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  3. Test: Apple MacBook Pro 15 mit Touch Bar & AMD Radeon Pro 455

Erfolgreicher als gedacht

Apple MacBook Pro 15,4Bildquelle: Apple
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Die Pro-Notebooks gehen in eine neue Runde: Vor allem die Tastatur und das Trackpad wurden deutlich überarbeitet.

Während die neuen Modelle der Apple MacBook Pro Reihe im letzten Jahr mit langen Lieferzeiten zu kämpfen hatten, konnten diese zum Zeitpunkt des Tests deutlich verkürzt werden. Viele Ausstattungs-Varianten sind bei hiesigen Online-Händlern sofort lieferbar und auch im Apple Store würden Interessenten bei heutiger Bestellung noch im Januar beliefert werden. Auch wenn die Meinungen zum neuen MacBook Pro aufgrund der Anschluss-Politik Apples stark auseinandergehen, scheinen vor allem die Notebooks mit der so genannten Touch Bar bei Mac-Fans hoch im Kurs zu stehen. Wir konnten uns einige Tage mit dem 15 Zoll MacBook Pro beschäftigen, welches in Deutschland unter der Modellnummer MLH42D/A Late 2016 geführt wird. Lang genug, um ein erstes Fazit zu ziehen.

Bereits im November 2016 nahmen wir das MacBook Pro 13 mit klassischen Funktionstasten genauer unter die Lupe und erhielten einen sehr guten ersten Eindruck vom neuen Gehäuse und den Eingabegeräten der Apple Notebooks. Zeitgemäß zeigt sich nun auch das 15 Zoll Modell flacher (15,5 Millimeter) und leichter (1,83 kg). Vor allem aber das verringerte Volumen des MacBook Pro und die dadurch entstehende Kompaktheit finden in unserer Redaktion Gefallen. In Sachen Verarbeitung und Wertigkeit hat Apple nach Jahren der Perfektionierung des aus Aluminium bestehenden Unibody-Gehäuses immer noch die Nase vorn. Die Umstellung auf die flachere Tastatur mit Butterfly 2 Mechanismus nahm nur wenige Stunden in Anspruch und das extrem große Touchpad überzeugt in Hinsicht auf seine Präzision. Allgemein laden die veränderten Eingabegeräte zum Vielschreiben ein und können im Test überzeugen.

Apple MacBook Pro 15,4Bildquelle: Apple

Anstelle der bekannten Funktionstasten F1 bis F12, setzt Apple bei seinen neuen MacBook Pro 15 Notebooks auf die hauseigene Touch Bar. Die schmale, digitale Anzeige oberhalb der Ziffer-Tasten bietet abhängig vom geöffneten Programm Zugriff auf essentiellen Funktionen, die bei Fingerberührung ausgelöst werden. Mac-Einsteiger können somit noch einfacher Kurzbefehle und Features entdecken, die man vielleicht erst nach langem Stöbern in Untermenüs gefunden hätte. Apple selbst und auch Drittanbieter unterstützen die Touch Bar in einer Vielzahl von Apps. Der Umfang erstreckt sich von leichten Aufgaben wie der Musiksteuerung, der Emoji-Wahl, und Systemeinstellungen, über Browser-Favoriten und Textvorschläge, bis hin zu professionellen Shortcuts in bekannter Software wie Final Cut oder Adobe Photoshop. Natürlich kann auf Wunsch auch die bekannte Funktionsleiste über die Touch Bar simuliert werden. Gefallen finden wir zudem am integrierten Fingerabdruck-Sensor (Touch ID), welcher an der rechten Seite der Touch Bar den Netzschalter ersetzt. Ähnlich wie beim iPhone und iPad kann dieser zum Entsperren des Notebooks und für Einkäufe genutzt werden. Mehr über die Touch Bar erfahrt ihr in diesem YouTube-Video von Apple.


Im Test erwies sich die Touch Bar als nützliches und innovatives Tool. Nutzer die sich von mehr oder weniger komplizierten Tasten-Kombinationen verabschieden wollen, werden sich über die digitale Anzeige freuen. Ebenso macht es Windows-Umsteigern das Leben unter macOS leichter. Ein blindes Erfühlen von Tasten ist mit der Touch Bar jedoch nicht möglich, weshalb unsere Produktivität anfangs durch Blicke auf eben diese eingeschränkt wurde. An dieser Stelle muss jeder Nutzer für sich selbst entscheiden, ob die Touch Bar einen Mehrwert darstellt oder ihn vom eigentlichen Bildschirminhalt ablenkt.

Harte Kritik muss sich Apple aufgrund der bereits erwähnten Anschluss-Politik gefallen lassen. Das 15 Zoll MacBook Pro verfügt lediglich über USB Typ-C Schnittstellen. Alle vier davon unterstützen die Thunderbolt 3 Technik mit bis zu 40 Gbit/s und USB 3.1 mit bis zu 10 Gbit/s. Über selbige Anschlüsse wird das MacBook Pro zudem aufgeladen. Apple setzt somit auf die aktuell modernsten Ports am Markt, deren Verbreitung jedoch nur langsam voranschreitet. Die meisten externen Monitore, Tastaturen, Mäuse und Co. verlangen am Late 2016 Modell nach optionalen Adaptern oder Docks. Ebenso entfällt der beliebte SD-Karten Slot. Lediglich ein 3,5 Millimeter Klinkenanschluss ist neben USB-C physisch untergebracht worden. Gefunkt wird bekanntlich über WLAN-ac und Bluetooth 4.2.

Apple MacBook Pro 15,4Bildquelle: Apple

Die von uns getestete Konfiguration MLH42/DA des 15 Zoll Apple MacBook Pro arbeitet mit einem Intel Core i7-6820HQ Prozessor. Die Taktspanne des Quad-Core Chips liegt zwischen 2,7 GHz und 3,6 GHz. Obwohl die CPU der älteren Skylake Generation angehört, kann sich die Performance sehen lassen. Gleiches gilt für die hier verwendete AMD Radeon Pro 455 Grafikkarte, die in etwa auf dem Niveau einer Nvidia GeForce GTX 960M ihren Dienst verrichtet. Vor allem aber die schnelle 512 GB SSD mit Übertragungsraten von bis zu 2 GB/s beschleunigt das MacBook Pro deutlich. Insgesamt überzeugt uns das System mit einer sehr guten Multimedia-Tauglichkeit im konsumierenden und produzierenden Alltag. Wir sind gespannt, wann Apple seine Pro-Notebooks mit den erst kürzlich vorgestellten Intel Kaby Lake Vierkern-Chips ausstattet und eventuell zu den deutlich schnelleren GTX 10 Grafikkarte von Nvidia wechselt.

Abschließend sprechen wir über die Akkulaufzeit, Emissionen und das Retina Display des Apple MacBook Pro 15 (Late 2016). Letzteres kommt mit der bekannten 2.880 x 1.800 Pixel Auflösung samt IPS-Technik und glänzender Oberfläche. Die angehobene Helligkeit von beinahe 500 cd/m² steht dem Bildschirm ebenso gut wie der erweiterte Farbraum. Umgebungsreflektionen werden somit gemindert und die Film- und Fotobearbeitung deutlich verbessert. Positiv können wir auch über die Laufzeit des MacBook Pro sprechen. Nach einigen macOS-Updates könnt ihr im Alltag mit den von Apple versprochenen 10 Stunden rechnen. Bei dauerhafter Belastung, zum Beispiel durch Benchmarks oder Renderings, ist natürlich deutlich schneller die Luft raus. Positiv überrascht sind wir von der Kühlung des MacBook Pro 15. Waren die Vorgänger noch vergleichsweise laut und heiß, hält sich die Lautstärke mit durchschnittlich 30-35 dB(A) in Grenzen und in den meisten Fällen wird das Apple Notebook lediglich handwarm.

Apple MacBook Pro 15,4Bildquelle: Apple

Fazit

Das neue Apple MacBook Pro im 15,4 Zoll Format kann unseren Test mit einer sehr guten Wertung verlassen. Nicht nur die verbesserten Eingabegeräte, auch das hellere Retina Display und das hochwertige Aluminium-Gehäuse können in der Late 2016 Version des Notebooks überzeugen. Eine extrem schnelle SSD und die lange Akkulaufzeit lassen schnell vergessen, dass in Sachen Prozessor- und Grafikleistung noch Luft nach oben ist. In diesen Bereichen wird Apple hoffentlich beim Mid 2017 Modell des MacBook Pro nachbessern. Der Hingucker „Touch Bar“ entpuppt sich als innovatives Feature, welches uns die klassische Funktionsleiste kaum vermissen lässt. Allerdings wurden wir auch oft durch die digitale Anzeige abgelenkt. Eine gewisse Eingewöhnungszeit solltet ihr also beim Kauf einplanen. Gleiches gilt für die Nutzung von Adaptern, soweit ihr euer Zubehör-Paket noch nicht auf den USB-C Standard aktualisiert habt. Ein USB-C oder Thunderbolt Dock ist hier wohl die beste Lösung. Wer mit diesen überschaubaren Mankos leben kann, der wird sich mit dem neuen Apple MacBook Pro 15 schnell anfreunden.

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von Notebooksbilliger.de | Händlerangabe: 23.05.17 04:45

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,0 (Sehr gut)
  2. Display1,0 (Sehr gut)
  3. Eingabegeräte1,0 (Sehr gut)
  4. Temperatur1,5 (Sehr gut)
  5. Lautsprecher1,5 (Sehr gut)
  6. Betriebsgeräusche1,5 (Sehr gut)
  7. Anschlüsse2,0 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch1,0 (Sehr gut)
  9. Software und Zubehör1,0 (Sehr gut)
  10. Leistung2,0 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
CrystalDiskMark 3.0 (HDD Read)1952 MB/sMax. 2325 MB/s
CrystalDiskMark 3.0 (HDD Write)1872 MB/sMax. 1872 MB/s
Geekbench 4 (Single)4389 Pkt.Max. 4681 Pkt.
Geekbench 4 (Multi)13265 Pkt.Max. 14207 Pkt.
GFXBench Manhatten Onscreen27.49 fpsMax. 119.52 fps
GFXBench Manhatten Offscreen92.56 fpsMax. 432.6 fps
GFXBench T-Rex Onscreen59.73 fpsMax. 119.82 fps
GFXBench T-Rex Offscreen230.28 fpsMax. 1448 fps
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 30 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Praxis10 Std. 0 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

70 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,070 kWh x 24,00 Cent = 36,79 EUR

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