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Bilder zum Test: MSI GX60-A10797287B - Reinerbige AMD-Spielekombo

Immer mehr Computerspieler kaufen keine stationären Computersysteme, sondern steigen auf leistungsstarke Gaming-Notebooks um. Diese sind aber, bedingt durch das potente Innenleben, nicht billig und können schon mal über 2000 Euro kosten. Dass es auch günstiger geht, zeigt MSI nun mit seinen neuen Modellen der MSI GX60 Serie. Diese wurde bereits auf der diesjährigen Leitmesse in Asien, der Computex 2012 vorgestellt. Statt auf Intel Kernkomponenten zu setzen, kommt in unserem Testmodell eine AMD Konfiguration zum Einsatz die deutlich preisgünstiger ist als eine Intel-Plattform. Die Trinity-Platform soll mit einem AMD A10-4600M Quad-Core für hohe Frameraten in aktuellen Spielen sorgen.

Beim Design des Gamers setzt MSI auf eine Verarbeitung aus mattschwarzem Kunststoff. Der Deckel ist mit einem schwarzen Glossy-Kunststoff überzogen und damit sehr anfällig gegen Fingerabdrücke, Staubflocken und auch Kratzer. Man sollte beim Transport aufpassen, dass die empfindliche Fläche nicht zerkratzt. Besser sieht es bei der Basiseinheit aus. Diese verfügt über einen mattschwarzen Kunststoff in einer gebürsteten Edelstahloptik. Die Gehäuseunterseite erlaubt einfache Wartungsarbeiten. Nach dem Lösen von ein paar Schrauben können der Arbeitsspeicher und die Festplatten erweitert oder getauscht werden. Bei der Verarbeitungsqualität gibt es nur wenig auszusetzen. Das Gehäuse ist stabil und der Deckel verwindungssteif. Die Spaltmaße bleiben rund um das 3,5 Kilogramm schwere Gerät durchweg gering. Durch den Einsatz von billigem Kunststoff kann es aber nicht mit der Qualität aktueller Clevo-Chassis aus Aluminium mithalten. Letztere sind aber auch deutlich teurer.

Wie schon bei früheren Modellen üblich, kooperiert MSI bei der Tastatur mit dem dänischen Peripherie-Hersteller Steelseries um für Spiele optimierte Eingabegeräte zu verbauen. So fällt beispielsweise die linke Windows-Taste weg, damit Spieler im Eifer des Gefechts nicht aus Versehen auf den Desktop wechseln. In die Basiseinheit eingelassen und von Klavierlack umgeben bietet die Tastatur im Chiclet-Format einen mittellangen Hub und knackigen Druckpunkt. Auf eine mehrfarbige Hintergrundbeleuchtung wurde aus Kostengründen verzichtet. Dies schmälert nicht die Qualität der Tastatur hinsichtlich des Eingabekomforts. Im Gegenteil, es ist schön zu sehen, dass MSI auch bei seinen günstigen Modellvarianten eine gute Tastatur mitliefert. Wer es häufig mit Excel-Tabellen oder Rechnungen zu tun hat, wird sich über einen abgetreten numerischen Zahlenblock freuen.

Leicht nach links versetzt verfügt das Multitouchpad über eine glatte Oberfläche in Edelstahloptik die ordentliche Gleiteigenschaften bietet. Die Tasten sind in einer zusammenhängenden, verchromten Wippe angebracht. Die Bedienung erweist sich als leichtgängig.

Anschlusstechnisch offeriert das MSI GX60 eine gehobene Vielfalt. Drei der vier USB-Ports beherrschen den schnellen USB 3.0 Standard, zusätzlich kann über die rückseitige mini-Displayport-Schnittstelle ein Monitor angebunden werden. Diese finden auch Platz an einer analogen VGA- und einer digitalen HDMI-Schnittstelle. An vier vergoldeten 3,5 Millimeter Klinke-Buchsen können auch große Soundsysteme ohne Probleme angebunden werden. Ein Großteil der rechten Gehäuseseite wird vom optischen DVD-Laufwerk eingenommen. Der 4-in-1-Kartenleser nimmt SD, SDHC, SDXC und MMC Karten auf.
MSI wird das GX60 mit einem Windows 8 Betriebssystem bestücken. Auf unserem Testmodell ist noch Windows 7 Home Premium (64 Bit) vorinstalliert. Als Besonderheit verbaut der Hersteller eine Killer Netzwerkkarte der Firma BigFoot Networks. Diese verspricht bessere Pings und ein damit verbundenes flüssigeres Online-Spielerlebnis. Dabei übernimmt ein spezieller Netzwerkprozessor die Verarbeitung anfallender Datenpakete und entlastet damit den Prozessor.

Technische Daten

Display:15.6"Auflösung:1920 x 1080
Prozessor:AMD A-Series A10-4600M / 2,3 GHzGrafikkarte:AMD Radeon HD 7970M
Festplatte750 GBRAM:8 GB
Laufwerk:DVD±RW (±R DL) (DVD-Brenner), BD-ROM (Blu-ray-Laufwerk)Plattform:Microsoft Windows 8 64-Bit-Edition
Akkulaufzeit:k.A.Gewicht:3.5 kg
B x H x T:39.5 cm x 5.5 cm x 26.7 cmFarbe:schwarz

Auf dem Prüfstand

Viele aktuelle Gaming-Notebooks sind momentan mit Intel Prozessoren und Nvidia Grafikkarten ausgestattet. Diese bieten viel Leistung sind aber auch nicht gerade billig. Beim GX60 geht MSI einen anderen Weg. Da in den meisten Spielen primär die Grafikkarte gefordert ist, setzt der Hersteller auf ein System mit AMD-Architektur und spart dadurch Kosten. Als Prozessor kommt das aktuelle Spitzenmodell A10-4600M zum Einsatz. Mit diesem möchte AMD im Notebooksegment Intel wichtige Marktanteile abnehmen. Der Vierkerner arbeitet mit einer Grundtaktfrequenz von 2,3 GHz, die abhängig von der Anzahl der belasteten Kerne auf bis zu 3,2 GHz gesteigert werden kann. In den System-Benchmarks zeigt sich aber, dass die CPU-Leistung immer noch eine Intel-Domäne ist. Im normalen Betrieb wird kaum ein Unterschied auffallen, sofern man nicht primär sehr rechenintensive Aufgaben zu erledigen hat. Fest im Prozessor integriert, liefert der Grafikchip vom Typ AMD Radeon HD 76600G eine deutlich bessere Leistung als es beim Konkurrenten Intel mit seiner Intel HD Graphics 4000 Einheit der Fall ist. Da es sich bei unserem Modell aber um kein Ultrabook handelt, dass nur auf die integrierte Grafikeinheit setzen kann, ist der Vorsprung unwichtig. Sowohl die Intel HD Graphics 4000 als auch die AMD HD 7660G sind stark genug, um HD-Videomaterial abzuspielen und reichen für den regulären Windows Betrieb völlig aus. Viel wichtiger für ein Spielesystem ist die Grafikkarte. Hier setzt MSI auf die momentan stärkste mobile AMD Karte, die Radeon HD 7970M. Aktuelle Spiele wie Diablo 3, Battlefield 3, Batman: Arkham City oder auch Alan Wake lassen sich mit Auflösungen von 1.920 x 1.080 Pixel spielend bewältigen und flüssig darstellen. Im Hinblick auf die reinen Frameraten liefert AMD hier ein deutlich besseres Preis-Leistungsverhältnis als Nvidia ab. Die High-End Karten von Nvidia können dafür in bestimmten Spielen zusätzliche PhysX Partikeleffekte berechnen und bieten mit TXAA weniger Performanceverlust bei Bildverbesserungen wie der Kantenglättung. Nvidia-eigen ist auch die Adaptive V-Sync Technologie welche Bildrisse bei niedrigen Frameraten verhindert. Wer nicht das letzte Quäntchen Optik aus Computerspielen herausholen möchte und bereit ist dafür wesentlich mehr Geld auszugeben, fährt mit der AMD Karte sehr günstig und trotzdem flüssig.

Unser Testgerät verfügt in der Standardausstattung nur über eine herkömmliche Western Digital Scorpio Black Festplatte mit einer Speicherkapazität von 750 GB. Sie dreht mit 7.200 Umdrehungen pro Minute und erreicht überdurchschnittliche Geschwindigkeiten von 128,7 MB/s bei Lese- und 112,5 MB/s bei Schreibzugriffen. Zwar liefert sie gute Raten, kommt aber bei weitem nicht an aktuelle SSDs heran. Durch den Verzicht darauf spart sich der Kunde aber Geld beim Gerätekauf. Eine SSD kann jederzeit nachgerüstet werden. Auf der Unterseite verbirgt sich unter einigen Schrauben ein entsprechender Slot und auch Einbauschienen liegen dem Zubehör bei. Auch eine Kombination auszwei Festplatten im RAID 0 Verbund ist konfigurierbar, dafür braucht es aber eine zweite, baugleiche Festplatte.

Beim verbauten Display setzt MSI auf ein mattes 15,6 Zoll Panel mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel. Durch die hohe Auflösung entsteht viel Platz auf der Arbeitsfläche um Webseiten, Dokumente und E-Mails gleichzeitig anzuzeigen. Auch außerhalb von Innenräumen kann es überzeugen, da die gebotene durchschnittliche Helligkeit mit 252 Candela pro Quadratmeterauch ein Arbeiten bei heller Umgebung ermöglicht. Die Ausleuchtung ist dabei auf der gesamten Fläche ausgeglichen und das maximale Kontrastverhältnis liegt bei 537:1. MSI setzt auf ein TN-Panel welches bedingt durch seine Technik eine geringe Blickwinkelstabilität bietet. Bei vertikalen Neigungen ergeben sich bereits ab 20 Grad die ersten Farbinvertierungen.

Um eine ansprechende Soundkulisse in Filmen und Spielen kümmert sich ein Sound-System bestehend aus vier Lautsprechern und einem Subwoofer. Die Gesamtlautstärke ist hoch und durch die THX TruStudio Pro Software können zahlreiche Einstellungen vorgenommen werden. Der Subwoofer mutet sich dabei aber zu viel zu. Bei basslastigen Liedern neigt er zum Übersteuern. Wir raten für einen ungestörten Film- und Spielegenuss bei hoher Lautstärke zur Verwendung von Kopfhörern oder externen Anlagen, ansonsten sollte der Höhen und Tiefen verstärkende Chrystalizer nur vorsichtig genutzt werden.

Das MSI GX60 beherbergt eine potente Kühllösung um die entstehende Abwärme schnell aus dem Gehäuse abzuführen. Es bleibt im Windows-Betrieb stets kühl, vor allem in Bereich der Handballenauflage und der Tastatur. Daran ändert sich auch unter Last wenig. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen auf der Oberseite bei 31,2 und auf der Unterseite bei 32,4 Grad Celsius. Der Lüfter hält sich meist dezent zurück und dreht im Idle-Betrieb nur hin und wieder auf. Sofern das Gaming-Notebook nichts zu tun hat, ist es mit 29,5 Dezibel (A) im Leerlauf kaum hörbar. In der Praxis bei Videospielen oder Filmen pendelt sich der Lüfter bei 35,2 Dezibel (A) ein und zieht rund 85,9 Watt aus der Steckdose.

Ein wenig Kritik müssen wir an AMDs dynamischer GPU-Umschaltung üben. Diese kann im direkten Vergleich mit Nvidias Optimus-Technologie nicht überzeugen. Erst nachdem eine Anwendung geschlossen ist, gibt die Software die Möglichkeit festzulegen, ob die Applikation mit der integrierten Grafikeinheit oder der dedizierten Karte ausgeführt werden soll. Das kann dazu führen, dass für anspruchslose Programme unter Umständen die Radeon HD 7970M zum Dienst gezwungen wird, was den Stromverbrauch erhöht. Auch manche Spiele startet anfangs mit der integrierten Grafikeinheit und funktionierten erst nach einem Neustart mit der Radeon HD 7970M. Außerdem listet das AMD Vision Center nur die letzten geöffneten Programme auf. Bereits in unseren letzten Testberichten bemängelten wir dieses Verhalten und AMD sollte dort nachbessern. Abseits der Steckdose messen wir eine durchschnittliche Akkulaufzeit von 4 Stunden und 10 Minuten.

Zusammenfassung

MSI liefert mit dem GX 60 ein überraschend stimmiges Gesamtpaket ab. Das Gehäuse ist ordentlich verarbeitet, wobei der Displaydeckel aufgrund der Glossy-Beschichtung anfällig für Kratzer und Staub ist. Auch bei den Eingabegeräten wurde nicht gespart. Die Tastatur bietet einen mittellangen Hub und knackigen Druckpunkt. Bei den Anschlüssen liefert MSI das volle Programm ab und verbaut neben drei USB 3.0 Schnittstellen auch einen Display-Port. Eine SSD hätte dem Systemtempo sicher gut getan doch diese kann jederzeit nachgerüstet werden. Beim Display können uns das ordentliche Kontrastverhältnis, sowie die gehobene durchschnittliche Helligkeit überzeugen. Gemessen an der verbauten Hardware bleibt das Modell kühl und wird nicht so laut wie andere Branchenvertreter.

Am interessantesten ist das Gerät aber wenn man den Preis beachtet. Für 1200 Euro bekommen interessierte Leser ein System mit starker Spiele-Leistung welches in diesem Preisbereich ungeschlagen ist. Zwar bieten Notebooks mit Intel-Hardware eine höhere CPU-Leistung für rechenintensive Anwendungen, doch die wenigsten Spieler dürften darauf Wert legen. Somit ist das MSI GX60 die erste Wahl für preisbewusste Kunden die einen Gaming-Laptop wollen aber nicht bereit sind, die hohen Kosten von Intel-Systemen zu tragen.


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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,5 (Gut)
  2. Display2,0 (Gut)
  3. Eingabegeräte2,0 (Gut)
  4. Temperatur2,0 (Gut)
  5. Lautsprecher2,0 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche2,5 (Gut)
  7. Anschlüsse2,0 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch3,5 (Befriedigend)
  9. Software und Zubehör2,0 (Gut)
  10. Leistung1,5 (Sehr gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark0612838 Pkt.Max. 28871 Pkt.
3DMark114419 Pkt.Max. 15311 Pkt.
3DMarkVantage12608 Pkt.Max. 47497 Pkt.
PCMark72246 Pkt.Max. 6666 Pkt.
PCMarkVantage6305 Pkt.Max. 31224 Pkt.
PassMark Performance Test 7.01729.4 Pkt.Max. 19706 Pkt.
PassMark Performance Test (HDD Read)128.7 MB/sMax. 941.5 MB/s
PassMark Performance Test (HDD Write)112.5 MB/sMax. 781 MB/s
Everest RAM Read9966 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write5507 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz76.7 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read87.5 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen9839 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)2891 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)7945 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)5480 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)2145 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)5599 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)5485 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung107 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast0 Std. 56 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal7 Std. 23 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis4 Std. 10 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

85 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,085 kWh x 24,00 Cent = 44,68 EUR

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