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Bilder zum Test: Fujitsu Lifebook U772 Rot - Eifriger Geschäftsmann mit versteckten Schwächen

Das Fujitsu Lifebook U772 muss sich in Bezug auf die Optik nicht vor den trendigen Lifestyle-Ultrabooks verstecken. Der knallige Kontrast unserer Schwarz-roten Farbvariante zieht in jedem Szenario die Blicke auf sich. Wer es weniger offensiv mag, kann zur klassischen silbernen Version greifen. Klare Linien, ein dünner Displayrahmen und der Fingerabdruckscanner im schwarz gehaltenen Innenraum verleihen dem Ultrabook einen Hauch von Professionalität. Das stabile Magnesiumgehäuse wurde außen matt beschichtet und im Arbeitsraum leicht gebürstet. Der blau leuchtend umrandete Netzschalter passt perfekt in das stylische Gesamtbild. Die Verarbeitung des Ultrabooks kann sich sehen lassen. Mit derart geringen Spaltmaßen und einer vollkommen verwindungssteifen Basiseinheit steht das U772 auch Kollegen im Unibody-Gehäuse in Sachen Stabilität in nichts nach. Trotz der geringen Dicke des Displaydeckels haben wir unsere Schwierigkeiten das Display zu verbiegen. Das sehr breite, mittig platzierte Displayscharnier lässt zwar ein wenig Nachwippen zu, ist aber sehr gut ausbalanciert und ermöglicht das Öffnen mit einer Hand ohne die Basis anzuheben. Auf einer sehr holprigen Autofahrt kann es aber mangels Widerstand dazu kommen, dass das Display in den extrem weiten Öffnungswinkel von fast 160 Grad rutscht.

Die Eingabegeräte sind gewöhnungsbedürftig, die Tastatur kratzt hart an der Geschäftstauglichkeit des Ultrabooks und das nicht nur mit der Abwesenheit einer in der Preisklasse üblichen Hintergrundbeleuchtung. Die Chiclet-Tastatur verwirrt uns mit ihrem extrem kurzen Tastenhub und nicht wirklich einheitlichen und undeutlichen Druckpunkt. Das leicht federnde Tastaturbett erschwert unsere Bemühungen, den richtigen Anschlag zu finden. Mit einer gehörigen Portion Vertrauen lässt sich aber auch ohne Feedback tippen und die resultierenden Texte geraten erstaunlich sauber. Für Vielschreiber mit hohem Anspruch an Schreibkomfort katapultiert sich das Fujitsu Lifebook U722 jedoch von der Merkliste. Das Multitouchpad versucht das mit guten Gleiteigenschaften, präzise umgesetzten Mehrfingergesten und zwei knackigen Mausersatztasten ein wenig wieder gutzumachen. Besonders das Scrolling im Internet erscheint uns sehr direkt.

Auch bei der Ausstattung gibt es nichts zu meckern, im Gegenteil etwas Lob zu verteilen. Die zwei USB 3.0, ein ladefähiger USB 2.0 Port sowie HDMI, SDXC-Kartenleser, HD-Webcam, Kopfhörerbuchse, Kensington-Lock und Gigabit-LAN (per Adapter) gehören zur Basisausstattung. Darüber hinaus bietet das U772 jedoch eine Menge Business- und Sicherheitsfeatures. Das TPM-Modul und der Fingerabdruckscanner beispielsweise schützen Daten vor Fremdzugriff, ebenso wie Intels Anti-Theft Technologie welche das Notebook im Falle eines Diebstahls abschirmt. Auch die drahtlose Kommunikation verlässt sich nicht nur auf WLAN a/b/g/n mit Dualband-Antennen und Bluetooth 4.0. Unter dem Display an der Rückseite befindet sich ein vollwertiger SIM-Kartenslot um den Zugang zu schnellem mobilen Breitbandinternet über UMTS oder LTE zu ermöglichen. Der für 120 Euro separat erhältliche Port-Replikator erweitert das Anschlussportfolio über den Docking-Port an der Gehäuseunterseite um vier USB 3.0 Anschlüsse, VGA, DVI und einen eSATA-Port.

Softwareseitig ist die Ausstattung ebenso umfangreich. Als Betriebssystem wurde Microsoft Windows 7 Professional vorinstalliert, mittels eines Hardware-Reset-Schalters auf der Gehäuseunterseite lässt sich der Werkszustand des Gerätes schnell und unkompliziert wiederherstellen. Für die Integration des Notebooks in das Ökosystem eines Unternehmens finden sich Intel vPro und Active Management 8.0. Auch die Sicherheitsfeatures wie Intel Anti Theft Technologie, der Fingerabdruckscanner, das optionale TPM Modul und Passwortschutz sind mit einer entsprechenden Software vertreten.

Technische Daten

Display:14"Auflösung:1366 x 768
Prozessor:Intel Core i5 3427U / 1,8 GHzGrafikkarte:Intel HD Graphics 4000
Festplatte128 GB SSDRAM:4 GB
Laufwerk:ohne LaufwerkPlattform:Microsoft Windows 7 Home Premium SP1 64-Bit
Akkulaufzeit:10 Std.Gewicht:1.4 kg
B x H x T:32.7 cm x 1.56 cm x 22.5 cmFarbe:rot schwarz

Auf dem Prüfstand

Das Fujitsu Lifebook U772 kann für die Bedürfnisse des Käufers konfiguriert werden. Mit zwei Intel Core i5, einem Core i7, zwischen 2 und 8 GB Arbeitsspeicher und 128 GB bis 256 GB SSD oder 320 bis 500 GB Festplatte inklusive 32 GB SSD Cache finden sich zahlreiche Variationen. Unser Testgerät rechnet mit einem flotten Intel Core i5-3427U, 4 GB Arbeitsspeicher und einer 128 GB SSD. Mit einem Basistakt von 1,8 GHz und einem Turbo von bis zu 2,8 GHz gehört der Intel Core i5-3427U zu den flotteren Stromsparprozessoren und bewältigt Büroanwendungen, Multimedia, Internet und selbst komplexere PowerPoint-Präsentationen problemlos. Wer große Bild- oder Videodateien bearbeiten muss, sollte von 4 auf 8 GB Arbeitsspeicher aufstocken. Die 128 GB SSD verhilft dem System mit Leseraten von 392,7 MB/s und Schreibraten von 184,9 MB/s zu einer flotten Geschwindigkeit. Effektiv können wir nur etwas weniger als 95 GB nutzen, der Rest ist für Wiederherstellungs- und die Ruhezustandspartition reserviert. Zum Spielen eignet sich die integrierte Intel HD Graphics 4000 Grafikeinheit nicht wirklich, moderne Titel werden meist nur in niedrigen Detailstufen flüssig dargestellt.

Dank einem „Thin-Bezel“-Design findet in dem Magnesiumgehäuse mit den Abmessungen eines 13,3-Zollers auch ein 14,0 Zoll großes, mattes Display Platz. Mit der Standard-HD-Auflösung von 1.366 x 768 Pixel und einer durchschnittlichen Helligkeit von 174 Candela pro Quadratmeter hebt sich das Display nicht sonderlich vom Durchschnitt ab. An die von Fujitsu versprochenen 220 Candela kommt es leider nicht heran und direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden. Das maximale Kontrastverhältnis fällt mit 176:1 eher mager aus. Die matte Beschichtung ermöglicht die Arbeit an schattigeren Plätzen im Freien oder in sehr hellen Büroräumen ohne störende Reflexionen zu produzieren. Die Soundausgabe funktioniert leider in unterirdischer Qualität. Der Klang der Stereolautsprecher ist kraftlos und höhenlastig. In einem Straßencafé wird wohl schon ein Videotelefonat akustisch untergehen. Käufer sollten immer Kopfhörer oder externe Lösungen für Präsentationen dabei haben.

Hinsichtlich des Stromverbrauchs und der Akkulaufzeit ordnet sich das Fujitsu Lifebook U772 in der gehobenen Mittelklasse unter den Ultrabooks ein. Bei 10 Watt Verbrauch im Leerlauf hielt es maximal 8 Stunden und 52 Minuten durch. Wenn man surft oder Texte schreibt, liegt der Verbrauch mit 12,4 Watt sehr nahe beim Leerlauf. Unter voller Auslastung werden 39 Watt gefordert und die Batterie ist nach 1 Stunde und 14 Minuten aufgebraucht. Im Alltag ist mit etwas mehr als 5 Stunden Laufzeit zu rechnen. Mit einer Durchschnittstemperatur von 34,2 Grad Celsius bewegt sich das Business-Ultrabook von Fujitsu in einem angemessenen Rahmen. Die sparsamen Komponenten erlauben dem Lüfter sogar ein komplettes Abschalten im Leerlauf, in der Praxis bleibt er in der Regel unter 35 Dezibel (A). Auch wenn die Kühllösung unter höchstmöglicher Belastung mit 41 Dezibel (A) immer noch recht leise bleibt, ist ein unangenehm hohes Fiepen zu vernehmen.

Zusammenfassung

Das Fujitsu Lifebook U772 bietet eine stylische Optik, große Ausstattungsvielfalt, hervorragende Verarbeitung und viele Businessfeatures um es Systemadministratoren in großen Unternehmen leicht zu machen. Es ist mit dem matten 14-Zoll Bildschirm, moderater Akkulaufzeit, 1,4 Kilogramm Gewicht und optionalem UMTS/LTE sehr mobil und nahezu prädestiniert für das ihm zugedachte Anwendungsgebiet. Wären da nicht die Schwächen bei den Kernkompetenzen: Die Tastatur macht längere Texte zur Qual, selbst moderne Smartphones haben bessere Lautsprecher und die Helligkeit des Displays kämpft an hellen Tagen um die Lesbarkeit. Besonders die Tastatur entpuppt sich als K.O. Kriterium. Interessenten bleibt nichts anderes als Intels für 2013 geplante Business-Ultrabook Offensive abzuwarten oder für das Lenovo ThinkPad X1 Carbon deutlich tiefer in die Tasche zu greifen und auf den Docking Port zu verzichten.


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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,5 (Sehr gut)
  2. Display4,0 (Ausreichend)
  3. Eingabegeräte4,5 (Ausreichend)
  4. Temperatur3,0 (Befriedigend)
  5. Lautsprecher4,5 (Ausreichend)
  6. Betriebsgeräusche2,5 (Gut)
  7. Anschlüsse1,5 (Sehr gut)
  8. Akku und Energieverbrauch2,0 (Gut)
  9. Software und Zubehör1,5 (Sehr gut)
  10. Leistung1,5 (Sehr gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark063487 Pkt.Max. 28871 Pkt.
3DMark11561 Pkt.Max. 15311 Pkt.
3DMarkVantage2589 Pkt.Max. 47497 Pkt.
PassMark Performance Test 7.01452.6 Pkt.Max. 19706 Pkt.
PassMark Performance Test (HDD Read)392.7 MB/sMax. 941.5 MB/s
PassMark Performance Test (HDD Write)184.9 MB/sMax. 781 MB/s
Everest RAM Read11921 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write13173 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz49.6 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read325.3 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen10459 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)4705 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)10009 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)4650 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)3725 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)8038 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)3792 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung91 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 14 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal8 Std. 52 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis5 Std. 4 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

25 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,025 kWh x 24,00 Cent = 13,14 EUR

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