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Bilder zum Test: Apple iPhone 5 64GB Schwarz - Dünner, leichter, besser

Fans campieren vor den Apple-Stores, deutsche Mobilfunk-Provider sind überfordert mit Vorbestellungen und Lieferzeiten verzögern sich im Sekundentakt um mehrere Wochen. Der Start des Apple iPhone 5 bleibt wohl mehreren Käufern als positives und negatives Ereignis in Erinnerung. Und das obwohl die Vorteile gegenüber der Android-Konkurrenz an einer Hand abzählbar sind. Verglichen mit dem Vorgänger ist das Apple iPhone 5 mit einem Gewicht von 112 Gramm und einer maximalen Bauhöhe von 7,6 Millimeter leichter und dünner als das iPhone 4S. Dabei ist das Smartphones mit Apple iOS 6 Betriebssystem in der Höhe gewachsen, um nun einen 4 Zoll Retina-Bildschirm unterzubringen. Die Breite des Geräts bleibt dabei zum 2011er Modell unverändert, sodass die Bedienung mit einer Hand trotz größerem Display gut möglich ist.

Während die verglaste Front des iPhone 5 kaum Veränderungen mit sich bringt, kehrt Apple zu alten Tugenden zurück und setzt auf eine Rückseite aus eloxiertem (schwarz) und gebürstetem (weiß) Aluminium. Bei einer direkten Gegenüberstellung mit dem Apple iPhone 4S macht sich vor allem das geringere Gewicht und die nochmals gesteigerte Bildschirm-Qualität bemerkbar. Bei der Wertigkeit scheiden sich die Geister. Während die alte Glas-Oberfläche auf der Rückseite deutlich mehr Grip bietet und somit das Smartphone sicherer in der Hand liegen lässt, wirkt die metallische Rückseite etwas edler, jedoch auch unsicherer in der Handhabung. Die Verwindungssteifheit bleibt dabei tadellos. Selbst bei starkem, punktuellem Druck schlägt sich das Apple iPhone 5 deutlich besser als sein Hauptkonkurrent Samsung Galaxy S3, welcher zum größten Teil aus Kunststoff besteht. Ebenso sucht man ungleichmäßige Spaltmaße am Aluminium-Unibody vergebens.

Verarbeitungsfehler (ScuffGate)
Im Internet häufen sich die Meldungen zu Verarbeitungsfehlern, vor allem beim schwarzen Modell des iPhone 5. Bereits ab Werk sollen einige Stellen des eloxierten Aluminiums am Rand und an der Rückseite des Smartphone angeschlagen, zerkratzt und abgeplatzt sein. Bei unserem Testgerät des Apple iPhone 5 (64 GB, schwarz) konnten wir keine optischen Mängel feststellen. Das Gerät wurde von uns über den Mobilfunkanbieter O2 bezogen. Sollten Sie über ein Gerät mit Verarbeitungsproblemen verfügen, empfehlen wir den Abschluss einer Apple Care Lizenz zu einem Preis von 69 Euro. Somit kann das Gerät via Express-Austauschservice direkt an der Haustür gegen ein neues getauscht werden, ohne lange Reparaturzeiten hinnehmen zu müssen. Bei einer Preisspanne von 679 bis 899 Euro für das Apple iPhone 5 sollte der Aufpreis für die Apple Care Protection nicht allzu sehr im Geldbeutel auffallen.

Spartanisch wie vor einem Jahr zeigen sich die Anschlüsse und Verbindungsmöglichkeiten des Apple iPhone 5. Der klassische 30-Pin-Connector musste einer beidseitig verwendbaren Lightning-Schnittstelle weichen, die mit 8 Pins deutlich kleiner ausfällt. Somit wurde an der Unterseite Platz für größere Lautsprecher geschaffen und der 3,5 Millimeter Klinke-Anschluss für Kopfhörer und Headsets rückt ebenfalls mit nach unten. Sollten Sie altes Zubehör besitzen, welches den 30-Pin-Connector unterstützt, bietet Apple entsprechende Adapter an. Je nach Anschlussart liegen die Preise für einen solchen zwischen 19 und 39 Euro. Viele der angebotenen Adapter sind jedoch erst ab Oktober erhältlich. Ebenso sollte man sich überlegen zu welcher iPhone-Variante man greift. Da Akku und Speicherkapazität nicht aufrüstbar sind, darf man nicht zu knapp kalkulieren. Sowohl bei der weißen als auch bei der schwarzen Farbgebung stehen Versionen mit 16, 32 oder 64 GB Kapazität zur Verfügung.

Kabellos funkt Apples iPhone 5 via Dual-Band WLAN 802.11n (2,4 und 5,0 GHz) sowie Bluetooth 4.0. Bei eingelegter SIM-Karte mit entsprechenden Optionen stehen zudem EDGE, UMTS (3G) und LTE (4G) zur Verfügung. Letzteres ist derzeit nur über das Netz der Deutschen Telekom und nur in Großstädten möglich. Jedoch experimentiert auch die E-Plus Gruppe aktuell im 1.800 MHz LTE-Bereich. Eine Bestätigung der Verfügbarkeit steht jedoch noch aus. Für die Ortungsfunktion stehen unabhängig vom Netzbetreiber A-GPS und GLOSNASS bereit. Die entsprechende Standortbestimmung dauert nur wenige Sekunden und funktionierte im Test einwandfrei, sowohl in Innenräumen als auch außerhalb unseres Büros in Berlin-Mitte. Hier funktionierte auch die von der Telekom zur Verfügung gestellte LTE-Verbindung, die mit durchschnittlich 40-50 MBit/s im Download und 15 MBit/s im Upload deutlich schneller ist als die meisten DSL-Anschlüsse in deutschen Haushalten.

Neben dem Apple iPhone 5 befinden sich im Lieferumfang ein Lightning-USB-Kabel samt Steckdosen-Adapter sowie die neuen Apple EarPods Kopfhörer inklusive Mikrofon. Für den Betrieb wird eine optional erhältliche Nano-SIM-Karte benötigt, welche die großen Netzbetreiber Deutsche Telekom, O2 und Vodafone bereits ausliefern. Teilweise muss hier mit einem Aktivierungsaufpreis von bis zu 20 Euro gerechnet werden. Die Herstellergarantie des iPhone 5 beträgt 12 Monate inklusive einem Telefonsupport von 90 Tagen. Wer zum erwähnten Apple Protection Plan greift, erhält diesen Service 24 Monate lang.

Technische Daten

Display:4"Auflösung:1136 x 640
Prozessor:Apple A6 SoC / 1,3 GHzGrafikkarte:PowerVR SGX543
Festplatte64 GBRAM:1 GB
Plattform:iOS 6.0
Akkulaufzeit:8 Std.Gewicht:112 g
B x H x T:5.86 cm x 0.76 cm x 12.38 cmFarbe:schwarz

Auf dem Prüfstand

Im Inneren des Apple iPhone 5 arbeitet ein mit bis zu 1,2 GHz getakteter Apple A6 Zweikern-Prozessor, der im 32-Nanometer-Verfahren eine Eigenentwicklung darstellt und sich nicht am bisherigen ARM Cortex A9 oder gar dem Cortex A15 Format orientiert. Für die Grafik sorgen insgesamt drei GPU-Kerne im PowerVR SGX 543MP3 Modul, die eine Taktfrequenz von 266 MHz mit sich bringen. In Zusammenarbeit mit dem optimierten Apple iOS 6 Betriebssystem ist der Leistungssprung vom iPhone 4S auf das iPhone 5 nicht ganz so enorm wie anfangs gedacht. Doch sowohl für hochauflösende Videos, aktuelle Spiele oder rechenintensive Multimedia-Anwendungen ist das neue Smartphone aus Cupertino gerüstet. Ruckler, Systemabstürze oder hohe Latenzzeiten findet man hier an keiner Stelle. Auch in den von uns getesteten Benchmarks spielt das Apple iPhone 5 in der ersten Liga, kann jedoch nicht in allen Tests das Samsung Galaxy S3 schlagen. Das liegt jedoch vor allem an der teils unterschiedlichen Arbeitsweise der Benchmarks unter iOS und Android.

Im Fokus der Apple Produktpräsentation am 12. September in San Francisco stand das neue 4 Zoll Retina-Display mit einer Auflösung von 1.136 x 640 Pixel und einer somit enthaltenen Pixeldichte von 326 dpi. Die von uns gemessene, durchschnittliche Helligkeit liegt bei 472,8 Candela pro Quadratmeter und somit etwa fünf Prozent unter den von Apple genannten 500 cd/m². Der Kontrast von 1.102:1 übertrifft jedoch die Herstellerangabe. Durch diese vergleichsweise sehr guten Werte ist das Apple iPhone 5 auch für den Außenbereich bestens geeignet und trotz spiegelnder Oberfläche problemlos zu benutzen. Hierzu trägt auch die gute Blickwinkelstabilität des IPS-Bildschirms bei, der Farbinvertierungen oder Helligkeitsverluste selbst bei hohem Betrachtungswinkel verhindert. So macht das Konsumieren von Fotos oder Videos im neuen, balkenfreien 16:9 Format richtig Spaß.

Apple iOS 6 Betriebssystem
Das Betriebssystem Apple iOS 6, welches auch für iPads und iPhones ab der Version 3GS zur Verfügung steht, bietet laut Apple über 200 Neuerungen. Dazu gehört unter anderem die direkte Integration von Facebook, die es erlaubt Bilder und Statusmeldungen ohne zusätzliche App zu verbreiten. Zudem verlor Google mit YouTube und Maps seinen Platz bei Apple. Stattdessen bietet das Unternehmen nun eigene Karten zur Navigation an. Diese sind bisher allerdings nicht annähernd so umfangreich wie die des Android-Konkurrenten. Auch den Satellitenbildern fehlt es an Details. Die mit Hilfe der 3D-Funktion nett animierten Städte Deutschlands sind auf den ersten Blick ein Hingucker, werden jedoch im Alltag – ähnlich wie der geringfügig verbesserte Sprachassistent Siri – nur wenige Vorteile mit sich bringen. Den Büronachbarn kann man damit aufgrund der eher schwammigen Bilder nicht ins Fenster schauen. Eine weitere, wichtige Funktion unter iOS 6 ist die Passbook App, die automatisch Flugtickets, Hotelreservierungen oder Gutscheine in einer anschaulichen Übersicht speichert. Zum Start unterstützen bisher jedoch nur die Lufthansa und das Hotelbuchungs-Portal HRS.de die neue Funktion. Vielen Programmen aus dem App Store fehlt zudem noch die Optimierung auf das neue 4 Zoll Format des Displays. Ältere, nicht angepasste Apps werden mit einem schwarzen Rand (Letterbox-Format) dargestellt, der durch den geringen Schwarzwert des Displays jedoch nicht allzu auffällig ist. Die Anrufabweisung via SMS halten wir für erwähnenswert aber nicht für eine bahnbrechende Neuerung. Gleiches gilt für das VIP-Postfach im Email-Programm, das Mails entsprechend nach vorher markierten Personen aus der Kontaktliste filtert und einzeln auflistet.

Im Bereich der iSight- und Facetime Kameras setzt Apple weiterhin auf eine 8-Megapixel-Auflösung an der Rückseite und nun 1,2-Megapixel mit 720p Aufnahmen an der Front des iPhone 5. Im Gegensatz zum Vorgänger wurde die Auslöseverzögerung verkürzt und Bilder in schlecht ausgeleuchteten Arealen sind nun mit deutlich weniger Bildrauschen versehen. Zudem sorgt ein optimierter Bildstabilisator für noch bessere Videoaufnahmen im 1080p FullHD-Format. Mit Hilfe der integrierten Panorama-Funktion ist auch das Aufnehmen von 28 Megapixel-Bildern einfacher denn je. Zwar gab es bereits genügend Drittanbieter für dieses Feature, doch im Betriebssystem integriert kann man deutlich einfacher zwischen den verschiedenen Kamera-Modi wechseln. Ebenso wie Filme und Musik können auch Bilder bekanntlich in der iCloud gespeichert, per AirPlay via Apple TV auf dem Fernseher abgespielt und Fotos via AirPrint direkt ausgedruckt werden. Letzteres funktioniert nur mit einem entsprechenden Drucker im aktiven WLAN-Netz.

Durch den verkleinerten Lightning-Connector an der Unterseite und den breiteren Lautsprechern konnte Apple die Klangqualität und maximale Lautstärke des iPhones nochmals steigern. Musik wirkt nun deutlich voluminöser und bassreicher. Ähnlich geben sich die neuen Apple EarPods, die eine bessere Klangfarbe und mehr Halt im Ohr bieten als die klassischen Apple Earphones. An die Qualität von hochwertigen und deutlich teureren In-Ear-Kopfhörern aus dem Hause Sennheiser oder Bang & Olufsen kommen die neuartigen Headsets jedoch nicht heran.

Die Akkulaufzeit des Apple iPhone 5 liegt mit etwas unter 7,5 Stunden Gesprächszeit (UMTS / 3G) nah an der Angabe auf dem technischen Datenblatt. Wer die Display-Helligkeit drosselt und nur mit WLAN unterwegs ist, kommt beim Surfen sogar über 14 Stunden. In den nächsten Tagen werden an dieser Stelle weitere Messungen im EDGE- und LTE-Netz erscheinen. Die Kapazität des neuen Akkus hat sich mit 1.440 mAh nur geringfügig zum iPhone 4S mit 1.432 mAh verbessert. Dafür ist der Energieverbrauch der Komponenten, allem voran der des Apple A6 Prozessors, gesunken. So konnte bei steigender Leistung eine ähnlich gute und teilweise sogar bessere Akkulaufzeit ermöglicht werden. Dadurch hält sich das neue Smartphone auch bei der Temperaturentwicklung zurück. Im Leerlauf liegen die Temperaturen nur knapp über 30 Grad Celsius. Eine Maximaltemperatur von 41,7 Grad Celsius wurde nur erreicht, als das iPhone 5 stark per UMTS-Netz belastet und während der Akku vollständig aufgeladen wurde. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 34,2 Grad Celsius.

Zusammenfassung

Das neue Apple iPhone 5 stellt keine Revolution dar. Es ist einfach nur ein sehr gutes Smartphone. Für iPhone-Freunde sind das geringe Gewicht, das hohe Maß an Verarbeitungsqualität und die kompakte Abmessung ein deutliches Plus. Vor allem Umsteiger von den Geräten iPhone 3GS und iPhone 4 werden sich über den Geschwindigkeitsschub freuen. Wer mit seinem iPhone 4S zufrieden ist, der sollte sich mit dem Apple iOS 6 Update zufrieden geben und eine weitere Generation abwarten. Obwohl das Glas-Design der beiden Vorgänger großen Anklang gefunden hat, finden wir auch am neuen Aluminium-Unibody Gefallen. Dieser fühlt sich edel an, bietet hingegen aber nicht das hohe Maß an Grip, das wir von der früheren Glas-Rückseite kennen. Weiterhin kann das Apple iPhone 5 ein grandioses Display, ordentliche Akkulaufzeiten und dank Apple A6 Prozessor auch gute Leistungswerte auf der Haben-Seite verbuchen. Zudem toppt das LTE-Netz der Deutschen Telekom in Berlin die Durschnitts-DSL-Leitung deutscher Haushalte. Negativ fällt die Umstellung von Google Maps auf Apple Karten auf, an denen der Hersteller noch hart arbeiten muss. Unter dem Strich hat Apple jedoch einen weiteren Kassenschlager entwickelt, dessen Betriebssystem erwachsen geworden ist und intuitiver kaum sein kann. Das Apple iPhone 5 empfiehlt sich sowohl für eingefleischte Smartphone-Profis als auch für Einsteiger. Vorausgesetzt man will den hohen Preis zahlen.


Ab 653,41 EUR sind Geräte aus der Serie verfügbar - Jetzt anzeigen

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,0 (Sehr gut)
  2. Leistung (Spiele)1,0 (Sehr gut)
  3. Verarbeitung1,0 (Sehr gut)
  4. Leistung (Anwendungen)1,0 (Sehr gut)
  5. Eingabegeräte1,0 (Sehr gut)
  6. Display1,5 (Sehr gut)
  7. Lautsprecher1,0 (Sehr gut)
  8. Temperatur2,0 (Gut)
  9. Anschlüsse2,5 (Gut)
  10. Akku und Energieverbrauch2,0 (Gut)
  11. Software und Zubehör1,5 (Sehr gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
Google V81652 Pkt.Max. 12723 Pkt.
Sunspider903.6 msMin. 194.3 ms
Browsermark189125 Pkt.Max. 189125 Pkt.
Geekbench 21652 Pkt.Max. 4180 Pkt.
PassMark Performance Test Mobile3961 Pkt.Max. 9575 Pkt.
GL Benchmark 2.1 (Pro Offscreen)253 fpsMax. 253 fps
GL Benchmark 2.1 (Egypt Offscreen)148 fpsMax. 148 fps
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Maximal14 Std. 36 Min.Max. 50 Std. 59 Min.
Praxis7 Std. 40 Min.Max. 33 Std. 10 Min.
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