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  3. Test mySN XMG P800 - Neues Highlight vom Gaming-Spezialisten oder Massenware?

Erster Eindruck vom mySN XMG P800

Wer bisher nur durchschnittliche Notebooks gewohnt ist, der wird schon dabei Probleme haben, das MySN XMG P800 Pro aus dem Karton zu wuchten. Stolze 5,6 kg, wohlgemerkt ohne das Netzteil, bringt das Notebook auf die Waage. Trotz seines 18 Zoll Displays und des wuchtigen Äußeren, welches einen ganzen Berg an Technik und Hardware beherbergen muss, wirkt das Gerät nicht klobig. Mit dem schmalen silbernen Rahmen, den klaren Konturen und geradlinigen Kanten wirkt das Gerät beinahe elegant. An der Unterseite des Notebooks ist klar die Ausbeulung durch den Subwoofer zu erkennen, was der leistet, dazu später mehr. Das Gerät ist sehr ordentlich verarbeitet; das Kunststoffgehäuse sehr stabil. Das Display lässt sich, ohne eine Sicherung überwinden zu müssen, aufklappen, erfordert aber einen gewissen Kraftaufwand dabei. Wird das Display sehr langsam aufgeklappt, neigt es in gewissen Positionen zu knarzen.

Erst einmal aufgeklappt, wird der Blick auf die Chiclet-Tastatur und die umliegenden Gehäuse-Teile frei. Unter einer Chiclet-Tastatur versteht man ein Keyboard, dessen Tasten einzeln mit einem Rahmen umrandet sind. Das MySN XMG P800 Pro besitzt leider eine glänzende Gehäuse-Textur, so dass bereits nach kurzer Zeit am ganzen Gehäuse Fingerabdrücke das sonst so edel wirkende Gehäuse verschandeln. Der Power-Schalter ist auf der Rechtenseite im Bildschirm-Gelenk eingelassen und taucht nach Betätigung den Rahmen um das Touchpad sowie die Sensorleiste oberhalb der Tastatur in ein futuristisches blau.

Technische Daten und Ausstattung

Prinzipiell ist das MySN XMG P800 Pro mit verschiedenen Prozessoren und Ausstattungsmerkmalen erhältlich, die der Kunde bei Bestellung aussuchen kann. In unserem Testmodell werkelt ein Intel Core i7 940XM mit vier Kernen à 2,13 GHz und TurboBoost Technik bis 3,33 GHz. Mit 8 Gigabyte DDR3-1333 RAM im Rücken werden es auch die extremsten unter den Multitaskern nie mit Ressourcenproblemen zu tun bekommen (Achtung: Bei dieser Speicherkonfiguration unbedingt ein 64-Bit Betriebssystem auswählen, da sonst nur 3,2 GB genutzt werden können). Für die Bildausgabe sorgen gleich zwei hochpotente ATI Mobility Radeon HD 5870 Grafikkarten, die im Crossfire-Verbund (Hier teilen sich zwei Grafikkarten die Rechenlast) zusammen arbeiten. Das 18,4 Zoll Display zeigt 1920x1080 Bildpunkte und ist somit FullHD zertifiziert. Drei Festplatten mit jeweils 500 GB sorgen dafür, dass auch Kunden genügend Platz haben, die gern die komplette Film- und Musiksammlung archiviert auf dem Computer speichern. Ein DVD-Kombolaufwerk liest und beschreibt CDs und DVDs fast aller Formate, ein Bluray-Laufwerk ist gegen Aufpreis erhältlich. Das MySN XMG P800 Pro ist weiterhin mit einem FingerprintReader und einer mit 3 Megapixel extrem hoch aufgelösten Webcam ausgestattet.

Anschlüsse

Das MySN XMG P800 Pro bietet alle Anschlüsse, die das Gamer-Herz begehrt und darüber hinaus. Eine echte Neuerung: Neben vier gewöhnlichen USB 2.0 Anschlüssen bietet das Notebook gar zwei USB 3.0 Anschlüsse – mit einem Vielfachen der USB 2.0 Geschwindigkeit. Trotzdem sind die Buchsen abwärtskompatibel, so dass Ihnen in jedem Fall sechs USB-Ports zur Verfügung stehen. Der CardReader kommt mit 9 verschiedenen Formaten zurecht; der eSATA Anschluss dient zum Betrieb der externen Festplatte. Auch Firewire und HDMI sind vorhanden. Übrigens nicht nur ein HDMI-Ausgang zum Anschluss an den Fernseher, sondern auch ein Eingang, so dass Sie das 18’’ Display des MySN XMG P800 Pro als externen Bildschirm nutzen können. Drei Klinkenausgänge machen den Anschluss Ihrer 5.1-Anlage möglich. Auch eine S/PDIF-Buchse findet sich am Gerät. Neben HDMI steht auch ein hochwertiger DVI-I-Anschluss für digitale Bildschirme zur Nutzung bereit.

Software und Zubehör

Weniger umfangreich als die Hardware- und Anschlussausstattung fällt die Software-Bestückung aus. An Extras liegt lediglich eine Vollversion von Microsoft Office Starter bei. Die spartanische Software „BisonCam“ zeigt einen LiveStream der integrierten Webcam und zeichnet auf Kommando Videos auf. Auch ein kleines Dienstprogramm für die Verwaltung der Anmeldung via Fingerabdruck ist vorinstalliert. Größtes Manko ist aber die fehlende Sicherheitssoftware, hier besteht Nachrüstungsbedarf durch den Kunden.

Angesichts des hohen Preises wären Extras wie eine Gaming-Maus, ein Headset oder wenigstens ein gutes Maus-Pad wünschenswert gewesen. Zu finden ist davon im Karton jedoch nichts.

Display

Das in FullHD aufgelöste Display bietet eine relativ gleichmäßige Ausleuchtung bei knapp über 200 cd/m². Der Bildschirm ist sehr stark reflektierend, hell und kontraststark, hat aber deutliche Probleme bei Gegenlicht. In diesem Fall sind Bildschirminhalte kaum mehr ablesbar. Der Betrachtungswinkel ist nicht überragend; zu den Seiten hin waschen die Farben etwas aus. Die Reaktionszeit ist in Ordnung. Beim langsamen Verschieben von Fenstern bilden sich kaum Schatten; insgesamt recht ordentlich für ein Display dieser Größe und Auflösung. Regeln lässt sich die Helligkeit mit Hilfe der FN-Tasten in 7 Stufen. Standardmäßig wird die Helligkeit heruntergeregelt, sobald der Netzstecker entfernt wird.

Eingabegeräte

Das MySN XMG P800 Pro besitzt eine sogenannte Chiclet-Tastatur. Das bedeutet, dass sich um die einzelnen Tasten ein Rahmen befindet, der nicht nur das Eindringen von Schmutz erfolgreich verhindert, sondern auch fehlerfreieres Schreiben ermöglicht – sofern das Gerät überhaupt zum Schreiben genutzt werden soll. Allerdings lässt sich das Tastenfeld besonders im rechten Drittel deutlich eindrücken. Ein Verarbeitungsmangel, der bei einem Notebook dieser MySN XMG P800 Pro nicht akzeptabel ist. Ansonsten glänzen die matten Tasten aber mit einem klar definierten Druckpunkt und ermöglichen schnelles Schreiben. Die Tastengröße ist okay, nichts wirkt gequetscht. Ein zusätzliches Gimmick sind die acht frei programmierbaren Sondertasten, die sich links von der eigentlichen Tastatur befinden. Auf diese Tasten lassen sich beispielsweise Programme zuweisen. Das mit einem blau leuchtenden Rahmen umzogene Touchpad besitzt wie der Rest des MySN XMG P800 Pro eine sehr glatte Oberfläche, auf welcher Fingerabdrücke deutlich sichtbar bleiben. Es bietet sowohl eine herkömmliche Scrollfunktion, als auch Multitouch-Funktionalität. Die potenziellen Käufer unter Ihnen werden naturgemäß dennoch eine herkömmliche Maus bevorzugen.

Temperatur

Bedingt durch die pfeilschnelle Technik unter der Haube müssen Sie mit hohen Hardware-Temperaturen und einem unter extremer Belastung lauten Geräuschpegel rechnen. Bleibt der Vierkernprozessor im Ruhe-Betrieb (Idle Modus) mit 42 °C noch vergleichsweise cool, so verdoppelt sich die Temperatur unter Last auf bis zu 84 °C. Sorgen um das Leben Ihres Luxus-Notebooks brauchen Sie dennoch nicht zu haben: Der Core i7-Prozessor taktet erst ab 100°C herunter, ist also für solche Betriebstemperaturen ausgelegt. Eine regelmäßige Lüfterreinigung ist hingegen Pflicht.

Generell tendiert auch das Gehäuse dazu, sich auch ohne Komplettauslastung stark aufzuwärmen.

Betriebsgeräusche

Sie denken, ein Gamer-Notebook muss zwangsläufig beim Lärmpegel mit dem Staubsauger oder gar dem Presslufthammer auf der Straße konkurrieren? Weit gefehlt. Zwar ist das MySN XMG P800 Pro schon im normalen Betrieb nach einer Weile mit einem Rauschen deutlich zu vernehmen (41 db),richtig Gas gibt der Lüfter aber erst, wenn der Vierkerner eine Temperatur von 85°C erreicht. Das wird beim Spielen aber selten passieren, so dass das Notebook von uns ein Lob verdient hat.

Das DVD-Laufwerk wird ebenfalls 41°C laut. Bei der Filmwiedergabe geht der Geräuschpegel auf annehmbare 38 db zurück.

Leistung

Für viele Leser dieses Tests der wohl wichtigste Abschnitt: Was für Ergebnisse bringt dieses Hightech-Monstrum zustande? Fest steht: Genug, auch für die kommenden Jahre!

Schon die Arbeitsleistung des Notebooks ist fantastisch. Im RAM-Write-Test fand unsere Testsoftware Everest bei 10.742 MB/s nur eine schnellere Systemkonfiguration (Version 5.5); beim Kopieren gar keine. Die Lesegeschwindigkeit lag bei etwa 15 GB/s, auch ein rekordverdächtiger Wert. Die Latenz ist mit 53,3 ns ebenfalls spitze, und schon jetzt wird klar, dass das MySN XMG P800 Pro die meisten Rekorde in unserer Testdatenbank brechen wird.

Weiter geht es mit dem anspruchsvollen PC Mark Vantage Test, der eine Punktzahl von 8158 ergibt. Absoluter Rekord auch die Geschwindigkeit der Videokonvertierung. Keine zwei Minuten dauerte es, ein zehn mal so langes Video in ein anderes Format zu konvertieren! Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Cinebench R10: Schon mit einem Kern ermittelt die Software für das Rendern eine Bildes eine Punktzahl von 4492. Mit allen Kernen schafft das MySN XMG P800 Pro gar 13998 Punkte. Das liegt zwar deutlich hinter dem theoretischen Potenzial zurück – immerhin kommt der Prozessor mit HyperThreading auf acht Kerne – dennoch ist die Power beachtlich.

3D Mark Vantage lieferte den höchsten jemals von notebookinfo.de gemessenen Wert: Auf 14.048 Punkte kommt das Notebook, der Vorgänger auf 17.858. Dennoch erscheint der Wert etwas zu niedrig. Zum Einen kann der Grund die relativ starke CPU-Abhängigkeit der beiden Benchmark-Programme und dem relativ niedrigen Standard-Takt des Prozessors liegen (2,13 GHz), in Tests wurde aber außerdem auch gezeigt, dass die Leistung in Spielen bei Core i7 Prozessoren mit deaktiviertem HyperThreading höher ist. Leider bietet das BIOS werkseitig weder die Möglichkeit zum Übertakten, noch die HyperThreading Technik abzustellen. Dass die Power trotzdem gewaltig ist, zeigt sich bei FarCry 2: Bei vollen Details, FullHD-Auflösung sowie AntiAliasing und DirectX 10 schafft das MySN XMG P800 Pro im Schnitt 100 Bilder pro Sekunde,

Akku und Energieverbrauch

Das riesige 220-Watt Netzteil hat der Hersteller dem MySN XMG P800 Pro nicht umsonst beigelegt. Der Stromverbrauch ist mindestens ebenso gewaltig wie die Rechenpower. Bis zu 143 Watt verbraucht das Notebook unter Last. Kein Wunder, dass da bereits nach 40 Minuten der Bildschirm schwarz wird. Falls mit dem Notebook zeitweise nur im Internet gesurft werden soll, kann aufgeatmet werden. Dann hält das Gerät bis zu 3 Stunden, realistischerweise aber eher zwei Stunden ohne Kontakt zur nächsten Steckdose aus.

Praxis

Zu Arbeitsleistung und flüssiger Darstellung von FullHD-Filmen bleibt nicht viel zu sagen, Ruckler und Aussetzer wären ein Skandal. Viel interessanter ist die Frage nach der Qualität der Lautsprecher. Leider ist standardmäßig der integrierte Subwoofer gar nicht aktiviert, so dass Sie in dem Realtek-Konfigurations-Panel nachhelfen müssen. Dann aber und nach eventueller Anpassung des Equalizers klingt Musik auf dem MySN XMG P800 Pro eigentlich ganz gut. Eine Heimkino-Anlage kann aber auch dieses Gerät nicht ersetzen. Für ein kurzes Game zwischendurch oder für Hintergrund-Musik sind die Lautsprecher aber völlig ausreichend.

Die Webcam löst mit 3 Megapixeln zwar sehr hoch auf, allerdings ruckelt sie auch sehr stark – daran können auch gute Lichtverhältnisse nichts ändern. Auch ein Autofokus ist nicht mit dabei. Dafür ist die Webcam sehr scharf, farbecht und gibt Details auch bei schummrigem Licht gut wieder.

Positiv hervorgehoben werden sollte auch die Sensorleiste am Notebook. Neben dem luxuriösen Gefühl, das man durch Benutzung der Touchelemente erhält, sind selbige auch äußerst funktional. Sie reagieren prompt und ob eine Funktion aktiviert ist, erkennen Sie bequemerweise daran, ob das zugehörige Element weiß leuchtet. Die zwei LEDs an der Front des Gehäuses verdienen auch besondere Erwähnung: So erkennt der Nutzer an der Batterie-LED zeitgleich, ob das Notebook geladen wird und den Ladestand des Akkus.

Zusammenfassung

Das MySN XMG P800 Pro möchte Ihnen die neuesten Games in bester Qualität zeigen. Denn dafür wurde es gemacht, kein Notebook wäre derzeit besser dafür geeignet. Die brachiale Power und die XXL-Ausstattungsliste (Zumindest in punkto Hardware) lassen Interessenten das Wasser im Munde zusammenlaufen. Hinzu kommen die Zukunftssicherheit und die gigantische Speicherkapazität. Die Touchsensoren und die Beleuchtung lassen das Notebook nicht klobig, sondern elegant und futuristisch wirken. Da können auch die kleineren Verarbeitungsmängel das Bild nicht trüben. Wer das nötige Kleingeld hat, kann beruhigt zuschlagen.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,3 (Sehr gut)
  2. Ausstattung1,0 (Sehr gut)
  3. Display1,3 (Sehr gut)
  4. Eingabegeräte1,6 (Gut)
  5. Temperatur2,8 (Befriedigend)
  6. Betriebsgeräusche1,9 (Gut)
  7. Anschlüsse1,0 (Sehr gut)
  8. Akku und Energieverbrauch5,0 (Mangelhaft)
  9. Software und Zubehör3,0 (Befriedigend)
  10. Leistung1,0 (Sehr gut)
  11. Praxis1,2 (Sehr gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark0617852 Pkt.Max. 28871 Pkt.
3DMarkVantage14048 Pkt.Max. 47497 Pkt.
PCMarkVantage8158 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read1541 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write10742 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz53.3 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read71.2 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen27395 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)4492 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)13968 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)7375 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)3573 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)11302 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)7345 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung112 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast0 Std. 40 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal2 Std. 57 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis0 Std. 47 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

143 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,143 kWh x 24,00 Cent = 75,16 EUR