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  3. Test Samsung RF710 S06 - Ein Multimediatalent?

Erster Eindruck vom Samsung RF710 S06

Ein schickes Gehäuse in edler schwarzblauer Klavierlackoptik macht neugierig auf das Können. Auffällig sind das silberne Herstellerrelief und die ebenfalls in Silber glänzenden Scharniere. Aufgeklappt bleibt die klassische schwarzsilberne Farbkombination erhalten. Die schwarzen Tasten der Chiclet-Tastatur setzen sich vom silbernen Gehäuse ab. Die Handballenauflage ist mattschwarz.
Über der Tastatur ist eine schwarzsilberne Lautsprecherleiste. Dort gibt es auch Funktionstasten zum An- und Ausschalten von WLAN und zum Regulieren der Lautstärke. Das 17,3-Zoll-Display ist hochglänzend.
Erst auf den zweiten Blick fällt das links in die Handballenauflage eingelassene Mikrofon auf. Das Gehäuse ist 41,6 Zentimeter breit, 27,6 Zentimeter tief und 3,8 Zentimeter hoch. Es wirkt trotz dieser Maße nicht wuchtig. Mit 2,9 Kilogramm Gewicht ist das Samsung RF710 noch transportabel. Allerdings dient es, wie die Maße belegen, als Desktop-Ersatz.
Während die Basiseinheit stabil und robust wirkt, wippt der Displaydeckel beim Aufklappen nach. Er bleibt aber auch bei Erschütterungen in seiner Position. Der Öffnungswinkel reicht bis zu 170 Grad.

Technische Daten und Ausstattung

Der DDR3-Arbeitsspeicher hat mit sechs Gigabyte (GB) ein großes Volumen. Diese verteilen sich auf jeweils einen Speicherriegel von vier und zwei GB. Letzterer lässt sich gegen einen 4-GB-Speicherriegel austauschen. Damit erreicht der Arbeitsspeicher sein Maximum.
Mit zwei 500 GB großen Festplatten steht ein üppiger Speicher für alle Programme sowie Musik-, Film- und Fotodaten zur Verfügung. Ein Blu-ray-Multilaufwerk spielt Filme mit hoher Auflösung (HD) und brennt DVDs und CDs.
Bei der Ausstattung hat sich Samsung für die OpenGL-4.1- und DirectX -11-fähige Grafikkarte Nvidia Geforce GT 420M entschieden. Sie stellt einen guten Kompromiss zwischen Sparsamkeit und Leistung dar und zählt zur Mittelklasse. Sie verbraucht maximal 23 Watt Strom. Mit aktuellen 3D-Games (besonders Ego-Shooter) ist sie bei hoher Auflösung etwas überfordert. In mittleren Details laufen aber auch aktuelle Spiele flüssig. Der integrierte Pure-Video-Prozessor beschleunigt unabhängig vom Hauptprozessor HD- und andere Videoformate. Ihr eigener (dedizierter) Speicher hat eine Kapazität von 512 Megabyte (MB). Durch das 128 Bit breite Speicherinterface erreicht die Grafikkarte eine Bandbreite von bis zu 25 GB pro Sekunde (GB/s). Kurzum: Die Nvidia Geforce GT 420M besticht vor allem durch ihre Energieeffizienz und ist eine ideale Grafikkarte für Gelegenheitsspieler und Multimediafreunde.
Ein Highlight bei der Ausstattung ist der Intel-Core-Prozessor i7-720QM. Er hat vier Prozessorkerne und beherrscht Hyperthreading und Turboboost. Damit meistert er auch anspruchsvolle Anwendungen wie Verschlüsselung und Videokonvertierung. Der Turboboost startet immer automatisch, wenn einer der Kerne stark ausgelastet ist. Der Takt verbessert sich dann von 1,6 Gigahertz auf bis zu 2,8 Gigahertz. Die Leistungsaufnahme beträgt maximal 45 Watt. Der Intel Core i7-720QM steuert ausschließlich DDR3-Speicher mit 1.066 oder 1.033 Megahertz Taktfrequenz an. Daraus ergibt sich eine Speicherbandbreite von 21 GB/s.

Anschlüsse

Negativ fällt als Erstes die Platzierung der meisten Schnittstellen an der linken Seite auf. Linkshänder bekommen hier wegen der Kabel Probleme, weil diese bis weit nach vorne reichen. Dort sind der Stromeingang, ein VGA-Ausgang und ein Ethernet-RJ45-Gigabit-Port für schnellen kabelgebundenen Netzwerkzugang. Daneben liegen ein HDMI-Ausgang, zwei USB-2.0-Ports sowie zwei Anschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon.
Das Samsung RF710 kann mit jeweils einem USB-3.0-Port an der Rückseite und rechten Seite punkten. Auf ExpressCard-Einschub sowie die Ports für Firewire und eSATA hat der Hersteller verzichtet. Mit dem Kensington-Lock an der rechten Seite lässt sich das Samsung RF710 am Standort sichern, sofern das entsprechende Drahtschloss zur Hand ist. An der Vorderseite lassen sich Speicherkarten im 4-in-1-Kartenleser nutzen.
Drahtlose Kommunikation ist mit diesem Multimedia-Notebook kein Problem. Es hat WLAN (802.11n) und Bluetooth (Version 3.0) in den neuesten Standards integriert.

Software und Zubehör

Das Betriebssystem Windows 7 Home Premium 64-Bit und die restliche Software starten schnell und laufen flüssig. Es gibt einige Samsung-Programme, die einen Teil der Windows-Systemsteuerung übernehmen können. Die Oberfläche dieser Programme ist allerdings übersichtlicher und intuitiv verständlich.
Das Sicherheitspaket Norton Internet Security 2011 verfügt über einen Virenschutz und eine Firewall. Um die Updates 60 Tage kostenlos zu erhalten, ist eine Registrierung mit Name und E-Mail-Adresse notwendig. Mit Norton Online Backup lassen sich die Daten nach Registrierung auf fünf GB Onlinespeicher für den gleichen Zeitraum kostenfrei sichern.
Mit dem Programm YouCam läuft die Webcam trotz der geringen Auflösung von 0,3 Megapixeln erstaunlich gut. Klare Farben, kaum Bildverzerrungen und Bewegungsunschärfen sprechen eine deutliche Sprache. Die witzigen Effekte wie etwa Cartoon-Bomben-Explosionen lockern den Videochat auf. Das komplette Cyberlink-Paket mit MediaShow 5 (Mediaplayer), Power2Go (komfortables Brennprogramm), PowerDirector V.8 (Filmbearbeitung), PowerDVD 9 (DVD- und Blu-ray-Player) unterstützt ideal beim Nutzen der ganzen Multimediafunktionen.
Mit der Samsung-Recovery-Solution lässt sich eine Wiederherstellungs- und Treiber-DVD einfacher als mit dem entsprechenden Windows-Programm erstellen. Dies ist auch notwendig, weil im Lieferumfang kein entsprechender Datenträger, sondern nur ein kurz gefasstes Benutzerhandbuch enthalten ist.

Display

Hochglanzdisplays reflektieren unangenehm die Umgebung. Diesen Nachteil hat auch das Display des Samsung RF710. Es verfügt über eine 17,3 Zoll Bildschirmdiagonale (43,94 Zentimeter), ein Seitenverhältnis von 16:9 und eine Auflösung von 1.600 x 900 Bildpunkten. Diese Bildfläche erlaubt es, komfortabel mehrere Programmfenster parallel zu öffnen und zu verwalten (Multitasking).
Die Helligkeit des Bildschirms beträgt durchschnittlich 213 Candela pro Quadratmeter (cd/m²). Ein Candela entspricht der Leuchtkraft einer Kerze. Genau im Zentrum ist die Lichtstärke mit 217 cd/m² am höchsten. Die Bereiche mit den niedrigsten Werten liegen oben und in der Mitte des linken Rands mit 209 cd/m².
Die Bildqualität hat nur eine Einbuße: Schwarze Bildbereiche erscheinen grau. Bis auf diesen Makel ist die Farbintensität in Ordnung.
Für einen Filmabend mit mehreren Freunden ist das Samsung RF710 nicht geeignet, weil der maximale Blickwinkel dafür zu gering ist. Horizontal und vertikal invertiert das Bild schon bei geringen Abweichungen von der idealen Sitzposition. Erklären lässt sich dieser Umstand mit der extrem spiegelnden Hochglanzbeschichtung des Displays.

Eingabegeräte

Die Chiclet-Tastatur verfügt über ausreichend breite, flache Tasten mit kurzem Hub und klarem Druckpunkt. Der Nummernblock nützt besonders bei Rechnungs- und Buchhaltungsprogrammen. Durch die klaren Abstände zwischen den Tasten ist ein Vertippen fast unmöglich. Die deutlich lesbare Beschriftung der Tasten ist ein weiterer Pluspunkt.
Weiterhin sind die Funktionstasten für Sound (lauter, leiser und stumm) sowie für WLAN praktisch. Auch zwei „Fn“-Tasten unterstützen bei den Notebook-Einstellungen. Das Touchpad ist nur geringfügig abgesenkt und in der gleichen Farbe wie die Handballenauflage. Es gewährleistet gute Gleiteigenschaften und beherrscht auch die Gestensteuerung mit zwei Fingern. Die Maustasten reagieren genauso schnell wie auch die Chiclet-Tastatur.

Temperatur

Mit einer durchschnittlichen Oberflächentemperatur von unter 30 Grad sorgt das Samsung RF710 eine angenehme Arbeitsumgebung. Die Höchsttemperatur ist erwartungsgemäß an der Unterseite mit rund 37 Grad. Allein auf die Temperaturen bezogen, lässt sich dieses Multimedia-Notebook auch problemlos auf dem Schoß nutzen, wären da nicht die Größe und das stark spiegelnde Display.

Betriebsgeräusche

Das Samsung RF710 punktet auch bei den Geräuschemissionen. Bei Volllast rotiert der Lüfter mit nur 40,2 Dezibel (dB (A)). Die Kühlung arbeitet bei Standardanwendungen auf Flüsterniveau von 34,2 dB (A). Am lautesten ist das optische Laufwerk mit 48,2 dB (A) beim Installieren von Software von oder Brennen auf DVD. Das entspricht dann der Lautstärke eines Weckertickens.

Leistung

Auf dem Samsung RF710 starten das Betriebssystem und alle Anwendungsprogramme schnell und laufen flüssig. Das ist in erster Linie dem Vierkernprozessor Intel Core i7-720QM und dem sechs GB großen Arbeitsspeicher zu verdanken. Auf der Festplatte ist mit 500 GB üppig Speicherplatz vorhanden. Die Nvidia-Grafikkarte Geforce GT 420M gehört eher zur Mittelklasse.
Das zeigt auch ihr Ergebnis von 6.760 Punkten beim 3DMark06-Test. Der Prozessor spielt seine Stärke beim Multicore-Rendering (Mehrkern-Berechnung) des Cinebench R10 (64 Bit) mit einem sehr guten Ergebnis von 10.217 Punkten voll aus. Der Arbeitsspeicher-Schreibtest (Everest-RAM-Write) fällt mit 11.508 Punkten erwartungsgemäß gut. Der Lesetest (Everest-RAM-Read) ist mit 12.983 Punkten noch besser.
Die gute Zusammenarbeit der gesamten Hardware beweist der PCMarkVantage-Test mit 5.397 Punkten.

Akku und Energieverbrauch

Die insgesamt hochwertigen Hardwarekomponenten gehen zulasten des Stromverbrauchs. Dieser ist mit 40 Watt noch befriedigend. Allerdings ist die Laufzeit des Akkus sehr gering. Bei Volllast hält er lediglich 50 Minuten durch. Die Akkulaufzeit beträgt bei Standardanwendungen wie Textverarbeitung oder Webbrowsen nur eine Stunde und 40 Minuten. Maximal kommt das Samsung RF710 nur drei Stunden und 20 Minuten ohne Netzstecker aus. Diese kurzen Zeitspannen lösen alles andere als Begeisterung aus. Der Notebook-Betrieb sollte dauerhaft über den Stromadapter laufen.

Praxis

Bei idealer Standortwahl ohne Lichtquelle im Rücken und idealer Sitzposition lässt sich mit dem Samsung RF710 gut arbeiten. Schnelle Programmstarts und gute Performance zeichnen das Notebook aus. Alle Eingabegeräte wie Chiclet-Tastatur und Touchpad reagieren sehr schnell.
Blu-ray-Filme lassen sich nur bei Anschluss eines Flachfernsehers über die HDMI-Schnittstelle genießen. Die Auflösung des Hochglanzdisplays ist für FullHD-Qualität zu gering. Das Samsung-Notebook kann somit als Blu-ray-Player fungieren.
Spiele laufen flüssig, jedoch nicht mit hoher Detailauflösung. Das ist nur für Gamer ein Problem, nicht für Gelegenheitsspieler.

Zusammenfassung

Das Multimedia-Notebook Samsung RF710 ist ein würdiger Vertreter seiner Klasse. Der große Arbeitsspeicher und der schnelle Prozessor sorgen für einen rasanten Programmablauf. Nichts stockt, nichts läuft langsam.
Pluspunkte sind auch die tadellosen Eingabegeräte, die relativ niedrige Temperatur und die geringe Geräuschentwicklung. Mit dem Blu-ray-Player kommen auch Filmfans auf ihre Kosten.
Aktuelle Spiele gibt die Nvidia-Grafikkarte leider nicht immer mit hoher Detailauflösung wieder. Mit mittleren Details laufen diese aber flüssig.
Die fehlenden Firewire- und eSATA-Anschlüsse fallen angesichts der Tatsache, dass immer mehr Peripheriegeräte einen USB-Port besitzen, weniger ins Gewicht.
Unterm Strich sprechen die guten Multimedia-Eigenschaften und das Spieletalent für das Samsung RF710.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,1 (Gut)
  2. Ausstattung1,5 (Sehr gut)
  3. Display3,0 (Befriedigend)
  4. Eingabegeräte2,0 (Gut)
  5. Temperatur2,1 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche2,7 (Befriedigend)
  7. Anschlüsse2,8 (Befriedigend)
  8. Akku und Energieverbrauch3,2 (Befriedigend)
  9. Software und Zubehör2,0 (Gut)
  10. Leistung2,2 (Gut)
  11. Praxis2,0 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark066760 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage5397 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read12983 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write11508 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz58.2 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read64.7 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen19757 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)3732 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)10217 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)3415 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)2935 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)8393 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)3319 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung301 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast0 Std. 50 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal3 Std. 20 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis1 Std. 40 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

40 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,040 kWh x 24,00 Cent = 21,02 EUR