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  3. Test Dell Inspiron 15R Switch - Einsteiger-Notebook mit Verarbeitungsschwächen

Erster Eindruck vom Dell Inspiron 15R Switch

Das Dell Inspiron 15R N5110 ist vor allem eines: unauffällig. Das schwarze Notebook hat abgerundete Kanten und versucht mit feinen, horizontalen Streifen, die Optik von gebürstetem Metall nachzuahmen. Das gelingt nur bedingt. Denn die glänzende Kunststoffoberfläche ist schon nach kurzer Zeit mit zahlreichen Fingerabdrücken übersät. Weniger stark fallen diese auf einer leicht eintauschbaren roten oder blauen Gehäuseschale ins Auge.
Beim Aufklappen fällt vor allem der Bildschirm samt Gehäusedeckel auf, der erst nach mehreren Sekunden zu wackeln aufhört. Die Kante zwischen Bildschirmrahmen und Gehäusedeckel ist äußerst unsauber verarbeitet.
Vier weiß leuchtende Status-LEDs geben links an der Vorderkante des Notebooks Auskunft darüber, ob das Notebook angeschaltet, das WLAN-Modul aktiv und die Festplatte bei der Arbeit ist. Eine weitere, orange LED oberhalb des Touchpads leuchtet auf, wenn dieses inaktiv ist. Der An/Aus-Schalter ist links unterhalb des Bildschirms. Rechts gibt es drei Sondertasten, die das Windows Mobilitätscenter und das Dell Support Center starten, sowie den Bildschirm an- und ausschalten. Anschlüsse hat das Dell Inspiron 15R N5110 mit Ausnahme der Vorderseite an allen Seiten.

Technische Daten und Ausstattung

Im Dell Inspiron 15R N5110 verrichtet ein Intel-Core-i3-2310M-Prozessor seinen Dienst. Dessen zwei Kerne arbeiten mit 2,1 Gigahertz (GHz) Taktfrequenz. Dank Hyper-Threading kann der Prozessor bis zu vier Aufgaben parallel bewältigen. Ein vier Gigabyte (GB) großer Arbeitsspeicher steht Anwendungen zur Verfügung. Für die Bildausgabe ist ein in den Prozessor integrierter Intel-HD-Graphics-3000-Grafikchip zuständig, der einen Teil des Arbeitsspeichers mitbenutzt. Die interne Festplatte fasst 500 GB Daten und rotiert 5.400-mal in der Minute. Für optische Datenträger gibt es ein DVD+/-RW-DL-Laufwerk. Es liest und beschreibt DVD-Rohlinge mit einer Kapazität von bis zu 8,5 GB.

Anschlüsse

Insgesamt vier USB-Anschlüsse sind beim Dell Inspiron 15R N5110 über drei Seiten verteilt. Einer der Anschlüsse dient zeitgleich als eSATA-Schnittstelle für den Betrieb externer Festplatten oder ähnlicher Hardware. Externe Bildschirme oder Projektoren finden wahlweise am VGA- oder am höherwertigen HDMI-Anschluss Zugang zum Notebook. Das Dell Inspiron 15R N5110 besitzt weiterhin ein 7in1-Kartenlesegerät und einen Ausgang für Kopfhörer. Eine Ethernet-Schnittstelle ist an der Rückseite des Notebooks.
Drahtlose Verbindungen erfolgen wahlweise über WLAN mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 Megabit in der Sekunde oder per Bluetooth.

Software und Zubehör

Die Anzahl der beigelegten Programme ist überschaubar. Das Sicherheitsprogramm McAfee liegt nur als 30-Tage-Testversion vor. Microsoft Office Starter ist vorinstalliert. Es ermöglicht Textverarbeitung und Tabellenkalkulation. Von Dell stammt die DataSafe-Backup-Software für lokale und webbasierte Sicherungen aller Daten. Ebenfalls von Dell ist Webcam Central. Das ist ein Kameraprogramm, das auf Wunsch Videos und Fotos aufzeichnet. Außerdem kann es dem Bild Effekte und Rahmen zufügen. Die Kamera zeigt ein scharfes, flüssiges Bild bei hoher Auflösung. Ein weiteres Programm ermöglicht über den Desktop Schnellzugriff auf Filme, Musik und Bilder. Dazu zeigt es eine große Leiste mit entsprechenden Symbolen an, die sich leider nicht verschieben, sondern nur in der Größe verändern lässt. Ebenso zählt ein Brennprogramm von Roxio zum Lieferumfang.

Display

Das glänzend beschichtete 15,6-Zoll-Display zeigt 1.366 mal 768 Bildpunkte im 16:9-Format. Die Helligkeit des Bildschirms lässt sich in 16 Stufen variieren. Auf der maximalen Stufe erreicht es Helligkeitswerte von etwa 200 Candela pro Quadratmeter (cd/m²). Den höchsten Helligkeitswert zeigt das Messgerät in der unteren Reihe rechts mit 205 cd/m², den niedrigsten Wert oberhalb der Mitte mit 189 cd/m². Die maximale Abweichung beträgt 16 cd/m² beziehungsweise 12,5 Prozent.

Positiv fällt die kurze Reaktionszeit auf. Beim Verschieben von Fenstern zeigen sich kaum Schatten. Der Betrachtungswinkel ist horizontal ebenfalls gut. Von oben betrachtet verfälschen die Farben. Durch die relativ niedrige Helligkeit und die Beschichtung ist das Dell Inspiron 15R N5110 für den Einsatz im Freien ungeeignet. Dort verwandelt sich der Bildschirm in einen Spiegel. Ohne Reflexionen wirken Farben etwas knackiger und Kontraste stärker als auf einem matten Bildschirm.

Eingabegeräte

Das Chiclet-Design der Tastatur mit Rahmen um jede einzelne Taste soll helfen, Schreibfehler zu vermeiden. Ebenfalls positiv ist der integrierte Ziffernblock, der Eingaben in Datenverarbeitungsprogrammen erheblich vereinfacht. Doch erneut trübt die Verarbeitungsqualität den Eindruck. Bereits bei minimalem Tastenanschlag gibt das gesamte Tastenfeld nach. Auf stärkeren Druck biegt sich die Tastatur um mehrere Millimeter. Folge: Mit dem Dell Inspiron 15R N5110 macht Schreiben keinen Spaß.

Auch das Touchpad enttäuscht. Finger gleiten nur schwer über die Oberfläche des Touchpads. Regelrecht frustrierend ist die Multitouch-Funktion. Das Gerät reagiert auf Gesten nur sehr behäbig, verschluckt Bewegungen zum Teil ganz oder interpretiert Bewegungen falsch. Aus einer Scroll-Aktion mit zwei Fingern macht das Touchpad häufig einen Mausklick. Das Problem lässt sich nur mit einer externen Maus umgehen, da eine herkömmliche Scrollfunktion am rechten Rand des Touchpads fehlt. Die beiden Maustasten besitzen einen viel zu weichen Druckpunkt und sind wackelig. Auch sie hinterlassen einen schlechten Eindruck.

Temperatur

Die Temperaturen liegen beim Dell Inspiron 15R N5110 jederzeit im grünen Bereich. Der Hauptprozessor arbeitet ohne Last bei einer Betriebstemperatur von 51 Grad Celsius. Unter Last erhöht sich dieser Wert auf bis zu 70 Grad. Der Arbeitsspeicher erreicht eine maximale Temperatur von 49 Grad. Unpraktisch: Um an den Lüfter zu kommen, ist das Abschrauben der gesamten Bodenplatte erforderlich. Etwaige Reinigungsaktionen werden zu einem Abenteuer.

Betriebsgeräusche

Ohne anspruchsvolle Anwendungen arbeitet das Dell Inspiron 15R N5110 mit einem Schalldruckpegel von 32,3 Dezibel (dB(A)) sehr leise. Spielt es einen Film ab oder muss viele geöffnete Programme verarbeiten, steigt der Wert auf hörbare 34,3 Dezibel. Bei hoher Systemauslastung, beispielsweise beim Konvertieren von Filmen oder Entpacken von Archiven, zeigt das Messgerät einen Wert von 38,7 Dezibel. Auf diesem Niveau kann der Lüfter schon stören. Genau so laut wie das Notebook unter Last, ist das DVD-Laufwerk bei der Wiedergabe eines Films. Liest das Gerät Daten ein, dröhnt es mit 45,9 Dezibel.

Leistung

Das Dell Inspiron 15R N5110 erzielt in allen Leistungstests durchschnittliche Werte. Erfreulich ist, dass Intel mit dem integrierten Grafikchip im Vergleich zu früheren Modellen einen kräftigen Leistungssprung macht. Der DirectX-9-Benchmark 3D Mark 2006 bescheinigt dem Notebook dadurch immerhin 3.320 Punke. Viele ältere Spiele, die geringe Ansprüche an die Hardware stellen, laufen auf dem Dell Inspiron 15R N5110 flüssig.

Der Prozessor bietet ebenfalls eine gute Leistung. Allerdings macht sich die fehlende Turbo-Boost-Technik besonders bei Programmen bemerkbar, die nur einen Kern unterstützen. Das Cinebench-R10-Programm testet die Geschwindigkeit des Prozessors, indem es ihn ein vorgefertigtes Bild rendern lässt und die benötigte Zeit misst. Je schneller der Prozessor bei dieser Aufgabe ist, desto höher fällt die Punktzahl aus. Unter Einsatz von einem der beiden Rechenkerne erreicht das Dell Inspiron 15R N5110 eine Punktzahl von soliden 3.449. Mit beiden Recheneinheiten und Hyper-Threading steigt der Wert auf 7.572 Zähler. Ein weiterer Prozessortest besteht in der Umwandlung eines 20 Minuten langen Videos in ein anderes Format. Das Dell Inspiron 15R N5110 bewältigt diese Aufgabe in gut sechs Minuten.

Die Geschwindigkeit des Speichers erfasst Everest. Das Programm gibt für den Arbeitsspeicher eine Lesegeschwindigkeit von 9.813 Megabyte in der Sekunde (MB/s) und eine Schreibgeschwindigkeit von 10.443 MB/s an. Hier verschenkt Dell Potenzial: Das Notebook hat nur ein Speichermodul und arbeitet deshalb im langsamen Single-Channel-Modus. Besäße das Notebook statt dem 4-Gigabyte-Modul zwei 2-Gigabyte-Module, wäre die Leistung des Speichers deutlich höher. Die Festplatte liest Daten bei zufälligen Lesezugriffen mit durchschnittlich 57,4 MB/s aus.

Akku und Energieverbrauch

Mit seinem schwachen Akku erreicht das Dell Inspiron 15R N5110 in der Praxis eine Laufzeit von unter drei Stunden. Unter Last schrumpft die Ausdauer des Notebooks auf 100 Minuten. Bei minimaler Helligkeit und deaktivierten Komponenten wie beispielsweise WLAN und Bluetooth, kommt das Dell Inspiron 15R N5110 immerhin vier Stunden und 40 Minuten ohne Netzanschluss aus.

Grund für die kurze Akkulaufzeit ist nicht der Stromverbrauch. Der ist mit in der Praxis 14 Watt sehr moderat. Die Ursache ist eher die geringe Kapazität des Akkus von unter 50 Wattstunden.

Praxis

Die Lautsprecher des Dell Inspiron 15R N5110 klingen überraschend gut. Das liegt teilweise an der SRS-Klangverbesserung. Musik klingt sehr differenziert und Ansätze von Bässen lassen sich erahnen. Allerdings ist die maximale Lautstärke nicht sehr hoch. Für Präsentationen eignen sich daher externe Lautsprecher besser. Durch einen im Grafikchip integrierten Videoprozessor spielt das Notebook FullHD-Filme sowohl auf dem kleinen Bildschirm als auch auf einem per HDMI angeschlossenen Fernseher flüssig ab. Dank Hyper-Threading und aktuellem Prozessor ist die Arbeitsleistung auch bei vielen geöffneten Anwendungen hoch.

Zusammenfassung

Es fällt schwer, Argumente zu finden, die für den Kauf des Dell Inspiron 15R N5110 sprechen. Weder preislich noch in Hinblick auf die Testergebnisse sticht das Notebook positiv aus der Masse hervor. Dafür plagen es bisweilen heftige Verarbeitungsmängel, angefangen beim wackeligen Display, über das nachgebende Tastenfeld bis hin zum Touchpad mit der hakeligen Bedienung und den viel zu weichen Maustasten. Die Akkulaufzeit ist äußerst begrenzt, aber für den Einsatz im Freien ist das Dell Inspiron 15R N5110 wegen des beschichteten und nicht sonderlichen hellen Bildschirms sowieso nicht geeignet. Wenn nicht die wechselbaren Gehäusedeckel ein gewichtiges Kaufargument sind, versprechen Geräte anderer Herstellern bessere Qualität zum gleichen Preis.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck3,0 (Befriedigend)
  2. Ausstattung2,3 (Gut)
  3. Display4,0 (Ausreichend)
  4. Eingabegeräte5,0 (Mangelhaft)
  5. Temperatur1,7 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche3,0 (Befriedigend)
  7. Anschlüsse2,3 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch2,7 (Befriedigend)
  9. Software und Zubehör2,7 (Befriedigend)
  10. Leistung2,5 (Gut)
  11. Praxis2,0 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark063320 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage5190 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read9813 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write10443 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz61.6 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read57.4 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen14509 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)3449 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)7572 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)3973 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)2760 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)6214 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)3748 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung362 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 40 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal4 Std. 40 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis2 Std. 50 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

14 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,014 kWh x 24,00 Cent = 7,36 EUR

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