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Bilder zum Test: Lenovo ThinkPad X1 Carbon N3N23GE - Sicherheitsfanatiker für Büro und Urlaub

Bereits 20 Jahre arbeitet Lenovo an der ThinkPad-Reihe. Nach einer langen Ruhephase, in der man sich auf alte Tugenden gestützt hat, versucht man nun Trends aus dem Privatkunden-Sektor auch für Geschäftskunden attraktiv zu machen. Als Vorzeigeprodukt geht das Lenovo ThinkPad X1 Carbon ins Rennen, welches dem Ultrabook-Segment angehört, hochwertige Materialien verwendet und gleichzeitig wichtige Sicherheits- und Business-Funktionen bietet. Die grundlegende Aufmachung ist dabei an ältere ThinkPads angelegt und man erkennt sofort die Designsprache im Bereich der Eingabegeräte. Wie das Stichwort „Carbon“ im Namen bereits andeutet, setzt Lenovo nicht auf die von vielen Ultrabooks genutzte Materialmischung aus Aluminium und Magnesium sondern auf Kohlefaser. Bei einem Drittel des Gewichts sollen die Gehäuseoberseite und der Sicherheitsrahmen die gleiche Stabilität wie Aluminium bieten. Insgesamt bringt das Gerät 1,4 Kilogramm auf die Waage.

Die Haptik der Oberfläche ähnelt einer gummierten Soft-Touch Beschichtung, wie man sie unter anderem beim Dell XPS 14 Ultrabook findet. Die oftmals mit Wertigkeit verbundene Kälte von Metall ist beim Lenovo ThinkPad X1 Carbon nicht vorhanden. Unseren Geschmack trifft es trotzdem. Vor allem die Verwindungssteifheit der Basis-Einheit und des Deckels hinterlassen einen positiven Eindruck. Selbst starke Druckausübung scheint dem Material nur wenig auszumachen. Nach einer gewissen Zeit im Praxiseinsatz stellt sich also schnell der Status der Unzerstörbarkeit ein, was ein schnelles Verstauen in der Tasche oder ein ruppiges Handhaben bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen ohne Bedenken zulässt. Wer ein auffälliges Design erwartet, ist mit dem Lenovo ThinkPad X1 Carbon sicher falsch beraten. Das 14 Zoll Ultrabook setzt auf Understatement und soll mit seiner schlichten, komplett schwarzen Farbgebung den seriösen Geschäftsmann oder unauffälligen Studenten unterstützen. Farbe kommt bei der günstigeren Lenovo IdeaPad U-Serie ins Spiel, die auf den Lifestyle-Bereich zielt.

Umfangreich gestalten sich die Eingabemöglichkeiten des Lenovo ThinkPad X1 Carbon. Zur kompakten Chiclet-Tastatur gesellen sich ein großflächiges Multitouch Click-Pad und ein Trackpoint am Mittelpunkt des Keyboards. Alle drei teilen sich einen angenehm kurzen Hub, ein klares Feedback und – bis auf das Click-Pad – eine leise Bedienbarkeit. Das Touchpad ist angelehnt an das von Apple bekannte Trackpad. Es weist keine separaten Tasten auf sondern integriert diese in die sensitive Fläche. Das komplette Pad agiert somit als Maustaste. Um die dadurch entstehenden Klickgeräusche zu unterbinden, steht dem Nutzer die klassische Methode des Klicks via Fingertipp zur Verfügung. Oberhalb der Tastatur befinden sich zusätzliche Sondertasten, die zur Laustärke- und Mikrofonregelung sowie zum schnellen Aufrufen von Programmen genutzt werden können. Ein Fingerabdruck-Leserim rechten Bereich der Handballenauflage sorgt zusätzlich für Sicherheit beim Einloggen in das vorinstallierte Windows 7 Professional Betriebssystem oder Abspeichern von Passwörtern. Einziges Manko der Tastatur ist die ganz links positionierte Funktionstaste (Fn), an dessen Stelle sonst die STRG-Taste zu finden ist. Wenn Sie mit dieser Standard-Einstellung nicht zufrieden sind, können Sie im BIOS des Geräts (während des Hochfahrens Enter, dann F1) unter dem Punkt „Keyboard/Mouse“ den Funktionstausch der beiden Tasten festlegen.

Aufgrund der geringen Bauhöhe von 18,8 Millimeter ist das Anschlussportfolio eingeschränkt. An der linken und rechten Seite des Lenovo ThinkPad X1 Carbon verteilen sich lediglich zwei USB-Schnittstellen, von der eine mit dem schnellen USB 3.0 Standard umgehen kann. Externe Bildschirme oder Fernseher werden via MiniDisplay-Port oder mit optionalen Adaptern auf VGA, HDMI oder DVI mit dem Ultrabook verbunden. Auch ein Ethernet-Anschluss (LAN) muss per USB nachgerüstet werden. Dafür kommuniziert das 14 Zoll Gerät über alle vier WLAN Standards 802.11 a, b, g und n. Hinzu kommt die Anbindung von Peripherie und Smartphones via Bluetooth 4.0 und die freie Verbindung ins Internet via UMTS (3G). Ein entsprechender Einschub für eine vollwertige SIM-Karte befindet sich an der Rückseite des Notebooks. Für kabelgebundene Headsets oder Kopfhörer nutzt das Lenovo ThinkPad X1 einen Kombinations-Port im 3,5 Millimeter Klinke-Format. Zusätzlich können Speicherkarten im SD-Formfaktor direkt eingeschoben werden. Zur Diebstahlsicherung wurde ein Kensington-Anschluss an der rechten Gehäuseseite integriert. Freunde der Anschlussvielfalt werden einen Docking-Port vermissen. Dafür bietet Lenovo ein ThinkPad USB 3.0 Dock an, welches mehrere Bildschirme tragen kann und Netzwerk- sowie weitere USB-Anschlüsse bietet. Allerdings wird dafür ein Aufpreis von knapp 185 Euro fällig und ein externes Laufwerk muss zusätzlich bestellt werden.

Technische Daten

Display:14"Auflösung:1600 x 900
Prozessor:Intel Core i5 3427U / 1,8 GHzGrafikkarte:Intel HD Graphics 4000
Festplatte256 GB SSDRAM:4 GB
Laufwerk:ohne LaufwerkPlattform:Microsoft Windows 7 Professional SP1 64-Bit
Akkulaufzeit:8.2 Std.Gewicht:1.36 kg
B x H x T:33.7 cm x 1.88 cm x 23.1 cmFarbe:schwarz

Auf dem Prüfstand

Wenn Sie sich für das Lenovo ThinkPad X1 Carbon entscheiden, müssen sie aus drei verschiedenen ULV-Prozessoren wählen. Zur Auswahl stehen der Intel Core i5-3317U, ein Intel Core i7-3667U oder der von uns gewählte Intel Core i5-3427U. Der kleinste Intel Core i5-3317U unterstützt keine Intel vPro Technologie. Außerdem befinden sich 4 GB Arbeitsspeicher und die im Prozessor integrierte Intel HD Graphics 4000 Einheit in unserer Ausstattungsvariante des 14 Zoll Ultrabooks. Wenn Sie das Gerät lediglich zum Arbeiten mit dem Browser, für Büroanwendungen wie Word, Excel und PowerPoint sowie zum Abrufen von E-Mails benutzen, reicht auch der schwächere Intel Core i5-3317U vollkommen aus. Wollen Sie jedoch professionell mit Photoshop oder Filmschnittsoftware arbeiten, sollten Sie eher zum leistungsstarken Intel Core i7 Prozessor greifen. Maximal fasst das Lenovo ThinkPad X1 Carbon 8 GB Arbeitsspeicher und eine bis zu 256 GB große SSD. Dabei ist es wichtig direkt vor dem Kauf die Konfiguration zu überdenken. Dank aufgelötetem Arbeitsspeicher und proprietärem SSD-Slot-Format ist ein Aufrüsten des RAMs oder des Solid State Drives im Nachhinein nur bedingt beziehungsweise nicht möglich. Dafür können sich die Lese- und Schreibraten des Flash-Speichers und die daraus resultierende Geschwindigkeit beim Geräte- und Programmstart sehen lassen. Im Durchschnitt liest die SSD mit 450 MB/s und beschreibt sich mit maximal 390 MB/s. In unserem Fall ist eine 256 GB große SSD aus dem Hause SanDisk verwendet wurden.

Business- und Sicherheitsfunktionen
Ausgestattet mit der Intel vPro Plattform bietet das Lenovo ThinkPad X1 Carbon eine hochwertige Sicherheitsausstattung. Angefangen beim Fingerabdrucks-Leser, der zur Windows-Anmeldung oder zur Sicherung von Programmstarts genutzt werden kann, bis hin zur Fernwartung, Fernsperrung und Nachverfolgung des Ultrabooks. Außerdem steht die Möglichkeit offen, das BIOS mit einem Passwort zu versehen und verschiedene USB-Geräte vom Anschluss abzuhalten. All dies kann auch aus der Ferne von einem vorab bestimmten Systemadministrator oder der IT-Abteilung Ihres Unternehmens durchgeführt werden. Zur Perfektion fehlt uns allerdings die mechanische Abdeckungsmöglichkeit der 720p Webcam oberhalb des Bildschirms. Lenovo selbst bietet ab Werk eine 3-Jahres-Garantie. Wollen Sie den Vor-Ort-Service oder den Austausch am nächsten Werktag in Anspruch nehmen, müssen Sie eine Garantieerweiterung beantragen. Gleiches gilt für einen zusätzlich abschließbaren Unfallschutz oder eine Garantieverlängerung auf 5 Jahre.

Beim 14 Zoll Bildschirm haben wir uns für eine entspiegelte Ausführung mit einer HD+ Auflösung von 1.600 x 900 Pixel entschieden. Eine Option auf FullHD (1.920 x 1.080 Pixel) hätte uns aufgrund des hohen Preises von über 1.700 Euro besser gefallen. Der Vorteil liegt hier bei den Geräten der ASUS Zenbook Prime Serie. Auch in Sachen Display-Helligkeit haben das ASUS Zenbook Prime UX31A (369 cd/m²) und das Samsung Serie 9 900X3C (415 cd/m²) die Nase vorn. Lenovos ThinkPad X1 Carbon verspricht uns laut Datenblatt 300 cd/m², von denen im Durchschnitt jedoch nur 280 cd/m² gemessen wurden. Der Kontrast liegt dafür mit maximaler Ausleuchtung bei überdurchschnittlichen 720:1. Gleiches gilt für die horizontale Blickwinkelstabilität. Durch die Mattierung des Bildschirms kann das Ultrabook durchaus im Außeneinsatz genutzt werden. Bei direkter Sonneneinstrahlung sind dennoch Helligkeitsverluste zu erkennen. Sollten Sie den internen Monitor im Bürobetrieb nicht nutzen wollen, steht Ihnen die Möglichkeit zur Verfügung, den Bildschirm um 180 Grad nach hinten zu klappen und ihn somit aus dem Sichtbereich zu entfernen. Das bietet sich vor allem an, wenn Sie die Tastatur und das Touchpad weiterhin benutzen und auf externe Eingabemittel verzichten.

Im Bereich der Emissionen ist das Urteil durchwachsen. Mit einer Laustärke von 32 Dezibel (A) in der Praxis und einer Akkulaufzeit von durchschnittlich 5,5 Stunden (maximal 9,5 Stunden) ist das Lenovo ThinkPad X1 Carbon gut aufgestellt. Auch die Temperaturen beim Umgang mit Word, Excel und Co. halten sich mit 32 Grad Celsius in Grenzen. Fordert man das Intel Ultrabook jedoch mit 3D-Anwendungen, Videorenderings oder mit einer aufwändigen Fotobearbeitung, steigen diese stellenweise auf bis zu 46 Grad Celsius an. Hierbei sollte das 14 Zoll Gerät keinesfalls auf dem Schoß bedient werden. Wer den internen Akku per BIOS deaktiviert oder bei voll geladener Batterie das Netzteil nutzt, muss mit einem Stromverbrauch von 17 bis 36 Watt rechnen.

Zusammenfassung

Das Lenovo ThinkPad X1 Carbon kann als eines der ersten Business-Ultrabooks im hektischen Büroalltag überzeugen. Mit Hilfe einer schnellen SSD, einem leistungsstarken Intel Core i5 Prozessor und optimalen Eingabegeräten lassen sich auch lange Meetings überstehen. Die besonders leichte und stabile Bauweise durch Kohlefaser fällt hierbei besonders positiv auf. Damit stellt das ThinkPad X1 Carbon eine gute Alternative zu den sonst mit Aluminium-Oberflächen ausgestatteten Ultrabooks der Konkurrenten ASUS und Samsung dar. Allerdings hinkt unser Testgerät der Konkurrenz in Sachen maximaler Displayauflösung, Helligkeit und Wärmeentwicklung hinterher. Diese Mängel kann das Lenovo ThinkPad X1 Carbon jedoch mit einer überdurchschnittlichen Vielzahl an Sicherheits- und Business-Funktionen wettmachen. Als Alternative bieten sich das Samsung Serie 9 900X3C mit deutlich hellerem Display oder das Fujitsu Lifebook U772 mit integriertem Docking-Port an.


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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,5 (Sehr gut)
  2. Display2,0 (Gut)
  3. Eingabegeräte1,5 (Sehr gut)
  4. Temperatur2,5 (Gut)
  5. Lautsprecher2,5 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche2,0 (Gut)
  7. Anschlüsse3,0 (Befriedigend)
  8. Akku und Energieverbrauch1,5 (Sehr gut)
  9. Software und Zubehör1,5 (Sehr gut)
  10. Leistung1,5 (Sehr gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark063502 Pkt.Max. 28871 Pkt.
3DMark11565 Pkt.Max. 15311 Pkt.
3DMarkVantage2592 Pkt.Max. 47497 Pkt.
PCMark74915 Pkt.Max. 6666 Pkt.
PCMarkVantage12421 Pkt.Max. 31224 Pkt.
PassMark Performance Test 7.01562 Pkt.Max. 19706 Pkt.
PassMark Performance Test (HDD Read)458 MB/sMax. 941.5 MB/s
PassMark Performance Test (HDD Write)389 MB/sMax. 781 MB/s
Everest RAM Read14462 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write20148 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz36.5 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read365.1 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen10512 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)4722 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)10102 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)4653 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)3775 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)8102 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)3812 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung92 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 22 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal9 Std. 29 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis5 Std. 32 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

17 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,017 kWh x 24,00 Cent = 8,94 EUR

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