, Kalendereinträge, Facebook und Co. abrufen, ohne das Blackberry Smartphone aus der Tasche holen zu müssen. Trotz physischer Tastatur am Blackberry Classic oder Blackberry Passport ist es oftmals einfach komfortabler SMS oder Mails mit der Computer-Tastatur zu verfassen.

Alle anderen Funktionen beeindrucken uns wenig. Mails hat man dank IMAP- bzw. Microsoft Exchange Konto sowieso meist auf allen Geräten synchronisiert. Gleiches gilt für Kalender und Bilder über bekannte Cloud-Dienste wie Dropbox. Praktisch ist allerdings, dass Blackberry alle Möglichkeiten in einem Dashboard vereint. Die Anmeldung läuft dabei einfach über euer Blackberry Konto. Blend erkennt automatisch die angemeldeten Geräte und lässt euch aus diesen auswählen. Da Blackberry allerdings recht spät mit einer solchen, vereinfachten Software daher kommt, profitieren wir davon im Alltag wenig. Schließlich haben wir uns über Jahre die Synchronisation mit Cloud-Diensten, Mail-Konten und Co. aufgebaut. Blutige Neueinsteiger werden sich über diesen Service vielleicht freuen.

Der integrierte Sprachassistent unter Blackberry OS 10.3.1 ist unserer Meinung nach erwähnenswert. Allerdings unterscheidet er sich kaum von Siri und Google Now. Bietet sogar deutlich weniger. Man kann dem Smartphone also befehlen einen Kalender-Eintrag zu speichern, SMS zu verschicken oder einfach nur das Wetter abzufragen. Zu einem späteren Zeitpunkt wird dieser Assistent auf älteren Blackberry Smartphones verfügbar sein. Gleiches gilt auch für den neuen Akkusparmodus. Nach dem Festlegen einer Prozent-Untergrenze springt dieser automatisch an, verringert die Display-Helligkeit sowie den Prozessor-Takt und verlängert somit die Laufzeit des Smartphones. Im Vergleich zu den Extrem-Stromsparmodi von HTC und Samsung aber ein alter Hut.

Amazon Android AppStore: Der richtige Weg aus der miserablen Blackberry World

Wirklich neu und beachtenswert ist vor allem die Integration von Google Android Apps. Den bekannten Play Store gibt es allerdings nicht. Dafür werden viele Android-Programme über den so genannten Amazon Appstore angeboten. Um diesen zu nutzen, müsst ihr euch ein Amazon Konto erstellen, oder mit eurem existierenden Account einloggen. Alle App-Einkäufe werden dann über die Zahlungsmethoden, die ihr bei Amazon hinterlegt habt, abgerechnet. Die meisten Android Apps laufen flüssig und ohne Probleme. An einigen Stellen kommt es jedoch zur Konfrontation mit dem 1:1-Format des Blackberry-Displays. So werden wenige Apps nicht in der richtigen Proportion angezeigt oder weisen unscharfe Schriften auf. Unterm Strich sind wir jedoch froh viele wichtige Anwendungen über den Amazon Appstore laden zu können, die in der Blackberry World nicht vorhanden sind.

Fazit: Mehr Android, bessere Zukunft

Mit Blackberry OS 10.3 und im speziellen OS 10.3.1 sowie den beiden neuen Smartphones Passport und Classic gewinnt der kanadische Hersteller wieder an Fahrt. Die Devise lautet: Fehler eingestehen. Die Blackberry World konnte mit teuren, meist halbherzig programmierten Apps nicht überzeugen und schon gar nicht gegen die Konkurrenz von Apple und Google ankommen. Dank dem Amazon Appstore ist es nun also auch möglich einige Android Apps auf den Blackberry Geräten zu installieren. Unserer Meinung nach der richtige Weg. Auf der anderen Seite wurden die Grundfunktionen die ein Blackberry ausmachen deutlich verbessert. Der Hub ist einfacher, die Kommunikation dank Blend Software zu anderen Devices deutlich schneller und der Sprachassistent rundet das Angebot noch ab.

Das Handling des Blackberry Betriebssystem an sich hat uns schon immer gefallen. Es wurde viel mit Touch-Gesten gearbeitet, ohne aber die physische Tastatur vernachlässigen zu müssen. Dennoch ist es noch ein langer Weg für Blackberry wieder Marktanteile zu gewinnen. Schließlich ist es schwer das Business-Image abzulegen und auch für Privatkunden interessant zu werden. Die Weichen sind auf jeden Fall gestellt und man kann nur hoffen, das Blackberry selbst die Kehrtwende schafft. Anderenfalls stehen Samsung oder Lenovo in den Startlöchern, um das Unternehmen zu übernehmen. Wo dann die Reise für Blackberry hinführt ist offen. Oftmals nimmt eine solche Übernahme für die Marke kein gutes Ende.

Sich ein neues Blackberry Smartphone anzuschaffen ist also ein Risikofaktor. Eingefleischte Fans können natürlich direkt zuschlagen. Besitzer eines 1-2 Jahre alten Blackberry Modells würden wir das Warten auf das OS 10.3 Betriebssystem Update empfehlen. Und wer von Apple iOS oder Google Android wechseln will, dem wird viel Geduld abverlangt. Eines bleibt unterm Strich auf jeden Fall stehen - die Tastaturen der Blackberry Smartphones sind sagenhaft und für Vielschreiber ideal geeignet. Ob das für euch als Killer-Feature herhalten kann und ihr dafür der App-Vielfalt entsagen wollt, müsst ihr für euch selbst entscheiden.

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