Test Schenker Slim S413 - Volle Power nur mit Netzteil

Mit der Intel Iris Pro 5200 Grafikeinheit im Intel Core i7-4750HQ Prozessor will das Schenker SLIM S413 unter den Gaming-tauglichen Notebooks im 14-Zoll Bereich mitspielen. Kann man für anspruchsvollere Aufgaben mittlerweile auf eine separate Grafikkarte verzichten?

Einleitung: Spieletaugliche, integrierte Grafik?

Schenker SLIM S413Bildquelle: notebookinfo.de | rk
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Schenker SLIM S413: Erstes Notebook mit stärkster Intel Iris Pro 5200 Grafik im Test

Im Grafikchipgeschäft hört man von jedem Hersteller das gleiche: „Prachtvolle Optik, sparsamer Betrieb… genau das richtige für Spieler“. Das wird nicht nur von dedizierten Grafikchips behauptet, sondern auch von den integrierten Einheiten. Seit der Intel HD Graphics stehen diese mit dem Prozessor verschmolzenen Grafikeinheiten eher im Ruf, nur anspruchslosen Spielen zu genügen. Auch wenn die Intel HD Graphics 4600 der Haswell Generation gegenüber der Intel HD Graphics 4000 (Ivy Bridge) zwischen 40 und 60 Prozent mehr Leistung bietet – auch die Anforderungen von Spielen wachsen mit und oft reicht es nur für die niedrigste Detailstufe. Deswegen hat Intel mit der aktuellen, vierten Generation der Core Prozessoren den Grafikchips noch mehr Zuwendung gewidmet und eine neue Serie namens Iris ins Leben gerufen. Mit dem Schenker SLIM S413 hat es das erste Notebook mit dieser Grafiklösung, welche eine dedizierte Karte überflüssig machen soll, in unseren Testparkour geschafft. Müssen AMD und Nvidia jetzt um den Geschäftsbereich der Performance-Notebooks fürchten?

Gehäuse: Leicht und dezent

Das Chassis des Schenker S413 besteht aus Magnesium, Aluminium und KunststoffNur der weiße Netzschalter ist beleuchtetDie Bauhöhe beträgt 2,09 Zentimeter und das Gewicht liegt bei 1,9 KilogrammBildquelle: notebookinfo.de | rk
Chassis: Magnesium-Aluminium Verbund

Das Schenker SLIM S413 zeigt ein ungewöhnliches Design. Mit nur 1,9 Kilogramm Gewicht ist der dezente, in silbergrau gehaltene 14-Zoller sehr leicht. Das Clevo W740SU Chassis besteht aus einer Verbindung von Magnesium und Aluminium auf dem Displaydeckel und der Gehäuseunterseite, ansonsten ist mattgrauer Kunststoff verbaut. Die seitlich angeordneten Lautsprecher sind mit einer Perforierung geschmückt, die flächigen Lüftergrills auf der Rückseite ziert ebenso ein Panel in Mesh-Optik. Ein breites, mittig platziertes Scharnier trägt das dünne Display. Dank der Verwendung von Metall kann ein wenig Stabilität geboten werden, schon leichte Beanspruchung und Verwindungen sorgen für Flecken auf dem Bildschirm. Das Scharnier bietet einen wohldimensionierten Widerstand, ein Nachwippen kann nicht ganz verhindert werden.Die Basis ist sehr steif, hier haben unsere Biegeversuche keine Chance. Die Spaltmaße sind gering aber nicht immer einheitlich. Displaydeckel und Rahmen lassen sich beispielsweise mit dem Fingernagel weiten. Das mindert den Gesamteindruck auf eine ordentliche, aber nicht sehr gute Verarbeitung. Eleganz mag das Chassis jedoch nicht so recht versprühen. Ab und an hatten wir den Fehler, dass der Netzstecker nicht richtig saß, so wurde der Akku zwar aufgeladen – wir erhielten aber nur die gedrosselte Performance des Akkubetriebs. Mehr dazu unter Leistung.

Ausstattung: Ausreichend Ports, schwierige USB Platzierung

Die Schnittstellen des Schenker SLIM S413 sind überschaubar, vermissen wird man jedoch keine Anschlussmöglichkeiten. Rechts finden wir den Kartenleser, drei USB 3.0 Ports und separate Audiobuchsen für Kopfhörer und Mikrofon. Ein sperriger UMTS-Stick kann einen weiteren USB Port blockieren, die Aufteilung ist eher suboptimal gelöst. Die gegenüberliegende Seite hält Gigabit-LAN, miniDisplayPort und HDMI bereit. Für VGA muss ein Adapter gekauft werden. Drahtlos wird über Dualband WLAN a/b/g/n und Bluetooth 4.0 kommuniziert. Eine 1 Megapixel Webkamera mit integrierten Mikrofonen komplettiert die Ausstattung. Die Bildqualität ist mäßig, die Sprachqualität kann überzeugen.

Die Eingabegeräte des Schenker SLIM S413 sind gewöhnungsbedürftig. Das Layout der Chiclet-Tastatur lässt ein zielgenaues Ansteuern der einzelnen Tasten zu, diese verursachen mit einem leichten Druckpunkt und kurzem Hub ein schwammiges Schreibgefühl. An das leichtgängige, klackernde Federn kann man sich gewöhnen, eine Tastaturbeleuchtung hätten wir allerdings schon gern gesehen in dieser Preisklasse. Das mittig platzierte Touchpad erkennt sämtliche Gesten direkt und präzise. Als Clickpad erlaubt es Klicks auf der gesamten Fläche.

Die drei USB Ports des Schenker S413 liegen eng bei einanderNeben dem HDMI Port bietet das Schenker S413 auch einen miniDisplayPortBildquelle: notebookinfo.de | rk
Schnittstellen: Die USB Ports liegen eng beieinander

Softwareseitig gewährt der Built-to-order Hersteller Schenker die gewohnte Auswahl zwischen Windows 7 und Windows 8 Versionen. Optiert man für ein Schenker SLIM S413 ohne Betriebssystem, werden 85 Euro vom Preis abgezogen.

Technische Daten

Display:14"Auflösung:1920 x 1080
Prozessor:Intel Core i7 4750HQ / 2 GHzGrafikkarte:Intel Iris Pro Graphics 5200
Festplatte500 GBRAM:4 GB
Laufwerk:ohne LaufwerkPlattform:Microsoft Windows 8.1 (64 Bit)
Akkulaufzeit:6 Std.Gewicht:1.9 kg
B x H x T:34 cm x 2.09 cm x 25.3 cmFarbe:grau silber

Leistung: Kräftige Performance, trotzdem nichts für Gamer

Im Akkubetrieb verringern sich die Taktraten von CPU und GPU drastischBildquelle: notebookinfo.de | rk
Performance: Intel Core i7-4750HQ und Iris Pro 5200 drosseln im Akkubetrieb

Das Schenker SLIM S413 zielt auf Geschäftskunden, Grafiker, Architekten – nur nicht auf Gamer. Das bedeutet nicht, dass der Intel Core i7-4750HQ mit seiner Intel Iris Pro 5200 Grafikeinheit nicht über entsprechende Ressourcen verfügt. Wir verorten die Zielgruppe für das Gesamtsystem nur anders. Der Prozessor teilt sich seinen maximalen Verbrauch von 47 Watt mit der stärksten Grafikeinheit, die Intel momentan zu bieten hat. Beiden Recheneinheiten steht ein gemeinsam genutzter, 128 MB großer Speicher namens eDRAM zur Verfügung. Auch dieser sitzt mit auf dem Chip, wodurch in Theorie ein sparsameres Design ermöglicht wird. Intel behauptet, die Leistung liege auf dem Niveau einer diskreten Nvidia Geforce GT 650M, unsere synthetischen Benchmarks zeigen die Intel Iris Pro 5200 knapp darunter. Der Intel Core i7-4750HQ ist auf das Mainboard aufgelötet und bietet aufgrund der stärkeren Grafikeinheit einen geringeren Takt als der 47 Watt Prozessor Intel Core i7-4700HQ mit Intel HD Graphics 4600. Der Basistakt liegt mit 2 GHz ganze 400 Mhz darunter, der maximale Turbotakt von 3,2 GHz nur noch 200 Mhz. Diese Performance bewältigt auch anspruchsvolle Aufgaben wie HD-Videoschnitt, große Tabellen, Konvertierungen und Bildbearbeitung. Gerade Videokonvertierungen über die OpenCL Schnittstelle unddie WebGL Browserbeschleunigung markieren das Aufgabengebiet, da lässt Intel auch stärkere Nvidia Grafikkarten hinter sich. In Spielen selber sieht das wieder anders. Wer ausschließlich auf hohe Frameraten aus ist, muss immer noch auf eine möglichst starke dedizierte Grafikkarte setzen. Schon eine Nvidia Geforce GT 750M liefert in Verbindung mit einem stromsparenden Zweikernprozessor wie dem Intel Core i5-4200U höhere Frameraten. Ohne Netzstecker ist die Performance nicht abrufbar, die Intel Iris Pro 5200 liefert nur 200 MHz Takt, der Quadcore läuft mit nur 1,3 GHz.

Als schnell und geräumig hat sich die Kombination SSD – HDD erwiesen. Unser Schenker SLIM S413 Testgerät trägt eine Crucial mSata SSD mit 120 GB Kapazität als Bootplatte und eine Seagate Festplatte mit 1 TB für Multimedia-Sammlungen oder Projektdateien. Die mSata Karte liefert gute 454 MB/s Sekunde bei der sequentiellen Schreibrate, mit 133 MB/s ist die Schreibrate aber kaum höher als die der Seagate Platte (118 MB/s Lesen; 115 MB/s Schreiben).

Display: Geräumiges FullHD IPS-Panel mit guten Blickwinkeln

Dank IPS-Technologie bietet das 14-Zoll FullHD Display stabile BlickwinkelBildquelle: notebookinfo.de | rk
Display: Gute Helligkeit und Blickwinkel

Das 14-Zoll IPS-Display des Schenker SLIM S413 löst mit 1.920 x 1.080 Pixel erfreulich hoch auf. Dank der IPS-Technologie bietet das Panel starke Blickwinkel und ein ordentliches maximales Kontrastverhältnis von 489:1. Die durchschnittliche Leuchtdichte von 254 Candela pro Quadratmeter reicht in Verbindung mit der matten Beschichtung auch für Außeneinsatze. Weniger überzeugend hinsichtlich der Multimedia-Tauglichkeit präsentieren sich die Lautsprecher. Dem Klang fehlen Mitten und Bässe, auch die maximale Lautstärke wird von so manchem High End Smartphone getoppt.

Emissionen: Effektive Kühlung

Trotz eines stattlichen maximalen Gesamtverbrauchs von 79 Watt hält das Schenker SLIM S413 die Temperaturen stets im grünen Bereich. Das Maximum 45 Grad Celsius (unter Volllast), im Schnitt bewegen sich die Temperaturen um die 32 Grad Celsius. Im Leerlauf, bei deaktivierten Funkmodulen und niedrigster Helligkeit ist uns ein relativ hoher Stromverbrauch von 12 Watt aufgefallen. Das ist nicht viel, aber Ultrabooks drücken diesen Wert oft in Richtung 8 Watt. Wird über WLAN gesurft liegt der Verbrauch bei 22 Watt. Die Lüfter bleiben im Office Betrieb bei kaum wahrnehmbaren 30 dB (A), höhere Belastungen verursachen immer noch gute 35 dB (A). Erst unter Volllast entlocken wir dem Schenker 45 dB (A), angemessen der Rechenleistung geht das in Ordnung.

In der Praxis: Fokus auf Produktivität

Wir sind beeindruckt von der Leistung des Intel Core i7-4750HQ und speziell der Intel Iris Pro 5200 Grafik. Bei einem Gesamtverbrauch von knapp 80 Watt wird eine Leistung geboten, die den Schluss zulässt, dass Intel zumindest aufgeholt hat. Enttäuschend ist, dass die Performance nur in Verbindung mit einer Steckdose abgerufen werden kann – unterwegs leistet der Vierkerner kaum mehr als ein Ultrabook. Im stationären Betrieb aber beweist das Gerät zwei Annahmen: 1. Es braucht keine dedizierte Grafikkarte mehr zum Spielen. 2. Es braucht ebenso wenig einen vollwertigen Quadcore Prozessor dafür. Mit gelegentlich deutlichen Abweichungen liegt das Schenker SLIM S413 mit seiner Spieleperformance auf dem Level des kürzlich getestetenAcer Aspire V5-573G 54208G50akk. Das 15,6 Zoll Multimedia-Ultrabook setzt auf einen Stromsparprozessor, Intel Core i5-4200U, und eine Nvidia Geforce GT 750M Grafikkarte. In Tomb Raider kommen wir mit dem Acer auf 10% mehr FPS (1.366x768; Hohe Details; 35,3 vs. 39,6 FPS), spielbar ist der Titel auf beiden Notebooks. In Bioshock Infinite und Metro Last Light fällt der Abstand deutlicher aus (ca. 25%).

Bei der Akkulaufzeit muss sich das Schenker SLIM S413 den Ultrabooks aufgrund des hohen Verbrauchs im Leerlauf geschlagen geben. Ohne Funkmodule und bei minimaler Helligkeit erreichen wir 5 Stunden und 26 Minuten. Unter voller Auslastung hält der 53 Wh Akku immerhin noch 2 Stunden und 3 Minuten. In der Praxis darf mit 3 Stunden und 45 Minuten gerechnet werden.

Fazit: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Wie schon erwähnt, setzt das Schenker SLIM S413 eher auf Geschäftskunden. Für ein Multimedia-Notebook eignet sich zwar das Herzstück in Form des Intel Core i7-4750HQ, Sound und Preis machen dem aber einen Strich durch die Rechnung. Die ausgewogene Konfiguration unseres Testsamples ist mit knapp 1.300 Euro nicht gerade billig und lässt genau abwägen, ob man die Quadcore Leistung tatsächlich braucht. Diese ist zudem auf den stationären Betrieb beschränkt, ohne Netzteil drosselt das System sehr stark. Das Display zeigt eine ordentliche Helligkeit und gute Blickwinkel, der Sound ist wie erwähnt sehr schwachbrüstig. Also mit Zielrichtung Multimedia muss man sich woanders umsehen. Stehen jedoch Aufgaben wie Videokonvertierungen und –Schnitt im Vordergrund, werden viele Bilder bearbeitet oder müssen große Tabellen und Datensätze verarbeitet werden, dann empfiehlt sich das Schenker SLIM S413 als transportable Workstation.

1.079,00 EUR*inkl. Versandkosten
von Mysn.de | Händlerangabe: 19.12.14 11:45

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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck 2,0 (Gut)
  2. Display 2,0 (Gut)
  3. Eingabegeräte 3,0 (Befriedigend)
  4. Temperatur 2,0 (Gut)
  5. Lautsprecher 4,0 (Ausreichend)
  6. Betriebsgeräusche 2,0 (Gut)
  7. Anschlüsse 1,5 (Sehr gut)
  8. Akku und Energieverbrauch 2,5 (Gut)
  9. Software und Zubehör 2,0 (Gut)
  10. Leistung 2,0 (Gut)
Benchmark
Benchmarks Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
3DMark06 12458 Pkt. Max. 28871 Pkt.
3DMark11 2152 Pkt. Max. 12363 Pkt.
3DMarkVantage 9398 Pkt. Max. 47497 Pkt.
3DMark Ice Storm 72088 Pkt. Max. 159281 Pkt.
3DMark Ice Storm Extreme 54416 Pkt. Max. 196311 Pkt.
3DMark Cloud Gate 9871 Pkt. Max. 29123 Pkt.
3DMark Fire Strike 271 Pkt. Max. 8087 Pkt.
3DMark Fire Strike Extreme 104 Pkt. Max. 4209 Pkt.
PCMark7 6341 Pkt. Max. 6666 Pkt.
CrystalDiskMark 3.0 (HDD Read) 454.3 MB/s Max. 1315 MB/s
CrystalDiskMark 3.0 (HDD Write) 132.6 MB/s Max. 1053 MB/s
Cinebench R11.5 OpenGL 64 Bit 37.15 fps Max. 72.82 fps
Cinebench R11.5 CPU Multi 64 Bit 6.47 Pkt. Max. 7.49 Pkt.
Cinebench R11.5 CPU Single 64 Bit 1.39 Pkt. Max. 1.75 Pkt.
Cinebench R11.5 OpenGL 32 Bit 38.75 fps Max. 74.4 fps
Cinebench R11.5 CPU Multi 32 Bit 5.95 Pkt. Max. 6.95 Pkt.
Cinebench R11.5 CPU Single 32 Bit 1.29 Pkt. Max. 1.56 Pkt.
Unigine Valley Basic 24.3 fps Max. 96.2 fps
Unigine Valley Basic Score 1015 Pkt. Max. 4027 Pkt.
Unigine Valley Extreme HD 5.1 fps Max. 64.5 fps
Unigine Valley Extreme HD 213 Pkt. Max. 2700 Pkt.
niedriger ist besser höher ist besser
Akkulaufzeit
Auslastung Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Vollast 2 Std. 3 Min. Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal 5 Std. 26 Min. Max. 23 Std. 40 Min.
Praxis 3 Std. 45 Min. Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

35 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,035 kWh x 24,00 Cent = 18,40 EUR

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