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Bilder zum Test: HP Envy 14-3000eg SPECTRE - Cebit 2012: Ultrabook mit Klassifizierungs-Problemen

Vergleicht man das HP Envy 14-3000eg Spectre mit dem angeblichen Hauptkonkurrenten Apple Macbook Air, befindet sich das kommende 14-Zoll Ultrabook scheinbar in der falschen Kategorie. Bei einem Gewicht von 1,8 Kilogramm und einer Höhe von 20 Millimetern erinnert das Gerät stark an eine Mischung aus Macbook Pro und den vom iPhone bekannten Glas-Elementen. Im Vergleich dazu sind die Apple Unibody-Gehäuse der Pro-Serie lediglich 4 Millimeter dicker und nur 200 Gramm schwerer. Fingerabdrücke werden von den glänzenden Flächen an der Oberseite und der Soft-Touch-Beschichtung an der Unterseite zudem magisch angezogen, dafür sorgt das kratzfeste Glas für eine fast schon perfekte Verwindungssteifigkeit. Die Arbeitsumgebung rund um die Tastatur ist hingegen mit Aluminium eingehüllt. Der schwere Deckel wird von stark angezogenen Scharnieren gehalten, die ein Öffnen mit einer Hand nicht erlauben. Dafür wird dieser auch in unruhigen Situationen (Bahn- oder Autofahrt) problemlos gehalten.

Trotz deutlich unterschiedlicher Meinungen der Pressekollegen auf der Cebit von Ort, kann sich Hewlett Packard durchaus von anderen Ultrabooks und Subnotebooks absetzen und auf den ersten Blick einen Wow-Effekt erzeugen. Einzig die Spalte, welche die Tastatur von einem Direktaufliegen des Displays verhindert, zeigt sich sehr groß. Somit könnte es im schlechtesten Fall dazu führen, dass Schmutz oder kleinere Gegenstände ungewollt in den Innenraum gelangen und die Arbeitsumgebung sowie die Bildschirmoberfläche beschädigen können. Gleiches gilt für den eher unschön aufgebauten Übergang zwischen gläserner Handballenauflage und eingelassener Tastatur.

An den Eingabegeräten an sich gibt es trotz scheinbarem Vorserien-Status nur wenig zu bemängeln. Die Tastatur im Chiclet-Design besitzt eine einstufige Hintergrundbeleuchtung und weist einen angenehm kurzen Hub und klaren Druckpunkt auf. Für Vielschreiber sollte sich also auch die finale Serienvariante des HP Envy 14-3000eg Spectre eignen. Die HP Radiance Technologie, welche die Tastaturbeleuchtung mit einem Näherungssensor steuern soll, funktionierte beim ausgestellten Ultrabook noch nicht. Am Macbook orientiert, zeigt sich das Touchpad mit zusätzlichen Maustasten, die in die sensitive Fläche des Pads integriert wurden. Die feine Struktur und die Multitouch-Funktionalität konnten vor Ort überzeugen. Das Ausstellungstück ist jedoch bereits in Mitleidenschaft geraten und musste hunderte Eingaben erfahren. Somit war auch eine deutlich Abnutzung des Touchpads zu erkennen.

Spartanisch zeigt sich das Anschlussportfolio. Die 20 Millimeter breiten Seitenränder würden hier mehr Möglichkeiten zulassen. Dennoch beschränkt sich das HP Envy 14-3000eg Spectre auf zwei USB-Schnittstellen, von denen eine mit dem schnelleren USB 3.0 Standard umgehen kann. Externe Bildschirme können Nutzer via Mini-DisplayPort oder über einen vollwertigen HDMI-Anschluss mit dem Gerät verbinden. Hinzu kommt eine SD/MMC Kartenleser und ein Kopfhörer-Port im 3,5 Millimeter Klinke-Format. Die Kommunikation mit dem Internet erfolgt via Gigabit-Ethernet (LAN) und einem Intel Centrino Advanced-N 6230 WLAN-Modul. Letzteres kann ebenfalls mit Bluetooth und der Wireless Display Technologie (WiDi) umgehen. Bis auf die Stromzufuhr, das Kensington Lock und ein Lautstärkeregler befinden sich alle Anschluss an der linken Seite des Geräts. Da alle nah beieinander liegen, kann es bei größeren Modulen – z.B. UMTS-Sticks – dazu kommen, dass benachbarte Schnittstellen blockiert werden.

Technische Daten

Display:14"Auflösung:1600 x 900 ( WSXGA )
Prozessor:Intel Core i5 2467M / 1.6 GHzGrafikkarte:Intel HD Graphics 3000
Festplatte128 GB - SSDRAM:4 GB
Laufwerk:optional - externPlattform:Microsoft Windows 7 Home Premium 64-Bit-Edition
Akkulaufzeit:9 Std.Gewicht:1.8 kg
B x H x T:32.7 cm x 2.0 cm x 22.1 cmFarbe:Natursilber

Auf dem Prüfstand

Das HP Envy 14-3000eg Spectre wird von einem Intel Core i5-2467M Prozessor angetrieben. Die zwei physikalischen CPU-Kerne können mit Hilfe der Turbo Boost 2.0 Funktion eine maximale Taktrate von 2,3 GHz erreichen. Zwei zusätzliche Kerne werden zur besseren Aufgabenverteilung über die Hyper Threading Technologie simuliert. Ein eher kleines Aufgabenfeld decken zudem die vier Gigabyte Arbeitsspeicher und die 128 GB große SSD ab. Im Gegensatz zu einer mechanischen Festplatte (HDD) kann das hier verwendete Laufwerk schnellere Lese- und Schreibraten bieten und somit Lade- und Bootzeiten deutlich verkürzen. Im Optimalfall beträgt die Zeit für das Hochfahren des vorinstallierten Windows 7 Home Premium Betriebssystem 15 bis 20 Sekunden.

Als Hauptaufgabengebiet sieht Hewlett Packard den Umgang mit bekannten Büroanwendungen – zum Beispiel die Microsoft Office 2010 Software – oder das Surfen im Internet. Die Leistung der aktuellen Ultrabooks reicht aber ebenfalls für die Wiedergabe von HD-Medien aus. Eine knapp bemessene Speicherkapazität der SSD verhindert jedoch das Archivieren großer Datenmengen. Somit ist der Nutzer oftmals auf eine externe Festplatte oder eine Cloud-Lösung angewiesen. Eine dedizierte Grafikkarte besitzt das Gerät nicht, es kommt die im Prozessor integrierte Intel HD Graphics 3000 zum Einsatz. Für Spiele ist das stromsparende System nicht geeignet. Mit dem Beats Audio-System unterstreicht das HP Envy 14-3000eg Spectre dennoch die Multimedia-Tauglichkeit. In einem Praxis-Test konnten die Lautsprecher jedoch erst überzeugen, als der integrierte Beats-Equalizer angepasst wurde. Ohne diese Optimierung kämpft das 14-Zoll Ultrabook mit einer starken Mittenlastigkeit.

Die Themen Akkulaufzeit und Display-Qualität will HP vor allem in diesem, stark mobilen Segment ernst nehmen. Auf dem Datenblatt verspricht der Hersteller ein Durchhaltevermögen von bis zu 9 Stunden. Ein integrierter 58 Wh Lithium-Polymer Akku könnte diese Laufzeit sogar ermöglichen. In einem praktischen Szenario rechnen wir vor unseren ausführlichen Tests mit Akkulaufzeit von 5-6 Stunden. Die durchschnittliche Ausleuchtung des glänzenden HD+ Bildschirms (1.600 x 900 Pixel) liegt bei 252 Candela pro Quadratmeter. Somit ist das Gerät für den Außeneinsatz zwar geeignet, direkte Sonneneinstrahlung sollte jedoch trotzdem gemieden werden. Mit einem Kontrast von maximal 426:1 unterstreicht das HP Envy 14-3000eg Spectre zudem weiter seine Multimedia-Einordnung. Die Blickwinkelstabilität des Displays zeigt sich für ein TN-Panel typisch. In der Vertikalen treten Helligkeitsverluste bereits bei einer Abweichung von 30 Grad auf, während im horizontalen Bereich bis zu 75 Grad möglich sind.

Zusammenfassung

Mit einem Preis von 1.399 Euro gehört das HP Envy 14-3000eg Spectre nicht zu den günstigsten Geräten der Ultrabook-Klasse. Vor allem das hohe Gewicht und die fast schon überdimensionierte Abmessung könnten das Gerät genauso gut in die Subnotebook-Kategorie katapultieren. Überzeugen konnte die durchweg gute Verarbeitung mit Glas-Applikationen an Deckel, Handballenauflage und Bildschirm. Abstriche müssen Nutzer bei der Outdoor-Tauglichkeit hinnehmen. In wenigen Wochen wird sich zeigen, ob sich die hoch ausgeschriebene Akkulaufzeit bewährt und der 14-Zoller trotz Klassifizierungs-Problemen und baldiger Ablösung durch die Intel Ivy Bridge Plattform trotzdem auf dem deutschen Markt Fuß fassen kann. Die Weichen stehen gut, sich von der breiten Masse abzuheben. Zum gleichen Preis erhalten Ultrabook-Interessenten jedoch auch ein Apple Macbook Air oder ein Samsung Serie 9 Subnotebook mit ähnlicher Ausstattung.


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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,5 (Sehr gut)
  2. Display2,5 (Gut)
  3. Eingabegeräte2,0 (Gut)
  4. Temperatur2,0 (Gut)
  5. Lautsprecher2,0 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche2,0 (Gut)
  7. Anschlüsse3,0 (Befriedigend)
  8. Akku und Energieverbrauch1,0 (Sehr gut)
  9. Software und Zubehör2,0 (Gut)
  10. Leistung3,5 (Befriedigend)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
Videokonvertierung120 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Maximal9 Std. 0 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
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