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  3. Test Lenovo IdeaPad Y560p M61G3GE - Multimedia-Kraftpaket zum Schnäppchenpreis

Erster Eindruck vom Lenovo IdeaPad Y560p M61G3GE

Glänzendes Schwarz beherrscht das Gehäusedesign des Ideapads Y560p. Der Deckel ist aus gebürstetem Metall und wirkt mit eingeprägtem und silbernem Herstellerlogo hochwertig. Bis auf den Deckel besteht das Gehäuse aus Kunststoff. Das Chassis des Multimedia-Notebooks ist robust und hält Druck aus. An der Unterseite ist alles fest verschraubt.
Die Standardtastatur wirkt altmodisch. Übersichtlich sind die Funktionstasten und eine beleuchtete Navigationsleiste angeordnet. Durch Fingerziehen über diese Linie aus beleuchteten Punkten erscheint ein spezielles Fenster, aus dem sich häufig benutzte Programme, Dokumente oder Bild- und Musikdateien direkt aufrufen lassen.
Zwei JBL-Lautsprecher mit silberner Seiteneinfassung fallen auf. Ebenso orange Symbole an der Vorderseite der Tasten. Sie sollen helfen, Tastaturbefehle in Kombination mit der Fn-Taste schneller ausführen zu können.
Ein optischer Hingucker ist das Ideapad-Logo an der rechten Seite der Handballenauflage. Beim Start und Herunterfahren leuchtet es weiß auf.
Mit seinen Abmessungen zählt das Lenovo-Notebook mit 15,6-Zoll-Hochglanzdisplay zu den Geräten, die Desktop-PCs ersetzen. Es ist 38,5 Zentimeter breit, 25,5 Zentimeter tief und 3,3 Zentimeter hoch. Dabei wiegt dieses Multimedia-Notebook nur 2,7 Kilogramm.

Technische Daten und Ausstattung

Die leistungsfähige Hardware überzeugt im Test. Herzstück ist der aktuelle Vierkernprozessor Intel Core i7-2630QM der Sandy-Bridge-Serie. Das Q der Bezeichnung steht für Quad und weist auf die vier Rechenkerne des Prozessors hin. Je Kern hat er einen Takt von zwei Gigahertz. Mit der für die Prozessoren dieser Reihe überarbeiteten Turbo-Boost-2-Technik steigert sich der Takt auf bis zu 2,9 Gigahertz. Diese starke Beschleunigung startet dann, wenn Programme aufgrund ihrer Programmierung nur einen oder zwei Kerne des Prozessors nutzen. Durch Hyper-Threading kann er bis zu acht Rechenaufgaben gleichzeitig bearbeiten. Diese Rechenleistung ist enorm und bringt besonders Vorteile für das Konvertieren mehrerer Videodateien oder die Verschlüsselung ganzer Datenträger. Auch anspruchsvolle Filtereffekte von professionellen Bildbearbeitungsprogrammen berechnet er binnen Sekunden.
Intel hat wie bei allen aktuellen Prozessoren auch in ihn seinen HD-Grafikchip integriert. Dieses Powerpaket braucht 45 Watt Strom und ist nicht besonders sparsam. Das geht zulasten der Akkulaufzeit.
Die AMD Radeon HD 6570M gehört zur oberen Mittelklasse bei den Grafikkarten. Ähnlich wie Konkurrent Nvidia bietet AMD jetzt die HD3D-Technologie für seine Grafikkarten an. Die HD 6570M unterstützt damit Blu-ray-3D und 3D-Spiele für integrierte und externe Displays. Aktuelle Spiele laufen flüssig in einer Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten und hohen Details. Nur sehr anspruchsvolle Games wie Metro 2033 benötigen eine etwas reduzierte Detailrate.
Die Eyefinity-Technologie der Grafikkarte ermöglicht theoretisch die gleichzeitige Anzeige auf bis zu fünf zusätzliche Displays. Dafür wären jedoch fünf Minidisplayports nötig. Real gibt es aber nur einen VGA- und einen HDMI-Port.
Der neue UVD3-Video-Decoder, der jetzt aus Marketinggründen den Titel EyeSpeed trägt, kann zusätzlich zum Vorgänger auch Multi-View-Codec (MVC) und MPEG-4part 2 (DivX, xVid) entschlüsseln. Weiterhin gibt es Unterstützung für MPEG-4 AVC/H.264, VC-1, MPEG-2 und Adobe Flash-Videos. Trotz dieser Unterstützung ist nur ein DVD-Multibrenner an Bord.
Der DDR3-Arbeitsspeicher hat eine Kapazität von sechs Gigabyte. Das Maximum sind acht Gigabyte. Mit 750 Gigabyte hat die Festplatte viel Platz für Videos, Fotos oder Musik. Ein Pluspunkt: Digitales Antennenfernsehen (DVB-T) empfängt die im Lieferumfang enthaltene Zimmerantenne.
Die eingebauten Lautsprecher des amerikanischen Herstellers JBL unterstützen die Dolby-Home-Theater- und Dolby-Pro-Logic-IIx-Technologie. Diese Klangtechnologien sorgen für virtuellen 7.1-Surround-Sound aus diesen beiden Lautsprechern.

Anschlüsse

Die Anschlussvielfalt lässt kaum Wünsche offen. Vorne punktet das Lenovo Ideapad Y560p mit einem 6-in-1-Kartenleser, so dass sich Fotos von sämtlichen Speicherkarten problemlos auf die Festplatte kopieren lassen. Für externe Festplatten ist die eSATA-USB-2.0-Kombischnittstelle ideal geeignet.
Rechts stehen Kensington-Lock, Strom- und DVB-T-Anschluss sowie eSATA-USB-2.0-Kombi- und USB-2.0-Schnittstelle zur Verfügung. Unterhalb der beiden letzten Schnittstellen befindet sich ein Express-Card-Einschub.
Zum Anschluss analoger Projektoren und Bildschirmen dient eine VGA-Schnittstelle an der linken Seite. Zusätzlich zum Notebookdisplay lässt sich die Anzeige per HDMI-Anschluss auf digitalen Fernsehern oder Displays wiedergeben. Auf Drucker oder Maus greift das Lenovo Y560p über die beiden USB-2.0-Anschlüsse zu. Zwei Audioanschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer runden das Schnittstellenportfolio ab.

Software und Zubehör

Bescheiden ist die Softwareausstattung des Multimedia-Notebooks. Das kleine Microsoft-Office-2010-Starterpaket gehört genauso zum Standard wie das Sicherheitsprogramm Mc Afee Anti Virus Plus. Im Test erweist sich Power 2 Go V.5 von Cyberlink als gut zu bedienendes Brennprogramm für alle DVDs.
Die eigenen Programme von Lenovo lassen sich alle intuitiv bedienen, weil die jeweilige Benutzeroberfläche übersichtlicher gestaltet ist als die Einstellungsfunktionen des Betriebssystems Windows 7 Home Premium 64-Bit. Die Lenovo-Tools dienen zum Beispiel für die Einstellung der Funknetzwerke (WLAN) oder der Datensynchronisierung zwischen verschiedenen Festplatten oder Computern. Ein eigenes Steuerungsprogramm für die Webcam mit 1,3 Megapixel Auflösung zählt auch dazu.
TV-Programme lassen sich nur mit Maus oder Tastatur umschalten. Eine Fernbedienung gäbe es zwar, kostet jedoch extra. Schade!

Display

Hier hat Lenovo an falscher Stelle gespart. Das 15,6-Zoll-Display spiegelt und ist nur schwach beleuchtet. Es hat eine HD-ready-Auflösung von 1.366 x 768 Punkten. Das ist für ein Multimedia-Notebook zu wenig. Denn hochauflösende Filme von einem externen Blu-ray-Laufwerk kann es so nicht darstellen. Für die Ansicht von DVB-T ist das Bildformat 16:9 der Anzeige passend.
Zu klein sind auch die Blickwinkel. Bis 35 Grad aus der Idealposition bleibt das Bild nach links oder rechts stabil. Vertikal ist bei 15 Grad die Grenze.
Das schlechte Panel sorgt nicht für entspannten Filmgenuss, denn Schwarz wirkt wie Dunkelgrau. Das macht sich besonders bei Nachtszenen bemerkbar. Ansonsten gibt es keine Farbverfälschungen. Bei einigen TV-Programmen stören verpixelte Bewegungsstreifen und -unschärfen.
Die Messwerte in der Einheit Candela pro Quadratmeter (cd/m2) entsprechen der Leuchtkraft einer Kerze. Von links nach rechts steigen die Werte deutlich an. Am Schwächsten leuchtet das Display in der linken oberen Ecke mit 174,5 cd/m2. Die größte Leistung bringt die LED-Hintergrundbeleuchtung in der rechten unteren Ecke mit 189,3 cd/m2.

Eingabegeräte

Innovativ ist die Slide-Nav getaufte Leiste über der Tastatur. Die berührungsempfindliche und beleuchtete Leiste öffnet bei Berührung ein Fenster, in dem sich häufig genutzte Programme, Dokumente und anderes mit einem Klick starten lassen.
Viele Hersteller sparen sich den Schalter zum Aktivieren von WLAN. Beim Lenovo Ideapad gibt es ihn. Er befindet sich an der Vorderseite, direkt neben dem Kartenleser. Drei Knöpfe rechts neben der Tastatur regulieren die Lautstärke. Die Tastatur hat einen klaren Druckpunkt, einen langen Hub und ihre Tasten haben eine Mulde, in die sich die Fingerkuppe jeweils perfekt einfügt. Dadurch soll es weniger Tippfehler geben.
Die orangen Symbole an der Tastenvorderseite zeigen deutlich die Befehlskombinationen beim Verwenden der Fn-Taste an.
Das Touchpad liegt zentral unter der Leerzeichentaste. Gute Gleiteigenschaften erleichtern die Steuerung mit einem oder zwei Fingern. Allerdings ist der Übergang zur Handballenauflage kaum zu spüren.
Die beiden Tasten darunter sind leichtgängig und sprechen direkt an.

Temperatur

Ein guter Lüfter ist da am Werk. Die Temperaturen des Lenovo Ideapads Y560p überspringen nur knapp 30 Grad. Der leistungsstarke Prozessor und die Grafikkarte hätten anderes vermuten lassen. Ist die Erwärmung gering, hält das Notebook länger.

Betriebsgeräusche

Der Lüfter arbeitet ordentlich. Im Praxisbetrieb ist aber ein dumpfes Ventilatorengeräusch mit 38,2 Dezibel (dB(A)) deutlich hörbar. Bei Volllast erzeugt das Lenovo-Notebook einen hohen, fast schrillen Ton von 46,1 dB(A). Beim Gaming sind deshalb Kopfhörer zu empfehlen. Auch Videogucken ist am Ideapad Y560p kein Genuss. Bei Wiedergabe eines DVD-Films erzeugen Lüfter und Laufwerk gemeinsam 40,5 dB(A). Eine Daten-DVD rotiert mit 39,2 dB(A) etwas leiser. Das entspricht in etwa dem Schallpegel eines Radios auf Zimmerlautstärke. Im Minimalbetrieb schallt es mit 32,4 dB(A).

Leistung

Volle Leistung bringt der Vierkernprozessor Intel Core i7-2630QM. 32.144 Punkte sind ein gutes Ergebnis beim Everest-CPU-Queen-Test. Ein weiterer Beleg für die Leistungskraft ist der hohe Score von 16.953 beim Cinebench-R10-Multi-64-Bit-Test.
Die AMD-Grafikkarte Radeon HD 6570M belegt beim 3D-Mark-06-Test mit 8.656 Punkten einen hohen Rang. Der sechs Gigabyte große Arbeitsspeicher liest und schreibt schnell, was die hohen Punktzahlen beim Everest-RAM-Read- und –Write-Test beweisen.
Alle Hardwarekomponenten sind gut aufeinander abgestimmt. Diese Harmonie zeigen die 7.897 Punkte beim PC-Mark-Vantage-Check deutlich. Diese und weitere Ergebnisse beweisen, dass die Ausstattung des Lenovo Ideapads Y560p außerordentlich gut ist.

Akku und Energieverbrauch

Der Stromverbrauch liegt bei 30 Watt und ist für ein Multimedia-Notebook gering. Erfreulich ist, dass der Akku bei geringer Hardwarebeanspruchung sogar länger hält, als der Hersteller verspricht. Dann kommt das Lenovo Ideapad Y560p fünf Stunden und 55 Minuten ohne Netzstromanschluss aus. Lenovo spricht lediglich von bis zu fünf Stunden.
Im Praxisbetrieb läuft es mit Akku nur vier Stunden. Bei anspruchsvollen Spielen oder intensiver Fotobearbeitung beträgt die Akkulaufzeit nur 50 Minuten.

Praxis

Weniger das Spiegeln, als vielmehr die schlechte Beleuchtung des Displays stören beim Ansehen von Filmen, Fotos oder Musikclips. Das digitale Antennenfernsehen (DVB-T) ist auf diesem Display ebenfalls eine Qual. Pixelige Bewegungsstreifen vermiesen bei einigen digitalen Privatkanälen den Fernsehabend. Die Geräuschkulisse von Lüfter und DVD-Laufwerk ist auf Dauer störend.
Die Lautsprecher haben einen guten Klang, selbst tiefe Bässe geben sie gut wieder. Die Tastatur ist ausgewogen, gibt nicht nach und reduziert durch klassische Tastenform das Risiko von Tippfehlern. Das Touchpad reagiert äußerst schnell und hat gute Gleiteigenschaften.
Programme laufen flüssig ab. Grund dafür sind der gute Prozessor und die Grafikkarte, die zur oberen Mittelklasse zählt.
Die Icon-Sammlung, die sich durch Berührung der Slide-Nav-Leiste öffnet, erinnert an das Apple-Dock. Allerdings hat Apple dies wesentlich besser gelöst. Die Bedienung erschließt sich intuitiv und reagiert auch schnell. Die Leistensteuerung mit Fingerziehen über die beleuchteten Punkte ist besonders am Anfang gewöhnungsbedürftig.
Ein von Lenovo angekündigter Lichtsensor, der die Bildschirmhelligkeit an das Umgebungslicht anpassen soll, ist nicht auszumachen. Weder innerhalb der Lenovo-Programme noch in der Systemsteuerung. Eine automatische Anpassung findet nicht statt.

Zusammenfassung

Das Lenovo Ideapad Y560p macht durch den starken Vierkernprozessor Intel Core i7-2630QM und die Grafikkarte AMD Radeon HD 6750M den Eindruck eines Multimedia-Kraftpakets. Es ist trotz des zu dunklen 15,6-Zoll-Displays aber kein kleines Licht in seiner Geräteklasse. Durch manuelle Regulierung lässt sich dieses Problem auf Kosten der Akkulaufzeit beheben.
Alle Programme laufen schnell und flüssig. Beim digitalen Antennenfernsehen (DVB-T) kommt es bei manchen Digitalkanälen zu Bewegungsunschärfen. Ob es an Übertragungsschwierigkeiten des Antennenfernsehens oder an einem schlechten DVB-T-Tuner liegt, lässt sich nicht abschließend klären.
Noch besser wäre das Notebook mit einem Blu-ray-Laufwerk. Überzeugend ist bei der guten Hardwareausstattung der Preis von unter 1.000 Euro. Deshalb geht der Daumen für die Kaufempfehlung nach oben.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,1 (Gut)
  2. Ausstattung2,1 (Gut)
  3. Display4,0 (Ausreichend)
  4. Eingabegeräte2,0 (Gut)
  5. Temperatur2,5 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche3,5 (Befriedigend)
  7. Anschlüsse2,2 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch2,6 (Befriedigend)
  9. Software und Zubehör3,2 (Befriedigend)
  10. Leistung1,7 (Gut)
  11. Praxis2,9 (Befriedigend)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark068656 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage7897 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read15098 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write14835 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz57.9 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read73.2 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen32144 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)4623 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)16953 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)7497 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)3726 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)14187 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)7567 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung180 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast0 Std. 50 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal5 Std. 55 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis4 Std. 0 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

30 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,030 kWh x 24,00 Cent = 15,77 EUR

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