1. Startseite
  2. Notebook Tests
  3. Test ASUS Eee PC 1015T-BLK008S - Handlich, leicht – und gut?

Erster Eindruck vom ASUS Eee PC 1015T-BLK008S

Der ASUS Eee PC 1015T ist in verschiedenen Farben erhältlich. Das Testgerät besitzt ein marineblaues Gehäuse, welches matt und somit unempfindlich für Fingerabdrücke ist. Das Gehäuse im Seashell-Design wirkt gleichzeitig robust und kompakt. Das Seashell-Design nutzt Asus mittlerweile bei fast allen seinen Netbooks. Es zeichnet sich durch ein rundliches Design aus, das an eine Muschel erinnert. Der Deckel ist nicht am Gehäuse arretiert. Das große Touchpad ist mittig unterhalb des Tastenfeldes. Zwei Sondertasten befinden sich am Netbook. Mit einer lässt sich die ExpressGate-Funktion starten, beziehungsweise im Windows-Betrieb die Leistung des Netbooks anpassen. Die andere dient der Aktivierung beziehungsweise Deaktivierung des WLAN-Adapters. Auf der rechten Seite, direkt unterhalb des Displays, ist der An-/Aus-Schalter angebracht. Ein Schiebeschalter oberhalb der Webcam versperrt dieser das Sichtfeld, ohne sie wirklich auszuschalten. Somit verbraucht die Kamera ununterbrochen Strom. Blaue und orangene Status-LEDs befinden sich an der Vorderkante des Netbooks und sind sowohl in zu- wie in aufgeklapptem Zustand gut ablesbar. Das Gehäuse wirkt gut verarbeitet, nur das Tastenfeld gibt auf Druck etwas zu stark nach. Besonders spürbar wird dies im Bereich oberhalb der linken Handballenablage.

Technische Daten und Ausstattung

Für die Berechnungen des ASUS Eee PC 1015T ist ein AMD-V105-Prozessor zuständig, der mit 1,2 Gigahertz (GHz) arbeitet. Im Gegensatz zu den Intel-Atom-Prozessoren nutzt der V105 nicht die HyperThreading-Technologie und kann deswegen jeweils nur eine Aufgabe gleichzeitig bearbeiten. Der Arbeitsspeicher hat eine Kapazität von einem Gigabyte (GB). Die Festplatte fasst bis zu 250 GB und bietet somit reichliche Reserven für beispielsweise Musik- und Bilddateien. Für die Bildausgabe ist eine ATI-Grafik Mobility Radeon HD 4200 zuständig. Es handelt sich bei diesem Modell um einen integrierten Grafikchip, der über keinen eigenen Speicher verfügt, sondern sich die Ressourcen mit dem Arbeitsspeicher teilen muss. Ein optisches Laufwerk fehlt.

Anschlüsse

Der ASUS Eee PC 1015T besitzt drei seitlich angebrachte USB-2.0-Anschlüsse. Ein LAN-Anschluss ermöglicht die Einbindung des Netbooks in ein Gigabit-Netzwerk. Für den Betrieb externer Bildschirme gibt es einen VGA- und einen HDMI-Ausgang am Gerät. Der HDMI-Ausgang ist bei Netbooks dieser Größe ungewöhnlich. Das integrierte Kartenlesegerät überträgt Daten von Speicherkarten des SD(HC)- und MMC-Formates.

Ohne Kabel lassen sich Daten mit Hilfe des Bluetooth-Moduls und des WLAN-Adapters übertragen. Der Kurzstreckenfunk Bluetooth kommuniziert beispielsweise mit Headsets und Handys und ermöglicht die Übertragung von Daten. Das ASUS-Eee-PC-1015T-Netbook verwendet bereits die Version 3.0, die eine im Vergleich zum Vorgänger schnellere Übertragungsrate ermöglicht. Das WLAN-Modul steuert Drahtlosnetzwerke mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 Megabit pro Sekunde (MBit/s) an, was dem Protokoll 802.11n entspricht.

Software und Zubehör

Der Hersteller legt dem ASUS Eee PC 1015T wenig Software bei. Eine Verknüpfung für Microsoft Word oder Excel sucht man vergebens. Für die Systemsicherheit sorgt Trend Micro Titanium, indem es Bedrohungen aus dem Internet wie beispielsweise Viren und Trojaner abwehrt. Weiterhin sind Skype sowie Demoversionen einfacher Spiele vorinstalliert. Nach Ablauf einer Testzeit von 60 Minuten fordert die Software den Nutzer auf, die Vollversion zu kaufen. Die Software E-Cam zeigt das Bild der Webcam an, sofern sich nicht gerade die Blende vor der Linse befindet. Das Programm bietet dabei nette Effekte wie Polarisation und Negativ-Filter. Wie bei der Eee-PC-Serie üblich, bietet Asus auch beim ASUS Eee PC 1015T einen Online-Speicher an, den der Kunde überall auf der Welt abrufen kann.

Display

Das Display besitzt eine extrem hohe Leuchtkraft, die bei etwa 300 Candela pro Quadratmeter (cd/m²) liegt. Damit sticht das ASUS Eee PC 1015T sogar teure Gaming-Notebooks aus. Jedoch könnte die Ausleuchtung etwas gleichmäßiger sein. Während das Display rechts oben nur 265 cd/m² hell leuchtete, waren es rechts unten schon 305 cd/m². Das entspricht einer Abweichung von etwa 15 Prozent. Der Bildschirm ist entspiegelt, was gute Lesbarkeit auch bei schwierigen Lichtverhältnissen ermöglicht. Horizontaler und vertikaler Betrachtungswinkel sind groß. In jeder Position zeigt das Display natürliche Farben und hohe Kontraste.
Weniger überzeugend ist die Reaktionszeit des Bildschirms. Beim Verschieben von Fenstern zeigen sich Schatten und Schlieren.

Eingabegeräte

Das ASUS Eee PC 1015T hat eine Chiclet-Tastatur. Das Besondere an der Tastatur ist der Rahmen, der sich um die einzelnen Tasten zieht. Das soll helfen, ein Abrutschen und dadurch Schreibfehler zu vermeiden. Die Tasten haben einen präzisen Anschlag und einen mittelfesten Druckpunkt. Folge: ein gutes Schreibgefühl. Die Tasten sind ausreichend groß, lediglich die linke Shift-Taste hätte ein wenig größer sein dürfen. Aufgrund der geringen Gehäusebreite fehlt ein Ziffernblock. Dessen Funktion übernehmen Buchstabentasten in Kombination mit der FN-Taste. Diese hilft auch, Parameter wie Helligkeit und Lautstärke zu steuern.
Das Touchpad macht einen sehr guten Eindruck. Die ebene Oberfläche lässt den Finger leicht darüber gleiten. Das Touchpad beherrscht Multitouch. Zum Scrollen durch Dokumente und Webseiten, oder zum Zoomen in Fotos kann der Nutzer also auf Mausgesten zurückgreifen. Das erleichtert die Bedienung enorm.

Temperatur

Der Prozessor des kleinen Netbooks wird schon ohne Auslastung (Idle-Betrieb) 52 Grad Celsius warm. In der Betriebspraxis steigt der Wert auf 58 Grad Celsius an. Unter Volllast erhöht sich die Temperatur nur noch mäßig auf 60 Grad Celsius. In diesem Fall dreht auch der Hauptlüfter des Netbooks auf, um die Temperatur wieder zu senken. Ansonsten bekommt der Nutzer von der Wärmeentwicklung nicht viel mit: Die Gehäusetemperaturen sind unbedenklich.

Betriebsgeräusche

Ohne Auslastung ist das ASUS Eee PC 1015T sehr leise. Die Lautstärke erreicht einen Wert von lediglich 32,1 Dezibel (dB(A)). Surft man mit dem Gerät im Internet oder steigt die Auslastung noch stärker an, erreicht die Geräuschentwicklung Werte von 34,1 respektive 37,5 dB(A). Zwar sind diese nicht außerordentlich hoch, allerdings ist das pfeifende Lüftergeräusch unter Last etwas nervig. Fordert man den Prozessor jedoch nicht all zu sehr, ist das Netbook ruhig.

Generell arbeitet das ASUS Eee PC 1015T mit Netzstrom etwas lauter als im Akkubetrieb. Das liegt daran, dass der Prozessor im Akkumodus zum Energiesparen häufiger heruntertaktet. Die Temperatur ist folglich niedriger als bei Netzbetrieb.

Leistung

Die Leistungswerte des ASUS Eee PC 1015T sind im Vergleich zu Netbooks mit einem Intel-Atom-Prozessor sehr uneinheitlich. In einigen Tests erreicht es sehr gute Werte, in anderen sehr schlechte.
Der Arbeitsspeicher erreichte im Everest-Test Übertragungsraten von 5.184 Megabyte pro Sekunde (MB/s) und 3.580 MB/s beim Lesen respektive Schreiben. Die Speicherverzögerung (Latenz) lag bei 83,2 Nanosekunden (ns). Ein sehr guter Wert. Der sehr theoretische CPU-Queen-Test von Everest ermittelte eine Punktzahl von 2.208. Allerdings lassen sich daraus keine direkten Rückschlüsse auf die Leistung in praktischen Anwendungen wie bei der Videokonvertierung ziehen. Ein niedriger Wert, der unter anderem auf die fehlende HyperThreading-Technologie zurückzuführen zu sein dürfte. Die interne Festplatte erreicht bei zufälligen Zugriffen eine Leserate von 56,7 MB/s.

Richtig gut macht sich das ASUS Eee PC 1015T beim Cinebench-R10-Test. Dieses Programm lässt den Prozessor ein sehr komplexes Bild berechnen und vergibt je nach benötigter Zeit Punkte. Weil das ASUS Eee PC 1015T mit der 32-Bit-Version von Windows 7 ausgeliefert wird, konnte Cinebench nur die 32-Bit-Leistung testen. Da dem AMD-Prozessor auch die HyperThreading-Technik fehlt, lief der Test nur im Einprozessor-Modus. Die resultierende Punktzahl von 1.042 ist dennoch beachtlich, sticht sie doch die meisten Intel-Atom-Prozessoren unter Verwendung der HyperThreading-Technik aus. Auch bei der Grafikgeschwindigkeit hat das ASUS Eee PC 1015T die Nase vorn: 1.376 Punkte im OpenGL-Test von Cinebench entsprechen der vierfachen Leistung von Intel-GMA-Chips. Noch deutlicher ist der Vorsprung im 3D-Mark-2006-Benchmark: Hier erreicht das ASUS Eee PC 1015T einen Wert von 1.363 Punkten und ist damit teilweise zehn Mal so schnell wie Netbooks mit Intel-GMA-Grafikchip!

Im Gegensatz zu diesen erfreulichen Ergebnissen war das Netbook bei der Videokonvertierung auffallend langsam. Knapp 50 Minuten dauerte es, bis der Prozessor ein nur 20 Minuten langes Video in ein anderes Format konvertiert hat. Dies ist einer der schlechtesten, jemals bei notebookinfo.de gemessenen Werte.

Festzuhalten bleibt: Während der Prozessor des ASUS Eee PC 1015T sehr widersprüchliche Messwerte liefert, erreichen Festplatte und Arbeitsspeicher ordentliche Ergebnisse. Der AMD-Grafikchip sticht die Intel-Konkurrenz in jeder Beziehung aus und befähigt das Netbook, alte Strategie-Titel wie Warcraft III flüssig wiederzugeben.

Akku und Energieverbrauch

Leider schlägt sich das ASUS Eee PC 1015T bei der Akkulaufzeit verglichen mit Konkurrenzprodukten, auch aus eigenem Haus, weniger gut. In der Praxis beträgt die Laufzeit lediglich fünf Stunden. Andere Netbooks erreichen hier den doppelten Wert. Unter Last sinkt die Lebensdauer ohne Netzstrom auf knapp unter vier Stunden ab. Zwei Filme in voller Länge sind also möglich. Ohne Auslastung erreicht das ASUS Eee PC 1015T eine maximale Laufzeit von 6:23 Stunden. Auch dieser Wert ist eher niedrig. Das Plus an Grafikleistung bezahlt man bei diesem Netbook mit der Akkulaufzeit.

So ist auch der Stromverbrauch von 15 Watt wenig verwunderlich. Der liegt zum Teil 50 Prozent höher als bei vergleichbaren Netbooks auf Intel-Atom-Basis.

Praxis

Das ASUS Eee PC 1015T Netbook besitzt mit ExpressGate ein zweites, sehr kleines Betriebssystem. Ist das Netbook ausgeschaltet, ermöglicht ein Druck auf die ExpressGate-Taste schnellen Zugriff auf Skype und das Internet. Aber auch sonst startet das Netbook recht schnell.

An das Netbook lassen sich problemlos Beamer und externe Bildschirme anschließen. Durch den schnellen Grafikchip ist das ASUS Eee PC 1015T in der Lage, FullHD-Videos ruckelfrei und bei nur mäßiger Prozessorauslastung wiederzugeben. Dadurch lässt sich das Netbook wie eine Art Multimediazentrale verwenden. Die integrierten Lautsprecher erreichen keine hohe Maximallautstärke, klingen dafür bei jedem Pegel recht gut. Besonders Höhen und Mitten klingen differenziert, Bässe sind konstruktionsbedingt nicht zu hören. Die Treiber-Software von Realtek bietet einen Equalizer mit fertigen Profilen für unterschiedliche Musikrichtungen an. Damit lässt sich die Musikwiedergabe an die eigenen Wünsche anpassen.

Die Webcam zeigt bei guten Lichtverhältnissen ein ruckelfreies Bild. Ist die Hintergrundbeleuchtung weniger stark, stockt das Video. Leider löst der Sensor der Kamera mit lediglich 640 x 480 Bildpunkten auf.

Zusammenfassung

Der ASUS Eee PC 1015T beschreitet neue Wege. Dabei kann es nicht in jedem Punkt überzeugen. Zwar ist die Grafikleistung verglichen mit anderen Produkten seiner Klasse sehr gut, allerdings zieht der AMD V105 Prozessor nicht immer mit. Er erreicht mitunter auffallend schlechte Messwerte. Auch die Akkulaufzeit ist nur unterdurchschnittlich. Zwar kann der ASUS Eee PC 1015T mit guter Verarbeitung, einfacher Bedienung und Anschlussvielfalt punkten, macht dafür aber bei PC-Spielen keine gute Figur. Dafür ist man mit einem Produkt auf Intel-Atom-Basis zurzeit noch besser beraten.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,8 (Gut)
  2. Ausstattung3,5 (Befriedigend)
  3. Display1,5 (Sehr gut)
  4. Eingabegeräte1,5 (Sehr gut)
  5. Temperatur1,6 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche2,0 (Gut)
  7. Anschlüsse2,0 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch1,9 (Gut)
  9. Software und Zubehör3,0 (Befriedigend)
  10. Leistung3,6 (Ausreichend)
  11. Praxis1,7 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark061363 Pkt.Max. 28871 Pkt.
Everest RAM Read5181 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write3580 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz83.2 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read56.7 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen2208 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)1042 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)1376 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung2940 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast3 Std. 50 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal6 Std. 23 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis5 Std. 9 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

15 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,015 kWh x 24,00 Cent = 7,88 EUR