© Copyright by Lenovo. Abbildung kann abweichen.Fotogalerie (13)
Bilder zum Test: Lenovo IdeaPad Yoga 13 MAM2RGE - Flexibles Ultrabook mit Potenzial

Beschreibung

Knapp 10 Monate sind ins Land gegangen, bis wir das Lenovo Yoga 13 im deutschen Handel begrüßen konnten. Nach der ersten Vorstellung auf der CES 2012 hat es das ungewöhnliche Convertible Ultrabook auch in unsere Redaktion geschafft. Mit patentierten 360 Grad-Scharnieren, vollwertigem Microsoft Windows 8 Betriebssystem und Touchscreen-Funktionalität möchte Lenovo aus dem Tross der Konkurrenz hervorstechen und die Kunden für sich einnehmen. Der Name Yoga sorgt für Aufmerksamkeit, hat aber nur wenig mit der indischen philosophischen Lehre zu tun, sondern bezieht sich viel mehr auf die körperlichen Übungen um Geist und Körper zu entspannen.

Beim Design orientiert sich der Hersteller an seiner IdeaPad Reihe wie dem Lenovo IdeaPad U310. Deckel und Unterseite der Basiseinheit sind von einer matten silbernen Kunststoffschicht überzogen und umschließen damit das schwarze Innenleben. Die Unterseite zeigt sich aufgeräumt und unzugänglich. Wartungsklappen fehlen, somit muss die komplette Unterseite abgenommen werden um Änderungen vorzunehmen. Das berührungsempfindliche Touchdisplay, sowie der Displayrahmen sind hingegen spiegelnd und speichern Fingerabdrücke begierig für die Nachwelt. Der schwarze Kunststoff der Handballenauflage weist eine weiche Kunstledertextur auf und ist dadurch leicht angeraut. Dies vermittelt einen wertigen Eindruck und lässt sich angenehm anfassen. Die Spaltmaße am Gehäuse sind gleichmäßig und sowohl die Basiseinheit, wie auch das Display sind sehr verwindungssteif. Die Scharniere sind straff angezogen und verhindern unbeabsichtigte Bewegungen des Bildschirms beim Bedienen des Touchscreens und bei Reisen im Auto oder der Bahn. Nutzt man das Gerät im Tablet-Modus, fixieren verbaute Magneten das Display an Ort und Stelle.

Lenovo setzt auch beim Yoga 13 auf eine Chiclet Tastatur mit schwarzen Tasten. Diese sind leicht gummiert und bieten auch verschwitzten Fingern einen guten Halt. Für längere Schreibeinsätze eignet sich die Tastatur allerdings nicht, da das Feedback schwammig und der Tastenhub kurz ist. Auch fehlt eine integrierte Hintergrundbeleuchtung, die in dieser Preisklasse durchaus zum Standard gehört. Direkt mittig, unterhalb des Tastaturfeldes sitzt ein großzügig dimensioniertes schwarzes Touchpad. Dabei sind die Tasten fest in der sensitiven Fläche integriert, nur ein kleiner Strich trennt die linke und rechte Maustaste voneinander ab. Multitouch-Gesten sind darauf leicht zu benutzen und die Navigation durchs Betriebssystem gestaltet sich unbeschwert und zügig.

Für ein Ultrabook ist das Schnittstellenangebot durchschnittlich. Wie bei vielen anderen Herstellern wurde der in die Jahre gekommene analoge VGA-Ausgang wegrationalisiert, was Besitzern älterer Beamer sauer aufstoßen könnte. Auch ein Ethernet Port, um eine kabelgebundene Verbindung in Netzwerke herzustellen, fehlt komplett. Die Verbindung wird somit über WLAN 802.11n und Bluetooth 4.0 abgewickelt. Die Möglichkeit ein optionales GPS oder WWAN nachzurüsten fehlt ebenso. Je ein USB Anschluss ist auf jeder Seite des Modells angebracht, von denen einer den aktuellen USB 3.0 Standard bietet. Aufgrund fehlender Adapter und ohne externen Hub fallen die Anschlussmöglichkeiten nur begrenzt aus. Ein 3,5 Millimeter Kombi-Port nimmt Mikrofone und Kopfhörer auf, ein 3-in-1 Kartenleser kümmert sich um die Einbindung von Speicherkarten und über einen integrierten HDMI-Ausgang können externe Bildschirme oder Beamer angebunden werden. Zusätzlich verbaut Lenovo eine Lautstärkewippe, einen OneKey Recovery Button sowie einen Knopf um die Bildschirmsperre zu aktivieren, damit sich der Bildschirminhalt nicht abhängig von der Neigung des Bildschirms dreht.

Der Lieferumfang ist übersichtlich. Neben dem Stromkabel und Netzteil liegen dem Paket nur Handbücher bei. Über Extras wie Adapter oder gar eine Laptophülle kann man sich also nicht freuen. Lenovo stattet das Yoga 13 mit einem Microsoft Windows 8 Betriebssystem in der 64 Bit Version aus. Neben einer 30 Tage-Testversion vom McAffee Internet Security ist Skype vorinstalliert. Auf einer zweiten Festplattenpartition befindet sich ein Bereich für die Wiederherstellung des Betriebssystems auf Werkzustand.

Die Stereo-Lautsprecher verstecken sich unterhalb der Chiclet-Tastatur und sind unterhalb der Handballenauflage integriert. Von außen sind sie nicht zu entdecken, Einsparungen oder eigene Lautsprechergrille fehlen. Die Klangqualität ist, gemessen an die Ultrabook-Klasse, durchaus gut. Bei zu hohen Lautstärken kommt es aber zu Verzerrungen und der Klang klingt etwas gedämpft. Audio-Enthusiasten sind hier mit guten Kopfhörern besser bedient.

Display:13.3" IPSAuflösung:1600 x 900
Prozessor:Intel Core i5 3317U / 1,7 GHzGrafikkarte:Intel HD Graphics 4000
Festplatte128 GB SSDRAM:8 GB
Laufwerk:ohne LaufwerkPlattform:Microsoft Windows 8 64-Bit-Edition
Akkulaufzeit:8 Std.Gewicht:1.54 kg
B x H x T:33.4 cm x 1.7 cm x 22.4 cmFarbe:grau

Auf dem Prüfstand

Lenovo liefert das Yoga 13 in verschiedenen Ausführungen aus. Unser Testgerät ist mit einem Intel Core i5-3317U Mittelklasse-Prozessor aus der dritten Prozessorgeneration Ivy Bridge ausgestattet. Dieser Stromsparprozessor kommt in vielen ultraschlanken Notebooks und Ultrabooks zum Einsatz, bietet er doch eine hohe Systemleistung bei gleichzeitig niedrigem Stromverbrauch. Die beiden Kerne liefern dabei eine Taktfrequenz von 1,7 GHz. Ihm zur Seite stehen 8 GB Arbeitsspeicher und eine pfeilschnelle mSATA SSD von Samsung mit 128 GB Speichervolumen. In unseren Tests erreichte sie eine durchschnittliche sequenzielle Lesegeschwindigkeit von 244,3 MB/s. Für die grafische Darstellung der Bildschirminhalte ist indes die im Prozessor integrierte Intel HD Graphics 4000 Einheit zuständig. 3D-Spiele zählen somit nicht zu den Stärken des Ultrabooks, ältere Spiele in niedrigen oder mittleren Detailstufen sind aber in einer Auflösung von 1.366 x 768 Pixel durchaus lauffähig. Durch den Einsatz der SSD ergibt sich ein hohes Arbeitstempo, Programme und Dateien werden schnell geöffnet und auch der Bootvorgang läuft deutlich schneller ab als bei Vergleichsprodukten mit langsamer HDD Festplatte.

Das Lenovo IdeaPad Yoga 13 bietet einen 13,3 Zoll Bildschirm mit einer Auflösung von 1.600 x 900 Pixel. Der kapazitive Touchscreen unterstützt dabei Multitasking-Gesten mit bis zu 10 Fingern die unabhängig von der Ausrichtung des Bildschirms funktionieren. Dank den 360 Grad-Scharnieren erfolgt der Wechsel vom Ultrabook- zum Tablet-Modus fließend. Die Tastatur und das Touchpad werden im Tablet-Betrieb kurzerhand vom Betriebssystem deaktiviert, was auch nötig ist, da Tastatur und Touchscreen eben mit der Unterfläche aufliegen. Die Mobilität ist im Tablet-Modus aufgrund des hohen Gewichtes von 1,54 Kilogramm aber eingeschränkt. Es ist damit schwerer als die Konkurrenz in Form eines ASUS Zenbook Prime Touch UX31A. Die erhöhte Stabilität des Gehäuses und die Wandelbarkeit bei der Nutzung wurde somit leider durch ein erhöhtes Gewicht erkauft.

Mit einer durchschnittlichen Helligkeit von 243 Candela pro Quadratmeter ist es aus Sicht eines Notebooks hell, im Hinblick auf ein Tablet aber nur unterer Durchschnitt. Gefallen gefunden haben wir allerdings an dem sehr ausgezeichneten Kontrastverhältnis in Verbindung mit einem tiefen und natürlich wirkenden Schwarz. So lassen sich Filme ohne matschige Grautöne überstehen. Bei direkter Sonneneinstrahlung sollte man wenn möglich die höchste Helligkeitseinstellung wählen, da sonst die auftretenden Spiegelungen den Blick auf den Bildschirminhalt erschweren. Auch bietet sich der Kauf eines Putztuches an, da vor allem in der Sonne jeder Fingerabdruck sichtbar wird. Durch die IPS-Displaytechnologie gibt es keine Farbinversionen oder große Helligkeitsverluste beim Betrachten aus verschiedenen Blickwinkeln.

Lenovo selbst verspricht eine maximale Akkulaufzeit von knapp 8 Stunden. Dies konnten wir in unserem Test aber zu keiner Zeit erreichen. Ohne Internetverbindung im Leerlauf ohne Last und bei abgedunkeltem Display erreichten wir eine maximale Laufzeit von 6 Stunden 19 Minuten. Der Energieverbrauch liegt in diesem Szenario bei 10,3 Watt. Unter voller Auslastung wenn Prozessor und Grafikkarte zu 100 Prozent ausgelastet sind, zieht sich das Ultrabook knapp 36,5 Watt aus der Steckdose und braucht den Akku innerhalb von einer Stunde und 40 Minuten auf. Daraus ergibt sich bei einer normalen Nutzung eine praktische Akkulaufzeit von rund 4 Stunden. Das leistungsfähige Innenleben braucht auch eine gute Kühlung. Die beiden integrierten Lüfter bleiben nie stehen, auch nicht im Windows Betrieb wenn keine Last anfällt. Dies bedeutet, dass das Yoga 13 selbst in ruhigen Arbeitsumgebungen stets wahrnehmbar ist. Die Temperaturen liegen im Durchschnitt bei rund 30 Grad Celsius auf Ober- und Unterseite und damit auf einem guten Niveau.

Zusammenfassung

Lenovo schafft es, den Bedienungskomfort eines Tablets mit den Funktionen und der Leistungsfähigkeit eines Notebooks zu koppeln. Dank der besonderen Scharniere klappt der Wechsel schnell und einfach. Die Verwindungssteifheit und Verarbeitungsqualität des Gehäuses ist dabei auf einem hohen Niveau. Durch die Verwendung von matten Arbeitsflächen und ohne Lifestyle-Akzente wirkt es edel und funktionell zugleich. Für den dauerhaften Betrieb als Tablet ist es mit rund 1,54 Kilogramm aber recht schwer. Auch die Tastatur könnte etwas besser sein, wenigstens eine Hintergrundbeleuchtung hätten wir uns hier gewünscht. Dank leistungsfähigem Innenleben und einem guten IPS-Display gestaltet sich die Bedienung im Windows 8 Betriebssystem einfach und intuitiv. Wer auf der Suche nach einem gut verarbeiteten Convertible-Gerät mit Windows 8 ist sollte sich das Yoga 13 auf jeden Fall genauer ansehen.


Ab 999,00 EUR sind Geräte aus der Serie verfügbar - Jetzt anzeigen
Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck 1,5 (Sehr gut)
  2. Display 2,5 (Gut)
  3. Eingabegeräte 1,5 (Sehr gut)
  4. Temperatur 3,0 (Befriedigend)
  5. Lautsprecher 2,0 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche 2,5 (Gut)
  7. Anschlüsse 2,0 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch 3,0 (Befriedigend)
  9. Software und Zubehör 2,0 (Gut)
  10. Leistung 2,0 (Gut)
Benchmark
Benchmarks Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
3DMark06 4377 Pkt. Max. 27244 Pkt.
3DMark11 569 Pkt. Max. 12363 Pkt.
3DMarkVantage 2671 Pkt. Max. 47497 Pkt.
PCMark7 4248 Pkt. Max. 6666 Pkt.
PassMark Performance Test 7.0 1378.6 Pkt. Max. 19706 Pkt.
PassMark Performance Test (HDD Read) 192.8 MB/s Max. 941.5 MB/s
PassMark Performance Test (HDD Write) 211.6 MB/s Max. 781 MB/s
Everest RAM Read 11693 MB/s Max. 20490 MB/s
Everest RAM Write 12640 MB/s Max. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz 45.7 ns Min. 27.6 ns
Everest HDD Random Read 244.3 MB/s Max. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen 9647 Pkt. Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single) 4300 Pkt. Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi) 7774 Pkt. Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL) 4847 Pkt. Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single) 3439 Pkt. Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi) 6996 Pkt. Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL) 4884 Pkt. Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung 94 Sek. Min. 32 Sek.
niedriger ist besser höher ist besser
Akkulaufzeit
Auslastung Erzielter Messwert Bestwert aller Tests
Vollast 1 Std. 44 Min. Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal 6 Std. 19 Min. Max. 23 Std. 32 Min.
Praxis 4 Std. 1 Min. Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

22 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,022 kWh x 24,00 Cent = 11,56 EUR

Kommentieren
Mit dem Absenden erklären Sie Ihr Einverständnis mit den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung.