1. Startseite
  2. Notebook Tests
  3. Test HP Spectre XT Ultrabook 13-2000eg- Kurz vor dem Ziel gescheitert?

© Copyright by HP. Abbildung kann abweichen.Fotogalerie (13)
Bilder zum Test: HP Spectre XT Ultrabook 13-2000eg- Kurz vor dem Ziel gescheitert?

Das HP Envy 14 Spectre war auf der Consumer Electronics Show 2012 (CES) der Hingucker unter den Ultrabooks. Innen und außen war das Modell komplett mit kratzfesten Gorilla-Glas ummantelt. Der Nachfolger HP Spectre XT verzichtet auf dieses Material und setzt bei der Gehäuse-Gestaltung auf ein schlankeres Design mit Aluminium Materialien. Die maximale Bauhöhe liegt bei 17,7 Millimetern und das Gewicht bei 1,4 Kilogramm. Der Deckel besteht aus gebürstetem Aluminium, ebenso die Handballenauflage und das Tastaturbett. Oberhalb der Tastatur befindet sich eine perforierte Aluminium-Oberfläche, in der neben dem Netzschalter zwei Lautsprecher Platz finden. Zwei weitere Boxen befinden sich am rechten und linken Rand der Unterseite. Im Gegensatz zum metallischen Gehäuse verwendet HP beim Displayrahmen schwarzen Klavierlack, der in Verbindung mit dem spiegelnden Display für zahlreiche Reflektionen sorgt. Einer guten Verarbeitung steht dieses Manko nicht im Weg. Sowohl die Basiseinheit als auch der Bildschirm bieten eine gute Verwindungssteifigkeit. Die Scharniere hingegen haben es schwer den Aluminium-Deckel in unruhigen Situationen, zum Beispiel bei einer Bahn- oder Autofahrt, in Zaum zu halten. Das Öffnen des Ultrabooks mit einer Hand ist hier der einzig positive Aspekt.

Eine matt-schwarze Chiclet-Tastatur bietet einen kurzen Hub und ein klares Feedback. Außer bei den verkleinerten Pfeiltasten ist der Abstand der einzelnen Tasten zueinander groß genug, um sich positiv auf den Schreibkomfort auszuwirken. Eine integrierte Hintergrundbeleuchtung erleichtert das Arbeiten in dunklen Umgebungen oder bei Nacht. Das Touchpad sitzt mittig unterhalb der Tastatur und ist wie beim HP Envy 4 in einer kleinen Vertiefung der Handballenablage eingelassen. Die Tasten sind dabei fest in der sensitiven Fläche integriert und durch einen horizontalen Strich optisch abgetrennt. Die fein strukturierte Touchpad-Oberfläche erlaubt eine zügige Navigation und überzeugt ebenso bei der Verwendung von Multitouch-Gesten.

Das Angebot an Anschlüssen fällt bei Ultrabooks, bedingt durch die Bauhöhe und die schmale Abmessung, immer etwas kompakter aus als bei klassischen Notebooks. HP geht noch einen Schritt weiter und lässt den veralteten, analogen VGA-Ausgang komplett unter den Tisch fallen. Einziger Anschluss für Beamer, Monitore und Fernseher ist der digitale HDMI-Port. Von den insgesamt zwei USB-Schnittstellen bietet nur eine den aktuellen USB 3.0 Standard. Speicherkarten aus Kameras können an einem 2-in-1-Kartenleser (SD, MMC) aufgenommen werden. Unterhalb einer Abdeckung verbirgt sich ein vollwertiger Gigabit-LAN-Anschluss. Zudem stehen WLAN 802.11n (inkl. WiDi) und Bluetooth 4.0 zur Kommunikationen bereit. Zu Gute halten kann man HP, dass alle Anschlüsse im Standard-Layout vorliegen und somit keine zusätzlichen Adapter notwendig sind.

Beim Sound setzt HP erneut auf die Beats-Audio-Technik. Positive Auswirkungen auf das Klangerlebnis hat diese aber nicht. Die Maximallautstärke der insgesamt vier Lautsprecher ist zu gering, Musikstücke wirken sehr höhenlastig und ohne Bass kraftlos. Der Sound-Primus Dell XPS 14 oder ein ASUS Zenbook bietet hier einen deutlich besseren Klang. Mit geeigneten, sündhaft teuren Kopfhörern ließe sich wohl ein Unterschied feststellen, aber die verbauten Stereo-Lautsprecher im HP Spectre XT können nicht überzeugen. Vorbildlich hingegen zeigt sich das Software-Angebot. Das vorinstallierte Windows 7 Home Premium (64 Bit) bietet eine vollwertige Version von Adobe Photoshop Elements 10 und Adobe Premiere Elements 10, deren aktueller Straßenpreis bei circa 70 Euro liegt. Die kostenfreie Microsoft Office 2010 Starter Edition steuert Word und Excel bei.

Technische Daten

Display:13,3"Auflösung:1366 x 768
Prozessor:Intel Core i5 3317U / 1,7 GHzGrafikkarte:Intel HD Graphics 4000
Festplatte128 GB SSDRAM:4 GB
Laufwerk:ohne LaufwerkPlattform:Microsoft Windows 7 Home Premium SP1 64-Bit
Akkulaufzeit:k.A.Gewicht:1.39 kg
B x H x T:31.6 cm x 1.77 cm x 22.4 cmFarbe:silber

Auf dem Prüfstand

Das HP Spectre XT ist mit einem aktuellen Intel Core i5-3317U (ULV) Stromsparprozessor ausgestattet. Dieser kann durch einen moderaten Stromverbrauch von maximal 17 Watt nicht nur die Akkulaufzeit positive beeinflussen, sondern erledigt auch leistungshungrige Aufgaben vergleichsweise schnell. Dank Intels Turbo Boost Technologie kann der Takt des Zweikern-Prozessors kurzzeitig auf bis zu 2,6 GHz angehoben werden. Ausgestattet mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher zeigt sich das neue Ultrabook ebenso leistungsstark wie der Vorgänger HP Envy 14 Spectre und bietet genug Leistungsreserven um die alltäglich anfallenden Büroaufgaben spielend leicht zu erledigen. Als Grafikkarte kommt die im Prozessor integrierter Intel HD Graphics 4000 zum Einsatz.

Tempo macht auch das 128 GB fassende Solid State Drive (SSD), das Windows 7 in knapp 20 Sekunden einsatzbereit macht und in zwei Sekunden aus dem Standbyaufwachen lässt. Mit hohen Übertragungsraten von 417,9 MB/s bei Lese- und 249,8 MB/s bei Schreibvorgängen öffnen sich Programme ohne nennenswerte Verzögerung. Optional kann man die vorhandene Recovery-Partition löschen, die knapp 16,6 GB Speicherplatz für sich beansprucht.

Bisher gesammelte Wertungspunkte bei der Verarbeitung, den Eingabegeräten und der guten Systemleistung werden vom Display fast gänzlich zunichte gemacht. Hier hat HP den Rotstift gezückt und präsentiert uns ein 13,3 Zoll fassendes TFT-Panel mit spiegelnder Beschichtung. Ausgeschaltet machen das Display und sein dünner Rahmen eine gute Figur. Beim Einschalten allerdings erkennt man eine weitere Bildschirmeinfassung auf Panel-Ebene. Somit täuscht HP nur vor, das so genannte „Thin-Bezel“-Design zu verwenden. War beim Envy 14 Spectre noch eine Auflösung von 1.600 x 900 Pixel möglich, muss man sich nun mit einer Standard-HD-Auflösung von 1.366 x 768 Pixel zufrieden geben. Für Ausflüge ins Freie sollte man das HP Spectre XT lieber nicht einplanen. Mit einer durchschnittlichen Helligkeit von mageren 185 Candela pro Quadratmeter lassen sich in Verbindung mit der spiegelnden Oberfläche Bildschirminhalte nur in dunkleren Umgebungen komplett einsehen. Das maximale Kontrastverhältnis von 109:1 fällt auch alles andere als multimediatauglich aus.

Der Energiehunger ist durch den verwendeten Ultra-Low-Voltage Prozessor (ULV) niedriger als bei herkömmlichen Notebooks. Sofern sich das HP Spectre XT im Leerlauf befindet, gibt es sich mit 8,5 Watt bei eingeschalteter Tastatur-Hintergrundbeleuchtung zufrieden. Fast unhörbar leise tritt das Lüftungssystem in diesem Szenario mit einer Lautstärke von nur 26 Dezibel (A) auf. In einer praxisnahen Nutzung mit einer Kombination aus Video-Playback, Surfen und Büroanwendungen pendelt sich die Lautstärke bei doch hörbaren 37,1 Dezibel (A) ein.

Während die Temperaturen im normalen Windows Betrieb zwischen 28 und 31 Grad Celsius schwanken, ergaben sich unter Last trotz Klimaanlage teils sehr hohe Temperaturen von 53 Grad Celsius auf der Unterseite und auf dem Tastaturbett. Im Durchschnitt liegen die Temperaturen bei erhöhten 34 Grad Celsius. Der vier Zellen starke und fest verbaute Lithium-Ionen-Akku bietet eine maximale Laufzeit von 8 Stunden und 57 Minuten bei abgedunkeltem Display und ohne Internetnutzung. Bei einem Szenario aus Surfen, HD-Videowiedergabe und Bearbeiten von Bildern und Dokumenten ergibt sich eine realistische Laufzeit von 5 Stunden und 7 Minuten. Die Konkurrenz von ASUS und Dell bietet in diesem Bereich bessere Werte.

Zusammenfassung

Hewlett Packard hat beim Spectre XT 13-2000eg fast alles richtig gemacht, kann im Test aber dennoch nicht überzeugen. Das Gehäuse besticht durch eine gute Verarbeitung und hochwertige Materialien. Auch bei den Eingabegeräten gibt es keine Klagen, da sowohl Tastatur als auch Touchpad erstklassig auftreten. Das Anschlussangebot ist mit einem USB 3.0 Anschluss etwas spartanisch, aber durchaus Ultrabook typisch. Der Intel Core i5 Prozessor und eine schnelle SSD sorgen zudem für ein schnelles Arbeitstempo. Als ultra-mobiles Gerät wird das HP Spectre XT allerdings nicht Fuß fassen, da das stark spiegelnde, schlecht ausgeleuchtete und niedrigauflösende Display für alles andere als den Außenbereich konzipiert wurde. Die vergleichsweise lange Akkulaufzeit und das geringe Gewicht können diese Manko auch nicht mehr schönreden.


Andere Notebooks von HP - Jetzt anzeigen

Andere Notebooks von HP - Jetzt anzeigen

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,5 (Sehr gut)
  2. Display4,0 (Ausreichend)
  3. Eingabegeräte2,0 (Gut)
  4. Temperatur3,0 (Befriedigend)
  5. Lautsprecher3,0 (Befriedigend)
  6. Betriebsgeräusche3,0 (Befriedigend)
  7. Anschlüsse2,5 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch2,0 (Gut)
  9. Software und Zubehör1,5 (Sehr gut)
  10. Leistung2,0 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark065224 Pkt.Max. 28871 Pkt.
3DMark11606 Pkt.Max. 15311 Pkt.
3DMarkVantage3109 Pkt.Max. 47497 Pkt.
PCMark75299 Pkt.Max. 6666 Pkt.
PCMarkVantage12337 Pkt.Max. 31224 Pkt.
PassMark Performance Test 7.01483.7 Pkt.Max. 19706 Pkt.
PassMark Performance Test (HDD Read)417.9 MB/sMax. 941.5 MB/s
PassMark Performance Test (HDD Write)249.8 MB/sMax. 781 MB/s
Everest RAM Read14069 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write18704 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz44.2 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read357.9 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen9671 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)4473 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)9247 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)4088 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)3460 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)7408 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)4010 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung94 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 16 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal8 Std. 57 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis5 Std. 7 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

12 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,012 kWh x 24,00 Cent = 6,31 EUR

Kommentieren
Mit dem Absenden erklären Sie Ihr Einverständnis mit den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung.