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  3. Test Dell Latitude E6510 - Ein Office-Allrounder mit robustem Gehäuse

Erster Eindruck vom Dell Latitude E6510

Auf den ersten Blick ist das Dell Latitude E6510 ein hochwertiges Notebook. Sein äußeres Metallgehäuse in Anthrazit weist es als robust aus. Konkret wurde das Chassis – also Basiseinheit und Displaydeckel – mit Metallteilen, Magnesium-Legierung, verstärkt. Ebenso sind die Metall-Scharniere stabil und halten beim Aufklappen den Bildschirm in seiner Position, ohne dass er nachwippt. Bis zu 170 Grad lässt sich das Display öffnen. Die zwei jeweils links und rechts am Bildschirm fixierten Verschlusshaken sorgen für den sicheren, zugeklappten Transport bis zum Öffnen durch den zentral angebrachten Druckknopf. Mit unter 3 kg ist es zwar nicht allzu schwer, aber doch weniger für den dauerhaften mobilen Einsatz geeignet. Gegen Aufpreis von 25 Euro im Dell-Online-Store sind auch Deckelfarben Mittelblau und Dunkelrot erhältlich. Das Latitude ist primär für den Schreibtisch-Einsatz konstruiert. Geöffnet macht auch sein matt-schwarzer Kunststoff-Innenraum eine gute Figur. Der Bildschirm ist – wohltuend für die Augen des Nutzers – entspiegelt. Die heute eher veraltet wirkende Standard-Tastatur fällt optisch negativ auf. Im Gegensatz zur modernen Chiclet-Tastatur bei anderen Notebooks sind hier die Zwischenräume um die Tasten herum offen und Staub oder Schmutzpartikel können sich hier ungünstig einlagern. Allerdings sind alle Tasten gut ausgewogen und leichtgängig. Das freut besonders den Zehn-Finger-Tipper und Vielschreiber. Obwohl es als Business-Notebook vertrieben wird, vermisst man den extra Nummernblock neben den Buchstabentasten. Gerade Zahleneingaben sind im professionellen Büroeinsatz oft notwendig. Der Mini-Trackstick in der Mitte der Tastatur reagiert wesentlich schneller als das ebenfalls matt-schwarze Touchpad, das eine leichte Reaktionsverzögerung aufweist. Der Start von Windows 7 Professional 32-Bit-Version ging erfreulich schnell vor sich und die Akku-Betriebszeit wurde mit sechs Stunden angezeigt. Das eher schwarz und dunkel gehaltene Dell-Desktop-Design ließ sich unkompliziert verändern.

Technische Daten und Ausstattung

Dell stattet das Latitude E6510 wahlweise mit einen Intel Core i5 oder i7 Prozessor aus. Unser Testgerät hatte einen Intel Core i5 520 M mit 2,4 Gigahertz und 2 GB Arbeitsspeicher an Bord. Die verbaute Grafikkarte Intel HD-Grafikkarte reicht für die Windows 7-Aero-Oberfläche, Büroanwendungen bis hin zur einfachen Bildbearbeitung aus. Das eingebaute DVD-Multi-Laufwerk soll laut Hersteller eine achtfache Lese- und Schreibgeschwindigkeit aufweisen.

Auf die 160 GB Festplatte unseres Testgeräts lassen sich ausreichend Anwendungen installieren und Dateien speichern. Im Dell-Store kann man sich auch größere Varianten bis 500 GB oder eine 128 GB bzw. 256 GB SSD-Festplatte, die als Flash-Speicher wesentlich stabiler ist, bestellen – gegen Aufpreis bis zu 625 Euro versteht sich. Optional ist auch ein Fingerabdruck-Leser ab Werk erhältlich.

Anschlüsse

Mit insgesamt vier USB 2.0-Schnittstellen – jeweils zwei links und rechts –ist man gut bedient. Standard sind drei USB-Ports. Der für Busisness-Notebooks übliche Docking-Port ist zentral an der Unterseite des E6510 angebracht.

An der Rückseite, unterhalb der Scharniere findet man VGA-Monitor- und den LAN-(RJ 45) Schnittstelle sowie den Anschluss für das Netzteil. Links sind die beiden USB-Ports sowie eine eSATA-USB-Kombi-Schnittstelle eingebaut. Um es Dieben zu erschweren, fehlt auch der Kensington Security Slot nicht. Ebenso wurde an der linken Seite an einen Express Card 34mm Slot und einen 6-in-1 Kartenleser gedacht.

Genauso wie links sind auch an der rechten Seitenkante die beiden USB-Ports im hinteren Bereich angebracht. Von hinten nach vorne findet man dort: einen SmartCard Leser, die Kopfhörer- und Mikrofon-Buchse, FireWire (IEEE 1394) und den WLAN-/Wifi-Schalter. In dem so genannten Module Bay Slot ist in der Standard-Ausstattung das DVD-Laufwerk eingesetzt. Direkt am Laufwerk befindet sich die Verriegelung, die sich per Knopfdruck lösen lässt. Dann kann man es herausnehmen und beispielsweise durch ein Blu-Ray-Laufwerk mit zweifacher Lesegeschwindigkeit, das es als Alternative im Dell-Store gibt, ersetzen. Das Latitude E6510 lässt sich auch oberhalb mittels PC-Karten erweitern.

Kommunikations-Schnittstellen gibt es genügend. Mit dem LAN-Anschluss an der Rückseite – genauer mit der 82577LM Gigabit Network Connection (10 MBit) - kann das Latitude per Kabel in Ethernet-Netzwerke eingebunden werden. Per Funk (also kabellos) lässt sich das E6510 mit Hotspots oder dem WLAN-DSL-Router zu Hause oder im Büro über die in unserem Testgerät einbaute Intel Centrino Advanced-N6200 AGN verbinden. Bei der Konfiguration im Dell-Store kann der Käufer zwischen folgenden Alternativen wählen:Intel Centrino Ultimate-N 6300 oder Dell Wireless 1520 (802.11 a/g/n 2x2). Wer sein Dell Latitude E6510 mit einem mobilen Breitbandmodem (HSPA) ausstatten möchte, kann zwischen dem Dell Wireless 5620 Minikarte für mobiles Breitband (EVDO+HSPA+AGPS) und Dell Wireless 5540 Minikarte für mobiles Breitband HSPA+AGPS). Der zugehörige SIM-Karten-Slot ist im Akkufach eingebaut.

Wer die Daten seines Smartphones nicht per USB-Kabel, sondern lieber per Bluetooth austauschen möchte, kann sich zusätzlich gegen Aufpreis Dell Wireless 375 Bluetooth 3.0 – Modul einbauen lassen. Für Videotelefonie via Internet oder eben Videokonferenzen wurden am oberen Bildschirmrahmen eine 3 Megapixel WebCam und zwei kleine Mikrofone daneben eingebaut. Neben Videos lassen sich damit auch Einzelaufnahmen machen. Ein kurzer Selbsttest hat gezeigt, dass der Tester deutlich blasser wirkt, als er wirklich ist.

Software und Zubehör

Unser Testgerät ist mit Windows 7 Professional 32-Bit-Version ausgestattet. Es stehen aber auch die 64-Bit sowie die Ultimate Edition in jeweils 32- oder 64-Bit-Version zur Auswahl. Im Sinne des Büroalltags in Unternehmen steht auch ein Downgrade auf XP Professional (SP 3) 32-Bit-Version zur Verfügung. Vorinstalliert ist die aktuelle Trend Micro Internet Security-Suite mit proaktivem Virenschutz und Firewall-Software mit freien Updates für ein Jahr nach Aktivierung. Außerdem liegen bei: Cyberlink PowerDVD DX 8.3 und das Brennprogramm Roxio Creator DE 10.3. Auf unserem Testgerät war die Microsoft Office Starter 2010-Edition nicht installiert. Laut Dell-Store ist sie aber vorhanden. Gegen Aufpreis sind natürlich auch andere Office-Versionen erhältlich. Natürlich fehlt auch die übliche Recovery-DVD nicht.

Display

Der 15,6 Zoll HD Antireflex LED Display des Dell Latitude E6510 ist erfreulicherweise entspiegelt, sodass etwa die Neon- oder Halogenstrahler im Büro oder die Sonne im Außeneinsatz nicht so störend reflektiert werden wie oft bei den Hochglanz-Displays anderer Notebooks.

Das Latitude E6510 verfügt über eine Bildauflösung von 1366 mal 768 Pixeln. Als weitere Pluspunkte können eine klare Farbdarstellung und eine subjektiv empfunden gleichmäßige Ausleuchtung verbucht werden.

Laut Herstellerangaben verfügt das E6510 über einen Helligkeitssensor, der die Bildschirmhelligkeit automatisch an das Umgebungslicht anpasst. Für den Test wurde dieser deaktiviert. So haben wir folgende Helligkeitswerte messen können: Die Helligkeitswerte reichen von minimal 162 cd/m² bis maximal 210 cd/m², was nach unserem Notenspiegel ein volles Befriedigend ergibt.

Der Blickwinkel von den Seiten her ist in Ordnung und die Bildschirmdarstellung lässt sich ohne große Grauschleier in den Farbflächen gut erkennen; auch große Kontrastunterschiede oben und unten sind nicht festzustellen.

Eingabegeräte

Auf den ersten Blick wirkt eine Standardtastatur mit langem Hubweg heutzutage eher etwas altbacken. Aber die Tasten sind gut ausgewogen und leichtgängig. Vielschreiber und Zehnfinger-Tipper werden sie auch wegen des deutlichen Druckpunktes mögen. Auf lange Nutzungsdauer gesehen sind allerdings die Zwischenräume wegen der schwer zu reinigenden Ansammlung von Staub und Schmutzpartikeln störend. Bei modernen Notebooks wird oft eine Chiclet-Tastatur eingebaut, deren Tasten flach und breit sind und die keine offenen Zwischenräume hat. Vorteil der Standard-Tastatur sind hingegen die leichten Fingermulden, die so ein Abrutschen der Finger besserverhindern. Nur bei sehr energischem Tippen gibt der Unterbau leicht nach. Das Tippgeräusch bleibt aber im Rahmen.
Nur wenige Zusatztasten für sind oberhalb der Tastatur zu finden, mit denen man die Lautstärke regeln oder stumm schalten kann. Links neben dem Einschalter ist noch ein spezieller Einschalter für das „Dell-Reader“-System, das als Instant-Betriebssystem einen schnellen Zugriff auf die Daten gewährleistet. Dieses muss man allerdings noch selbst konfigurieren. Für den Büroeinsatz mag das sinnvoll sein, im privaten Umfeld ist das verzichtbar.

Der Trackstick reagierte wesentlich schneller und direkter als das matt-schwarze Touchpad, das eine leichte, aber doch spürbare Reaktionsverzögerung aufwies. Die jeweiligen Tasten – für den Trackstick direkt über dem Touchpad und für das Touchpad direkt darunter – funktionieren direkt bei Betätigung.

Temperatur

Auch bei längerem Betrieb ist es nur leicht erwärmt, so dass nicht wie bei Notebooks anderer Mitbewerber gar Verbrennungen zu befürchten sind. Der Kühler funktioniert offenbar gut. Die Werte liegen zwischen 32,5 und 40,4 Grad - also im Mittelfeld.

Betriebsgeräusche

Gerade der Betrieb eines Lüfters kann in Praxis störend sein. Das Dell Latitude E6510 kann ganz schön laut werden. Im vollen Einsatz brachte es der Lüfter auf 51 Dezibel. Im Leerlauf waren es leise 31 Dezibel. Kurz vor der Höchststufe war der Lüfter bei Filmwiedergabe vom DVD-Laufwerk mit 46 Dezibel. Da wird der Filmgenuss deutlich gestört. Im Durchschnitt können wir mit 34 Dezibel im Betrieb ein Befriedigend ins Notenheft schreiben.

Leistung

Für den Office-Einsatz ist das Latitude E6510 mit dem Vierkern-Prozessor Intel Core i5 und der Intel Grafikkarte gut ausgestattet. Auch 2 GB Arbeitsspeicher sind durchaus ausreichend. Die Werte insgesamt zeigen, dass die Hardwarekomponenten gut aufeinander abgestimmt sind. Besonders der Everest CPU Queen 17003 ist ziemlich nahe der Bestmarke, was nicht nur für den Bürobetrieb wichtig ist. Auch im privaten Bereich ist das Notebook damit gut einsetzbar. Wie bereits erwähnt, reicht es allerdings nicht für anspruchsvolle Grafikanwendungen. Aber die alltäglichen Aufgaben - Büroanwendungen, einfache Bildbearbeitung, Mini-Games, Internet-Videos usw. - absolviert es solide.

Akku und Energieverbrauch

Das Latitude ist mit 30 Watt Durchschnittsverbrauch kein Energiesparmeister, aber durchaus akzeptabel.Der Akku hält längstens 6 Stunden und 36 Minuten. In der Praxis haben sich aber 5 Stunden und 48 Minuten als Durchschnitt herauskristallisiert. Unter Volllast hält der Akku gerade mal 1 Stunde und 32 Minuten. Es empfiehlt sich allerdings, das 0,28 kg leichte und relativ flach konstruierte Netzteil immer dabei zu haben.

Praxis

In der Praxis erweist sich das entspiegelte Display des Notebooks als sehr hilfreich. Klare Farbdarstellung und gleichmäßige Ausleuchtung machen langes Arbeiten möglich, wenn auch wie zuvor erwähnt die Akku-Laufzeit eher Durchschnitt ist. Missfällt einem optisch die Standard-Tastatur, sosind die gut ausgewogenen, leichtgängigen Tasten für Vielschreiber ein wahrer Segen, die die Finger nicht schnell ermüden lassen.

Reagiert das Touchpad minimal verzögert, entschädigt dafür der Trackstick mit seiner direkten, schnellen Cursor-Reaktion deutlich. Alles in allem ist das Latitude ein zuverlässiges Arbeitsgerät, dessen Multimedia-Funktionalitäten für einfache Games und auch Bildbearbeitung genügen. Vom Lüftergeräusch abgesehen trübt auch sonst nichts den Filmgenuss an diesem Notebook.

Zusammenfassung

Das Metallgehäuse weist das Latitude E6510 als stabiles und robustes Arbeitsnotebook aus. Es machtsowohl im Büro als auch auf dem heimischen Schreibtisch eine gute Figur.
Der entspiegelte Bildschirm verhindert nervige Lichtreflexionen und zeigt auch aus einer seitlichen Perspektive noch ein gutes Bild an.

Besonders die leichtgängige Tastatur und der schnell reagierende Trackstick haben uns in der Praxis überzeugt. Das Touchpad reagiert minimal verzögert. Vor allem für Nutzer, die daran nicht gewöhnt sind, empfiehlt sich die Anschaffung einer Maus.

Das Gewicht von über 2,5 kg und die Akku-Laufzeit von unter sechs Stunden machen auch den mobilen Einsatz möglich. Die Kommunikationsmöglichkeiten mit LAN, WLAN und optional Bluetooth und HSPA samt A-GPS sind ideal. Die WLAN-Verbindung und sichere Einrichtung ging schnell vonstatten. Samt Webcam und zugehörigen Mikrofonen ist auch Videotelefonie über das Internet kein Problem.

Für einfache Games und Büroanwendungen sowie Bildbearbeitung reichen auch die „inneren Werte“ des Business-Notebooks aus.Um allerdings auch für die Zukunft gerüstet zu sein, sollte man das Geld im Dell-Store für einen 4 GB Arbeitsspeicher und die bessere NVIDIA-Grafikkarte investieren.

Das Dell Latitude E6510 ist ein stabiles, robustes Business-Notebook, das sich mit seinem silbergrauem Metallgehäuse sehen lassen kann.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,1 (Gut)
  2. Ausstattung2,5 (Gut)
  3. Display3,0 (Befriedigend)
  4. Eingabegeräte3,2 (Befriedigend)
  5. Temperatur2,7 (Befriedigend)
  6. Betriebsgeräusche3,2 (Befriedigend)
  7. Anschlüsse2,2 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch3,0 (Befriedigend)
  9. Software und Zubehör2,1 (Gut)
  10. Leistung2,0 (Gut)
  11. Praxis2,6 (Befriedigend)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
Everest RAM Read7563 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write7507 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz98.3 nsMin. 27.6 ns
Everest CPU Queen17003 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)3083 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)6834 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)2104 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung318 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 32 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal6 Std. 39 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis5 Std. 48 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

30 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,030 kWh x 24,00 Cent = 15,77 EUR