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Bilder zum Test: Apple MacBook Pro Retina 15,4 Zoll Intel Core i7 2.3 GHz (2012) - Schlankheitskur mit Retina Display und USB 3.0

Erst vor wenigen Tagen kündigte Apple-CEO Tim Cook das neue Macbook Pro mit Retina Display auf der World Wide Developer Conference 2012 (WWDC) in San Francisco an und schon heute steht das Gerät in der günstigsten Form in der Berliner Redaktion von notebookinfo.de. Für viele Konkurrenten gilt das Unibody-Design aus Aluminium als wegweisend und inspirierend. Wohl einer der vielen Gründe, warum Apple auch bei diesem „next generation“ Macbook Pro das altbewährte Äußere mit leichtem Facelift einsetzt. Die Vorteile sind dieselben wie einst vor vier Jahren – perfekte Verarbeitung trifft hohe Wertigkeit. Verwindungen oder eine Dellenbildung sind selbst bei starkem Druck nicht auszumachen. Der immer dünner werdende Deckel bleibt bei grober Behandlung stets verwindungssteif. Gleiches gilt für das großflächige Scharnier, welches die optimale Balance zwischen Display und Basis-Einheit zeigt. So ist ein Öffnen des Deckels mit einer Hand möglich und die notwendige Stabilität für unruhige Situationen im Auto oder in der Bahn ist gegeben. Qualitativ kann hier nur Samsungs neue Serie 9 mithalten, die ein ähnliches Premium-Segment bedient. Die perfekte Verarbeitung des neuen Apple Macbook Pro, welches in der Community bereits als „Retina Macbook“ bezeichnet wird, zieht sich von der Unterseite über die Arbeitsumgebung bis hin zum Display. Die maximale Bauhöhe von 18 Millimeter und ein Gewicht von 2,0 kg scheinen perfekt für das 15,4-Zoll Format und die verwendeten, leistungsstarken Komponenten. Damit ist das neue Gerät 25 Prozent dünner und 0,5 kg leichter als sein Vorgänger. In der Aktentasche oder im Rucksack sind die Abmessung und das Gewicht jedoch deutlich spürbar, weshalb die Nachfrage nach einem Retina Macbook Pro mit 13,3-Zoll Display bereits jetzt enorm hoch ist.

Ebenso hochwertig wie das Gehäuse zeigen sich die Eingabegeräte des 15,4-Zoll Multimedia-Notebooks. Der Wiedererkennungswert zu älteren Macbook Pro Modelle ist hier nicht zu leugnen. Wir treffen auf eine vollwertige und 16-stufig beleuchtete Chiclet-Tastatur in Kombination mit einem groß dimensionierten Multi-Trackpad (Touchpad). Ein kurzer Hub, klarer Druckpunkt und optimales Feedback finden ebenso Gefallen wie die Mausersatztasten, die direkt in die sensitive Fläche des Trackpads integriert sind. Alle bekannten Multitouch-Gesten werden schnell und problemlos umgesetzt. Unter Mac OS X Lion profitieren Käufer vor allem durch die verschiedenen Mehrfingergesten, die sich durch das komplette Betriebssystem ziehen. Angefangen vom Zweifinger-Scrollen im Safari Browser, bis hin zum Drei-Finger-Nachschlagen in einem Textdokument. Apple informiert über sämtliche Trackpad-Möglichkeiten in einem simpel gestalteten Einstellungs-Menü.

Trotz der geringen Bauhöhe müssen Käufer des neuen Apple Macbook Pro mit Retina Display nicht auf vollwertige Anschlüsse verzichten. Klassisch verteilen sich diese auf der linken und rechten Gehäuseseite, wobei ein optisches Laufwerk nicht zum Einsatz kommt. Dafür entschied sich das Unternehmen aus Cupertino für die Integration von zwei USB 3.0- und zwei Thunderbolt-Ports. Letztere können externe Monitore, Port-Replikatoren und die neuen Adapter auf Firewire und Gigabit-Ethernet tragen. Ohne den optionalen Netzwerk-Adapter ist eine Verbindung ins Internet nur über die WLAN 802.11n Schnittstelle gegeben. Zusätzlich können Fernseher per HDMI und SD-Karten über einen entsprechenden Kartenleser angebunden werden. Der Kombinations-Port im 3,5 Millimeter Klinke-Format fasst Headsets und Kopfhörer. Zwei integrierte Mikrofone und ein ausgereiftes, sattes Lautsprecher-System lassen externe Komponenten fast schon überflüssig werden.

Ab Werk wird das neue Apple Macbook Pro 15,4-Zoll (Mid 2012) mit vorinstalliertem Mac OS X 10.7 Lion Betriebssystem ausgeliefert. Sollte Sie sich für einen Kauf entscheiden, können Sie das kommende Mac OS X 10.8 Mountain Lion kostenlos im App Store herunterladen. Zusätzlich liefert Apple die iLife-Suite, welche iPhoto, iMovie sowie GarageBand enthält. Zusätzliche Software kann im Handel oder über den integrierten Mac App Store erstanden werden, der sich ähnlich wie iTunes verhält und Einkäufe über ihren Apple-Account ermöglicht.

Technische Daten

Display:15.4" IPSAuflösung:2880 x 1800
Prozessor:Intel Core i7 3615QM / 2,3 GHzGrafikkarte:NVIDIA GeForce GT 650M
Festplatte256 GB SSDRAM:16 GB
Laufwerk:externPlattform:Mac OS X 10.7 Lion
Akkulaufzeit:7 Std.Gewicht:2.02 kg
B x H x T:35.89 cm x 1.8 cm x 24.71 cmFarbe:silbernes Präzisions-Unibody-Aluminiumgehäuse

Auf dem Prüfstand

Unter der dünnen Aluminium-Haube versteckt sich ein Intel Core i7-3615QM Prozessor der aktuellen Intel Ivy Bridge Generation. Die Taktrate liegt je nach Belastung der CPU zwischen 2,3 und 3,3 GHz. Acht Gigabyte DDR3 Arbeitsspeicher (1.600 MHz) und ein 256 GB Solid State Drive (SSD) drücken die Wertung der Anwendungsleistung weiter nach oben. Mit Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von 450 MB/s (Read) und 405 MB/s (Write) wird zudem eine schnelle Bootzeit des Mac OS X Lion Betriebssystems und dessen Programme gewährleistet. Neben dem Prozessor ist die SSD der wichtigste Leistungsschub im Umgang mit Büroanwendungen oder beim Surfen im Internet. Video- und Fotoschnittsoftware hingegen erfreut sich an der dedizierten Nvidia Geforce GT 650M Grafikkarte, die neben der im Prozessor integrierten Intel HD Graphics 4000 zur Verfügung steht. Mit Hilfe einer Umschaltfunktion, die der Nvidia Optimus Technologie ähnelt, wechselt das neue Apple Macbook Pro (Mid 2012) automatisch zwischen den beiden Grafikeinheiten. So kann bei geringer Auslastung der Komponenten Strom gespart und die Akkulaufzeit verlängert werden. Bei der Anschaffung sollte beachtet werden, dass weder SSD-Kapazität noch Arbeitsspeicher im Nachhinein aufgerüstet werden können. Alle Komponenten sind fest auf dem Mainboard verlötet.

Aktuelle Gaming-Titel wie Diablo 3, Batman: Arkham City und Mass Effect 3 können mit dieser Prozessor-Grafikkarten-Kombination ruckelfrei gespielt werden. Aufgrund der hohen Auflösung des Retina Displays kann es jedoch bei bestimmten Detail-Szenarien, vor allem bei aktiviertem Anti-Aliasing, zu Rucklern kommen. In dem Fall sollten die Detail-Einstellung auf „Medium“ (Mittel) reduziert oder die Auflösung auf FullHD (1.920 x 1.080) zurückgefahren werden. Für Windows 7 standen zum Testzeitpunkt noch keine passenden Boot Camp Treiber zur Verfügung, daher testen wir mit dem Benchmark Cinebench R11.5 die vergleichbare Leistung unter Mac OS X Lion. Hier zeigen die Grafikkarte und der Prozessor eine Leistung von 33,4 FPS im OpenGL-Test und 6,12 Punkte im Multi-CPU-Rating. Einen entsprechenden Vergleich mit Windows-Systemen werden wir in den nächsten Tagen im unteren Bereich dieses Testberichts nachreichen.

Mit dem Alleinstellungsmerkmal „Retina Display“ legt Apple die Messlatte bei Notebook-Displays noch einmal höher. Die native Auflösung von 2.880 x 1.800 Pixel und die daraus resultierende Pixeldichte von 220 dpi auf 15,4-Zoll sind im mobilen Bereich einzigartig. Mit 5 Millionen Bildpunkten bietet der Bildschirm 66 Prozent mehr Pixel als Monitore oder Fernseher mit FullHD-Auflösung. Nutzer von Filmschnittsoftware wie Final Cut Pro oder Fotobearbeitungs-Tools wie Photoshop und Aperture können so mehrere hochauflösende Videos und Bilder parallel nativ anzeigen. Zudem werden Spiele wie Diablo 3 in atemberaubender Schärfe und Qualität dargestellt. Die verwendete IPS-Technik ermöglicht zudem eine sehr gute Blickwinkelstabilität, sodass selbst bei starken Abweichungen vom optimalen Blickwinkel Helligkeitsverlust oder Farbinvertierungen nicht oder nur minimal auftreten. Die Spiegelungen des glänzenden Displays sollen laut Apple im Vergleich zum Vorgänger um bis zu 75 Prozent reduziert wurden sein, dennoch sind Umgebungsreflexionen bei schrägem Betrachtungswinkel sichtbar. Dagegen können auch 270 Candela pro Quadratmeter nichts ausrichten. Die Farbbrillanz, Schärfe und der maximale Kontrast von 954:1 sind jedoch herausragend.

Auf dem Mac OS X Schreibtisch bekommt der Nutzer von der hohen Auflösung kaum etwas mit, hier wird nur von der hohen Pixeldichte profitiert. Der Einstellungspunkt "Monitor" bietet insgesamt nur fünf Voreinstellungen, wobei die maximale Skalierung bei 1.920 x 1.200 liegt. In voller, optimaler Retina Auflösung werden die Symbole und Menüs des Apple Betriebssystem stark vergrößert, sodass die Augen beim Lesen nicht überanstrengt werden. Mit Hilfe von Programmen wie SwitchResX kann allerdings auch die native Auflösung von 2.880 x 1.800 Pixel ausgewählt werden, die zu einer deutlichen Verkleinerung der Icons führt, aber auch für einen enormen Platz auf dem Schreibtisch (Desktop) sorgt. Ob Apple ein Update nachschiebt und die volle Auflösung auch ohne Tools von Drittanbietern zulässt ist fraglich. In Spielen wie Diablo 3 und Applikationen wie Aperture und Final Cut Pro kommt sie schon zum Einsatz.

Im Apple Online Store wird die Akkulaufzeit des neuen Retina Macbook Pro mit 7 Stunden angegeben. Unser Leerlauftest mit deaktivierten Funkverbindungen und gedimmter Bildschirmhelligkeit ergab ein maximales Durchhaltevermögen von 11 Stunden und 21 Minuten. Bei voller Auslastung von Prozessor und Grafikeinheit im sogenannten Stresstest wurde die 95 Wattstunden Batterie innerhalb von 1,5 Stunden geleert. Anhand der Temperaturen ist in diesem praxisfernen Anwendungsgebiet auch eine Drosselung des Prozessortakts zu erkennen. Genaue Aussagen können wir allerdings erst treffen, wenn uns passende Tools unter Windows 7 zur Verfügung stehen. In der Praxis ergibt sich eine durchschnittliche Akkulaufzeit von 6 Stunden und 24 Minuten, was nah an dem von Apple ausgeschriebenen Wert liegt. Der Stromverbrauch pendelt sich in diesem Szenario zwischen 30 und 50 Watt ein, maximal werden 85 Watt gemessen. Einer der größten Kritikpunkte am Design der Macbook Pro Modelle war die Entwicklung von Lautstärke und Temperatur. Im aktuellen „next generation“ Macbook Pro mit Retina Display kommt die asymmetrische Struktur der Lüfter dem Nutzer zugute. Fast lautlos säuselt das 15,4-Zoll Gerät vor sich hin, während wir 1080p Filme mit H.264 Codec abspielen, den Prozessor belasten und die Grafikkarte mit Diablo 3 beanspruchen. Erst bei verschiedenen Rendering-Sequenzen mit Photoshop und Final Cut Pro kommt der Lüfter in Fahrt und liefert zwischen 34 und 38 Dezibel (A). Das Maximum im praxisfernen Stresstest liegt bei 44 Dezibel (A). Die Temperaturen zeigen im Durchschnitt 32,3 Grad Celsius an der Unter- und Oberseite, wobei unter starker Belastung der Komponenten punktuelle Maximalwerte von bis zu 45 Grad Celsius gemessen werden können. Insgesamt hat Apple dazugelernt und den Bereich Emissionen positiv aufgebohrt.

Zusammenfassung

Das neue „next generation“ Apple Macbook Pro (Mid 2012) ist ein durchweg gelungenes Multimedia-Notebook, was vor allem wegen des hochauflösenden Retina Displays seinesgleichen sucht. Basierend auf dem klassischen Unibody-Design überzeugt der 15,4-Zoller mit hoher Verarbeitungsqualität, perfekter Wertigkeit und schlanker Linie. Einen Intel Core i7 Vierkern-Prozessor und die leistungsstarke Nvidia Geforce GT 650M auf so engem Raum zu kombinieren ist außergewöhnlich. Diesmal hat es Apple auch geschafft die Balance zwischen Leistung und Emissionen zu finden und Lautstärke sowie Temperatur im Zaum zu halten. Allem voran steht das Retina Display für eine neue Ära in Sachen Bildqualität, Schärfe und Auflösung. Meckern wir auf hohem Niveau könnte uns die spiegelnde Oberfläche und die vergleichsweise geringe Ausleuchtung mit 270 Candela pro Quadratmeter ein Dorn im Auge sein. Aber das Konzept geht auf und Apple hat seine Hausaufgaben gemacht. Ob der hohe Preis gerechtfertigt ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.


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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,0 (Sehr gut)
  2. Display1,5 (Sehr gut)
  3. Eingabegeräte1,0 (Sehr gut)
  4. Temperatur2,0 (Gut)
  5. Lautsprecher2,0 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche1,5 (Sehr gut)
  7. Anschlüsse2,0 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch1,0 (Sehr gut)
  9. Software und Zubehör2,0 (Gut)
  10. Leistung1,0 (Sehr gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
PassMark Performance Test (HDD Read)450 MB/sMax. 941.5 MB/s
PassMark Performance Test (HDD Write)405 MB/sMax. 781 MB/s
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 27 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal11 Std. 21 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis6 Std. 24 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

45 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,045 kWh x 24,00 Cent = 23,65 EUR

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