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  3. Test Samsung NF310 A01 - Schnelles Netbook mit der Kraft der zwei Kerne

Erster Eindruck vom Samsung NF310 A01

Das Samsung NF310 A01 ist leicht und handlich. Es passt in jeden Rucksack und wiegt kaum mehr als Bücher und Ordner. Der glänzende Gehäusedeckel ist anthrazitfarben und an der Seite mit einem Samsung-Logo verziert. Der Bildschirm ist nicht am Gehäuse arretiert und lässt sich leicht aufklappen. Die Handballenablage ist silbergrau und nicht glänzend. Fingerabdrücke haben hier keine Angriffsfläche. Eingaben erfolgen über eine Chiclet-Tastatur, um deren einzelne Tasten sich ein Rahmen befindet. Das soll helfen, Schreibfehler durch Abrutschen von einer Taste zu verhindern. Die gute Verarbeitung lässt zwischen einzelnen Komponenten keinerlei Spielräume. Kein Gehäuseteil knarrt auf Druck. Sondertasten gibt es keine. Die Status-LEDs, die Auskunft über Batteriemodus und WLAN-Betrieb geben, befinden sich an der Unterseite der linken Handballenablage. Ist das Netbook zugeklappt, sind die kleinen Lämpchen verdeckt. Samsung hat die wichtigsten Statusleuchten jedoch noch einmal an der Vorderkante des Gehäuses angebracht. Der Netzstecker ist auffallend groß, vor allem im Vergleich zu anderen Netbooks.

Technische Daten und Ausstattung

Für die Berechnungen ist ein Intel-Atom-N550-Prozessor zuständig, dessen zwei physische Kerne mit jeweils 1,5 Gigahertz (GHz) arbeiten. Der Arbeitsspeicher (RAM) ist Netbook-typisch ein Gigabyte (GB) klein. Die interne Festplatte schluckt bis zu 250 Gigabyte Daten. Ein optisches Laufwerk zur Datensicherung fehlt leider. Für die Bildausgabe ist ein Intel-GMA-3150-Grafikchip verantwortlich. Bei diesem Modell handelt es sich um eine leicht modifizierte Variante des alten GMA-950-Chips.

Anschlüsse

Das Samsung NF310 A01 verfügt über drei USB-2.0-Anschlüsse. Diese ermöglichen den Betrieb von Peripherie wie einer Maus oder einem Drucker. Der LAN-Anschluss integriert das Netbook auf Wunsch in ein Hochgeschwindigkeitsnetzwerk. Das integrierte Kartenlesegerät kann mit vier Formaten umgehen, darunter auch das häufig bei Kameras verwendete SDHC-Kartenformat. Der VGA-Anschluss dient der Erweiterung mit einem externen Bildschirm oder einem Beamer. Um auch externe Lautsprecher und Mikrofon betreiben zu können, besitzt das Samsung NF310 A01 zwei Klinkenanschlüsse.

Zur drahtlosen Datenübertragung stehen zwei Möglichkeiten bereit. Der Kurzstreckenfunk Bluetooth funktioniert nach Version 3.0 und kommuniziert mit kabellosen Headsets und Tastaturen, aber auch mit mobilen Endgeräten wie Smartphones. Der WLAN-Adapter ermöglicht den Zugang zum Internet mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 Megabit pro Sekunde (MBit/s).

Software und Zubehör

Die Softwareausstattung fällt eher mager aus. Für die Systemsicherheit sorgt die Norton Internet Security Suite. Eine Voll- oder Testversion von Microsoft Office sucht man vergebens. Ein Recovery-Tool von Samsung soll Datenverlust vorbeugen. Weiterhin ist die Internettelefonie-Software Skype vorinstalliert. CyberLink YouCam ermöglicht die Verwaltung der integrierten Webcam sowie die Erstellung von Videos und Bildern. Ein interessantes Tool ist der BatteryLife Extender. Das Programm sorgt auf Wunsch dafür, dass der integrierte Akku nur bis 80 Prozent geladen wird. Das soll laut Samsung die Lebensdauer der Batterie verlängern. Empfehlenswert ist diese Einstellung beispielsweise, wenn man das Notebook vor allem stationär am Arbeitsplatz benutzt und nicht auf die volle Akkulaufzeit angewiesen ist.

Display

Besonders mit seinem Bildschirm kann das Samsung NF310 A01 punkten. Das liegt unter anderem an der für Netbooks sehr hohen Auflösung des Displays: 1.366 x 768 Bildpunkte. Aber auch mit seinen Helligkeitswerten überzeugt der Bildschirm. Im Schnitt erreicht er einen Wert von 255 Candela je Quadratmeter (cd/m²). Dafür ist die Ausleuchtung ungleichmäßig. Die Abweichung zwischen höchstem und niedrigstem gemessenen Wert liegt bei 13 Prozent oder 34 cd/m². Auch die Reaktionszeit des Displays überzeugt. Weder bei schnellen noch langsamen Bewegungen auf dem Desktop sind Schatten erkennbar. Das Display ist außerdem entspiegelt. Das verringert Reflexionen zuverlässig. Besonders im Freien, wenn die Sonne von hinten auf den Bildschirm scheint, ist noch eine gute Ablesbarkeit gewährleistet. Einzig der Betrachtungswinkel könnte etwas größer sein. Zwar ist der Bildschirm auch von seitlicher Perspektive noch gut ablesbar, allerdings verfälschen die Farben sehr schnell. Aus Blau wird beispielsweise Lila.

Eingabegeräte

Mit einem mittelflachen Hub und einem guten Druckpunkt bietet die gut verarbeitete Chiclet-Tastatur hohen Schreibkomfort. Aufgrund der geringen Breite des Netbooks fehlt ein Ziffernblock. Diesen realisiert Samsung behelfsmäßig über Zweitbelegungen. Mit der FN-Taste kann man solche Zweitbelegungen ansteuern, aber auch zahlreiche Einstellungen vornehmen. So lassen sich beispielsweise die Helligkeit und die Lautstärke verstellen. Auch das Touchpad macht einen ordentlichen Eindruck. Die haptisch klar von der Handballenablage abgegrenzte, sehr glatte Oberfläche lässt den Finger präzise darüber gleiten. Die Multitouchfähigkeit des Pads bietet neben einer Scrollfunktion auch die Möglichkeit, Bilder zu drehen und zu zoomen. Die Knöpfe funktionieren wie eine Art Wippe. Je näher man zur Mitte geht, desto fester ist der Druckpunkt. An den Rändern ist er hingegen sehr weich.

Temperatur

Ein guter Luftstrom ist der Schlüssel zu langlebiger Hardware und langen Akkulaufzeiten. Obwohl die traditionell eher langsame Hardware von Netbooks eine geringe Wärmeleistung hat, ist beim NF310 durch den geringen Luftstrom ein effizienter Kühler nötig. Im Leerlauf erreicht der Intel Atom N550 eine Temperatur von 53 Grad Celsius. Bei voller Auslastung beider Kerne steigt der Wert auf 67 Grad. Ebenfalls wichtig: die Gehäusetemperaturen. Nur bei niedrigen Werten bietet das Netbook eine gute Ergonomie. Wer will sich beim Tippen schon die Finger verbrennen?

Betriebsgeräusche

Das Samsung NF310 A01 macht sich erst unter Last akustisch bemerkbar. Ohne Last schnurrt das Gerät bei leisen 30 Dezibel (dB(A)). Bei moderater Beanspruchung, wie bei der Wiedergabe von Filmdateien, erreicht das Netbook einen Geräuschpegel von 33 dB(A). Die 36 dB(A), die das Netbook unter voller Auslastung erreicht, könnten empfindsame Ohren aber stören.

Leistung

Erwartungsgemäß liegt die Leistung auch bei diesem Netbook auf einem recht niedrigen Niveau. Anders als seine Einkernkonkurrenten erreicht das Samsung NF310 A01 aber vergleichsweise hohe Werte, besonders in den prozessorintensiven Benchmark-Programmen. Die langsame und mittlerweile technisch überholte Grafikkarte zieht das Netbook aber bei allen Anwendungen, die Grafikleistung erfordern, auf ihr Niveau herunter.

Das Benchmark-Tool der Software Everest misst unter anderem Festplatten-, RAM- und Prozessorgeschwindigkeit. Die Festplatte erreicht bei zufällig generierten Lesezugriffen eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 52,4 Megabyte pro Sekunde (MB/s). Das ist ein solider Wert. Allerdings erreichen andere Netbooks noch weit höhere Werte. Die Arbeitsspeichergeschwindigkeit liegt bei 3.600 MB/s beim Lesen und 3.036 MB/s beim Schreiben. Die Speicherverzögerung beträgt 107,7 Nanosekunden (ns). Die 7.000 Punkte, die das Samsung NF310 A01 beim CPU-Queen-Test erreicht, heben sich jedoch deutlich von der Konkurrenz ab. Der Wert liegt zwischen 70 und 100 Prozent höher als bei Atom-Prozessoren mit einem Kern und Hyperthreading.

Mangels 64-Bit-Betriebssystem konnte CineBench R10 nur im 32-Bit-Modus arbeiten. Liegt die Punktzahl unter Verwendung eines Kernes mit 506 noch auf typischem Netbook-Niveau, so steigt sie im Mehrkernmodus auf 1.463 an. Das ist ein guter Wert für Netbooks. Grund für den kräftigen Anstieg des Wertes sind der zweite Prozessorkern und die Unterstützung von Hyperthreading. Dabei täuscht der Prozessor dem Betriebssystem weitere Rechenkerne vor, um die Lastaufteilung zwischen den Kernen des Prozessors zu verbessern. Die dennoch gut 30 Minuten, die das Netbook braucht, um ein 20 Minuten langes Video zu konvertieren, erklären sich durch die recht niedrige Leistung je Takt. Da können auch zwei Kerne nicht helfen.

In den zwei Grafikkartentests schneidet das Samsung NF310 A01 schlecht ab. Im OpenGL-Test von CineBench erreicht das Netbook lediglich 269 Punkte. Auch bei 3DMark 2006 bekleckert sich das Gerät nicht mit Ruhm: Nur 147 3DMarks zeigt das Programm nach dem Test an. Für Spiele ist das Samsung NF310 A01 also völlig ungeeignet.

Akku und Energieverbrauch

Auch wenn das Samsung NF310 A01 mit seinem Zweikernprozessor einen höheren Strombedarf hat als andere Netbooks, hält sein Akku im Alltag dennoch 6 Stunden und 43 Minuten durch. Diese Laufzeit erreicht das Netbook auch bei intensiver Beanspruchung durch Musik- und Filmwiedergabe. Ist es lediglich mit einem Textdokument oder einer Präsentation beschäftigt und WLAN und Bluetooth sind inaktiv, sind Akkulaufzeiten von über zehn Stunden möglich. Unter Volllast, wie sie bei der Konvertierung von Videos oder beim Packen und Entpacken von Dateien entsteht, beträgt die Laufzeit noch gut vier Stunden.

Der Stromverbrauch liegt im Mittel bei 13 Watt. Dank des Sechs-Zellen-Akkus hält das Samsung NF310 A01 viele Stunden ohne Netzstrom durch.

Praxis

Die subjektive Arbeitsleistung ist ordentlich. Dank Hyperthreading und zwei physischen Kernen ist das Netbook auch dann noch bedienbar, wenn gerade eine sehr rechenintensive Anwendung im Hintergrund läuft. Gut für die Ergonomie ist auch die relativ hohe Auflösung. Nicht vollständig angezeigte Dialogfenster wie auch ständiges Scrollen in Webseiten gehören mit dem Samsung NF310 A01 der Vergangenheit an.

Spätestens beim Betrachten von FullHD-Material bekommt man die Quittung dafür, das Intel beim Grafikchip gespart hat. Die Wiedergabe ähnelt zwar keiner Diashow, doch die hohe CPU-Auslastung von 70 bis 85 Prozent führt teilweise zu kurzen Rucklern, die gehäuft in schnellen Szenen auftreten. Schuld daran ist der mangelnde HD-Decoder des GMA-3150-Grafikchips, so dass der Hauptprozessor alles allein berechnen muss. Besser sieht es mit 720p-Material aus. Hier ist die Wiedergabe stets ruckelfrei.

Von den internen Lautsprechern kann man konstruktionsbedingt kein Klangwunder erwarten. Generell klingt Musik wenig differenziert. Die Mitten sind überbetont zu Lasten von Bässen und Höhen. Der Equalizer kann hier etwas nachhelfen. Kräftige Bässe bieten aber nur Kopfhörer oder externe Lautsprecher. Die integrierte Webcam benötigt kräftige Hintergrundbeleuchtung, um ruckelfreie Bildsequenzen wiedergeben zu können. Bei schlechten Lichtverhältnissen stockt das Bild. Die YouCam-Software fügt dem Videobild auf Wunsch Rahmeneffekte und Animationen hinzu.

Zusammenfassung

Das Samsung NF310 A01 ist ein vergleichsweise schnelles, gut verarbeitetes Netbook mit einer tollen Akkulaufzeit. Zusätzlich überzeugt es durch sein Display, das nicht nur mit hoher Auflösung, sondern auch mit guten Helligkeitswerten besticht. Weniger gut gefällt die schwache Softwareausstattung sowie der schlechte Grafikchip, der die ansonsten solide Leistung bei 3D-Anwendungen in den Keller zieht. Insgesamt ist das Samsung NF310 A01 ein zuverlässiger, mobiler Begleiter und sicher kein Fehlkauf.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,3 (Sehr gut)
  2. Ausstattung3,2 (Befriedigend)
  3. Display1,5 (Sehr gut)
  4. Eingabegeräte1,3 (Sehr gut)
  5. Temperatur1,2 (Sehr gut)
  6. Betriebsgeräusche2,3 (Gut)
  7. Anschlüsse2,5 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch1,1 (Sehr gut)
  9. Software und Zubehör3,2 (Befriedigend)
  10. Leistung3,5 (Befriedigend)
  11. Praxis2,5 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark06147 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage1586 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read3603 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write3036 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz107.7 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read52.4 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen7011 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)506 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)1463 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)269 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung1801 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast4 Std. 18 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal10 Std. 44 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis6 Std. 43 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

13 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,013 kWh x 24,00 Cent = 6,83 EUR