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  3. Test Dell XPS 15 - Multimedia-Tausendsassa von Dell

Erster Eindruck vom Dell XPS 15

Gleich nach dem Auspacken des Dell-Notebooks XPS 15 L501X fällt sein silberner Bildschirmdeckel auf, der sich von der schwarzen Basiseinheit des Gehäuses abhebt. Der Deckel besteht aus silber-eloxiertem Aluminium, die schwarze Innenseite aus gebürstetem Aluminium und die Bodenplatte aus matt lackiertem silbernen Kunststoff.
Als Alternative zum klassischen Design stehen auf der Homepage über 130 Künstlermotive aus dem Dell-Design-Studio zur Verfügung. Eine Folie kostet ab 79 Euro. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt steht dieses Angebot nur für das Dell XPS 15 zur Verfügung.
Die Innenseite der Basiseinheit ist kratzfest. Insgesamt überzeugt das Gehäuse durch Stabilität. Es gibt bei Druck direkt über und unter dem DVD-Laufwerk nur etwas nach.
Ungewöhnlich sind die versteckten Scharniere und der auf dem Gehäuse etwas vorgerückte Deckel. Dieser liegt im hinteren Teil in einer Mulde und lässt sich daher nur bis etwa 140 Grad öffnen. Beim Öffnen wippt er nur leicht nach. Die Scharniere halten ihn stabil in seiner Position.
Wie bei vielen anderen Notebooks gibt es auch beim Dell XPS 15 keinen Transportverschluss. Unterwegs können daher Fremdkörper zwischen Tastatur und Bildschirm des 2,76 Kilogramm schweren Multimedia-Notebooks eindringen.
Auf dem Deckel springt eine „XPS“-Leuchte ins Auge. Sie ist immer dann aktiv, wenn der Akku lädt, die Festplatte arbeitet und das Notebook hochfährt. Zwei weitere Leuchtdioden an der rechten Außenseite fallen weniger stark auf. Das Notebook ist nach Herstellerangaben 38,1 Zentimeter breit und 26,54 Zentimeter tief. Die Dicke steigt von 3,22 Zentimeter vorne bis auf 3,88 Zentimeter hinten an.

Technische Daten und Ausstattung

Das Herz des Dell XPS 15 ist der Intel-Core-Prozessor i3-370 M mit 2,4 Gigahertz Rechentakt. Er eignet sich für alltägliche Anwendungen von Internetsurfen bis Videokonvertierung. Auch die Wiedergabe von Film-DVDs und Musik-CDs beherrscht der Intel-Prozessor spielend. Die zwei getrennt arbeitenden Rechenkerne verhelfen dem Dell-Notebook zu einem schnellen Arbeitstempo. In Verbindung mit einer guten Grafikkarte laufen auch aktuelle Spiele relativ flüssig.
Der Core-i3-Prozessor nutzt die HyperThreading-Technologie, um die Zahl der gleichzeitig laufenden Threads auf vier zu erhöhen. Allerdings verfügt er nicht wie die Core-i5- und Core-i7-Prozessoren über TurboBoost, so dass die Rechenkerne nicht (virtuell) übertakten.
Im Intel Core i3-370M ist ein Intel-GMA-HD-Grafikchip eingebaut, der selbstständig HD-Material decodieren kann. Dieser Chip ist mit 500 Megahertz getaktet und kann bis auf 667 Megahertz beschleunigen. Die maximale Leistungsaufnahme des Intel-Prozessors liegt laut Hersteller bei 35 Watt. Damit ist er nicht besonders sparsam und so müssen Käufer mit Akkulaufzeiten von unter drei Stunden rechnen.
Die Nvidia Geforce GT 420M ist eine Mittelklasse-Grafikkarte. Sie stellt einen guten Kompromiss zwischen Sparsamkeit und Leistung dar. Mit aktuellen Games bei hoher Auflösung ist sie zwar überfordert, stellt aber neuere Spiele mit mittleren Details und ältere Spiele in der Regel flüssig dar. Ihr maximaler Stromverbrauch ist mit 23 Watt niedrig genug, um gute Akkulaufzeiten zu ermöglichen.
Sie kann mit DirectX 11 und OpenGL 4.1 alle aktuellen Grafikeffekte nutzen. Mit ihr ist auch der PureVideo-Prozessor enthalten, der unabhängig vom Hauptprozessor HD- und andere Videoformate beschleunigt. Die Nvidia Geforce GT 420M besitzt 512 Megabyte eigenen (dedizierten) Speicher. Sie ist eine Grafikkarte für Multimediafreunde und Gelegenheitsspieler.
Das Dell XPS 15 hat nur einen drei Gigabyte (GB) großen Arbeitsspeicher. Standardgröße sind mittlerweile vier GB. Allerdings ist das Aufrüsten auf bis zu acht GB oder Austauschen der DDR3-Speichermodule kein Problem, weil dieser über Wartungsklappe an der Bodenplatte gut zugänglich ist. Dennoch laufen das Betriebssystem und die Programme nach einer ersten Stichprobe flüssig. Die Festplatte hat eine Kapazität von 320 Gigabyte. (individuelle Konfiguration)

Anschlüsse

Sehr praktisch ist die Schnittstellenanordnung, denn die meisten Anschlüsse befinden sich an der Rückseite. Weder an der linken noch an der rechten Seite schränken dort angeschlossene Kabel den Arbeitsbereich ein. Die im Vergleich zum Vorgängerdesign wenigen verbliebenen sind relativ weit hinten.
An der Rückseite befinden sich zwei digitale Bildschnittstellen, ein Mini-Displayport und ein HDMI-Anschluss sowie der Ethernetanschluss, der Kensington-Lock-Slot sowie ein USB-3.0-Anschluss.
Der zweite USB-3.0-Port ist an der linken Seite. Rechts lässt sich die USB-2.0/eSATA-Kombi-Schnittstelle zum Beispiel für externe Festplatten nutzen. Daran schließen zwei 3,5 Millimeter Kopfhörerbuchsen, von denen eine S/PDIF unterstützt, sowie ein Mikrofoneingang an. Der 9-in-1-Kartenleser an der Vorderseite eignet sich für nahezu jedes Speicherkartenformat.
Eine VGA-Schnittstelle, an die sich analoge Monitore oder Beamer anschließen lassen, sucht man vergebens.

Software und Zubehör

Die Softwareauswahl ist guter Durchschnitt. Mit abgespeckten Word- und Excel-Versionen ist auch schon der Komplettumfang der Microsoft-Office-2010-Starter-Edition beschrieben. Bei der Installationsroutine, die direkt nach dem ersten Anklicken abläuft, kann man ein größeres Office-Paket kaufen. Über das Internet lässt sich aber auch das kostenlose OpenOffice herunterladen.
Geschützt ist der Dell XPS 15 durch das McAfee Security Center. Hier ist eine Registrierung via Internet mit E-Mail und Passwort notwendig, um kostenlose Virenschutz-Updates zu erhalten.
Hilfreich ist das Dock am oberen Bildschirmrand, in dem sich die wichtigsten und am häufigsten verwendeten Programme festlegen lassen. Backups erstellt das Programm DataSafe sowohl auf einem externen Datenträger als auch auf einem Online-Speicher. Ein Brennprogramm mit übersichtlicher Oberfläche zur Erstellung von Daten- oder Audio-DVDs ist mit Roxio Burn auch an Bord.

Display

Das Hochglanzdisplay hat eine durschnittliche Leuchtdichte von 199 Candela pro Quadratmeter (cd/m2). Leider spiegelt es je nach Lichteinfall. Der 15,6-Zoll-Bildschirm hat eine WXGA-Auflösung von 1366 x 768 Pixeln. Am Schwächsten ist die Leuchtkraft an der rechten Seite oben und im Mittelbereich mit 185 cd/m2. Die höchsten Werte erreicht sie im unteren Bereich des rechten Randes mit 224 cd/m2.
Trotz Spiegelungen ist bei diesem Display der horizontale Blickwinkel groß. Bis etwa 70 Grad jeweils links oder rechts von der optimalen Sitzposition frontal davor sind Farben noch ohne Verfälschungen und Grauschleier sichtbar. Vertikal verhält sich der glänzende Bildschirm Notebook-typisch. Von oben stechen Überstrahlungen und Farbveränderungen ins Auge, während es von unten betrachtet eher zu deutlichen Kontrastverlusten und Verdunklungen kommt. Der vertikale Blickwinkel fällt also klein aus.

Eingabegeräte

Die Tastatur im Standarddesign verfügt über ausreichend breite Tasten. Sie haben alle über einen klaren Druckpunkt, geringen Hubweg und eine gute Haptik. Sie sind an ihren Kanten leicht abgerundet. Das Klickgeräusch beim Tippen ist angenehm leise.
Neben dem An/Aus-Schalter und Status-LEDs sind in einer abgesetzten Leiste über der Tastatur berührungsempfindliche und beleuchtete Funktionsschalter angeordnet. Sie rufen das Windows-Mobilitätscenter, den Dell-Launch-Manager und die Funktion „Dell-Audio by Realtek“ auf. Letztere dient dem Konfigurieren von Lautsprecher und Mikrofon.
Das Synaptics-Touchpad besitzt eine gleitfreudige und zugleich angenehme Oberfläche. Seine Hauptaufgabe, die präzise Steuerung des Mauszeigers, erfüllt es tadellos und direkt. Multitouch-Gesten unterstützt es ebenfalls. Deren Reaktion steuert ein frei konfigurierbares Treiberprogramm. Die zugehörigen Tasten lassen sich angenehm und leise bedienen.
Im oberen Displayrand sitzt eine 2-Megapixel-Webkamera. Alle Farben sind echt und klar. Es gibt keine Bewegungsunschärfen. Die Aufnahmen des integrierten Mikrofons klingen unbefriedigend. Videochats machen daher mit einem Headset mehr Spaß.

Temperatur

Das Dell XPS 15 ist ein idealer Vertreter seiner Klasse. Das Multimedia-Notebook erwärmt sich durchschnittlich auf 32 Grad. Es erreicht an der Unterseite die Höchsttemperatur von 38,5 Grad. Ebenfalls dort lässt sich auch die niedrigste Gradzahl mit 28,3 Grad messen. Das zeigt, dass der Lüfter gute Arbeit leistet.

Betriebsgeräusche

Bei leistungsfähigen Hardwarekomponenten ist davon auszugehen, dass der Lüfter des Dell XPS 15 ganze Arbeit leisten muss. Dies ist besonders auch beim Einlesen von Daten aus dem DVD-Laufwerk mit 49 Dezibel (dB (A)) am deutlichsten zu hören. Im Durchschnittsbetrieb ist das Multimedia-Notebook mit nur36 dB (A) relativ leise.

Leistung

Mit dem Intel Core i3-370M ist ein schneller Prozessor an Bord. Dafür sprechen auch die Ergebnisse des Cinebench-R10-Multicore-64-Bit-Tests mit 7.350 Punkten. Die Nvidia-Grafikkarte Geforce GT 430M ist auch für aktuelle Spiele mit mittlerer Auflösung geeignet, wie der 3DMark06-Test mit 6.729 Punkten beweist.
Im Grunde arbeiten Prozessor, Grafikkarte und die weiteren Komponenten gut zusammen. Das vergleichsweise niedrige Ergebnis des PC-MarkVantage-Benchmarks mit 4.943 Punkten lässt sich nur mit dem geringen Arbeitsspeicher von drei GB erklären. Hier wirkt sicherlich ein GB schon Wunder.
Im Grunde ist aber die Performance noch gut. Alle Anwendungen, inklusive Spiele, starten schnell und laufen flüssig.

Akku und Energieverbrauch

Der 6-Zellen-Lithium-Ionen-Akku versorgt das Notebook bestenfalls für fünf Stunden und 40 Minuten mit Strom. Laufen auf dem Dell XPS 15 Standardanwendungen wie Büroprogramme und Webbrowser, hält es zwei Stunden und 47 Minuten ohne Netzstrom durch. Bei Volllast beträgt die Akkulaufzeit nur eine Stunde und 15 Minuten. Für längeres Arbeiten unterwegs eignet sich dieser Akku also nicht. Volle sechs Stunden Akkulaufzeit sind heute Standard. Der relativ niedrige Stromverbrauch von 33 Watt überrascht bei der guten Hardware positiv.

Praxis

In der alltäglichen Praxis erweist sich das Dell XPS 15 als Multimedia-Tausendsassa. Musik ertönt über zwei JBL-Lautsprecher und einen Subwoofer an der Unterseite mit gutem Klang. Aufgrund der Hochglanzoberfläche wirken die Farben auf dem Display klar und echt. Ein DVD-Film lässt sich an diesem Bildschirm ebenfalls genießen.
Bei allen Anwendungen spricht die Tastatur direkt an. Der klare Druckpunkt der Tasten ist für Zwiefinger-Such- und Zehnfingersystem gleichermaßen gut. Der Mauszeiger lässt sich über das Multigesten-Touchpad schnell steuern. Für Spiele ist aber der Kauf einer optischen Maus zu empfehlen.
Im Browser laden die Websites schnell. Die kabellose Internetverbindung über WLAN ist hier aufgrund des schnelleren Datentransfers gegenüber der kabelgebundenen Ethernet-Verbindung vorzuziehen.

Zusammenfassung

Dell hat mit dem XPS 15 L501X an alte Tugenden früherer Multimedia-Notebooks angeknüpft. Mit einer guten Hardwareausstattung, zeitlosem Design und guter Gehäusestabilität sammelt das Testgerät Pluspunkte. Paraktisch für die tägliche Arbeit: Die meisten Schnittstellen sind an der Rückseite. Die Kabel stören nicht. Auch das Anschlussportfolio mit USB-3.0-Schnittstellen, eSATA/USB-2.0-Kombi-Port kann sich sehen lassen.
Das 15,6-Zoll-Display ist hell, gleichmäßig ausgeleuchtet und stellt einen großen Farbraum dar. Nur die Spiegelungen stören auf Dauer. Die guten Lautsprecher von JBL sorgen beim Musikhören als auch bei Spielen für einen guten Sound.
Das Dell XPS 15 hat eine umfangreiche Ausstattung und ist ein gutes Multimedia-Notebook mit vielen Anwendungsmöglichkeiten. Für einen noch flüssigeren Betrieb ist die Aufrüstung des Arbeitsspeichers empfehlenswert.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,0 (Gut)
  2. Ausstattung2,2 (Gut)
  3. Display2,6 (Befriedigend)
  4. Eingabegeräte2,0 (Gut)
  5. Temperatur2,2 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche3,0 (Befriedigend)
  7. Anschlüsse2,0 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch2,7 (Befriedigend)
  9. Software und Zubehör2,5 (Gut)
  10. Leistung2,5 (Gut)
  11. Praxis2,2 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark066729 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage4943 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read7145 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write7190 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz104.9 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read91 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen15280 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)3239 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)7350 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)3920 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)2641 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)6244 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)3822 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung360 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 15 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal5 Std. 40 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis2 Std. 47 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

33 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,033 kWh x 24,00 Cent = 17,34 EUR