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Bilder zum Test: Sony VAIO SV-P1121C5ER2 - konfigurierbar - Rotkäppchen vom Wolf gefressen

Beschreibung

Etwas über 1.700 Euro kostet die von uns gewählte RED-Edition des Sony VAIO Pro 11 Ultrabooks. Bis auf den Displayrahmen und wenige Akzente an den Anschlussseiten des 11,6-Zollers, ist das komplette Gehäuse rot eingefärbt. Wie bei den herkömmlichen VAIO Pro Modellen setzt man auch bei dieser limitierten Edition auf die Leichtbauweise mit Kohlefaser anstelle von Aluminium. So bringt unser Testgerät nur 870 Gramm auf die Waage und ist mit einer Bauhöhe von maximal 17,2 Millimeter vergleichsweise schlank. Im Gegensatz zum ebenfalls erhältlichen Design in Schwarz oder gar Carbon-Schwarz, glänzt und spiegelt das Gehäuse der RED-Edition an allen erdenklichen Stellen. Lediglich das Tastatur-Bett wurde mattiert. Gerade in der roten Farbgebung ist das Sony VAIO Pro 11 extrem anfällig für Fingerabdrücke und Fettschlieren. Bereits nach kurzer Zeit mussten wir zum Putztuch greifen. Außerdem vermissen wir die wertigen Oberflächen, die wir von anderen VAIO Pro Modellen gewöhnt waren. Kühles oder gebürstetes Metall gibt es hier nur bei der Handballenauflage zu erahnen, denn selbst die liegt hinter einer Schicht glänzendem Klavierlack. Aluminium in nahezu unbehandelter Form ist lediglich an der Rückseite zu sehen, die sich beim Öffnen des Bildschirms unter das Notebook schiebt.

In Sachen Verarbeitung kann sich das Sony VAIO Pro 11 sehen lassen. Zwar hat man nicht den „Steif wie ein Brett“-Charakter wie bei einem Apple Macbook Air, allerdings ist es durch sein flexibles Gehäuse auch weniger anfällig gegen Sturzschäden. Diese würden bei einem Voll-Aluminium-Notebook Dellen hervorrufen. Rein subjektiv muss man allerdings sagen, dass sich die RED-Edition haptisch deutlich von den anderen Farbvarianten unterscheidet und durch das Plastik Look & Feel weniger wertig wirkt. Bei starken Verwindungsversuchen konnten wir unserem Testgerät zudem unschöne Knarz- und Knackgeräusche entlocken sowie mit Druck auf die Unterseite das Klick-Modul des Touchpads betätigen. Hier muss der Nutzer selbst entscheiden, in welchem Ausmaß er sich mit der Flexibilität des Karbonfaser-Gehäuses anfreunden kann oder ob man doch besser zu einem Aluminium-Unibody wie beim Macbook Air, Samsung Serie 9 oder ASUS Zenbook Prime greifen sollte.

Während man beim Kauf des 13,3-Zoll VAIO Pro in Hinsicht auf die beleuchtete Tastatur und das Touchpad Luxus genießt, mussten wir uns beim Wechsel auf das Sony VAIO Pro 11 erst mit den verkleinerten Eingabegeräten anfreunden. Die Abweichung vom vollwertigen Tastatur-Layout zu einer leicht verkleinerten Variante ist deutlich zu spüren. Nutzer werden hier eher mit den Fingerspitzen schreiben, statt die natürlichere Eingabe mit der kompletten Fingerkuppe zu wählen. Anfangs mussten wir trotz kurzem Hub und sauberen Feedback Tippfehler in Kauf nehmen, konnten uns dann allerdings recht schnell mit dem neuen Layout vertraut machen. Hätte man den Netzschalter und die VAIO Assist Zusatztaste anders platziert, hätte man allerdings ein nahezu normalgroßes Keyboard unterbringen können. Mit dem Touchpad und dem Touch-Bildschirm hatten wir weniger Schwierigkeiten. Unsere Eingaben wurden präzise ausgeführt und auch die gängigen Mehrfinger- und Windows-8-Gesten wurden ohne Probleme angenommen.

Zu den Anschlüssen das Sony VAIO Pro 11 RED-Edition gehören insgesamt zwei USB 3.0 Schnittstellen, ein vollwertiger HDMI-Port sowie der SD-Kartenleser an der Front und eine Audio-Kombi-Buchse. Bis auf den Kartenleser finden alle Anschlüsse im hinteren Bereich der rechten Gehäuseseite Platz. Größeres USB-Zubehör könnte somit leicht die nebenliegenden Ports blockieren. An der linken Seite des Ultrabooks wird lediglich das Netzteil verbunden. An dieser Stelle hätten wir uns eine bessere Verteilung gewünscht, auch wenn die Platzwahl bei einem 11,6-Zoll Ultrabook beschränkt ist. Gefallen finden wir an der NFC-Technik, die direkt ins Touchpad integriert wurde. Somit legen wir unser Smartphone einfach auf und können eine Verbindung herstellen. Leider sind Bilder, Apps oder Videos zu groß für die Android Beam Funktion unseres Smartphones. Weblinks oder YouTube Videos können allerdings weitergeleitet werden. Interessanter ist die Technik vor allem für externe NFC-Lautsprecher, die so einfacher mit dem Notebook verbunden werden können. Allerdings bietet das integrierte Sound-System schon genug Leistung, mit einer hohen Lautstärke und solider Tiefenbetonung. Neben NFC funkt das Sony VAIO Pro 11 außerdem via WLAN 802.11n und Bluetooth 4.0.

Softwaretechnisch haben wir uns für Windows 8 Pro entschieden, womit das VAIO Pro 11 auch einige Business-Features wie zum Beispiel die Remote-Desktop-Unterstützung und den Domänenbeitritt in Unternehmensnetzwerke unterstützt. Neben den Update-, Backup- und Support-Programmen von Sony werden zudem noch ein paar Nachrichten-Apps, Spiele und Skype vorinstalliert. Außerdem entdecken wir verschiedene Software für Bilder, Videos und soziale Netzwerke, die wir auch von der Google Android-Oberfläche des Herstellers kennen. Eine sinnvolle Ergänzung zu den Microsoft eigenen Programmen konnten wir allerdings nicht entdecken. Im Lieferumfang befindet sich außerdem ein HDMI auf VGA und ein USB-Ethernet Adapter, der gleichzeitig einen mobilen Hotspot erstellen kann und am Netzteil andockt.

Display:11.6" IPSAuflösung:1920 x 1080
Prozessor:Intel Core i7 4500U / 1.8 GHzGrafikkarte:Intel HD Graphics 4400
Festplatte256 GB SSDRAM:4 GB
Laufwerk:ohne LaufwerkPlattform:Microsoft Windows 8 Pro (64 Bit)
Akkulaufzeit:9.75 Std.Gewicht:0.87 kg
B x H x T:28.5 cm x 1.32 cm x 19.7 cmFarbe:rot

Auf dem Prüfstand

Zur direkten Vergleichbarkeit haben wir uns sowohl beim Sony VAIO Pro 11, als auch schon bei VAIO Pro 13 für den Intel Core i7-4500U Prozessor entschieden. Dieser bietet bis zu 3 GHz auf zwei Rechenkernen (Dual-Core) und wird durch 4 GB Arbeitsspeicher unterstützt. Somit ist man bestens gerüstet, wenn man den täglichen Surf- und Mail-Alltag bewältigen möchte oder gar Filme und Fotos bearbeitet. Den Aufpreis von 200 Euro würden wir allerdings nicht erneut wagen, da in der Praxis auch ein Intel Core i5-4200U vollkommen ausreicht. Für Spiele ist die integrierte Intel HD Graphics 4400 eh nicht geeignet. Nach den ersten Informationen über die gebotene Schnelligkeit der verwendeten SSDs im M.2-Format, waren wir von der im Sony VAIO Pro 11 verbauten 256 GB Lösung sehr enttäuscht. Statt den erwarteten 900 MB/s beim Lesen erreicht unser Testmodell nur 520 MB/s. Geschrieben wird mit ebenfalls nicht gerade herausragenden 250 MB/s. Natürlich wird das System nach unseren Wünschen beschleunigt und die Übertragungsgeschwindigkeiten übertreffen die einer herkömmlichen Festplatte deutlich, dennoch schneidet das Apple Macbook Air in diesem Bereich besser ab.

Triluminos – ein Wort was bisher nur in Kombination mit LED-Fernsehern von Sony in Erscheinung trat. Die neue Technologie wurde nun in einer Mobile-Variante auch auf die Notebook-Displays adaptiert und bietet somit eine bessere Farbdarstellung und sattere Kontraste. Vor allem aber die automatische Anpassung von Helligkeit und Kontrast in Filmen sorgt für eine stimmige Wiedergabe. So ist der Kontrastwert des Sony VAIO Pro 11 mit bis zu 985:1 überdurchschnittlich hoch. Auch mit dem 11,6-Zoll FullHD-Bildschirm (1.920 x 1.080 Pixel) und der Ausleuchtung von 255 Candela pro Quadratmeter könnte man fast schon zufrieden sein. Wäre da nicht die spiegelnde Oberfläche in Kombination mit einer nicht näher bezeichneten Anti-Reflektion-Folie. Letztere sorgt für eine grobkörnige Schicht über dem sonst sehr brillanten Bildschirm. Somit kommt die hohe Pixeldichte des Displays nicht annähernd zur Geltung. Bei einer komplett matten Beschichtung hätten wir das eventuell hingenommen, aber nun haben wir weiterhin Spiegelungen samt störender Folie. Auf herkömmlichen Weg kann diese auch nicht entfernt werden. Weiterhin bleibt zu erwähnen, dass bei starker Sonneneinstrahlung nur noch wenig vom Bildschirminhalt zu erkennen ist. Das Sony VAIO Pro 11 fühlt sich also in schattiger Umgebung wohler. Außerdem empfehlen wir für die Touch-Eingabe per Finger die Skalierung von Windows 8 auf 150 Prozent. Nur so können wir auch auf dem Desktop das kleinste Menü präzise Öffnen. Alternativ könnte man auch die Auflösung des Bildschirms reduzieren.

Die maximale Akkulaufzeit des Sony VAIO Pro 11 RED-Edition liegt bei etwas über 9,5 Stunden. In der Praxis reduziert sich dieser Wert auf immer noch gute 6 Stunden, bei einem Verbrauch von durchschnittlich 15 Watt. Wer mehr Laufzeit benötigt, der kann für circa 100 Euro einen Zusatzakku kaufen, der an der Unterseite des Notebooks angedockt wird. Bereits im Leerlauf (Idle) fällt die Temperaturentwicklung des Ultrabooks negativ auf. Es werden stetig über 32 Grad Celsius gemessen. Unter Auslastung der Komponenten liegen die Spitzenwerte sogar über 45 Grad Celsius. Hinzu kommen die schnell aufheulenden, hochfrequenten Lüfter, die in der Praxis zwar nur mit 35 Dezibel (A) säuseln, unter Last allerdings mit bis zu 48 Dezibel (A) sehr deutlich zu hören sind. Vor allem wenn Windows 8 Pro eingesetzt wird, verbraucht der Dienst der Windows-Verwaltungsinstrumentation (WMI Host Provider) ohne tatsächliche Nutzung bis zu 25 Prozent CPU-Last. Hinzu kommt – sollte kein anderes Anti-Virus-Programm installiert sein – der Microsoft Windows Defender, welcher im Leerlauf oder bei wenig CPU-Auslastung anspringt und das System überprüft. Auch das sorgt für sporadische 30 Prozent Systemlast. Wer diese beiden Dienste also nicht deaktiviert oder anpasst, der wird sogar bei wenig Aktivität immer mit einer Geräuschkulisse von 44 Dezibel (A) leben müssen.

Zusammenfassung

Das Sony VAIO Pro 11 in der RED-Edition hinterlässt eine gespaltene Meinung bei unseren Redakteuren. Natürlich ist die Farbgebung schick und sorgt für einen jugendlichen Wind im Ultrabook-Portfolio der Japaner. Allerdings auf Kosten der haptischen Wertigkeit. Das geringe Gewicht und die schmale Bauweise können das Plastik Look & Feel nicht wettmachen. Dafür treffen wir auf einen schnellen Intel Core i7 Prozessor der neuen Haswell-Generation, der in Kombination mit einer SSD für eine sehr gute Systemgeschwindigkeit sorgt. Somit ist der 11,6-Zoller zum Internet-Surfen und zum Konsumieren sowie Produzieren von Filmen, Fotos und Musik gut geeignet. Die neue Triluminos Display-Technologie liefert einen hohen Kontrast und eine solide Ausleuchtung. Allerdings hat man sich hier die hohe Pixeldichte und die brillante Farbwiedergabe mit einer grobkörnigen, nicht funktionierenden Anti-Reflektion-Folie zunichte gemacht. Hinzu kommen die gewöhnungsbedürftige Tastatur und die zu kompakt positionierten Anschlüsse. Als sehr gute Features können wir lediglich das Touchpad samt integriertem NFC-Modul und das Audio-System ausmachen.

Wer auf ein Ultrabook mit neuer Intel Haswell Technik (4. Generation) setzen möchte, ist in diesem Fall mit dem Apple Macbook Air besser und günstiger beraten. Alternativ kann man bedenkenlos zur bewährten Samsung Serie 9 oder den ASUS Zenbook Prime Modellen greifen. Wer Sony treu bleiben möchte, der sollte keineswegs die RED-Edition wählen, sondern eher zu den schwarzen oder karbon-schwarzen Modellen der Sony VAIO Pro Serie greifen.


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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck 2,5 (Gut)
  2. Display 2,5 (Gut)
  3. Eingabegeräte 2,5 (Gut)
  4. Temperatur 3,0 (Befriedigend)
  5. Lautsprecher 1,5 (Sehr gut)
  6. Betriebsgeräusche 2,0 (Gut)
  7. Anschlüsse 2,0 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch 1,5 (Sehr gut)
  9. Software und Zubehör 1,5 (Sehr gut)
  10. Leistung 1,0 (Sehr gut)
Benchmark
Benchmarks Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
3DMark06 3958 Pkt. Max. 27244 Pkt.
3DMark11 672 Pkt. Max. 12363 Pkt.
3DMarkVantage 2612 Pkt. Max. 47497 Pkt.
3DMark Ice Storm 31792 Pkt. Max. 159281 Pkt.
3DMark Ice Storm Extreme 20112 Pkt. Max. 106211 Pkt.
3DMark Cloud Gate 3378 Pkt. Max. 29123 Pkt.
3DMark Fire Strike 437 Pkt. Max. 4135 Pkt.
3DMark Fire Strike Extreme 209 Pkt. Max. 1981 Pkt.
PCMark7 4245 Pkt. Max. 6666 Pkt.
PCMarkVantage 2691 Pkt. Max. 23313 Pkt.
PCMark 8 Home 2577 Pkt. Max. 3742 Pkt.
CrystalDiskMark 3.0 (HDD Read) 527 MB/s Max. 733 MB/s
CrystalDiskMark 3.0 (HDD Write) 253 MB/s Max. 710 MB/s
Cinebench R10 64 Bit (Single) 5275 Pkt. Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi) 7961 Pkt. Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL) 6893 Pkt. Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single) 4192 Pkt. Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi) 6413 Pkt. Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL) 7102 Pkt. Max. 9005 Pkt.
Cinebench R11.5 OpenGL 64 Bit 16.99 fps Max. 72.82 fps
Cinebench R11.5 CPU Multi 64 Bit 2.07 Pkt. Max. 7.49 Pkt.
Cinebench R11.5 CPU Single 64 Bit 1.14 Pkt. Max. 138 Pkt.
Cinebench R11.5 OpenGL 32 Bit 12.44 fps Max. 74.4 fps
Cinebench R11.5 CPU Multi 32 Bit 1.82 Pkt. Max. 6.95 Pkt.
Cinebench R11.5 CPU Single 32 Bit 1.04 Pkt. Max. 1.56 Pkt.
niedriger ist besser höher ist besser
Akkulaufzeit
Auslastung Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Vollast 1 Std. 54 Min. Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal 9 Std. 45 Min. Max. 23 Std. 40 Min.
Praxis 5 Std. 50 Min. Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

15 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,015 kWh x 24,00 Cent = 7,88 EUR

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