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  3. Test Acer Aspire One 722 (blau) - Wenig Stärken, viele Schwächen

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Bilder zum Test: Acer Aspire One 722 (blau) - Wenig Stärken, viele Schwächen

Wenn es nach Acer geht ist die Zeit der Netbooks noch nicht vorbei. Trotz sinkender Verkaufszahlen in diesem Segment, durch die immer beliebter werdenden Tablets, beliefert uns Acer auch weiterhin mit neuen, mobilen Geräten. Bereits beim Auspacken des Netbooks fällt das ungewöhnliche Deckeldesign auf. Acer hat der Neuauflage des Acer Aspire One 722eine glänzende Raindrop-Textur spendiert, die das Gesamtbild deutlich auflockert. Bis auf den glänzenden Displayrahmen und der mattschwarzen Unterseite ist die komplette Oberfläche aus türkisblauem Kunststoff gefertigt. Durch die schmalen Abmessungen und die geringe Bauhöhe wirkt das Gesamtbild sehr stimmig. Auch die Verarbeitung des 11,6-Zollers kann sich sehen lassen.

Die Arbeitsoberfläche macht einen gespaltenen Eindruck. Der glänzende Displayrahmen präsentiert sofort jeden Fingerabdruck oder Staubpartikel und passt zum High-Glossy Bildschirm. Die Floating-Tastatur ist nicht jedermanns Geschmack und sollte vor dem Kauf - wenn möglich - ausprobiert werden. Der Hub angenehm kurz aber der Druckpunkt nicht deutlich genug. Zudem federt das Tastaturbett stark nach, was den Schreibkomfort beeinträchtigt. Das Touchpad hinterlässt einen besseren Eindruck und grenzt sich deutlich vom Keyboard ab. Dank angerauter Oberfläche geht das navigieren leicht von der Hand und bekannte Multitouch-Gestern werden unterstützt.

Netbooktypisch bringt das Acer Aspire One 722 nur die allernötigsten Schnittstellen mit. Drei USB 2.0 Anschlüsse, VGA und der Fast Ethernet Port gehören ebenso zum Standard wie die kombinierte Mikrofon-Kopfhörer-Buchse. AMD-Netbooks können im Vergleich zu Intel-Systemen derzeit mit einem HDMI-Anschluss punkten, der das Netbook digital mit einem Fernseher verbindet. Im spiegelnden Displayrahmen integriert, liefert die Webcam eine Auflösung von 0,3 Megapixel und der verbaute Multikartenleser nimmt die Formate SD, MMC, MS, MS Pro und xD auf. Schonkost ist auch bei den Kommunikationsmöglichkeiten angesagt. Neben integrierten WLAN 802.11n und Bluetooth 3.0 muss man auf ein Gigabit-Ethernet verzichten. Der verbaute Controller unterstützt nur Übertragungsraten von bis zu 100 MBit/s.

Anstatt der Windows 7 Starter Edition, wie sie auf vielen Netbooks anzutreffen ist, wird das Aspire One 722 mit Windows 7 Home Premium in der 64-Bit Variante ausgeliefert. Eine Testversion von Microsoft Office 2010 ist ebenso dabei wie die Testversion der McAfee Internet Security Suite, Adobe Reader und Skype. Nach dem Öffnen der Verpackung stellt sich schnell Ernüchterung ein. Nur das nötigste Zubehör hat seinen Weg zum Kunden gefunden. Neben Kontaktinformationen zu den weltweiten Acer Standorten und einer Garantiekarte befinden sich nur der Akku und das Netzteil im Lieferumfang.

Technische Daten

Display:11.6"Auflösung:1366 x 768 ( WXGA )
Prozessor:AMD C-Series C-60 / 1.0 GHzGrafikkarte:AMD Radeon HD 6290
Festplatte320 GBRAM:2 GB
Laufwerk:optional - externPlattform:Microsoft Windows 7 Home Premium 64-Bit
Akkulaufzeit:7 Std.Gewicht:1.46 kg
B x H x T:28.5 cm x 2.54 cm x 20.2 cmFarbe:blau

Auf dem Prüfstand

Der verbaute AMD C-60 Prozessor bildet die direkte Konkurrenz zu Intels Atom Prozessoren und bietet neben zwei Kernen und eine vergleichsweise geringen Taktfrequenz von 1 GHz eine integrierte AMD Radeon HD 6290 Grafikeinheit. Diese ist deutlich leistungsfähiger als die Intel GMA 3150, welche beim Intel-Pendant Verwendung findet. Zudem unterstützt der Chip die neue Grafikschnittstelle DirectX 11. Wiedergaben von Videos laufen mit dieser Konfiguration des Acer Aspire One 722 problemlos. Bei HD-Videos müssen Abstriche gemacht werden. Während das Gerät 720p Filme noch problemlos wiedergibt, ist das 1080p Format zu viel für das kleine Netbook. Genug Platz für Filme würde die verbaute Festplatte mit einer Kapazität von 320 GB durchaus bieten. Dank der verbauten 2 GB Arbeitsspeicher sind Office-Anwendungen und das Surfen im Internet zwar problemlos möglich, zu mehr ist das Gerät aber nicht zu gebrauchen. Schon im Windows Betrieb macht sich der schwache Prozessor bemerkbar und auch die langsam drehende Festplatte sorgt für die eine oder andere Wartezeit beim Installieren von Software.

Minuspunkte sammelt das Gerät beim Display. Das glänzende HD-ready Panel misst 11,6-Zoll und bietet eine durchschnittliche Helligkeit von 189 Candela pro Quadratmeter. Damit eignet es sich nicht für den Außeneinsatz und selbst in Innenräumen fällt es schwierig alles auf dem Bildschirm problemlos zu erkennen. Befindet sich eine Lichtquelle direkt hinter Ihnen sind die Spiegelungen zu stark. Zwar ist ein Netbook nicht auf Multimedia-Tauglichkeit ausgelegt, aber mit einem Kontrast von 164:1 bei einer Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten lässt sich kein Blumentopf gewinnen. Dem Preis entsprechend niedrig sind auch die Blickwinkel. Vertikal sind bereits bei einer Abweichung von 20 Grad Farbverfälschungen zu sehen. Horizontal beginnt die Invertierung ab 50 Grad.

Die kleinen Stereo-Lautsprecher sind unterhalb der Handballenauflage untergebracht und geben hohe Töne klar und laut wieder. Allerdings fehlt es an der kräftigen Betonung von Mitten und Tiefen. Damit eigenen sich die Boxen nicht für die Wiedergabe von Musik und Filmen. Hierfür sollte man über die HDMI- Schnittstelle oder die 3,5 Millimeter Stereo-Klinke-Buchse externe Lösungen in Form von Lautsprechern oder Kopfhörern nutzen.

Punkten kann der 6-Zellen starke Lithium-Ionen Akku der eine praktische Akkulaufzeit von über 5 Stunden erzielen kann. Mit Spitzen von 18,4 W in der Praxis ist das Modell sehr sparsam. Maximal holt sich das Acer Aspire One 722 knapp 22 Watt aus der Steckdose. Umso mehr überraschen die teilweise hohen Temperaturen. Trotzleistungsschwacher Komponenten erhitzt sich das Kunststoffgehäuse zum Teil sehr stark. Zwar bleibt die Handballenauflage recht kühl, doch auf der Unterseite ergeben sich heiße Stellen, die sehr unangenehm werden können. Durchschnittlich messen wir nur 31 Grad auf der Unterseite, aber bis zu 40 Grad punktuell. Der Lüfter ist mit 29 Dezibel (A) im Windowsbetrieb kaum zu hören. Unter voller Auslastung dreht er mit 35 Dezibel hörbar auf, bleibt aber angenehm tieffrequent.

Zusammenfassung

Das Acer Aspire One 722 ist ein typisches Netbook ohne besondere Stärken aber mit einigen Schwächen. Um aus der Masse herauszustechen hat sich der Hersteller zu einem ausgefallenen Highlight auf dem Displaydeckel hinreißen lassen. Der Wasserkreis ist ein Hingucker, kann aber nicht über die sonstigen Mängel hinwegtäuschen. Das spiegelnde HD-Display ist ein absolutes No-Go und unter Last erhitzt sich die Unterseite des Gerätes unangenehm hoch. Dank sparsamer Hardware und dem daraus resultierenden, niedrigen Stromverbrauch kann sich die gute Akkulaufzeit sehen lassen.

Bei einem Preis von 350 Euro bekommen Sie allerdings leistungsfähigere Modelle. Das Lenovo ThinkPad X121e NWS5YGE etwa bietet einen AMD E-450, der mit 1,66 GHz taktet und 4 GB Arbeitsspeicher zu einem Preis von 370 Euro. Den vollen Mobilitätsfaktor, den ein Netbook in der heutigen Zeit erfüllen muss, kann das Acer Aspire One 722 nicht bieten.


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Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,5 (Gut)
  2. Display4,0 (Ausreichend)
  3. Eingabegeräte3,5 (Befriedigend)
  4. Temperatur3,0 (Befriedigend)
  5. Lautsprecher3,5 (Befriedigend)
  6. Betriebsgeräusche2,5 (Gut)
  7. Anschlüsse2,0 (Gut)
  8. Akku und Energieverbrauch2,5 (Gut)
  9. Software und Zubehör4,0 (Ausreichend)
  10. Leistung2,0 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark061814 Pkt.Max. 28871 Pkt.
3DMark11186 Pkt.Max. 15311 Pkt.
3DMarkVantage483 Pkt.Max. 47497 Pkt.
PassMark Performance Test 7.0356 Pkt.Max. 19706 Pkt.
PassMark Performance Test (HDD Read)59.2 MB/sMax. 941.5 MB/s
PassMark Performance Test (HDD Write)61.6 MB/sMax. 781 MB/s
Everest RAM Read2790 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write3072 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz94.6 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read56.7 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen3630 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Single)885 Pkt.Max. 7529 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (Multi)1675 Pkt.Max. 27150 Pkt.
Cinebench R10 64 Bit (OpenGL)1432 Pkt.Max. 8798 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)807 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)1519 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)1424 Pkt.Max. 9005 Pkt.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast3 Std. 10 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal7 Std. 37 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis5 Std. 23 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

17 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,017 kWh x 24,00 Cent = 8,94 EUR

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