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  3. Test Sony VAIO VPC-YB1S1E/S - Mehr Schein als Sein?

Erster Eindruck vom Sony VAIO VPC-YB1S1E/S

Beim Gehäuse des Sony Netbooks Vaio VPC-YB1S1E/S dominiert mattes Silber. Fingerabdrücke haben hier nur wenig Chance. Auffallend ist das geschwungene und verchromte Vaio-Logo auf dem Displaydeckel. Eine leicht erhöhte und mit unzähligen Miniquadraten geprägte Handballenauflage ist typisch für die Vaio-Netbook-Familie. Zylinderartige Drehgelenke erlauben einen ausreichenden Öffnungswinkel bis etwa 140 Grad. An der Bodenplatte gewährt eine große Öffnung Zugriff auf Arbeitsspeicher und Festplatte. Sie ist im Vergleich zur Vorgängerserie unverändert.
Das kleine Kunststoffgehäuse des Netbooks misst 11,6 Zoll, ist stabil und hat einen sicheren Stand. Es ist 29 Zentimeter breit, gut 20 Zentimeter tief und 2,5 Zentimeter hoch. Bei einem Gewicht von 1,46 Kilogramm eignet es sich gut für mobilen Einsatz.
Das robuste Gehäuse wirkt hochwertig.

Technische Daten und Ausstattung

Sony setzt bei seinem Netbook auf eine so genannte Accelerated Processing Unit (APU) von AMD. Diese setzt sich aus dem Zweikernprozessor AMD E350 mit einer Taktfrequenz von 1,6 Gigahertz je Kern und dem integrierten Grafikchip AMD Radeon HD 6310 zusammen.
Der Grafikchip unterstützt DirectX-11 und hat den Videodecoder UVD3 integriert. Damit kann er HD-Videos in den Formaten MPEG-2, H.264 und VC-1 dekodieren. Für aktuelle Spiele ist er allerdings ungeeignet. Nur einfache Online- oder Flash-Spiele laufen flüssig.
Zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und eine 320-Gigabyte-Festplatte unterstützen den Prozessor.

Anschlüsse

Ein optisches Laufwerk fehlt. Auf der linken Seite gibt es einen von gesamt drei USB-2.0-Ports. Am hinteren Ende dieser Seite haben die beiden Videoausgänge VGA und HDMI ihren Platz. Der analoge VGA-Anschluss dominiert bei Büroprojektoren. Der digitale HDMI-Anschluss hat diesen bei privatem Einsatz längst abgelöst. Dort dient er etwa zum Übertragen von Foto- oder Videodateien an einen HD-Fernseher.
An der Vorderseite liegen zwei Kartenleser übereinander. Der Untere dient für Speicherkarten der Formate SD, SDHC, der Obere für alle Arten von Memory Sticks wie MS, MS Pro. Dort ist auch ein An/Aus-Schalter für die WLAN-Funkverbindung. An der unteren Vorderkante sind Stereolautsprecher. Diese sind allerdings so leise, dass sich der Griff zum Kopfhörer empfiehlt.
Der passende Anschluss dafür liegt auf der rechten Seite neben einer Mikrofonbuchse. Auf diese Audio-Ports folgen zwei USB-2.0-Schnittstellen.
Leider liegen die USB- und Audioanschlüsse sehr weit vorne, so dass die Kabel angeschlossener Geräte bei der Arbeit stören.
Zum Anschluss an ein kabelgebundenes Netzwerk gibt es einen Gigabit-LAN-Adapter. Für eine Funkverbindung steht WLAN-n zur Verfügung. Mit Bluetooth 2.1+EDR ist Datenaustausch kabellos mit einem Handy möglich. Videochats übernimmt eine 0,3-Megapixel-Webcam. Ihre Bilder sind klar, farbecht und flüssig.
Der Stromanschluss steckt im linken Drehgelenk.

Software und Zubehör

Direkt nach dem ersten Start des Betriebssystems Windows 7 Home Premium 32-Bit sucht das Sony-Programm Vaio Live Update nach Aktualisierungen von Treibern und Programmen. Ohne Umweg über die Windows-Systemsteuerung lassen sich mit dem Programm Vaio Care Helligkeit, Lautstärke und andere Parameter einstellen.
Schutz vor Viren und Co. verspricht Mc Afee Internet Security. Der Adobe Acrobat Reader zeigt PDF-Dateien an. Textverarbeitung und Tabellenkalkulation stellt das Programmpaket Microsoft Office 2010 Starter bereit.
Eine komfortable Übersicht über alle gespeicherten Videos und Bilder liefert Sonys Picture Media Browser.
Im Gegensatz zu anderen Sony-Notebooks ist bei diesem Netbook der Internetbrowser Google Chrome nicht vorinstalliert.

Display

Das 11,6-Zoll-Display spiegelt stark. Die hohe Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln entspricht dem Standardniveau vieler 13-Zoll-Notebooks. Folge: Die Anzeigefläche ist relativ groß, die Darstellung dafür etwas klein. Vorteil der glänzenden Oberfläche: Die Farben leuchten kräftig. Trotz einem Kontrastwert von 190:1 ist die Blickwinkelstabilität gering. Bei 20 Grad vertikal und 50 Grad horizontal verfälschen die Farben bereits.
Die Helligkeitsverteilung ist inhomogen. Während das Display in der unteren linken Ecke nur 197 Candela pro Quadratmeter (cd/m2) erreicht, sind es in der oberen linken Ecke 236 cd/m2. Ein Candela entspricht der Leuchtkraft einer Kerze.

Eingabegeräte

Die Chiclet-Tastatur des Sony Vaio VPC-YB1S1E/S ist sehr gut. Wie bei den meisten Netbooks sind die Tasten mit 14 x 14 Millimetern etwas kleiner. Deutliche Zwischenräume sollen das Vertippen verhindern. Jede Taste hat einen klaren Druckpunkt und einen knappen Hub. Der Anschlag ist fest, aber nicht zu hart.
Über das kleine, glatte Touchpad gleiten die Finger gut hinweg. Gestensteuerung zum Vergrößern, Verkleinern oder Rollen ist mit zwei Fingern möglich. Die beiden Maustasten sprechen direkt an. Cursorsteuerung funktioniert somit sehr schnell und direkt.
Die einzige Funktionstaste ist der so genannte Assist-Knopf. Er liegt rechts über der Tastatur. Ein Druck darauf startet das Vaio-Care-Programm. Dieses kann Systemdiagnose, Sicherungen und Wiederherstellungen durchführen. Den Anschaltknopf hat Sony rechts im Drehgelenk integriert. Er leuchtet grün, wenn der Akku geladen ist, und orange, wenn die Akkulaufzeit sich ihrem Ende nähert.

Temperatur

Das Sony-Netbook ist mit durchschnittlich 31 Grad angenehm warm. Mit maximal 33,4 Grad an der Unterseite spricht auch nichts gegen den Einsatz auf dem Schoß.

Betriebsgeräusche

Der Lüfter verrichtet gute Arbeit. Die 5.400 Umdrehungen pro Minute der Festplatte sind nicht zu hören. Bei voller Beanspruchung der Hardware durch Multimediaprogramme erreicht das Sony Vaio VPC-YB1S1E/S einen Schallpegel von 38,2 Dezibel (dB(A)). In der üblichen Praxis, mit Büroanwendungen und Internetbrowser, rotiert der Lüfter nur mit 33,9 dB(A). Ein Dezibel niedriger sind die Betriebsgeräusche direkt nach dem Anschalten.

Leistung

Die APU mit dem Zweikernprozessor AMD E350 und dem integrierten Grafikchip AMD Radeon HD 6310 arbeitet für diese Geräteklasse gut. Im Internet surfen, E-Mails austauschen, Videochats sowie Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation bereiten keine Probleme. All diese Programme gehen – auch dank der guten Tastatur – schnell von der Hand.
APU, Arbeitsspeicher und Festplatte erreichen eine ordentliche Leistung, wie das Ergebnis des PC-Mark-Vantage-Tests mit 2.126 Punkten zeigt. Rasant ist die Lese- und Schreibgeschwindigkeit des Arbeitsspeichers, wie die Benchmarks Everest RAM Read mit 3.287 Punkten und Everest RAM Write mit 3.681 Punkten beweisen.
2.220 Punkte beim 3D-Mark-06-Test zeigen, dass sich die integrierte Grafikeinheit für einfache Bildbearbeitung, aber auch Flash- und Online-Games eignet. Für Videokonvertierung braucht sie allerdings lange 20 Minuten.
Die Prozessorergebnisse von Cinebench R.10 32-Bit sind nur ausreichend. Im Einkernmodus (Single) erreicht der AMD E350 1.033 Punkten und im Zweikernmodus (Multi) 1966 Punkte.

Akku und Energieverbrauch

Der Lithium-Ionen-Akku des Vaio VPC-YB1S1E/S ist kräftig und hält im Alltagsbetrieb mit Büroanwendungen, Internetbrowser und E-Mail-Programm sechs Stunden und zehn Minuten durch. Im praxisfernen Einsatz, bei dem nur das Betriebssystem aktiv ist, kommt das Sony-Netbook acht Stunden und 20 Minuten ohne Steckdose aus. Bei Volllast ist der Akku schon nach einer Stunde und 40 Minuten leer. Der Stromverbrauch ist mit 15 Watt erfreulich niedrig.

Praxis

Betrieb unter freiem Himmel ist nicht möglich. Dazu spiegelt das 11,6-Zoll-Display zu stark. Unterwegs lässt sich mit dem Sony Vaio VPC-YB1S1E/S sehr gut arbeiten. Es bleibt kühl genug, um es längere Zeit auf dem Schoß zu haben.
Bei Videochats macht die Webcam exzellente Bilder mit gutem Kontrast und hoher Farbqualität. Bewegungsverzögerungen sind nicht zu sehen.
Durch die Chiclet-Tastatur, die gegenüber größeren Notebooks nur minimal verkleinerte Tasten mit deutlichen Abständen hat, macht Arbeiten Spaß. Auch das Touchpad reagiert sehr schnell.
Sofern das entsprechende Steuerungsprogramm des jeweiligen Handyherstellers installiert ist, läuft die Datensynchronisation über Bluetooth flüssig ab. Allerdings ist der Abgleich über ein Datenkabel am USB-2.0-Port schneller.
Weder kabelgebunden über Gigabit-LAN noch per Funk über WLAN-n gibt es bei der Internetverbindung Verzögerungen. Durch hohen Datendurchsatz gelingen Mitteilungen in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter & Co. in Echtzeit.

Zusammenfassung

Sony bietet mit dem Vaio VPC-YB1S1E/S ein gutes Netbook in schickem Gehäuse. Für einen mobilen Zweitrechner bietet es befriedigende Leistungswerte. Besonders die lange Akkulaufzeit und der geringe Stromverbrauch sorgen für gute Bewertungen.
Untypisch für ein Netbook ist das Hochglanzdisplay mit 11,6 Zoll Bildschirmdiagonale. Nutzung unter freiem Himmel scheidet damit aus. Die vertikale Blickwinkelstabilität von nur 20 Grad enttäuscht ebenfalls.
Die integrierte Grafikeinheit AMD Radeon HD 6310 ist deutlich potenter als der Prozessor AMD E350 selbst. Durch die kombinierte Bauart entlastet die Grafikeinheit den Prozessor und verbessert das Gesamtergebnis. Angesichts dieses Umstandes stellt sich die Frage, ob Sony hier einen Prestigepreis von über 400 Euro verlangt.
Art und Zahl der Anschlüsse liegen für aktuelle Netbooks in der Norm. Notebooks bieten heutzutage bereits mindestens eine USB-3.0-Schnittstelle, die sich durch eine größere Datendurchsatzrate auszeichnet. Diese Schnittstelle fehlt dem Sony-Netbook.
Der Arbeitsspeicher lässt sich auf bis zu vier Gigabyte aufrüsten. Im Auslieferungszustand ist aber im Sony VPC-YB1S1E/S nur ein Zwei-Gigabyte-Speicherriegel eingesetzt. Dank der großen Klappe an der Unterseite bereitet das Aufrüsten keine Probleme.
Insgesamt macht es Spaß mit dem Sony Vaio VPC-YB1S1E/S zu arbeiten – solange die Ansprüche nicht in den Himmel wachsen.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,0 (Gut)
  2. Ausstattung2,8 (Befriedigend)
  3. Display2,8 (Befriedigend)
  4. Eingabegeräte1,2 (Sehr gut)
  5. Temperatur2,5 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche2,7 (Befriedigend)
  7. Anschlüsse2,9 (Befriedigend)
  8. Akku und Energieverbrauch1,6 (Gut)
  9. Software und Zubehör2,3 (Gut)
  10. Leistung2,5 (Gut)
  11. Praxis2,0 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark062220 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage2126 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read3287 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write3681 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz85.2 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read64.2 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen4899 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)1033 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)1966 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)1946 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung1218 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 40 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal8 Std. 20 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis6 Std. 10 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

15 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,015 kWh x 24,00 Cent = 7,88 EUR

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