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  3. Test Samsung RF510 S02 - Die Königsklasse der Mainstream-Notebooks?

Erster Eindruck vom Samsung RF510 S02

Das Samsung RF510 S02 kommt in einen unscheinbaren braunen Karton verpackt daher. Mit einem Gewicht von 2,6 Kilogramm (kg) ohne Netzteil ist das Notebook nicht auffällig schwer. Wie bei Samsung üblich, ist der Gehäusedeckel in schwarz-glänzender Klavierlackoptik gehalten. Das Samsung-Logo erscheint seitlich am Gehäusedeckel. Fingerabdrücke sind bereits nach kurzer Zeit sichtbar. Um Basis und Display zusammenzuhalten, existiert keine Sicherung. Auffällig sind die verschiedenen Farben und Materialien, die beim Samsung RF510 S02 zum Einsatz kommen. Der Rahmen um das Display ist genau wie der Deckel glänzend schwarz. Die Handballenauflage ist aus gebürstetem, dunkelgrauem Metall. Die angenehme Kühle beim Ablegen der Hände vermittelt eine hohe Wertigkeit. Die etwas tiefer eingelassene Tastatur besitzt einen Rahmen aus silberfarbenem Kunststoff. Auch hier kommen keine Zweifel an der Verarbeitungsqualität auf. Der Bereich unterhalb des Displays, in welchem sich An/Aus-Schalter sowie einige Zusatztasten befinden, ist wiederum aus gebürstetem Metall.

Kein Knarzen und kein Quietschen lassen sich beim Eindrücken des Gehäuses vernehmen. Der Bildschirm wackelt keinen Millimeter und lässt sich sehr genau justieren. Die Status-LEDs an der Vorderkante leuchten blau und orange. In einem eleganten Blau erstrahlt auch der An/Aus-Schalter, sofern man ihn betätigt.

Technische Daten und Ausstattung

Multimedia-Freunde können bei den technischen Daten aufhorchen: Ein Intel-Core-i5-460M Prozessor mit zwei Mal 2,53 Gigahertz (GHz) bietet eine gute Rechenleistung auch für anspruchsvolle Aufgaben. Die vier Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher gehören mittlerweile zum guten Ton. Obwohl das Notebook sich in diesem Punkt also nicht von der Konkurrenz absetzen kann, reicht die Kapazität für alle Programme aus. Die interne Festplatte hat eine Kapazität von 500 GB und damit große Reserven für Fotos, Filme und Musik. Für die Bildausgabe ist eine Nvidia-Geforce-GT-330M-Grafikkarte zuständig, die über ein Gigabyte eigenen (dedizierten) Grafikspeicher verfügt. Das optische Laufwerk des Samsung RF510 S02 beschreibt fast alle DVD-Typen. Es spielt darüber hinaus auch Blu-ray-Datenträger ab.

Anschlüsse

Bei der Konzeption des Samsung RF510 S02 achtete der Hersteller offensichtlich auf Zukunftssicherheit. Denn neben zwei USB-2.0-Buchsen gibt es zwei USB-3.0-Anschlüsse. Diese ermöglichen bei kompatiblen Geräten enorm schnelle Übertragungsraten von bis zu 625 Megabyte je Sekunde (MB/S). Zum Vergleich: Der bisherige USB-2.0-Standard schafft in derselben Zeit lediglich bis zu 60 MB. Weiterhin besitzt das Samsung RF510 S02 über HDMI- und VGA-Anschlüsse, einen Ethernet-Port und einen ExpressCard-Einschub, den der Kunde zur Erweiterung mit Steckkarten nutzen kann. An der Seite sind zwei Klinkenanschlüsse angebracht, die man für den Einsatz von externen Lautsprechern und Mikrofon nutzen kann. Das integrierte Mikrofon ist indes recht ungünstig auf der linken Handballenablage angebracht und verschwindet beim Schreiben schnell unter der Hand. Der integrierte Kartenleser liest vier verschiedene Formate, unter anderem das bei Digitalkameras weit verbreitete SDHC-Format.

Bei der drahtlosen Übertragung kann der Nutzer auf WLAN (Protokoll 802.11b, g, n) sowie den Kurzstreckenfunk Bluetooth zurückgreifen. Der Adapter für das Drahtlos-Internet ist auf dem neuesten Stand und ermöglicht Übertragungsraten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Auch beim Bluetooth-Modul hat Samsung nicht gespart. Das Samsung RF510 S02 unterstützt den neueren Bluetooth-3.0-Standard, der verbesserte Eigenschaften und höhere Übertragungsraten bietet.

Software und Zubehör

Die Softwareausstattung) ist sehr überschaubar. An vollwertigen Programmen bekommt der Kunde lediglich Microsoft Office 2010 Starter sowie Norton Internet Security 2011 geboten. Darüber hinaus finden sich nur kleine Tools wie die Webcam-Software „YouCam“ von Cyberlink sowie ein Steuerprogramm für Lautsprechereffekte. Neben einigen weiteren Verknüpfungen beispielsweise zur Browserwahl bleibt der Desktop leer. Wünschenswert wäre zum Beispiel eine Software zur Erstellung von Videoclips. Auch eine anständige DVD-Abspielsoftware sollte bei einem Multimedia-Notebook dazugehören.

Display

Das 15-Zoll-Display des Samsung RF510 S02 ist recht gleichmäßig ausgeleuchtet und erreicht Helligkeitswerte von im Schnitt 200 Candela pro Quadratmeter (cd/m²). Damit platziert sich das Notebook im durchschnittlichen Bereich. Ungewöhnlich für ein Multimedia-Notebook ist das entspiegelte Display. Das erleichtert die Arbeit bei Licht von hinten enorm. Obwohl gute Farben und Kontraste normalerweise nicht die Stärke entspiegelter Displays sind, trifft dies auf den Bildschirm dieses Notebooks nicht zu. Der horizontale Betrachtungswinkel ist recht groß. Nach oben verwaschen die Farben jedoch schnell. Die Reaktionszeit des Notebooks liegt im mittleren Bereich. Schlieren erzeugt das Display nicht.

Eingabegeräte

Das Samsung RF510 S02 besitzt eine sogenannte Chiclet-Tastatur. Das Besondere an solch einem Keyboard ist ein Rahmen, der die einzelnen Tasten umgibt. Das soll helfen, Schreibfehler zu vermeiden. Tatsächlich kommt es kaum vor, dass der Nutzer versehentlich zwei Tasten statt einer betätigt. Darüber hinaus ist die Tastatur exzellent verarbeitet. Das Tastenfeld lässt sich nicht eindrücken. Die einzelnen Tasten haben einen klar definierten Druckpunkt und kaum Spielraum. Bei einem 15-Zoll-Notebook keinesfalls selbstverständlich: ein Ziffernblock zur leichteren Bedienung von Programmen wie beispielsweise Microsoft Excel. Obwohl also mehr Tasten in einer Reihe sind, ist die Größe der einzelnen Knöpfe ausreichend. Lediglich die rechte Pfeiltaste steckt etwas unglücklich direkt im Ziffernblock an Stelle der üblichen Position für die Null-Taste. Über die Tastatur lassen sich mit Hilfe der FN-Tasten die meisten Einstellungen regeln; angefangen von der Lautstärke, über die Helligkeit des Bildschirms bis zum Aktivieren des WLAN-Adapters.

Das Touchpad ist links von der Mitte angebracht, wie es bei Notebooks zurzeit häufig der Fall ist. Die sehr ebene Oberfläche ist klar von der Handballenablage abgegrenzt und ermöglicht eine angenehme, präzise Bedienung. Das Blättern in Dokumenten lässt sich sowohl mit der Multitouch-Funktionalität, als auch mit der herkömmlichen Scrollfunktion am Rand des Touchpads bewerkstelligen. Die Tasten haben einen etwas zu weichen Anschlag.

Temperatur

Die Temperaturen der verwendeten Hardware bereiten zu keinem Zeitpunkt Anlass zur Sorge. Der Zweikernprozessor wird ohne Auslastung (Idle-Betrieb) 45 Grad Celsius warm. Unter Last erreicht die CPU ein Temperaturniveau von bis zu 70 Grad. Bei der Grafikkarte sieht es ähnlich aus: Im Idle-Betrieb liegt die Wärmeentwicklung bei 49 Grad, unter Last steigt sie auf 69 Grad an. Die niedrige Temperatur im 2D-Betrieb wird auch dadurch erreicht, dass sich der Chiptakt der Grafikkarte von 575 auf 135 MHz verringert. Dies ist also immer der Fall, wenn keine Spiele laufen oder der Grafikprozessor gerade bei der Dekodierung eines Videos gefordert wird. Positiver Nebeneffekt: Dadurch sinkt nicht nur die Temperatur, sondern auch der Stromverbrauch.

Betriebsgeräusche

Oftmals erzeugen Notebooklüfter ein nerviges Rauschen, um die Temperaturen der Hardware auf einem niedrigen Niveau zu halten. Nicht so das Samsung RF510 S02. Eine Lautstärke von in der Praxis 34 Dezibel (dB/A) ist auf einem durchaus erträglichen Niveau. Unter Volllast steigt dieser Wert kaum an: Mit 36 dB/A ist auch das noch in Ordnung. Ohne Beanspruchung schaltet sich der Lüfter auf ein Minimum herunter und hinterlässt ein nicht störendes, 31 dB(A) leises Rauschen.

Das optische Laufwerk macht sich nur direkt nach dem Einlegen eines Datenträgers oder beim Kopieren bemerkbar. Mit seinen 43 dB(A) überdeckt das Laufwerk den Notebooklüfter ohne Probleme. Bei der Filmwiedergabe passt sich das Gerät der ohnehin geringen Geräuschkulisse des Hauptlüfters an.

Leistung

Die Stärken des Samsung RF510 S02 liegen vor allem in der Rechenleistung. Für die Grafik greift das Notebook auf eine in Spielen etwas langsame Grafikkarte zurück, was sich in 3D-Benchmarks zeigt.

Das Samsung RF510 S02 punktet vor allem in prozessorintensiven Tests. Ein Beispiel für einen solchen Leistungstest ist CineBench 10. Dieses Programm lässt das Notebook ein komplexes Bild rendern (berechnen) und greift dafür entweder auf einen Prozessorkern oder auf sämtliche Kerne zurück. Tatsächlich verfügt der Prozessor des Samsung RF510 S02 zwar nur über zwei Rechenkerne, durch die HyperThreading Technologie verdoppelt sich deren Anzahl aber auf vier. Zwei der Prozessorkerne sind virtuell. In jedem Fall liefert das Samsung RF510 S02 bereits unter Einsatz eines Kernes einen ordentlichen Wert von 3.690 ab. Unter Benutzung aller Kerne steigt diese Punktzahl auf 8.298 im 64-Bit-Modus. Auch die Videokonvertierung eines 20 Minuten langen Films ist in gut fünf Minuten schnell erledigt.

Bei der Geschwindigkeit des Arbeitsspeichers erreicht das Testnotebook solide Werte. Die maximale Leserate des Speichers liegt bei 7.588 MB/s. Die Schreibrate ist nur geringfügig geringer mit 7.468 MB/s. Lediglich die Speicherlatenz (also die Zugriffszeit) ist mit über 100 Nanosekunden (ns) im Vergleich zu anderen Notebooks zu hoch. Die Festplatte erreicht bei zufällig generierten Lesezugriffen eine durchschnittliche Leserate von ordentlichen 68 MB/s.

Eher durchschnittlich ist hingegen die Grafikleistung. Mit 7.510 Punkten im 3DMark-2006-Test liegt das Samsung RF510 S02 im Vergleich zu anderen Multimedia-Notebooks eher im Mittelfeld. Dennoch ist die Grafikleistung für viele aktuelle Spiele ausreichend. Auch bei hohen Details laufen viele Spiele flüssig. Die Ausgewogenheit, die das Samsung RF510 S02 vermittelt, spiegelt sich nicht zuletzt auch im PCMark-Vantage-Ergebnis von 5.651Punkten wieder. Dieser Leistungstest prüft praktisch alle leistungsrelevanten Komponenten des Computers. Folgerichtig erreicht das Samsung RF510 S02 einen soliden Punktwert in diesem Benchmark.

Akku und Energieverbrauch

Bei der Akkulaufzeit hebt sich das Samsung RF510 S02 kaum von der Konkurrenz ab. Bei niedriger Auslastung schafft das Notebook gut fünf Stunden. In der Praxis liegt die durchschnittliche Laufzeit aber bei 3:49 Stunden. Auch unterwegs sind also genügend Energiereserven für den einen oder anderen Film vorhanden. Unter Volllast steigt der Stromverbrauch deutlich an und verringert die Laufzeit des Notebooks auf unter 90 Minuten. Dies ist beispielsweise bei Videokonvertierungen oder der Wiedergabe von Computerspielen der Fall.

Der Stromverbrauch des Samsung RF510 S02 liegt im Praxisbetrieb bei 56 Watt und damit im Mittelfeld.

Praxis

Durch die schnelle Hardware ist das Samsung RF510 S02 auch im Akkubetrieb in der Lage, hoch aufgelöste FullHD-Videos ohne starke Auslastung flüssig wiederzugeben. Darüber hinaus bleiben auch bei solchen anspruchsvollen Aufgaben noch genügend Ressourcen, um dem Notebook eine weitere Aufgabe im Hintergrund zuzuweisen. Dank des Blu-ray-Laufwerks eignet sich das Notebook perfekt als Multimediazentrale, besonders durch die Anschlussmöglichkeit eines großen, digitalen Bildschirms über den HDMI-Anschluss.

Weniger überzeugend sind die Lautsprecher. Die besitzen zwar eine ausreichende Maximallautstärke und sind für die Wiedergabe von Stimmen gut geeignet, durch fehlende Bässe klingt die Musikwiedergabe allerdings recht undifferenziert. Das Anschalten der SRS-Technik führt zu etwas besserer Wiedergabequalität, indem sie Raumklang simuliert. Viel mehr Optionen als Aktivierung und Deaktivierung bietet die SRS-Steuersoftware allerdings nicht. Auch die Webcam ist einem Notebook dieser Preisklasse nicht würdig. Dabei stört nicht nur die VGA-Auflösung. Auch das Farbrauschen und ein starker Blaustich des Bildes machen keinen guten Eindruck beim Video-Gesprächspartner. An der Qualität können auch die zahlreichen Effekte und Spielereien, die die Software YouCam bietet, wenig ändern.

Zusammenfassung

Alles in allem ist der Verkaufserfolg des Samsung RF510 S02 durchaus nachvollziehbar. Mit guter Hardware, modernen Anschlüssen und einer exzellenten Verarbeitung zieht das Samsung RF510 S02 an der Konkurrenz vorbei. Auch die Akkulaufzeit ist für ein Multimedia-Notebook ordentlich. Bei so viel Lob kann man schon mal über kleinere Kritikpunkte wie etwa die geringe Software-Ausstattung und die schwache Webcam hinwegsehen.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,4 (Sehr gut)
  2. Ausstattung1,5 (Sehr gut)
  3. Display2,0 (Gut)
  4. Eingabegeräte1,4 (Sehr gut)
  5. Temperatur1,5 (Sehr gut)
  6. Betriebsgeräusche1,8 (Gut)
  7. Anschlüsse1,2 (Sehr gut)
  8. Akku und Energieverbrauch2,0 (Gut)
  9. Software und Zubehör3,5 (Befriedigend)
  10. Leistung1,5 (Sehr gut)
  11. Praxis2,5 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark067510 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage5651 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read7588 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write7468 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz101.2 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read68.3 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen17835 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)3690 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)8298 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)3576 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)3048 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)7195 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)3036 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung302 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 23 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal5 Std. 23 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis3 Std. 49 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

56 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,056 kWh x 24,00 Cent = 29,43 EUR