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  3. Test Apple MacBook Pro 15,4 Zoll Intel Core i7 620M 2.66 GHz (Mid 2010) - Der Kult kehrt zurück

Erster Eindruck vom Apple MacBook Pro 15,4 Zoll Intel Core i7 620M 2.66 GHz (Mid 2010)

Schlicht, designstark und mit dem angebissenen Apfellogo präsentiert sich das MacBook Pro. Im Vergleich zum Vorgänger bleibt das Gehäuse unverändert. Das ist aber kein Nachteil: Weil es recht schlicht ist, ist das MacBook Pro auch recht zeitlos. Mit 2,54 Kilo ist das MacBook zudem sehr leicht für ein 15,4 Zoll-Gerät.

Das sogenannte Unibody-Gehäuse ist aus einem einzigen Aluminiumblock gefräst und bietet dadurch beinahe keine sichtbaren Materialübergänge. Der Unterboden lässt sich nur komplett abnehmen und fügt sich mit einer leichten Kante in das Gehäuse ein. Auch der Displaydeckel ist aus Aluminium. Wo er mit dem Glas (ja, echtem Glas) des Displays zusammenstößt, ist der Übergang durch einen kleinen Gummiwulst verdeckt. Der dient gleichzeitig im geschlossenen Zustand als Abstandhalter zwischen Bildschirm und Tastatur.

Kaum verwinden lässt sich das Display, allerdings kann Druck von hinten schon auf dem Bildschirm sichtbar werden. Die Tastatur sitzt sehr, sehr fest im Gehäuse und lässt sich an keiner Stelle durchbiegen. Handballenauflage und Unterseite geben ebenfalls nicht nach.

Sogar das weiße Netzteil und der magnetisch einrastende Stecker sind ein Designerstück. Alles in allem ist das Design des MacBook Pro edel und sehr stabil. Lediglich die schwarze Tastatur wirkt ein bisschen wie ein Fremdkörper in dem silbernen Gehäuse. Auch die scharfe Voderkante könnte dem Nutzer Probleme bereiten, dann nämlich, wenn die Handflächen auf der Kante aufliegen.

Technische Daten und Ausstattung

Schon seit einigen Jahren verwendet Apple die selbe Hardware, wie sie auch die meisten Windows-PCs integriert haben. So ist ein Core i7-Prozessor mit zwei Rechenkernen im Apple MacBook Pro verbaut, ebenso wie eine Grafikkarte von NVidia. Zudem ist ein Intel-Grafikchip integriert, der weniger leistet, aber auch weniger Strom verbraucht. Auf ihn schaltet das System automatisch, wenn man in den Akkubetrieb wechselt. Möchte man auch im Akkubetrieb mehr Leistung, kann man diese Option natürlich deaktivieren.

4 GB Arbeitsspeicher sollten für die meisten Anwendungen locker ausreichen und auf der 500 GB großen Festplatte kann der Nutzer seine Daten speichern. Ein DVD-Brenner ist ebenso an Bord, wie eine Webcam.

Anschlüsse

Hauptsächlich auf der linken Seite konzentrieren sich die Anschlüsse beim MacBook Pro. An der Vorderseite befindet sich lediglich eine kleine Status-LED und ein Infrarotempfänger, rechts liegen ein Anschluss für ein Notebookschloss und der DVD-Brenner. Da der Bildschirm im geöffenten Zustand über die Rückseite klappt, finden sich dort keine Anschlüsse.

Links von vorne nach hinten liegen ein Knopf, mit dem man die Akkuleistung anzeigen lassen kann und dementsprechende LEDs. Im hinteren Bereich befinden sich ein Audioausgang und -eingang, ein Kartenleser, der aber nur SD-Karten und Multimediacards versteht und dahinter zwei USB 2.0-Ports. Es folgt ein Mini Display-Port, über den man einen externen Monitor anschließen kann. Dazu muss man sich aber in den allermeisten Fällen noch einen Adapter von Apple besorgen. Dahinter sitzen noch der Netzwerkanschluss und der "MacSafe" genannte Stromanschluss.
Unter der Haube finden sich WLAN und Bluetooth. Die Bluetooth-Verbindung ist auf dem neuesten Stand, das WLAN funkt allerdings nicht nach dem neuesten Standard 802.11n, die Geschwindigkeit reicht für aktuelle DSL-Leitungen aber locker aus.

Insgesamt ist die Anschlussausstattung etwas knapp bemessen und nur an einem Ort konzentriert, was ebenfalls zu Problemen führen kann. Zudem sollte man sich im Klaren sein, dass man, möchte man einen externen Monitor anschließen, einen Adapter oder gleich einen Monitor von Apple kaufen muss. Die meisten anderen Monitore kann man an den Mini Display-Port nicht anschließen.

Software und Zubehör

Apple liefert mit dem MacBook Pro sein eigenes Betriebssystem Mac OS X 10.6. Das Betriebssystem basiert auf einer 32 Bit-Architektur, kann aber auch Programme mit 64 Bit-Code ausführen und somit deren leichte Geschwindigkeitsvorteile nutzen.

Windows-Nutzer müssen sich an die Bedienung von Mac OS X wohl erst gewöhnen, insgesamt ist es wohl eher eine Geschmacksfrage, welches Betriebssystem einem besser gefällt. Leistungsunterschiede sind aufgrund der ähnlichen verbauten Hardware kaum auszumachen. Windows-Programme lassen sich übrigens auf Mac OS X nicht installieren, dazu muss man entweder Windows installieren oder man kauft eine spezielle Mac-Version des Programms.

Mac OS X kommt mit zahlreichen Programmen im Schlepptau. Das Betriebssystem bringt einiges mehr an Software mit als Windows 7, beispielsweise eine Textverarbeitung und ein Seitenlayoutprogramm. Viele Programme bieten im Endeffekt das selbe, wie die Programme in Microsofts Betriebssystem, Apple versteht es nur wesentlich besser, seine Programme zu präsentieren.

Videos und Fotos bearbeiten, Diagramme erstellen, die Webcam nutzen oder Musik hören, das alles geht mit Apples Programmen stylish aber auch benutzerfreundlich von der Hand. Allerdings sollte man bei aller Begeisterung nicht vergessen, dass Programme wie Garage Band, mit denen man Instrumente lernen kann oder Song erstellen, zwar toll sind, man aber viele Inhalte erst in Apples Online-Shop kaufen muss. Die Softwareausstattung ist also sehr ordentlich, aber in vielen Fällen täuscht die großartige Verpackung darüber hinweg, dass es sich eigentlich um Standardfunktionen handelt, die auch Windows bietet.

Wer gar nicht auf Microsofts Betriebssystem verzichten kann oder will kann mittels des Programms "BootCamp" auch Windows 7 auf dem MacBook Pro installieren. Dank der Intel- und NVidiahardware läuft es dann auch fast ohne Einschränkungen.

Display

Der Bildschirm ist sicherlich ein Highlight beim aktuellen Apple MacBook Pro. Starke Leuchtkraft, gute Blickwinkel und ein toller Schwarzwert sprechen für sich. In unserem Testgerät ist ein glänzendes Display mit 1440 mal 900 Pixeln Auflösung installiert. Apple bietet auch noch ein Panel mit 1600 mal 900 Pixeln Auflösung an. Dort kann dann auch eine matte Beschichtung gewählt werden.

Durch die hohe Leuchtkraft ist aber die glänzende Beschichtung nicht so sehr störend: Zwar sieht man bei hellem Licht immer noch störende Spiegelungen, kann aber wenigstens noch erkennen, was auf dem Bildschirm vor sich geht. Die Blickwinkel bleiben sowohl nach oben und unten, als auch nach links und rechts sehr lange stabil, die Farben verzerren also nicht.

Mit unserem Testgerät messen wir zudem die Bildschirmhelligkeit: Tolle 292 cd/m² messen wir als maximale Helligkeit in der oberen linken Ecke des Bildschirms. Nach unten hin fällt sie allerdings stark ab, so dass die Ausleuchtung nicht sehr gleichmäßig ist. Das kann dazu führen, dass große Farbflächen mit Grauschleier dargestellt werden. Allerdings bleibt die Ausleuchtung stets über 205 cd/m², immer noch ein guter Wert.

Eingabegeräte

Die Tastatur ist mit Einzeltasten gestaltet, zwischen denen große Abstände bestehen. So trifft man meist die richtige Taste. Auch das Schreibgefühl ist erstklassig: Die Tasten sitzen solide im Gehäuse, bieten einen guten Druckpunkt und schlagen weder zu weich, noch zu fest an.

Anstatt der F1-F12 Tasten verwendet Apple die oberste Tastenreihe für Funktionen wie Regelung der Bildschirmhelligkeit und Lautstärke oder Multimediatasten. F1-F12 kann man zwar immer noch erreichen, aber nur in Kombination mit der "Fn"-Taste. Das ist unserer Ansicht nach ganz sinnvoll, da die meisten Nutzer die F1-F12-Tasten ohnehin nur selten nutzen.

Die Eingabetaste, sowie die Pfeiltasten sind etwas schmal geraten, lassen sich aber durch die großen Abstände zu den anderen Tasten trotzdem ordentlich bedienen. Das Fehlen eines Ziffernblocks ist allerdings in manchen Situationen ärgerlich. Alle Tasten sind beleuchtet, die Beleuchtung lässt sich in 16 Stufen regeln oder ganz ausschalten.

Das Touchpad ist sehr groß geraten und durch eine leichte Absenkung von der umgebenden Handballenauflage getrennt. Leicht nach rechts versetzt hat es eine etwas ungewöhnliche Lage, lässt sich aber schon durch seine schiere Größe gut bedienen. Der Finger gleitet zudem mit genau dem richtigen Widerstand über die Oberfläche, die integrierte Taste reagiert zuverlässig auf Druck. Auch Multi-Touch-Gesten versteht das Touchpad, diese werden in den allermeisten Fälle zuverlässig erkannt.

Insgesamt sind die Eingabegeräte sehr gut geraten. Ein zusätzlicher Ziffernblock hätte sie noch perfektioniert.

Temperatur

Maximal 46,9 Grad sind schon eine ziemlich hohe Erwärmung. Da die Lüftungsgitter gegen die Unterkante des Monitors pusten, steigt die Wärme zudem nach oben, also zum Nutzer hin. Allerdings ist diese Erwärmung nur im oberen, mittleren Bereich der Oberseite fühlbar und dort wird der Benutzer seine Hände eher selten haben.

Im Praxis-Betrieb, also wenn man ein HD-Video abspielt, bleibt das MaxBookPro recht kühl und erreicht maximal 30,2 Grad an der rechten oberen Unterseite. Dann kann man das Notebook auch auf dem Schoß betreiben.

Betriebsgeräusche

Belastet man das MacBook Pro nicht, ist es auch kaum zu hören: 30,5 dB(A) messen wir und damit kaum mehr, als das Umgebungsgeräusch. Betrachtet man ein HD-Video, unser Praxisszenario für das Design-Notebook MacBook Pro, so erhöht sich das Betriebsgeräusch leicht auf 31,4 dB(A), das ist aber immer noch kaum hörbar. Unter Last wird's dann doch etwas lauter: 40,7 dB(A) messen wir als maximales Lüftergeräusch, das ist aber angesichts der leistungsstarken Komponenten immer noch im Rahmen.

Das DVD-Laufwerk macht beim Daten lesen sogar noch mehr Krach: 41,8 dB(A) messen wir hier als Maximalwert, der liegt aber immer nur sehr kurzfristig an. Bei der Filmwiedergabe hingegen ist das Laufwerk angenehm zurückhaltend mit nur 31,7 dB(A) Betriebsgeräusch.

Leistung

Leistungstechnisch sollte das Apple MacBook Pro durch seinen starken Prozessor, die eigenständige Mittelklassegrafikkarte und den ordentlichen Arbeitsspeicher gut gerüstet sein. Im Cinebench R10 ermitteln wir mit 3034 Punkten einen sehr hohen Wert, wenn nur ein Rechenkern arbeitet. Mehrere Rechenkerne erreichen ebenfalls einen sehr hohen Wert von 8577 Punkten.

Die Grafikkarte erreicht den sehr hohen Wert von 6005 Punkten und setzt sich damit sogar an die Spitze aller bisher von uns getesteten Notebooks. Das liegt aber wohl eher an dem optimalen Zusammenspiel aus Treibern und Programm, als an der tatsächlichen Leistung: Bei der aktuellen Version des Cinebench, Cinebench R11.5 erreicht die Grafikkarte im Test nämlich nur 15,82 Bilder pro Sekunde, was in einem tatsächlichen Spiel kaum mehr spielbar wäre.

Die Anwendungsleistung ist dank des sehr schnellen Zweikern-Prozessors phänomenal und sollte für alle aktuellen Anwendungen ausreichen. Für Videoschnitt oder ähnlich anspruchsvolle Dinge hätte sich aber ein Vierkernprozessor noch besser gemacht. Spiele gibt es für Mac ja nicht allzuviele, selbst aktuelle Titel sollten aber mit mitteleren Details und der Auflösung des internen Bildschirms einigermaßen flüssig laufen.

Akku und Energieverbrauch

Der Akku ist fest im Gehäuse verschraubt und lässt sich vom Benutzer nicht so einfach wechseln. Dazu muss man das Gerät im Normalfall an Apple senden. 77,5 Wattstunden liefert die Batterie, das reicht für immerhin 1 ½ Stunden Laufzeit unter Volllast. Maximal sind über 10 Stunden Laufzeit drin, das ist dann doch recht beeindruckend, allerdings darf man dann sein Gerät auch fast gar nicht verwenden. Wer ein HD-Video anzeigen lässt, der kann das ziemlich genau 5:00 Stunden tun, was ebenfalls eine beeindruckende Laufzeit ist.

Der Stromverbrauch bewegt sich im normalen Bereich der Core i-Prozessoren mit 9 Watt Minimalverbrauch und 74 Watt Maximalverbrauch mit Akkuladung. In unserem Praxisszenario, also beim Betrachten eines HD-Videos, verbrauchte das Notebook um die 22 Watt.

Praxis

Das HD-Video aus dem Internet spielt unser MacBook Pro flüssig ab, dank der starken Komponenten auch im Akku-Betrieb. Nach unserem Test im Volllast-Betrieb hatten wir allerdings einmal das Problem, dass das Video plötzlich stark ruckelte. Erst nach einem Neustart war das Problem nicht mehr vorhanden.

Die Lautsprecher prüfen wir im Zuge dieses Tests auch gleich und sind begeistert: Voller Klang, hohe Lautstärke, insgesamt auch für Audio-Enthusiasten sicherlich ausreichend. Da hat sich Apple wirklich Mühe gegeben.

Zusammenfassung

Der Erfolg von Apples Produkten liegt sicher zu einem großen Teil am geschickten Marketing, aber letztendlich doch auch an der Qualität der Produkte. Das zeigt das aktuelle MacBook Pro, das sich in keiner Disziplin einen wirklichen Schnitzer erlaubt: Gehäuse, Eingabegeräte, Lautsprecher, Monitor, Prozessor, Software, Geräuschentwicklung, Temperatur, alles sehr in Ordnung.

Lediglich einige Kleinigkeiten, wie den fehlenden Ziffernblock und die zu geringe Anschlussausstattung kann man kritisieren. Und den Preis natürlich: Für fast 2000 Euro bekommt man anderswo noch wesentlich mehr Leistung.

Letztendlich ist und bleibt es eine Glaubensfrage, ob man das Apple MacBook Pro mag oder nicht. Zumal man aber inzwischen sogar Windows 7 recht problemlos auf dem Gerät installieren kann, sollte jeder, der das entsprechende Kleingeld hat, Apples Gerät zumindest einmal testen. Uns hat Apple zumindest fast keinen Anlass zur Kritik gegeben.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck1,3 (Sehr gut)
  2. Ausstattung1,6 (Gut)
  3. Display1,5 (Sehr gut)
  4. Eingabegeräte1,2 (Sehr gut)
  5. Temperatur1,7 (Gut)
  6. Betriebsgeräusche1,4 (Sehr gut)
  7. Anschlüsse2,5 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch1,7 (Gut)
  9. Software und Zubehör1,5 (Sehr gut)
  10. Leistung1,5 (Sehr gut)
  11. Praxis1,5 (Sehr gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
Cinebench R10 32 Bit (Single)3934 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)8577 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)6005 Pkt.Max. 9005 Pkt.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast1 Std. 27 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal10 Std. 35 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis5 Std. 0 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

22 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,022 kWh x 24,00 Cent = 11,56 EUR