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  3. Test Dell XPS 17 - Multimedia-Bolide in klassischem Design

Erster Eindruck vom Dell XPS 17

Das rund 3,6 Kilogramm schwere Multimedia-Notebook Dell XPS 17 L701X hat einen Deckel aus silber-eloxiertem Aluminium, eine schwarze Basiseinheit aus gebürstetem Aluminium und eine Bodenplatte aus Silber lackiertem Kunststoff. Die Verarbeitung ist gut. Nichts ist locker.
Das Notebook hat auf festen und glatten Oberflächen einen stabilen Stand. Die Diagonale des Hochglanzdisplays misst 17,3 Zoll. Der Deckel ist in einer Mulde und von der Rückseite abgerückt. Die stabilen Scharniere sind nicht zu sehen. Durch diese Bauart hat das Dell-Notebook nur einen Öffnungswinkel von bis zu 140 Grad. Das Display rückt so näher an den Anwender, verlängert aber gleichzeitig die Tiefe.
Wie bei seinem kleinen Bruder, dem Dell XPS 15, liegen die meisten Anschlüsse an der Rückseite. Das ist für die tägliche Arbeit mit dem Notebook sowohl für Links- als auch für Rechtshänder hilfreich, weil die Kabellage nicht stört. Allerdings überrascht der Sitz der beiden JBL-Lautsprecher vorne in der Handballenauflage. Sie erreichen zusammen mit dem Subwoofer in der Bodenplatte 22 Watt Musikleistung. Für Lautsprecher ist das ein ungewöhnlicher Ort, weil Hände und Unterarme diese verdecken können. Bei Spielen ist das seltener der Fall.
Dieses Multimedia-Notebook ist ein idealer Ersatz für den Schreibtisch-PC. Es kann einen PCvollwertig ersetzen. Typisch für diesen Gerätetyp sind große Gehäusemaße. Das XPS 17 ist gut 41 Zentimeter breit, knapp 29 Zentimeter tief und zwischen 3,28 und 3,85 Zentimeter hoch. Die Höhe steigt von vorne nach hinten an. Mit einem 9-Zellen-Akku erreicht die Höhe hinten sechs Zentimeter.
Auch Tastatur und Nummernblock sitzen stabil im Gehäuse und geben nicht nach. Ebenso verhält es sich mit dem Touchpad.

Technische Daten und Ausstattung

Die Hardware des Dell XPS 17 verspricht eine hohe Multimedialeistung..
Der Intel Core i7-740QM gilt als Highend-Prozessor. Er ist ein originärer Vierkernprozessor und verfügt über Hyperthreading und Turboboost. Jeder Kern hat eine Taktfrequenz von 1,73 Gigahertz (GHz). Die Turboboost-Funktion erlaubt, den Takt jedes Kerns bei Bedarf auf bis zu 2,93 GHz anzuheben. Der Anwender merkt davon nichts.
Alle Multimedia-Anwendungen meistert dieser Prozessor mit Bravour, ob es nun das Konvertieren von Filmen oder das Verschlüsseln kompletter Festplatten ist. Aktuelle 3D-Spiele gibt der Prozessor in Verbindung mit einer hochwertigen Grafikkarte in höchsten Details wieder. Bei seiner maximalen Leistungsaufnahme von 45 Watt läuft das Notebook nicht lange im Akkubetrieb.
Die eingesetzte Grafikkarte Nvidia Geforce GT 445M zählt allerdings eher zur Mittelklasse. Sie ist für Gelegenheitsspieler durchaus geeignet, die allerdings bei den neuesten Ego-Shootern zum Teil Abstriche in der Darstellungsqualität von Details machen müssen.
Die Nvidia-Grafikkarte unterstützt DirectX 11 und OpenGL 4.1. Damit stellt sie in Spielen die neuesten Effekte dar. Die Grafikkarte nutzt die Version 4 des integrierten Video-Decoders und entlastet damit den Hauptprozessor. Nur bei Bedarf schalte die Nvidia-Optimus-Technik vom sparsamen Intel-Grafikchip auf die leistungsfähige Grafikkarte. Dies reduziert den Stromverbrauch deutlich und hebt die Akkulaufzeit an. Die Grafikkarte arbeitet schnell und sparsam und eignet sich für Multimediafreunde und Gelegenheitsspieler.
Eine 640-Gigabyte-Festplatte und vier Gigabyte großer DDR3-Arbeitsspeicher runden das hochwertige Ausstattungspaket ab.

Anschlüsse

Die meisten Anschlüsse sind beim Dell XPS 17 klar an der Rückseite. Vorteil dadurch ist das kaum sichtbare Kabelgewirr. Die wenigen Ports an den Seiten sitzen alle relativ weit hinten und stören nicht bei der Nutzung einer Maus. Es gibt eine USB-2.0- und eine eSATA-USB-2.0-Kombi-Schnittstelle. Der 9-in-1-Kartenleser links, das DVD-Multilaufwerk rechts sowie die drei Audio-Schnittstellen lassen sich an den Seiten komfortabler nutzen als an der Rückseite.
Hier stehen HDMI-1.4-, Minidisplayport und Ethernet-Steckplatz sowie zwei USB-3.0-Ports zur Verfügung.
Wegen des fehlenden VGA-Ports lässt sich das Notebook nicht an einen analogen Bildschirm oder Beamer anschließen.
Allerdings haben Intel und einige Notebookhersteller bereits das Ende von VGA und DVI angekündigt.

Software und Zubehör

So hochwertig die Hardware und zahlreich die Schnittstellen auch sind, so ist die Softwareausstattung doch sehr knapp bemessen. In der Microsoft Office 2010 Starter-Edition sind abgespeckte Versionen von Word und Excel enthalten. Als Schutzsoftware dient das McAfee Security Center. Eine Registrierung mit Namen und E-Mail ist notwendig.
Das Dell-Dock am oberen Bildschirmrand ist leicht zu bedienen. In ihm finden wichtige und häufig benutzte Programme Platz. Für Backups, sowohl auf einem externen Datenträger als auch auf einem Online-Speicher, gibt es das Dell-DataSafe-Programm. Das vorinstallierte Brennprogramm Roxio Burn verspricht mit übersichtlicher Oberfläche einfache Bedienung.
Wie bei allen Notebooks mit dem Betriebssystem Windows 7 Home Premium (64-Bit) ist auch das Programmpaket Windows Live an Bord. Es enthält Programme zur Film- und Fotobearbeitung, eine einfache Textverarbeitung sowie ein Messenger- und E-Mail-Programm.

Display

Ein Multimedia-Notebook benötigt ein Display mit hoher Auflösung und guter Darstellung.
Das Hochglanzdisplay hat 17,3 Zoll Bilddiagonale und eine HD+-Auflösung mit 1.600 x 900 Pixeln. Damit erreicht es nicht die FullHD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten, wie man sie bei Blu-ray-Filmen findet. Diese Unterschiede sind auf dem Display kaum festzustellen und erst auf größeren Fernsehern erkennbar.
Beim Multitasking fällt dieser Nachteil jedoch deutlicher auf. Denn ein Bildschirm mit FullHD-Auflösung bietet Programmfenstern mehr Platz. Dadurch brauchen etwa Word- und Browserfenster und weitere keine ständige Verkleinerung oder Vergrößerung. Eine Alternative wäre, das jeweils verwendete Programmfenster im Vollbild zu öffnen und die anderen jeweils über die Taskleiste aufzurufen.
Trotz Hochglanzdisplay spiegeln sich zum Beispiel Zimmerlampen nur bei direkter Einstrahlung. Die Standortwahl sollte also nicht auf den Schreibtisch mit Lampe im Rücken oder im Sommer auf den sonnigen Balkon fallen.
Das 17,3-Zoll-Display verfügt über eine gute LED-Hintergrundbeleuchtung. Die Helligkeit ist mit durchschnittlich 230 Candela pro Quadratmeter (cd/m2) noch gut. Ein Candela beschreibt die Helligkeit einer Kerze. Große Unterschiede in einzelnen Bereichen des Displays gibt es nicht. Die Werte liegen verhältnismäßig dicht beieinander. Wobei der hellste Bereich am unteren Bildschirmrand liegt. Die höchste Leuchtkraft gibt es in der Mitte am unteren Rand. Am Dunkelsten ist die Bildschirmhelligkeit in der oberen linken Ecke mit 207 cd/m2.
Beim Testgerät sind die Farben klar und ohne Verfälschungen. Der horizontale Betrachtungswinkel liegt bei etwa 170 Grad. Von der idealen Sitzposition nach oben oder unten abweichend kehren sich die Farben ab rund 50 Grad um.

Eingabegeräte

Die Standardtastatur hat ausreichend breite Tasten mit deutlicher Buchstaben- und Ziffernbeschriftung. Nur die Pfeiltasten sind kleiner. Dafür gibt es noch einen Nummernblock. Beim Tippen gibt die gesamte Tastatur in keinem Bereich nach. Die Tasten verfügen über einen klaren Druckpunkt und sind leichtgängig. Das Klickgeräusch ist relativ leise und stört nicht beim konzentrierten Arbeiten. Direkte Reaktion erleichtert etwa die Textbearbeitung.
Das Touchpad hat eine angenehme Größe und die Finger können gut und ohne abzurutschen über die Oberfläche gleiten. Es unterstützt Multitouch-Befehle beziehungsweise Gestensteuerung. Diese ist im Testgerät direkt aktiviert. Im zugehörigen Treiberprogramm lässt sich diese auf Wunsch ab- und anschalten. Die Maustasten unter dem Touchpad sind ebenfalls leichtgängig und machen kaum Geräusche. Das Touchpad spricht direkt an.
Die Webcam hat eine Auflösung von zwei Megapixeln. Ihre guten Bilder mit klaren Farben unterliegen kaum einer Bewegungsverzögerung. Mit dem zugehörigen Programm lassen sich Bild- und Soundeffekte wie etwa eine Bombenexplosion als Cartoon einfügen.

Temperatur

Sehr leistungsfähige Hardwarekomponenten haben normalerweise eine hohe Erwärmung des Notebooks zur Folge. Hier nicht. Die Kühlung leistet gute Arbeit. Das Dell XPS 17 erwärmt sich nur in einem kleinen Bereich auf der Unterseite auf maximal 35,3 Grad. Den niedrigsten Wert meldet das Thermometer mit 28 Grad am rechten Rand der Unterseite.

Betriebsgeräusche

Der effektive Lüfter ist leider auch gut zu hören. Unter Last rotiert er mit einer Lautstärke von 49 Dezibel (dB(A)). Im Standardbetrieb sinkt die Geräuschentwicklung auf ein erträgliches Maß von 39 dB(A). Ein leises Rauschen von 34 dB(A) erklingt im Leerlauf.
Das Kopieren oder Installieren von Programmen von einer CD oder DVD ist mit 50 dB(A) am lautesten. Dagegen passt sich das Notebook bei der Filmwiedergabe dem niedrigen Geräuschpegel von 39 dB(A) des Lüfters im Standardbetrieb an.

Leistung

Die Hardwareausstattung zählt zum Highend-Bereich. Das gute Ergebnis von 6.667 Punken beim PCMarkVantage-Benchmark zeigt, dass auch die einzelnen Komponenten vom Prozessor, über Grafikkarte bis hin zum Arbeitsspeicher gut aufeinander abgestimmt sind.
Die Nvidia-Grafikkarte Geforce GT 445M arbeitet ordentlich und ist auch für neuere Spiele geeignet. Das belegt das überragende Ergebnis des 3DMark06-Tests mit 11.030 Punkten.
Prozessorintensive Tests können das Dell XPS 17 mit dem Intel-Core-Prozessor i7-740QM nicht schrecken. Beispiele dafür liefern die Leistungsüberprüfungen mit Cinebench R10. Hierbei muss das Testnotebook ein komplexes Bild berechnen. Dabei greift das Testprogramm entweder auf einen Prozessorkern (Single-Core) oder auf alle Kerne (Multi-Core) zu.
Bereits mit einem Kern liefert das Dell XPS 17 im 64-Bit-Modus mit 3.885 Punkten ein ordentliches Ergebnis ab. Höchstleistungen vollbringt es bei Aufbietung aller Kerne. Dann erreicht es 10.929 Punkte.
Die Videokonvertierung eines 20 Minuten langen Films erledigt das Multimedia-Notebook in knapp über fünf Minuten.
Mit vier GB hat der DDR3-Arbeitsspeicher Standardgröße. Er lässt sich dank leicht abschraubbarer Speicherklappe in der Bodenplatte leicht auf bis zu acht GB vergrößern. Die höchste Leserate des Speichers liegt gemäß dem Everest-RAM-Read-Test bei 13.680 Megabyte pro Sekunde (MB/s). Die Schreibrate (Everest RAM Write) liegt mit 11.606 MB/s etwas darunter. Die Zugriffszeit, auch Speicherlatenz genannt, ist mit 50,5 Nanosekunden (Everest RAM Latenz) im Vergleich zu anderen Notebooks niedrig.

Akku und Energieverbrauch

Erwartungsgemäß hat das Dell XPS 17 bei den ausgezeichneten Hardwarekomponenten keine lange Akkulaufzeit. Die Regel ist bei Multimedia-Notebooks eher der Betrieb mit Stromadapter als mit Akku.
Bei Volllast hält der Akku des Dell-Notebooks immerhin eine Stunde und elf Minuten durch. Das ist bei Spielen, Videokonvertierung oder intensiver Filmbearbeitung der Fall. Bei Standardanwendungen wie Textverarbeitung oder Webbrowser beträgt die Akkulaufzeit zwei Stunden und 38 Minuten. Bei niedrigster Auslastung schafft das Dell XPS 17 fünf Stunden und 27 Minuten ohne Netzstecker. Der Stromverbrauch von 53 Watt liegt für Multimedia-Notebooks noch im Durchschnitt.

Praxis

Das Dell XPS 17 trumpft mit guter Qualität auf. Die Hardwareausstattung ist am oberen Limit und die einzelnen Komponenten greifen gut ineinander. Alle Programme laufen flüssig und ohne Verzögerungen.
Filme sind auf dem 17,3-Zoll-Display ein Genuss, sofern keine Lampe im Rücken strahlt. Selbst moderne Spiele stellen auf diesem Multimedia-Notebook kein Problem dar. Die starke Nvidia-Grafikkarte schafft das.
Tastatur und Touchpad unterstützen gut die Arbeit, zum Beispiel bei der Textverarbeitung. Zehnfingertippen ist auf dieser Tastatur bequem und ohne häufige Kontrollblicke möglich. Der Ziffernblock ist ideal für die Eingabe langer Zahlenkolonnen.
Zum Musikhören stehen mit dem 2.1-JBL-System 22 Watt Leistung zur Verfügung. Die beiden Lautsprecher befinden sich links und rechts außen in der Handballenauflage, der Subwoofer an der Unterseite.

Zusammenfassung

Das Dell XPS 17 L701X eignet sich für Multimedia-Fans und Gelegenheitsspieler. Filme und Musik sind auf diesem Notebook ein Genuss.
Die Spannung eines aktuellen Spiels bleibt mit hoher Detaildarstellung und flüssigem Verlauf bis zum Ende erhalten. Auch grafisch komplexe Anwendungen wie Foto- und Filmbearbeitung stellen für dieses Notebook keine Probleme dar. Standardanwendungen wie Officeprogramme, Webbrowser, E-Mail- und Messengerprogramme meistert es mit Leichtigkeit. Videochats laufen in Echtzeit und ohne Verzögerungen mit klarer Darstellung ab. Witzige Bildeffekte im Webcam-Programm reichern die Kommunikation via Internet an.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,7 (Gut)
  2. Ausstattung1,8 (Gut)
  3. Display2,6 (Befriedigend)
  4. Eingabegeräte2,0 (Gut)
  5. Temperatur2,1 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche3,0 (Befriedigend)
  7. Anschlüsse2,0 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch2,8 (Befriedigend)
  9. Software und Zubehör2,8 (Befriedigend)
  10. Leistung2,0 (Gut)
  11. Praxis1,5 (Sehr gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark0611030 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage6667 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read13680 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write11606 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz50.5 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read78.3 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen21208 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)3885 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)10929 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)3401 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)3136 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)8885 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)3800 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung330 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 11 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal5 Std. 27 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis2 Std. 38 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

53 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,053 kWh x 24,00 Cent = 27,86 EUR