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  3. Test Acer Aspire One D255 - der Dual-Überflieger?

Erster Eindruck vom Acer Aspire One D255

Netbooks haben sich als Zweitrechner und mobile Begleiter durchgesetzt. Acer stellt jetzt ein Netbook mit dem Intel-Dual-Core-Prozessor Atom N550 vor. Trotz niedrigerer Modellnummer ist das Acer Aspire One D255 der Nachfolger des D260. Der Hochglanzdeckel ist in mehreren Farben erhältlich. Das Testgerät hat einen weißen Deckel mit auffälligem schwarzen Schriftzug des Modellnamens. Allerdings ist die Fläche schnell mit Fingerabdrücken übersät. Ein Poliertuch ist im Lieferumfang enthalten.
Das Gehäusedesign ist kantiger als bei den Vorgängern. Der dünnere Deckel ist tiefer eingehängt. Zur Vorderseite hin verjüngt sich das Chassis. Die Unterseite ist eine durchgehende Platte. Somit ließe sich beispielsweise der Arbeitsspeicher nur durch mühsamen Ausbau der Tastatur aufrüsten.
Obwohl das Acer One D255 als mobiler Begleiter ein wenig widerstandsfähig sein sollte, lässt sich die Basiseinheit bei geöffnetem Deckel mit geringem Kraftaufwand verbiegen. Die Handballenauflage gibt rechts bei leichtem Druck nach. Die Bodenplatte gibt selbst bei mäßiger Gewalt nicht nach.
Der Deckel lässt sich weit bis zu 180 Grad öffnen. Die rechtwinklig eingesetzten Gelenke sitzen fest an der Basiseinheit des Gehäuses. Sie sind straff angezogen und für das Öffnen des Deckels sind beide Hände nötig. Das für Netbooks ungewöhnliche Hochglanzdisplay bleibt fest in seiner aufgeklappten Position. Störende Reflexionen erschweren den Einsatz bei wechselnden Lichtverhältnissen.
Acer liefert das One D255 mit zwei Betriebssystemen aus: Microsoft Windows 7 Starter und Google Android.

Technische Daten und Ausstattung

Das „D“ im Namen des Acer-Netbooks steht für Dual und bezieht sich auf den mit zweimal 1,5 Gigahertz (Ghz) getakteten Zweikernprozessor Intel Atom N550. Im Vergleich zu Intel-Core-Prozessoren rangieren die meisten Atom-Prozessoren am unteren Ende des Leistungsspektrums. Immerhin: Der Intel-Atom-N550 rechnet schneller als Atom-Prozessoren mit nur einem Kern. Er unterstützt Hyperthreading, kann also mehrere Aufgaben parallel bearbeiten und simt problemlos meherer Programme gleichzeitig antreiben. Der Prozessor arbeitet ausschließlich mit DDR3-Arbeitsspeicher (RAM) zusammen. Der Level-2-Cache (L2), der die häufig vom Prozessor genutzten Daten zwischenspeichert, hat eine Kapazität von einem Megabyte.
Laut Intel liegt die maximale Leistungsaufnahme bei 8,5 Watt und ist damit höher als bei älteren Atom-Prozessor-Generationen. Lange Akkulaufzeiten sind trotzdem möglich, weil Intel den Grafikchip GMA 3150 in den Prozessor integriert. Diese Grafikeinheit bietet einen Kerntakt von 200 Megahertz und unterstützt DirectX-9c. Aufwendige 3D-Spiele meistert sie damit nicht. Für einfache Online- oder Flash-Games reicht sie aber noch aus.
Die maximale Bildauflösung, die der GMA-Grafikchip 3150 ansteuern kann, ist stark begrenzt. Sie liegt bei maximal 1.366 x 768 Bildpunkten. Die Flash-HD-Videos auf YouTube lassen sich gerade noch betrachten.
Mit 250 Gigabyte (GB) Platz ist die Festplatte ausreichend groß. Die Webcam im Displayrahmen nimmt Fotos mit einer Auflösung von 1.280 x 1.024 Pixeln im 4:3-Format auf. Ihre Bilder sind klar und ohne Bewegungsunschärfen. Allerdings wirken die Farben etwas blass.

Anschlüsse

Alle notwendigen Anschlüsse sind beim Acer-Netbook vorhanden. Neben drei USB-2.0-Ports gibt es einen Ethernet-Netzwerkanschluss (RJ45) sowie je einen Klinkenstecker für Kopfhörer und Mikrofon. Die Audio-Ports sind verstärkt und schützen somit Stecker vor dem Abbrechen. Ein Kartenleser für die Speicherkartenformate SD und MMC ist ebenso hilfreich wie der VGA-Anschluss. Darüber gibt das Netbook Videodaten analog an einen Monitor, Fernseher oder Projektor aus.
Im Gehäuse des Acer One D255 stecken ein WLAN-Funkmodul nach Draft-N-Standard, Bluetooth für Datenübertragung per Funk und ein Fast-Ethernet-Controller für ein kabelgebundenes Netzwerk. Das Bluetooth-Modul unterstützt den neuesten Standard 3.0+HDR. Es besitzt also einen zusätzlichen Hochgeschwindigkeitskanal, mit dem sich eine Übertragungsrate von bis zu 24 Megabit pro Sekunde erreichen lässt. Per Netzwerkkabel ist die Datenübertragung langsamer als über das WLAN-Modul, das das Netbook darüber nur bis zu einem Drittel der Datenmenge verarbeitet. Ein HDMI-Port sollte im Zeitalter digitalen Fernsehens aber nicht fehlen. Hier muss Acer noch seine Hausaufgaben machen.

Software und Zubehör

Bei einem Netbook ist die Anschaffung eines DVD-Brenners zur Datensicherung empfehlenswert. Wie vielen anderen Netboos fehlt auch dem Acer One D255 eine beiliegende Treiber- und Wiederherstellungs-DVD. Diese lassen sich aber per eRecovery-Management-Programm leicht herstellen. Dazu hat Acer das Betriebssystem in eine separate Partition der Festplatte kopiert. Für die Einstellung und Steuerung des Netbooks sind die Programme ePower-Management, Crystal-Eye-Webcam oder Update eine gute Hilfe.
Das D255 startet wahlweise mit Microsoft Windows 7 Starter oder Android. Das ursprünglich für Smartphones entwickelte Betriebssystem enthält den Webbrowser Mozilla Firefox sowie Google-Mail, -Talk und -Kalender. Wer kurz im Internet surfen, seineE-Mails, Messenger-Nachrichten oder Kalendereinträge abfragen möchte, braucht nur Android zu starten. Dies benötigt weniger Strom. Voraussetzung für die Nutzung der einzelnen Android-Programme ist allerdings eine Registrierung bei Google.
Vollen Zugriff auf das Netbook ermöglicht nur Windows. In leicht abgespeckter Version sind Word und Excel als Microsoft-Office-2010-Starter-Edition vorinstalliert. Kostenfreie Online-Games des Anbieters Oberon Media kann man in der Acer-Gamezone spielen. Das RSS-Newsreader-Programm eSobi V2 bietet aktuelle, teilweise kostenlose Zeitungsausgaben zur Onlinelektüre an. Die Programmoberfläche erinnert an das E-Mail-Programm Outlook.
Überraschend ist das alternative Android-Betriebssystem. Ansonsten fällt der Umfang der vorinstallierten Software relativ dünn aus. Ein Netbook dient in erster Linie zum Arbeiten unterwegs. Ein kostenfreies Office-Programmpaket wie OpenOffice hätte die Erwartungen hier schon erfüllt. Spiele sind auf Netbooks eher verzichtbar.

Display

In der Regel sind spiegelnde Displays bei Netbooks die Ausnahme. Da bei der mobilen Nutzung die Lichtverhältnisse ständig wechseln, treten schnell störende Reflexionen auf. Zwar verstärken Hochglanzdisplays die Leuchtkraft der Farben, doch wiegt die massive Störung durch die Spiegelungen ungleich schwerer. Bei Sonne bleibt dann nur, den Schatten aufzusuchen.
Das Acer One D255 verfügt über ein Display mit 10,1 Zoll oder 25,6 Zentimeter Diagonale. Es hat eine WSVGA-Auflösung mit 1.024 x 600 Bildpunkten. Eine HD-Ready-Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln wäre praktischer. Sie brächte mehr Übersicht auf die Anzeige und erleichterte das Verwenden mehrerer Programmfenster.
Der Hersteller beschreibt es vollmundig als High-Brightness-Display. Davon kann aber keine Rede sein, denn beim Testen kommt durchschnittlich eine Bildschirmhelligkeit von mageren 188 Candela pro Quadratmeter (cd/m²) heraus. Nur in der oberen linken Ecke ist das Display mit 206 cd/m² am hellsten. Am schwächsten leuchtet der Bildschirm in der unteren linken Ecke mit 174 cd/m².
Bis etwa 50 Grad horizontale Abweichung von der Mitte ist Schrift noch lesbar und Farbverfälschungen bleiben aus. Ebenso ist die Schrift bis 30 Grad nach unten oder oben (vertikal) zu lesen. Farben invertieren schon ab 15 Grad deutlich. Für ein gutes Bild ist daher die frontale Sitzposition Voraussetzung.

Eingabegeräte

Auf Acers „FineTip-Keyboard“ liegen die Tasten dicht beieinander. Die Tastatur hat einen unklaren Druckpunkt und einen kleinen Hub. Auch der Anschlag unterscheidet sich von fest im rechten Teil bis schwammig im linken. Beim Tippen mit zehn Fingern sind die deutlich spürbaren Markierungen der Tasten F und J eine gute Hilfe.
Wie bei fast allen Netbooks sind auch beim Acer One D255 die Pfeil- sowie Bild-auf- und -ab-Tasten zu klein geraten. So kommt es häufig zu ungewolltem Antippen der falschen Taste. Die Handauflage ist zu schmal. Die Handballen hängen in der Luft und die Hände rutschen über die harte Kante ab.
Das Synaptics-Touchpad ist von der Handauflage kaum unterscheidbar. Es bildet damit eine Einheit. Nur zwei winzige Anhebungen grenzen das Multitouchpad links und rechts vom Rahmen ab. Sein Konfigurationsmenü hält eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten bereit und schaltet auf Wunsch die Gestensteuerung auch komplett ab.
Nicht sichtbare horizontale und vertikale Scroll-Leisten lassen sie sich einzeln oder zusammen aktivieren. Das Touchpad ist ausreichend groß. Die beiden Maustasten darunter haben einen knappen Hub und klicken dumpf. Ihre glatte Oberfläche ist weich und hebt sich einfach vom Rest des Pads ab.

Temperatur

Das Hardwarekomponenten produzieren eine geringe Abwärme. Im Leerlauf wird die Arbeitsumgebung nicht wärmer als 33 Grad. Die höchste Temperatur ist 38,9 Grad unten im linken, mittleren Bereich. Die kühlste Stelle ist mit 28,7 Grad in der rechten unteren Ecke der Oberseite.

Betriebsgeräusche

Der Lüfter leistet gute Arbeit und erzeugt bei Volllast nur 39 Dezibel (dB(A)). Ansonsten rotiert er im Normalbetrieb flüsterleise mit nur 32 dB(A). Im Leerlauf ist er mit 29 dB(A) kaum zu hören.

Leistung

Die Leistung des Acer-Netbooks D255 mit Zweikernprozessor Intel Atom N550 ist deutlich besser als die anderer Netbooks mit Einkernprozessor. Der N550 liefert beim Multi-Core-Benchmark Cinebench R10 32 Bit 1.462 Punkte. Vergleichbare Netbooks mit Intel-Single-Core-Prozessoren erreichen hier zwischen 800 und 900 Punkte. Das bedeutet: Unter Nutzung aller vier Threads beim Hyperthreading rechnet der Zweikern-Atom rund 60 Prozent schneller. Im Single-Core-Test Cinebench R10 32 Bit erreicht der Prozessor 508 Punkte.
Die Geschwindigkeit des D255 ist also deutlich höher als bei vergleichbaren Netbooks mit Einkernprozessor. Für die Videokonvertierung braucht das Acer One D255 lange 27 Minuten und 20 Sekunden. Allerdings ist ein Netbook für solche anspruchsvolle Anwendungen auch nicht konzipiert.

Akku und Energieverbrauch

Bei einer Leistungsaufnahme von niedrigen 15 Watt erweist sich das Acer-Netbook als Stromsparmeister. Der Akku hält längstens zehn Stunden und 17 Minuten und im Normalbetrieb gute sieben Stunden und 47 Minuten durch. Nur bei Volllast muss das Acer One D255 nach zwei Stunden und 44 Minuten an die Steckdose.

Praxis

Das Hochglanzdisplay spiegelt alles aus der unmittelbaren Umgebung wieder. Die Bildhelligkeit ist zu gering. Daher ist unter freiem Himmel ein schattiges Plätzchen angeraten.
Für einen kurzen Check von E-Mails, Messenger-Nachrichten und Kalendereinträgen genügt der Schnellstart des Android-Systems.
Die Starter-Edition von Windows 7 reicht als Haupt-Betriebssystem für das Acer Aspire One D255 aus. Die Standardanwendungen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder Webbrowser laufen flüssig. Die Internetseiten bauen sich schnell auf, sofern der Zugriff per Funk (WLAN) erfolgt. Mit Netzwerkkabel dauert das spürbar länger.
Der Webbrowser spielt Filme flüssig ab. HD-Filme von externen Laufwerken ruckeln streckenweise je nach Codierung. Allerdings sind Netbooks auch nicht für Multimediaanwendungen konzipiert. Für die originären Netbook-Aufgaben reicht das Acer One D255 aus.

Zusammenfassung

Die Spiegelungen im Display des Acer Aspire One DF255 stören und auch die Beleuchtung des Bildschirms könnte besser sein. Alle Standardanwendungen laufen flüssig und gut ab. Leider ist die Tastatur teilweise etwas schwammig. Die Tasten verfügen über keinen klaren Druckpunkt.
Das Touchpad grenzt sich kaum sichtbar von der Handballenauflage ab, reagiert aber schnell und hat Multitouch-Funktion. Die Softwareausstattung fällt bis auf das zusätzliche Android-System gering aus.
Die Zugabe eines Recovery- und/oder Treiber-Datenträgers wäre eine gute Hilfe gewesen. Hier sparen die meisten Hersteller am falschen Ende. Die Akkulaufzeit ist mit über sieben Stunden hervorragend.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,8 (Befriedigend)
  2. Ausstattung2,0 (Gut)
  3. Display3,8 (Ausreichend)
  4. Eingabegeräte2,8 (Befriedigend)
  5. Temperatur3,2 (Befriedigend)
  6. Betriebsgeräusche2,8 (Befriedigend)
  7. Anschlüsse3,0 (Befriedigend)
  8. Akku und Energieverbrauch2,0 (Gut)
  9. Software und Zubehör2,5 (Gut)
  10. Leistung2,0 (Gut)
  11. Praxis2,7 (Befriedigend)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark06142 Pkt.Max. 28871 Pkt.
Everest RAM Read3586 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write3036 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz112.2 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read56.9 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen5983 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)508 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)1462 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)256 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung1640 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast2 Std. 44 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal10 Std. 17 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis7 Std. 47 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

15 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,015 kWh x 24,00 Cent = 7,88 EUR