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  3. Test Lenovo G560 M2756GE - Guter Allrounder in unauffälligem Gehäuse

Erster Eindruck vom Lenovo G560 M2756GE

Rauen Kunststoff-Charme verbreitet das Lenovo G560 0679-6KG als günstiges Allround-Notebook. Die matte Oberfläche des Deckels gibt Fingerabdrücken keine Chance. Das gesamte Gehäuse ist in Schwarz gehalten. Außer beim 15,6-Zoll-Display zeigt sich nirgendwo eine glänzende Fläche. Abgesehen vom Firmenschriftzug auf dem Deckel gibt es keine schmückenden Elemente wie silberne Streifen, farbig leuchtende LEDs oder ausgefallen geformte Funktionstasten. Auch die Lautsprecher fallen nicht auf. Mit einem Wort: unscheinbar.
Durch die raue Oberfläche wirkt das gesamte Chassis des Notebooks griffig und robust. Nur beim Hochheben knarrt es direkt beim Laufwerk etwas. Grund: eine locker sitzende Bodenplatte über dem DVD-Laufwerk. Ansonsten ist die Stabilität der Basiseinheit gut. Auch der Deckel sitzt stramm in den Scharnieren und kann so seine Position halten. Selbst ein Nachwippen bleibt aus. Der maximale Öffnungswinkel beträgt 150 Grad.
Das Hochglanzdisplay mit 15,6 Zoll Bildschirmdiagonale dürfte die Arbeit unter freiem Himmel wegen der Spiegelungen des Sonnen- und Umgebungslichts erschweren.

Technische Daten und Ausstattung

Das 2,5 Kilogramm leichte Lenovo G560 erledigt seine Aufgaben relativ schnell. Dafür sorgt die Intel-Core-i3-350M-CPU mit zwei Prozessorkernen und 2,26 Gigahertz Taktung. Der Intel-Prozessor besitzt zwar kein Turbo-Boost wie seine größeren Brüder, aber Hyper-Threading. Dadurch können die beiden Prozessorkerne vier Aufgaben gleichzeitig bearbeiten. So gewinnen beispielsweise das Betriebssystem Windows 7 Home Premium 64-Bit sowie Büroanwendungen an Fluss.
Der Intel Core i3-350M besitzt wie alle Core-i-Prozessoren einen integrierten Grafikchip. Er ist bei Standardanwendungen wie Surfen, Textverarbeitung und anderen einfachen Programmen aktiv. Erst bei grafisch anspruchsvollen Anwendungen wie Bildbearbeitung oder Spielen übernimmt die eingebaute Grafikkarte Nvidia Geforce G310M die Arbeit.
Diese gehört zum Einstiegssegment. Sie basiert auf dem GT218-Chip und wird im 40-Nanometer-Verfahren hergestellt. Die Karte unterstützt DirectX bis zur Version 10.1 und OpenGL 3.0. Vorteilhaft ist ihr niedriger Stromverbrauch.
Der Smart-Cache des Intel-Core-i3-350M-Prozessors ist drei Megabyte groß. In diesem Zwischenspeicher legt der Prozessor häufig genutzte Daten ab und kann somit bei erneuter Anforderung schneller darauf zugreifen. Der integrierte Speichercontroller des Intel Core i3-350M kommuniziert mit einem bis zu acht Gigabyte großen DDR3-Arbeitsspeicher. In diesem Fall misst der Arbeitsspeicher vier Gigabyte.
Die Leistung des Intel Core i3-350M ist für viele Zwecke ausreichend. Auch für Multimediaaufgaben wie die Wiedergabe von FullHD-Filmen und das Bearbeiten von Fotos ist der Prozessor gut geeignet.
Die 500 Gigabyte große Festplatte bietet genügend Platz für viele Programme sowie Bild- und Video-Daten.

Anschlüsse

Für den Privatanwender genügen die Anschlüsse. Drei USB-2.0-Schnittstellen, von denen zwei auf der linken und eine auf der rechten Seite sitzen, sind Standard bei Notebooks. Ebenso obligatorisch sind Mikrofon-, Kopfhörer- sowie der VGA-Anschluss, an den sich analog ein Beamer oder Fernseher älterer Generation anschließen lässt. Sehr praktisch ist der 5-in-1-Kartenleser an der Vorderseite. Highlight ist der ExpressCard-34-Schacht an der linken Seite. Mit entsprechenden Erweiterungskarten ließe sich hier zum Beispiel eine Firewire- oder USB-3.0-Schnittstelle nachrüsten. Ein HDMI-Anschluss fehlt. Eine Digitalverbindung zu modernen Flachbildfernsehern ist somit unmöglich.
Die maximal erzielbare Datenrate liegt in einem kabelgebundenen Ethernet-Netzwerk bei 100 Megabit pro Sekunde. Der Maximalwert der WLAN-Funkverbindung liegt mit 300 Megabit pro Sekunde deutlich höher.
Die internen Lautsprecher sind erheblich zu leise und betonen die mittleren Tonfrequenzen. Besser klingt es über den Kopfhörerausgang.

Software und Zubehör

Die Anzahl vorinstallierter Programme ist im Vergleich zu anderen Allround-Notebooks gering. An Bord ist das Betriebssystem Windows 7 Home Premium 64-Bit. Die Office 2010 Starter-Version umfasst Word und Excel. Der Zusatz des komfortablen E-Mail-Programms Outlook ist ratsam.
Die Kooperation mit Cyberlink bringt dem G560 einige gute Anwendungen unter Lenovo-Branding. Das Power2Go-Brennprogramm erschließt sich dem Nutzer schnell. Die Webcam-Steuerung übernimmt YouCam3, das für Videochats auch spaßige Bild- und Toneffekte liefert. Das McAfee Security Center schützt 30 Tage gegen Viren, Trojaner und andere Schädlinge aus dem Netz.
Wem die Netzwerkkonfiguration der Internetverbindung unter Windows zu kompliziert ist, findet mit Lenovo Ready Comm schneller zum Ziel. Das bei Windows 7 übliche Live-Paket mit Mail-, Schreib- und Chatprogramm ist fertig zum Gebrauch. Mit dem Video Converter Platinum von Xilisoft lassen sich Videoformate umwandeln. Diesem Allround-Notebook hätte noch die Kooperation des Herstellers mit einem Spieleanbieter wie Big Fish Games, Zylom oder Wild Tangent gut getan. Auf Dauer werden die wenigen Windows-Games langweilig.

Display

Das 15,6-Zoll-Display spiegelt die komplette Umgebung wieder und erschwert so in hell erleuchteten Räumen und unter freiem Himmel die Lesbarkeit. Es ist im Durchschnitt mit 221 Candela pro Quadratmeter (cd/m²) gut beleuchtet und die Farben wirken echt und klar. Am hellsten ist die LED-Hintergrundbeleuchtung des Bildschirms im Zentrum mit 230 cd/m². Unten rechts ergab sich der Minimalwert von 214 cd/m². Die Beleuchtungsunterschiede halten sich allerdings in Grenzen und fallen kaum auf.
Ein Abweichen von der Idealposition um etwa 45 Grad nach links oder rechts macht die Bildschirmdarstellung unkenntlich. Entsprechend verhält es sich vertikal bei etwa 20 Grad. Entscheidenden Ursache für die schlechten Werte: das Hochglanzdisplay.

Eingabegeräte

Die schwarze Standardtastatur ist leichtgängig und hat einen deutlichen Druckpunkt. Nur über dem DVD-Laufwerk gibt sie etwas nach. Langfristig können sich Staub und Schmutzpartikel in den großen Zwischenräumen festsetzen und so unter die Tasten gelangen. Der Nummernblock ist gerade bei der Tabellenkalkulation hilfreich.
Das Touchpad reagiert schnell auf die Fingersteuerung. Im Auslieferungszustand ist die Gestensteuerung mit zwei Fingern nicht aktiv. Scrollen, Zoomen oder Drehen mit zwei oder mehr Fingern klappt erst nach dem Einschalten in der Treibersoftware. Die Maustasten liegen in einer Mulde.

Temperatur

Der Lüfter leistet gute Arbeit. Das gesamte Gehäuse bleibt mit 33 Grad handwarm. 33,7 Grad ist der höchste gemessene Wert. Somit wird auch der Schoß nicht zu warm.

Betriebsgeräusche

Die gute Kühlung ist auch gut zu hören. Unter Volllast rotiert der Lüfter des Lenovo G560 mit 42,3 Dezibel (dB (A)). Das entspricht ungefähr einem Radio auf Zimmerlautstärke. Ein Filmgenuss von DVD ist dagegen mit 37,4 dB (A) möglich. Dies kommt einem leisen Gespräch gleich. Beim Installieren oder Brennen von CD oder DVD dröhnt es mit 50,5 dB (A).

Leistung

Das Lenovo G560 ist mit dem Intel-Prozessor Core i3-350M und der Nvidia-Grafikkarte Geforce G310M den meisten Anwendungen gewachsen. Ist der Raum nicht allzu hell beleuchtet, stellt auch die Filmwiedergabe auf dem spiegelnden Display kein Problem dar. Word, Excel, im Internet surfen und chatten funktioniert auf diesem Allround-Notebook unkompliziert. Allerdings muss der Anwender bei aktuellen Spielen mit grafisch hohen Anforderungen Abstriche machen. Das zeigt auch das Ergebnis des Benchmarks 3DMark06, in dem das Lenovo G560 mit 3.756 relativ wenig Punkte erreicht.
Das Multitasking, also das zeitgleiche Öffnen mehrerer Programmfenster, funktioniert tadellos. Das gute Zusammenspiel von Prozessor, Arbeitsspeicher und Festplatte gibt das gute Ergebnis der Systemleistung beim PCMarkVantage-Test wieder: Dort erreicht das Allround-Notebook 4.838 Punkte.
Für Einsteiger ist dieses Notebook gut geeignet. Für Leute, die mehr Multimedialeistung erwarten, ist ein Notebook mit Core-i5-Prozessor empfehlenswert. Dieser verfügt über Turbo-Boost, dem virtuellen Übertakten.

Akku und Energieverbrauch

Der Stromverbrauch liegt mit 38 Watt im Mittelfeld. Der Akku hält bei Volllast nur eine Stunde und zehn Minuten durch, bevor das Stromkabel in die Steckdose muss. Ebenso wenig überzeugt die Akkulaufzeit bei Standardanwendungen mit nur drei Stunden und einer Minute. Längstens hält eine Akkuladung vier Stunden und sechs Minuten. Die übliche Akkulaufzeit bei Notebooks sollte sechs Stunden sein.

Praxis

Das Lenovo G560 ist von Office-Programmen bis hin zur einfachen Bildbearbeitung für fast alles geeignet. Bei topaktuellen Spielen stößt es an seine Grenzen. Aber es genügt für den alltäglichen Einsatz. Die leichtgängige Tastatur inklusive Nummernblock macht das Arbeiten an diesem Computer leicht. Das Touchpad lässt sich leicht bedienen. Die Maustasten liegen in einer Mulde, woran sich der Nutzer erst gewöhnen muss.
Das Hochglanzdisplay schränkt bei optimaler Beleuchtung kaum ein. Direkt vor dem Display bleiben die Farben echt und ohne Grauschleier. Die Webcam liefert gute Bilder, die bei Videochats mit zusätzlichen Effekten wie zum Beispiel einer Bombenexplosion Spaß machen. Die leichten Bewegungsunschärfen sind kein Problem.
Ein DVD-Film oder ein Videoclip aus dem Internet läuft ruckelfrei. Die Lautsprecher sind etwas schwach und ein Kopfhörer ist empfehlenswert.
Das mattschwarze Kunststoffgehäuse ist stabil. Statt eines Fingerabdrucklesers hilft die Veriface-Lösung, die Gesichtserkennung per Webcam, dieses Allround-Notebook vor unbefugten Fremdnutzern zu schützen.

Zusammenfassung

Das Lenovo G560 mit 15,6-Zoll-Display ist ein Allround-Notebook mit kleinen Schwächen. Für Einsteiger ist dieser 2,5 Kilogramm leichte Computer ebenso zu empfehlen wie für den normalen Privatnutzer. Leistungsbewusste Anwender, die mehr Multimedia-Anwendungen und Spiele nutzen, sollten etwas mehr Geld investieren und auf Notebooks mit Core-i5-Prozessor setzen. Büroanwendungen laufen flüssig. Internetseiten öffnen sich schnell, sofern die Funkverbindung (WLAN) zum DSL-Router besteht. Bei der Kabelverbindung (LAN) ist das etwas langsamer.
Mit der Grafikkarte Nvidia Geforce G310M bereiten auch aktuelle Spiele Spaß. Nur bei grafisch anspruchsvollen Games streckt das G560 die Flügel. Für heutige Nutzerbedürfnisse negativ: der fehlende HDMI-Anschluss. Durch die griffige, raue Oberfläche liegt das Lenovo G560 gut in der Hand. Die geringe Akkulaufzeit enttäuscht.
Etwas spartanisch fällt die Softwareausstattung aus. Mitbewerber haben oft Kooperationen mit Spieleanbietern geschlossen und bieten Flash-Games wie Wimmelbild-Spiele gratis an. Einige Konkurrenzgeräte haben auch eine Bildbearbeitung an Bord.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,5 (Gut)
  2. Ausstattung1,8 (Gut)
  3. Display3,0 (Befriedigend)
  4. Eingabegeräte2,0 (Gut)
  5. Temperatur2,2 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche3,2 (Befriedigend)
  7. Anschlüsse2,5 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch4,0 (Ausreichend)
  9. Software und Zubehör3,0 (Befriedigend)
  10. Leistung2,1 (Gut)
  11. Praxis2,7 (Befriedigend)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark063756 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage4838 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read7292 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write5449 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz100.9 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read54.3 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen12140 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)3003 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)6959 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)3040 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)2417 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)5767 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)3003 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung308 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 10 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal4 Std. 6 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis3 Std. 1 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

38 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,038 kWh x 24,00 Cent = 19,97 EUR