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  3. Test Samsung RV511 S03 - Nicht nur der Preis ist heiß

Erster Eindruck vom Samsung RV511 S03

Das Samsung RV511 wirkt edel und hochwertig verarbeitet. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass das Gehäuse aus Kunststoff und nicht aus Metall besteht. Der Gehäusedeckel ist silbern und hat unten einen breiten, schwarzen Streifen. Die Oberfläche ist durchgehend geriffelt.
Das Samsung-Logo befindet sich kompakt an der Seite. Die Handballenablage und der Bereich unterhalb des Bildschirms, sowie der Display-Rahmen bestehen aus mattem, silbernem Kunststoff. Ebenfalls aus Kunststoff ist der Rahmen um die Chiclet-Tastatur. In diesem Fall ist er aber nicht silbern, sondern glänzt schwarz. Damit ist dieser Bereich besonders anfällig für Fingerabdrücke. Fünf Status-LEDs, die unter anderem Festplattenaktivität und WLAN-Status anzeigen, befinden sich direkt unterhalb des Touchpads und sind bei geschlossenem Gehäuse nur schwer erkennbar. Außerdem nicht optimal: Das Mikrofon steckt in der linken Handballenablage. Gleichzeitiges Sprechen und Tippen ist somit fast nicht möglich.

Die Anschlüsse befinden sich ausschließlich links und rechts. Der An/Aus-Schalter ist auf der rechten Seite, direkt unterhalb des Displays und leuchtet bei Systemstart blau auf. Sondertasten gibt es keine.

Technische Daten und Ausstattung

Im Samsung RV511 arbeitet ein Intel-Core-i5-480M-Prozessor. Die Taktfrequenz des Zweikerners beträgt 2,66 Gigahertz (GHz), die Turbo-Boost-Technik kann ihn aber bei Bedarf erhöhen. Die Bildausgabe übernimmt eine Nvidia-Grafikkarte vom Typ Geforce 315M. Sie bietet keine hohe Grafikleistung, besitzt im Gegensatz zu integrierten Grafiklösungen aber eigenen Speicher.

Die insgesamt vier Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher reichen für die meisten Programme aus und stehen dank 64-Bit-Betriebssystem auch in vollem Umfang zur Verfügung. Die interne Festplatte verarbeitet bis zu 500 GB und bietet somit ausreichend Platz für größere Musik- und Filmsammlungen. Das optische Laufwerk des Samsung RV511 liest und brennt die meisten DVD-Formate, kann mit Blu-rays aber nichts anfangen.

Anschlüsse

An Anschlüssen bietet das Samsung RV511 nur das Übliche: drei USB-2.0-Anschlüsse, HDMI und VGA. Die beiden Letztgenannten ermöglichen den Betrieb externer Bildschirme oder Projektoren, wobei HDMI die deutlich bessere Bildqualität bietet. Der vor allem bei externen Festplatten häufige eSATA-Anschluss fehlt.

Die Einbindung in ein Netzwerk erfolgt wahlweise über einen LAN-Anschluss, der Daten mit bis zu 1.000 Megabit in der Sekunde (MBit/s) überträgt oder über WLAN, das immerhin Datenraten von bis zu 300 MBit/s ermöglicht. Der Kurzstreckenfunk Bluetooth ist ebenfalls dabei. Per Bluetooth kommuniziert das Notebook unter anderem mit Handys, Fernbedienungen oder kabellosen Headsets .

Software und Zubehör

Um das Samsung RV511 vor Viren- und Trojanerbefall zu schützen, ist die Norton Internet Security Suite permanent im Hintergrund aktiv, allerdings nur für 60 Tage. Die CyberLink MediaSuite ist ein Komplettpaket für Multimedia-Anwendungen. Leider sind diese nicht alle als Vollversionen vorhanden. Zu dem Paket gehören unter anderem ein Abspielprogramm, ein Brennprogramm und eine Schnittsoftware. Letztere arbeitet nur 30 Tage, danach ist eine Lizenz fällig. Ebenfalls von CyberLink stammt die bekannte YouCam-Software für Webcams. Dieses Programm zeichnet Videos der Webcam wahlweise mit Ton und grafischen Effekten auf. Die Kamera bietet eine durchschnittliche Qualität. Die VGA-Auflösung ist recht niedrig. Obendrein hat die Webcam mit der automatischen Belichtung Probleme. Die ist bei günstigen Lichtverhältnissen relativ flüssig und auch in dunklen Räumen noch ausreichend flott.

Wie auf allen Samsung-Notebooks befindet sich auch auf dem RV511 ein recht umfangreiches, herstellereigenes Softwarepaket mit vielen eher kleinen Programmen. Äußerst praktisch ist Samsung EasyMigration, das Daten in wenigen Handgriffen vom bisherigen auf den neuen Computer überträgt. RecoverySolution fertigt BackUps an, um im Notfall wichtige Daten wiederherstellen zu können. Der BatteryLife Extender begrenzt die maximale Ladung des Akkus auf 80 Prozent. Das verringert laut Samsung die Abnutzung und verlängert die Lebensdauer. Noch besser: im Betrieb mit Netzstrom den Akku entfernen. Denn jeder Akku hat nur eine begrenzte Anzahl an Ladezyklen, unabhängig von einer Ladebegrenzung.

Display

Samsung verabschiedet sich beim Nachfolger des RV510 vom glänzenden Bildschirm und verbaut im Samsung RV511 stattdessen ein mattes 15,6-Zoll-Display. Die maximale Helligkeit liegt bei 239 Candela pro Quadratmeter (cd/m²). Ein Candela ist die Einheit der Lichtstärke pro Fläche. Der hellste Bereich befindet sich links vom Zentrum des Bildschirms. Am dunkelsten ist es am linken, unteren Bildschirmrand. Dort zeigt das Messgerät einen Wert von 222 cd/m² an. Damit beträgt die maximale Helligkeitsabweichung lediglich 17 cd/m². Bei diesem Wert kann man von einer gleichmäßigen Ausleuchtung sprechen, zumal die Bereiche mit dem höchsten und niedrigsten Wert nicht nebeneinanderliegen. Das HDReady-Display hat mit 1.366 x 768 Bildpunkten eine für Notebooks dieser Preisklasse typische Auflösung. Es spiegelt kaum. Direkte Sonnenstrahlen verhindern aber auch beim Samsung RV511 das Ablesen. Dennoch eignet es sich für den Einsatz im Freien. Der Betrachtungswinkel ist vertikal und horizontal sehr begrenzt. Die Farbdarstellung verfälscht äußerst schnell, wenn man nicht zentral vor dem Notebook sitzt. Auch die Reaktionszeit überzeugt nicht: Beim Ziehen von Fenstern bilden sich teilweise deutliche Schatten.

Eingabegeräte

Das Samsung RV511 hat eine Chiclet-Tastatur mit relativ kleinen Tasten. Der Rahmen um die Tasten erhöht den Abstand und soll helfen, Tippfehler zu reduzieren. Auch für einen Ziffernblock ist ausreichend Platz. Der Druckpunkt ist gut, der Hub sehr niedrig. Allerdings gibt das Tastenfeld in der Mitte und im rechten Drittel auf Druck deutlich nach.
Das Touchpad ist ausreichend groß und besitzt eine matte Oberfläche, die sich gut anfühlt. Das Touchpad beherrscht sowohl das herkömmliche Scrollen durch Positionierung eines Fingers am rechten Rand, als auch Multitouch mit zwei Fingern. Mit den Fingergesten lässt sich aber nicht nur scrollen, sondern auch zoomen und drehen. Die beiden Maustasten wirken etwas billig, haben aber einen guten Druckpunkt.

Temperatur

Bei der Messung der Hardware-Temperaturen zeigt sich ein typisches Samsung-Problem: Besonders der Prozessor wird unter Last so heiß, dass er ohne Probleme die 80-Grad-Grenze knackt. Das ist zwar durchaus grenzwertig, aber noch nicht gefährlich. Probleme drohen allerdings, wenn der Lüfter verschmutzt. Denn Temperaturen ab 100 Grad können den Prozessor zerstören. Den Schmutz loszuwerden ist allerdings ein heikles Unterfangen, müsste man doch den gesamten Gehäuseboden abschrauben. Die Festplatte erreicht ohne Lese- und Schreibzugriffe eine Betriebstemperatur von 44 Grad. Unter Last sind es 48 Grad.

Betriebsgeräusche

Erfreulicher wäre der durchweg niedrige Geräuschpegel des Samsung RV511, wenn er nicht zulasten einer effektiven Kühlung ginge. Sowohl ohne Last als auch im Praxisbetrieb liegt der Schalldruckpegel bei nur 31,5 Dezibel (dB(A)). Unter Auslastung zeigt sich ein ruhiges Rauschen. Das Messgerät zeigt einen Wert von 36,8 dB(A) an. Erfreulich ist, dass auch das optische Laufwerk bei der Filmwiedergabe sehr ruhig ist. Mit 33,6 dB(A) ist es dabei nur wenig lauter als der Lüfter. Beim Einlesen eines Datenträgers tönt das Laufwerk mit 44,4 dB(A).

Leistung

Die im getesteten Modell vorhandene Geforce 315M schlägt sich wacker. Ebenfalls unter dem Namen Samsung RV511 firmieren aber auch Modelle mit integrierter Intel-Grafik. Die sind deutlich langsamer in Bezug auf die 3D-Leistung und kosten nur unwesentlich weniger. Das Notebook erreicht im anspruchsvollen DirectX-9-Test 3D Mark 2006 eine Punktzahl von knapp 4.000. Mit der integrierten Grafiklösung von Intel erreicht das Notebook nur etwa die halbe Punktzahl. Auch wenn das Samsung RV511 nicht als Spielenotebook gedacht ist, lassen sich dank der Mehrleistung ältere Spiele häufig mit hohen Bildwiederholraten spielen.

Auch die Leistung des Hauptprozessors ist hoch. Die Turbo-Boost-Technik und Hyper-Threading unterstützen den Core i5. Turbo-Boost erhöht die Taktrate des Prozessors deutlich, wenn nur einer der beiden Kerne arbeitet. Das beschleunigt vor allem Programme, die nicht auf den Einsatz mit mehreren Kernen optimiert sind. HyperThreading fügt den beiden physisch vorhandenen Prozessorkernen zwei virtuelle hinzu, so dass das Samsung RV511 praktisch vier Aufgaben gleichzeitig bearbeiten kann. Die virtuellen Kerne leisten nicht soviel, wie die echten, aber eine Leistungssteigerung im zweistelligen Prozentbereich ist durchaus drin. Das gilt insbesondere bei Programmen, die für viele Kerne ausgelegt sind. Im prozessorlastigen CineBench R10 erreicht das Notebook unter Einsatz eines Kernes eine Punktzahl von 3.958. Mit beiden Kernen plus HyperThreading sind es 8.280 Punkte. Beide Werte sind gut.

Weniger gut ist die Leistung des Arbeitsspeichers. Obwohl die Speicherkanäle des Prozessors eine deutlich höhere Bandbreite hergeben, beträgt die Lesegeschwindigkeit des Speichers nur 7.605 Megabyte pro Sekunde (MB/s). Die Schreibgeschwindigkeit liegt mit 7.350 MB/s knapp darunter. Notebooks mit ähnlicher Hardware erreichen häufig um 50 Prozent höhere Werte. Die Festplatte liest bei zufällig generierten Lesezugriffen Daten mit 67,2 MB/s aus. Das liegt im Durchschnitt.

Akku und Energieverbrauch

Angesichts der eher sparsamen Hardware-Komponenten enttäuscht die Akkulaufzeit. Die liegt in der Praxis bei nur zwei Stunden und 15 Minuten. Unter Last macht das Notebook sogar schon nach einer Stunde schlapp. Das liegt vor allem am sehr schwachen Akku, der nur eine Kapazität von 48 Wattstunden (Wh) hat. Denn der Stromverbrauch ist mit 20 Watt in der Praxis eher unterdurchschnittlich. Für die kurzen Akkulaufzeiten ist also einzig und allein der schwache Akku und nicht etwa besonders stromhungrige Komponenten verantwortlich.

Praxis

Als preiswerter Allrounder konzipiert, eignet sich das Samsung RV511 optimal zum Arbeiten. Dank der guten Tastatur mit Ziffernblock und dem matten Bildschirm ist ermüdungsfreies Arbeiten auch über einen längeren Zeitraum möglich. Trotz des niedrigen Kaufpreises verfügt das Notebook über einen sehr schnellen Prozessor, der viele Anwendungen gleichzeitig bewältigen kann, ohne dass die Leistung stark einbricht.

Etwas schwächer zeigt sich das Notebook im Multimediabereich. Beim Filmschauen ist ein mattes Display eher von Nachteil, da es Farben nicht so knackig darstellt. Die Lautsprecher überzeugen nicht. Musik klingt generell etwas zu dünn und undifferenziert. Das SRS-Kontrollprogramm verschlimmert das Ganze noch: Es verstärkt die Höhen und schwächt die Mitten. Somit fehlen neben den Bässen weitgehend auch mittelhohe Frequenzen. Musik plätschert dahin. Bei Kopfhörern ist das anders: Hier klingt das Notebook mit aktiviertem SRS besser, wenn auch nur wenig.

Zusammenfassung

Attraktiv ist am Samsung RV511 vor allem der Kaufpreis. Es bietet selbst im Vergleich mit teureren Notebooks eine gute Hardwareausstattung. Design und Verarbeitung, mit Ausnahme der Tastatur, sprechen ebenfalls für das Notebook. Störend sind die starke Erwärmung der Unterseite und der völlig unterdimensionierte Akku. Auch ein preiswertes Notebook sollte in der Praxis mindestens drei Stunden ohne Netzstrom auskommen. Abgesehen davon macht das Samsung RV511 seine Sache als Allround-Notebook sehr gut. Besonders mit beschränktem Budget ist das Notebook einen Blick wert.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,3 (Gut)
  2. Ausstattung2,0 (Gut)
  3. Display3,3 (Befriedigend)
  4. Eingabegeräte1,7 (Gut)
  5. Temperatur4,3 (Ausreichend)
  6. Betriebsgeräusche1,6 (Gut)
  7. Anschlüsse2,5 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch3,7 (Ausreichend)
  9. Software und Zubehör2,0 (Gut)
  10. Leistung2,1 (Gut)
  11. Praxis2,0 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark063858 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage4584 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read7605 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write7350 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz99.8 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read67.2 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen17750 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)3958 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)8280 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)3419 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)3233 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)7194 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)3571 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung313 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 0 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal4 Std. 50 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis2 Std. 15 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

20 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,020 kWh x 24,00 Cent = 10,51 EUR

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