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  3. Test Sony VAIO VPC-EC3L1E/WI - Ein Notebook für alle Fälle?

Erster Eindruck vom Sony VAIO VPC-EC3L1E/WI

Mit seinem weiß-silbernen Gehäuse sticht das Sony VAIO EC3 L1E/WI unter den weit verbreiteten schwarzen und grauen Notebooks hervor. Die Kombination aus silbernem Gehäusedeckel, weißer Handballenablage und Displayrahmen wirkt hochwertig. Das Gehäuse macht einen soliden Eindruck: Das Tastenfeld lässt sich ebenso wenig eindrücken wie die Handauflage. Alle Teile sitzen fest, knarren nicht und erzeugen Vertrauen beim Nutzer. Das glitzernde Design der Handballenablage ist Geschmackssache; Fingerabdrücke bleiben auf dem Gehäuse die Ausnahme. Das Notebook besitzt keine Display-Sicherung und lässt sich mühelos öffnen. Status-LEDs, die Rückschlüsse auf Festplattenaktivität und Netzbetrieb gewähren, befinden sich an der Vorderkante des Gehäuses. Links daneben ist ein Schieberegler für den WLAN-Adapter. Dies ist ungewöhnlich, lassen sich die WLAN-Adapter der meisten Notebooks nur über die FN-Taste oder per Software steuern. Darüber hinaus hat das Sony VAIO EC3 L1E/WI drei Sondertasten unterhalb des Displays. Etwas unpraktisch ist die Unterbringung der Klinkenanschlüsse an der Vorderseite des Notebooks. Wer hier sein Lautsprechersystem nutzen möchte, könnte wegen der Kabel Probleme beim Tippen bekommen.

Technische Daten und Ausstattung

Im Sony VAIO EC3 L1E/WI arbeitet ein Intel Core i3-370 Prozessor mit zwei Kernen. Die Taktfrequenz beträgt jeweils 2,4 GHz. Die TurboBoost Technologie, die einen Kern bei Last beschleunigen kann, fehlt diesem Prozessor. Vier Gigabyte Arbeitsspeicher liefern genug Reserven für zahlreiche Programme. Die eingebaute 2,5’’ Festplatte hat eine Kapazität von 500 Gigabyte (GB) und damit ausreichend Platz für Videos, Musik und Daten. Für die Bildausgabe gibt es eine Einsteiger-Grafikkarte ATI Radeon Mobility Radeon HD 5470 mit 512 Megabyte (MB) eigenem (dediziertem) Grafikspeicher. Das DVD-Laufwerk liest und beschreibt DVD+/-RW-Datenträger, erkennt aber keine Blu-rays.

Anschlüsse

Das Sony VAIO EC3 L1E/WI besitzt vier USB-2.0-Anschlüsse. Eine externe Festplatte lässt sich auch über den deutlich schnelleren eSATA-Anschluss betreiben. Ein HDMI-Ausgang ermöglicht den Anschluss moderner, digitaler Bildschirme. Bei der Internetverbindung bleibt die Wahl zwischen dem kabelgebundenen Gigabit-LAN-Anschluss und dem kabellosen WLAN-Adapter, welcher das neuere 802.11n-Protokoll unterstützt. Dieses ermöglicht maximale Übertragungsraten von 300 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Ein ExpressCard-Schacht zur Erweiterung mit Steckkarten ist ebenso vorhanden wie ein Kartenlesegerät. Sony-typisch liest dieses Gerät nicht nur SDHC-Karten, sondern auch das von Sony stammende MemoryCard-Format. Mit dem integrierten Bluetooth-Modul lassen sich Handy und Headset kabellos betreiben.

Software und Zubehör

Besonders punkten kann das Sony VAIO EC3 L1E/WI mit seiner Software-Ausstattung. Am oberen Bildschirmrand befindet sich eine Leiste, die herunterklappt, sobald man mit der Maus darüber fährt. In dieser Leiste gibt es Verknüpfungen zu zahlreichen Programmen. Eigene Verknüpfungen lassen sich leicht hinzufügen oder wieder entfernen.

Adobe Photoshop Elements und Premiere Elements gehören zur Grundausstattung des Notebooks. Diese Programme ermöglichen die professionelle Bearbeitung von Foto- bzw. Filmmaterial und sind eine seltene Beigabe bei Notebooks. Des Weiteren liegt Microsoft Office 2010 Starter bei. Im Gegensatz zu Office 2007 muss der Kunde bei dieser Version keine zeitlich beschränkte Nutzbarkeit fürchten. Für die Systemsicherheit sorgt eine Security Suite von McAfee. Norton bietet eine Online-Backup-Software an. Ein weiteres nützliches Tool ist der Picture Motion Browser, kurz: PMB. Dieses Programm verwaltet und importiert auf Knopfdruck Bilder und Videos auf das Notebook und sortiert diese. Die drei Sonderknöpfe unter dem Display rufen den Browser, die MediaGallery oder Vaio Care auf. Vaio Care dient der Diagnose, Systemwartung und der Bereitstellung von Systeminformationen.

Allerdings finden sich auch zahlreiche Werbe-Verknüpfungen auf dem Desktop, zum Beispiel von Amazon und Ebay.

Display

Die Bildschirmhelligkeit des Sony VAIO EC3 L1E/WI ist ausreichend. Meist liegt der Helligkeitswert unter 200 Candela pro Quadratmeter (cd/m²). Die Ausleuchtung ist relativ gleichmäßig; der höchste und niedrigste Helligkeitswert liegen lediglich zwölf cd/m² auseinander. Das Display ist entspiegelt und ist dadurch auch gut bei direkter Bestrahlung gut ablesbar. Leider wirken die Farben deutlich blasser als bei glänzend beschichteten Bildschirmen. Das Notebook bietet horizontal einen ausgezeichneten Betrachtungswinkel und lässt sich dadurch von vielen Personen gleichzeitig gut ablesen. Die Reaktionszeit ist in Ordnung: Beim langsamen Verschieben von Fenstern bilden sich leichte Schatten. Allerdings dürfte sich die Reaktionszeit erst bei schnellen Ego-Shootern bemerkbar machen.

Die Auflösung von 1.280 x 720 Bildpunkten ist zwar üblich bei 16-Zoll-Notebooks, erfordert aber häufiges Scrollen auf Webseiten.

Eingabegeräte

Tastenanschläge nimmt das Sony VAIO EC3 L1E/WI über eine Chiclet-Tastatur entgegen. Bei dieser Art von Keyboard befindet sich um die einzelnen Tasten ein Rahmen, so dass man seltener beim Tippen abrutscht . Das Schreibgefühl ist dabei gut. Die einzelnen Tasten haben einen klar definierten, mittelweichen Anschlag und wackeln kaum. Die Pfeiltasten fallen im Gegensatz zu den anderen Tasten etwas klein aus. Da Sony bei den Sondertasten etwas sparsam war, werden die meisten Funktionen wie Bildschirmhelligkeit, Lautstärke usw. über die FN-Taste gesteuert.

Das Touchpad überzeugt weniger gut. Es ist zu weit links von der Mitte, so dass Linkshänder Probleme bei der Bedienung bekommen könnten. Auch die Oberfläche ist nicht optimal: Sie ist leicht angeraut. Das Eingabegerät ignoriert manchmal Bewegungen und bietet wenig Steuerungskomfort. Dafür beherrscht das Touchpad Multitouch, also das Ausführen bestimmter Aktionen mit Hilfe von Mausgesten. Allerdings dient diese Technik beim Sony VAIO EC3 L1E/WI nicht zum Scrollen, sondern beschränkt sich auf die Funktionen Navigieren, Drehen und Zoomen. Der Druckpunkt der Touchpad-Tasten ist ein wenig zu weich. Besser beraten ist der Kunde mit einer externen USB-Maus.

Temperatur

Gute Hardware erfordert ein ausgeklügeltes Kühlsystem, um Überhitzung und Schäden am Notebook zu vermeiden. Das Sony VAIO EC3 L1E/WI macht in diesem Punkt alles richtig. So liegen die Temperaturen für Prozessor und Grafikkarte ohne Belastung (Idle-Betrieb) bei 38 Grad Celsius bzw. 45 Grad. Im Praxisbetrieb steigen diese Werte auf 52 Grad bzw. 51 Grad an. Unter Volllast wird der Prozessor 63 Grad warm, die Grafikkarte nur 60 Grad.

Betriebsgeräusche

Auffallend laut wird das Sony VAIO EC3 L1E/WI erst unter Last. Dann erreicht es einen maximalen Lärmpegel von 41 Dezibel (dB (A)). Von einem laufen Lüftchen kann da keine Rede mehr sein. In der Praxis, also beispielsweise bei der Wiedergabe eines Films, liegt der gemessene Geräuschpegel bei 38 dB (A). Führt der Nutzer gerade keine rechenintensiven Aufgaben aus, ist das Notebook mit 33 dB (A) praktisch kaum wahrnehmbar. Das DVD-Laufwerk ist beim Auslesen von Daten ähnlich laut wie der Hauptlüfter unter Volllast. Bei der Filmwiedergabe sinkt der Wert auf moderate 36 dB (A).

Leistung

Das Sony VAIO EC3 L1E/WI eignet sich für ambitionierte Spieler eher wenig. Dennoch reicht die Leistung für ein Spiel zwischendurch aus. Besonders ältere Strategiespiele laufen häufig auch auf hohen Detailstufen flüssig. Dieser Eindruck bestätigt sich durch die Punktzahl von 3.548 im 3DMark 2006. Dieser 3D-Test ist zwar schon etwas älter, stellt aber noch immer höchste Anforderungen an die Hardware.

Auch sonst schlägt sich das Sony VAIO EC3 L1E/WI ganz gut: Sowohl Arbeitsspeicher als auch Festplatte liefern im Everest-Leistungstest solide Werte. So erreicht der Arbeitsspeicher eine Lese- und Schreibrate von jeweils knapp 7.500 MB/s. Die Festplatte erreicht bei zufälligen Lesezugriffen eine Geschwindigkeit von schnellen 71 MB/s.

Auch der Prozessor liefert ein rundes Bild: Das Notebook brauchte zum Konvertieren eines 20 Minuten langen Videos in ein anderes Format lediglich vier Minuten. Im CineBench-10-Leistungstest errechnet der Prozessor ein vorgegebenes Bild so flott, dass er im 64-Bit-Betrieb eine Punktzahl von 7.469 erreicht. Setzt man nur einen der beiden Kerne ein, sind es nur 3.300 Punkte. Die mehr als doppelt so hohe Punktzahl lässt sich mit der HyperThreading-Technik erklären. Diese simuliert dem Betriebssystem zwei weitere Prozessorkerne, die tatsächlich nicht vorhanden sind. Das Sony VAIO EC3 L1E/WI ist damit in Lage, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen (Multitasking).

Akku und Energieverbrauch

Da es sich beim Sony VAIO EC3 L1E/WI um ein Einsteiger-Notebook handelt, sollte der Nutzer bei der Akkulaufzeit keine Rekordwerte erwarten. Schließlich sollen bei Einsteiger-Notebooks nicht die Leistungsfähigkeit zu gering und die Display-Größe zu klein ausfallen. Folglich sind die drei Stunden, die das Notebook in der Praxis ohne Netzstrom durchhält, schon als gut zu bezeichnen. Ohne Rechenaufabe hält das Sony VAIO EC3 L1E/WI bis zu 3:45 Stunden durch. Allerdings ist unter Volllast schon nach einer Stunde Schluss. Dieser Wert ist realistisch, wenn der Nutzer im Akkubetrieb aufwändige Computerspiele spielt oder ein Video konvertiert.

Entsprechend moderat ist der Stromverbrauch. Der liegt in der Praxis bei 54 Watt und ist damit deutlich geringer als bei gleich schnellen Desktop-Computern.

Praxis

Das Sony VAIO EC3 L1E/WI profitiert stark von dem Video-Decoder der Grafikkarte. Dieser entlastet den Hauptprozessor bei der Filmwiedergabe und macht somit Ressourcen frei für andere Anwendungen. Während man auf dem per HDMI angeschlossenen Großfernseher einen HD-Film genießt, kann das Notebook im Hintergrund zum Beispiel Bilder importieren oder Videos konvertieren. Für ungetrübten Filmgenuss sind die Lautsprecher ungeeignet. Grund: Bei hoher Lautstärke ertönt ein störendes Kratzgeräusch, das jedes Lied und jeden Film zunichte macht. Bei geringerer Lautstärke klingen die Lautsprecher nicht so kratzig, auf Bässe muss man aber konstruktionsbedingt verzichten.

Auch die integrierte Webcam kann nicht überzeugen. Mit der veralteten VGA-Auflösung könnte man noch leben, allerdings sind die Farben sehr blass, das Bild ruckelt bei kräftiger Hintergrundbeleuchtung und bei warmem Licht entsteht ein deutlicher Blaustich. Für einfache Skype-Gespräche mag die Qualität ausreichend sein, für den Preis sollte allerdings eine bessere integrierte Kamera möglich sein.

Zusammenfassung

Das Sony VAIO EC3 L1E/WI versucht es Allen recht zu machen. Meistens gelingt ihm das auch. Die gute Hardware, eine exzellente Verarbeitung und die beinahe schon konkurrenzlose Software-Ausstattung hinterlassen einen guten Eindruck, der nur durch hohe Gehäusetemperaturen und die schwache Lautsprecher- bzw. Webcam-Qualität getrübt wird. Alles in allem handelt es sich beim Sony VAIO EC3 L1E/WI um ein grundsolides Notebook, mit dem die meisten Anwender ihre Freude haben werden.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,5 (Sehr gut)
  2. Ausstattung2,0 (Gut)
  3. Display2,8 (Befriedigend)
  4. Eingabegeräte2,0 (Gut)
  5. Temperatur2,3 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche2,9 (Befriedigend)
  7. Anschlüsse1,8 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch2,5 (Gut)
  9. Software und Zubehör1,2 (Sehr gut)
  10. Leistung2,0 (Gut)
  11. Praxis2,3 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark063548 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage5501 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read7480 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write7466 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz101.9 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read71.2 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen15301 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)3298 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)7469 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)3973 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)2680 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)6214 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)3990 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung241 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 0 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal3 Std. 45 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis2 Std. 59 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

54 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,054 kWh x 24,00 Cent = 28,38 EUR