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  3. Test ASUS PL80JT-WO065V - Optik gut, Technik gut – alles gut?

Erster Eindruck vom ASUS PL80JT-WO065V

Das kompakte, flache Design täuscht: Das Asus PL80JT fühlt sich überraschend schwer an. Vermutlich liegt dies an der großzügigen Verwendung von schickem, gebürsteten Metall an Stelle von Kunststoff. In diesem schwarzen Gewand wirkt das Notebook sehr edel und auch Fingerabdrücke bahnen sich nur selten ihren Weg auf das Gehäuse. Der ungesicherte Gehäusedeckel lässt sich leicht öffnen und gewährt anschließend einen ersten Blick auf das 14-Zoll-Display des Asus PL80JT.

Neben der gerahmten Tastatur existieren nur zwei weitere Knöpfe: Einer startet die ExpressGate-Funktion, der andere fährt das Notebook hoch und runter. Die Tasten befinden sich links beziehungsweise rechts unterhalb des Displays. An der Vorderkante gibt es einige Status-LEDs, die blau und orange aufleuchten und Auskunft über Ladezustand des Akkus und WLAN-Betrieb geben.

Technische Daten und Ausstattung

Im Asus PL80JT arbeitet ein Intel-Core-i5-430UM-Prozessor, dessen zwei Kerne mit jeweils 1,2 Gigahertz (GHz) takten. Insgesamt vier Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher, aufgeteilt in zwei Zwei-Gigabytemodule, bieten auch für große Programme genügend Ressourcen. Die Festplatte hat eine Kapazität von 320 GB. Gegen Aufpreis ist auch eine 500-GB-Festplatte erhältlich. Die Bildausgabe teilen sich eine Nvidia Geforce G310M und ein Intel-GMA-HD-Grafikchip, die mit Hilfe der Nvidia-Optimus-Technik zusammenarbeiten. Dadurch bleibt der Stromverbrauch immer so gering wie möglich. Die schnellere Grafikkarte ist nur bei hoher Belastung aktiv.

Zum Lesen und Beschreiben optischer Medien steht ein DVD+/-RW-Combo-Laufwerk bereit. Es brennt und spielt die gängigsten DVD-Formate ab, kann mit den neuen Blu-ray-Discs jedoch nichts anfangen.

Anschlüsse

Auf der rechten Seite hat das Asus PL80JT einen USB-2.0-Anschluss, ein Kartenlesegerät für die Formate SD(HC) und MMC sowie einen LAN-Kabel-Anschluss. Er gestattet, Daten mit bis zu einem Gigabit in der Sekunde (GBit/s) in ein Netzwerk zu übertragen. Auf der linken Seite sind zwei weitere USB-2.0-Anschlüsse. Des Weiteren gibt es dort einen HDMI-Ausgang und einen VGA-Port für den Anschluss externer Bildschirme oder Beamer. Auch zwei 3,5-Millimeter-Klinkenausgänge zum Betrieb von Mikrofon und Lautsprechern gibt es. Weiter hinten befindet sich der Anschluss für den Netzstecker.

Drahtlos kommuniziert das Notebook entweder über den Kurzstreckenfunk Bluetooth oder den WLAN-Adapter. Der unterstützt die Kommunikation mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 Megabit pro Sekunde (MBit/s) gemäß dem 802.11n-Protokoll. Bluetooth eignet sich eher zur Datenübertragung zwischen Notebook und Handy oder zum Betrieb einer kabellosen Maus.

Software und Zubehör

Auf dem Desktop befinden sich zahlreiche Programmverknüpfungen, von denen einige nützlich er sind als andere. Zu den sinnvolleren Programmen gehört die Sicherheitssoftware Trend Micro Security, die nicht nur Gefahren aus dem Internet abwehrt, sondern auch ungewöhnliche Vorgänge auf dem Notebook meldet und unterbindet. Das kann in einigen Fällen aber dazu führen, dass ein Programm nicht ordnungsgemäß installiert wird, weil das Sicherheitsprogramm eine Gefahr dahinter erkennt.

Der auf fast allen Asus-Notebooks installierte Logon-Manager verwaltet Anmeldevorgänge bei Windows und ermöglicht das Einloggen mit Hilfe eines Fingerabdrucks. Hierfür gibt es zwischen beiden Touchpad-Tasten ein Fingerabdruck-Lesegerät. Das Programm LifeFrame zeigt das Bild der eingebauten Webcam an, zeichnet auf Knopfdruck auf und verziert das Video mit Rahmen- und anderen Effekten.

Das Programm Asus Recovery Burner brennt Datensicherungen auf DVD und fragt direkt beim ersten Systemstart nach, ob es eine Sicherung anlegen soll. Microsoft Office sucht man allerdings vergeblich. Eine gekaufte Version oder eine kostenlose Variante wie OpenOffice muss also her. Die ExpressGate-Funktion wird schon vor dem Windows-Start aktiv. Auf Wunsch startet das Asus PL80JT innerhalb von Sekunden ein Minibetriebssystem, um schnellen Zugriff auf Internet und Skype zu ermöglichen.

Das Kartenlesegerät gab sich im Test launisch: Es erkannte eine völlig intakte 2-GB-SD-Karte von Sandisk abwechselnd gar nicht oder als fehlerhaft.

Ein wichtiger Bestandteil des Notebooks ist die Turbo33-Technik. Sie lässt sich im Betrieb auf Wunsch ein- und ausschalten. Einmal aktiviert, erhöht dieses Programm die Systemleistung enorm, was sich deutlich in den Benchmark-Ergebnissen niederschlägt. Nachteil: kürzere Akkulaufzeit.

Display

Das 14-Zoll-Display hat eine Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten. Die Leuchtkraft ist eher durchschnittlich. Sie beträgt etwa 200 Candela pro Quadratmeter (cd/m²). Die maximale Differenz bei der Leuchtstärke zwischen zwei Display-Bereichen beträgt 18 cd/m², was einer Abweichung von knapp zehn Prozent entspricht. Damit ist die Ausleuchtung noch relativ gleichmäßig.

Der Bildschirm ist entspiegelt, also auch im Park oder im Zug bei wechselnden Lichtverhältnissen gut ablesbar. Der Betrachtungswinkel ist horizontal relativ groß, nach oben hin verwaschen die Farben aber schnell. Generell ist die werkseitig eingestellte Farbtemperatur des Displays etwas kühl, geht also ins Bläuliche. Punkten kann der Bildschirm des Asus PL80JT mit der Reaktionszeit. Beim langsamen Verschieben von Fenstern treten keinerlei Schlieren oder Schatten auf.

Eingabegeräte

Das Asus PL80JT besitzt eine Chiclet-Tastatur. Das Besondere daran ist der Rahmen, der die einzelnen Tasten umgibt. Das soll die Gefahr des Abrutschens und Vertippens reduzieren helfen. Die relativ großen Tasten besitzen einen sehr flachen Hub und einen deutlichen, klar definierten Druckpunkt, der schnelles Schreiben ermöglicht. Durch das kompakte Gehäuse ist kein Platz für einen vollwertigen Ziffernblock. Mehr oder minder adäquaten Ersatz sollen doppelt belegte Standardtasten bieten. Damit diese Ziffern erzeugen, bedarf es der FN-Taste, die auch für die Steuerung von vielen Einstellungen wie Helligkeit und Lautstärke verantwortlich ist.

Das Touchpad befindet sich mittig unterhalb der Tastatur. Verglichen mit der Handballenablage ist es etwas hinabgesetzt. Die ebene Oberfläche lässt den Finger über das Touchpad gleiten und ermöglicht eine präzise Bedienung. Durch die Multitouch-Fähigkeit ist das Scrollen durch Dokumente und das Zoomen in Bildern ein Kinderspiel. Die beiden Tasten des Touchpads überzeugen mit einem optimalen Druckpunkt.

Temperatur

Abhängig von der Auslastung erwärmt sich der Hauptprozessor des Asus PL80JT unterschiedlich stark. Beim Bearbeiten eines Office-Dokuments erwärmt sich der Prozessor auf 46 Grad Celsius. Im Praxisbetrieb, also beispielsweise bei der Filmwiedergabe sind es schon 52 Grad. Unter Volllast, wie sie bei der Konvertierung von Videos oder der Verschlüsselung von Daten auftritt, steigt die Temperatur auf bis zu 59 Grad. Alle Werte sind unbedenklich. Das Gehäuse bleibt relativ kühl, da das verwendete Metall die Hitze besser ableitet.

Betriebsgeräusche

Zwar ist das Asus PL80JT ohne Last bei 32,9 Dezibel (dB(A)) kaum hörbar, doch dreht der Lüfter bei steigender Belastung deutlich auf. Im Praxisbetrieb ist der Geräuschpegel mit 35,1 dB(A) noch erträglich, unter Last ist das Notebook mit 41,3 dB(A) jedoch sehr laut. In Bibliotheken sollte man also besser auf die Konvertierung von Medien verzichten. Ist die Turbo33-Technik aktiviert, dreht der Lüfter aufgrund der stärkeren Belastung der Komponenten schneller.

Das DVD-Laufwerk macht ebenfalls durch einen hohen Geräuschpegel auf sich aufmerksam. Beim Einlesen eines Datenträgers ist das Laufwerk bis zu 50,9 dB(A) laut und überbietet damit sogar den Hauptlüfter. Während der Filmwiedergabe sinkt die Lautstärke auf 37,1 dB(A).

Leistung

Bei den Leistungstests zeigt sich das Asus PL80JT ausgewogen. Es liefert in allen Benchmarks solide Werte ab. Besonders die guten Ergebnisse in den prozessorintensiven Tests verblüffen, angesichts der relativ niedrigen Taktfrequenz. Bei den Leistungstests war die Asus-Turbo33-Technik stets eingeschaltet.

Der Arbeitsspeicher erreicht Lese- beziehungsweise Schreibraten von 6.782 und 5.423 Megabyte pro Sekunde (MB/s). Die Speicherverzögerung (Latenz) des Speichers beträgt 105,1 Nanosekunden (ns). Die Festplatte erreicht bei zufälligen Lesezugriffen eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 56,8 MB/s.

Der langsam getaktete Intel-Core-i5-Prozessor überzeugt im CineBench-Test und bei der Videokonvertierung. CineBench lässt den Prozessor ein komplexes Bild berechnen und vergibt je nach benötigter Zeit Punkte. Unter Verwendung eines Kerns erreicht das Asus PL80JT eine Punktzahl von 2.958. Bei Aktivierung beider Kerne und HyperThreading-Technik, steigt der Wert auf 5.013 Punkte. Beide Werte ergeben sich im 64-Bit-Modus des Programms. Nur auf den ersten Blick verwunderlich ist, dass sich der Wert nicht wenigstens verdoppelt: Durch die TurboBoost-Technologie beschleunigt sich der Prozessor auf bis zu 1,73 GHz, sofern er nur einen Kern nutzt. Sobald der Prozessor auf beide Rechenkerne zurückgreift, geht der Takt wieder auf 1,2 GHz zurück. Anschließend soll der Prozessor ein 20 Minuten langes Video in ein anderes Format konvertieren. Die benötigte Zeit liegt bei neun Minuten. Ein guter Wert.

Die 3D-Leistung ist indes eher schwach. Im OpenGL-Test von CineBench kommt das Asus PL80JT auf 991 Punkte. Im 3D Mark 2006 schneidet das Notebook mit 3.264 Punkten ab. Das reicht höchstens zur ruckelfreien Wiedergabe älterer, wenig anspruchsvoller Strategiespiele. Neuere Spiele mit detailreicher 3D-Grafik enden hingegen in einer Diashow.

Akku und Energieverbrauch

Zwar klingt die maximale Akkulaufzeit von 8 Stunden und 49 Minuten beeindruckend, allerdings schrumpft die Zeitspanne ohne Netzstrom im Praxisbetrieb schnell auf vier Stunden und 20 Minuten zusammen. Das ist zwar immer noch länger, als viele 15-Zoll-Notebooks durchhalten, bei einem Subnotebook sollte aber noch mehr drin sein. Die minimale Akkulaufzeit beträgt eine Stunde und 52 Minuten. Es ist somit keine gute Idee, unterwegs besonders rechenintensive Aufgaben zu erledigen.

Der Stromverbrauch liegt in der Praxis bei moderaten 20 Watt und damit weit unter den Werten größerer Notebooks.

Praxis

Obwohl das Asus PL80JT FullHD-Videos ruckelfrei abspielt, liegt die Prozessorauslastung dabei mit 50 Prozent relativ hoch. Viele Anwendungen sollten bei der Wiedergabe folglich nicht im Hintergrund aktiv sein. Der HDMI-Ausgang ermöglicht den Betrieb eines großen, externen Bildschirms zur Wiedergabe von Präsentationen oder Filmen. Ältere Beamer lassen sich über den VGA-Anschluss nutzen.

Die Webcam zeigt ein ruckelfreies Bild, hat mit 640 x 480 Bildpunkten aber nur eine mäßige Auflösung. Der Weißabgleich arbeitet gut, die Farben verfälschen nicht, sind aber generell etwas blass. Die integrierten Lautsprecher klingen gut und differenziert, allerdings fehlen konstruktionsbedingt Bässe.

Zusammenfassung

Das Asus PL80JT ist ein schickes, hochwertig verarbeitetes und solide ausgestattetes Notebook, das mit seinem flachen und kompakten Design in fast jede Tasche passt. Mindestens viereinhalb Stunden Akkulaufzeit bei praxisnahem Einsatz sollten auch für längere Bahnfahrten ausreichen. Die hochwertigen Eingabegeräte ermöglichen zudem eine bequeme und präzise Bedienung. Verbesserungsbedarf gibt es höchstens bei der Lautstärke des Lüfters beziehungsweise des DVD-Laufwerks. Ansonsten ist das Asus PL80JT nicht nur ein gutes Business-Notebook, das mit Sicherheitsfeatures wie beispielsweise einem Fingerabdruck-Lesegerät lockt, sondern auch ein gutes Allround-Notebook.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,2 (Sehr gut)
  2. Ausstattung2,1 (Gut)
  3. Display1,7 (Gut)
  4. Eingabegeräte1,2 (Sehr gut)
  5. Temperatur1,3 (Sehr gut)
  6. Betriebsgeräusche2,2 (Gut)
  7. Anschlüsse2,0 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch1,3 (Sehr gut)
  9. Software und Zubehör2,3 (Gut)
  10. Leistung2,0 (Gut)
  11. Praxis1,5 (Sehr gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark063264 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage4089 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read6782 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write5423 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz105.1 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read56.8 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen9250 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)2958 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)5013 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)991 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)2345 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)4255 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)978 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung540 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 52 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal8 Std. 49 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis4 Std. 20 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

20 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,020 kWh x 24,00 Cent = 10,51 EUR