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  3. Test Acer Aspire One 522-C5Dkk - Günstiges Zweikern-Netbook mit Hochglanz-Display

Erster Eindruck vom Acer Aspire One 522-C5Dkk

Hochglanz, soweit das Auge sieht. Deckel und Displayrahmen des Acer Aspire One 522 glänzen unablässig. Allerdings nur, bis sie von zahlreichen Fingerabdrücken übersät sind. Glücklicherweise sind die Handballenablage und das Touchpad matt. Trotz Hochglanz wirkt das Gehäuse sehr schlicht. Dieser Eindruck entsteht durch das Fehlen von Sondertasten und die einheitliche Farbgebung. Die Status-LEDs befinden sich links der Mitte in der Vorderkante des Netbooks. Dadurch sind sie sowohl bei auf- sowie zugeklapptem Gehäusedeckel sichtbar. Auffällig ist das Netzteil. Es besitzt nur eines statt zwei Kabel. Um es benutzen zu können, ist ein kleiner Steckeraufsatz für das Netzteil nötig. Das wäre nicht weiter schlimm, fiele das Kabel nicht so ungewöhnlich kurz aus. Die Anschlüsse des Netbooks befinden sich an den Seiten.

Technische Daten und Ausstattung

Im Acer Aspire One 522 arbeitet ein AMD-Prozessor C-50 aus der Fusion-Reihe. Ein darin integrierter Grafikprozessor macht eine separate Grafiklösung überflüssig. Die Hauptprozessorkomponente des C-50 arbeitet mit zwei Kernen und jeweils einem Gigahertz (GHz) Taktfrequenz. Der Grafikprozessor heißt AMD Radeon HD 6250M und arbeitet mit 280 Megahertz (MHz). Die interne Festplatte schluckt bis zu 250 Gigabyte (GB) Daten, ein optisches Laufwerk ist nicht vorhanden. Der Arbeitsspeicher ist 1.024 Megabyte (MB) groß. Ein Viertel davon reserviert sich allerdings der Grafikchip. Das WLAN-Modul liefert eine maximale Übertragungsrate von 300 Megabit in der Sekunde (MBit/s)

Anschlüsse

Keinerlei Überraschungen bietet das Acer Aspire One 522 bei den Anschlüssen. Es besitzt drei USB-Schnittstellen zum Betrieb von Peripherie oder externen Festplatten. Ein LAN-Anschluss ermöglicht die Einbindung des Netbooks in ein lokales Netzwerk mit einer Geschwindigkeit von bis zu einem Gigabit pro Sekunde (GBit/s). Der VGA- und der HDMI-Anschluss ermöglichen den Betrieb externer Bildschirme oder Projektoren. Dabei bietet HDMI die deutlich bessere Bildqualität. Das interne Kartenlesegerät erkennt fünf verschiedene Formate. Für Videokonferenzen steht eine Webcam mit VGA-Auflösung zur Verfügung.

Software und Zubehör

Auch in Anbetracht des niedrigen Kaufpreises fällt die Softwareausstattung sehr schmal aus. Ein Office-Paket fehlt vollständig. Für die Systemsicherheit sorgt die McAfee-Security-Suite. Norton Online BackUp erstellt Datensicherungen und speichert sie auf einem Server. Neben den wenigen Programmen entstellen verschiedene Werbeverknüpfungen für den Acer-Zubehör-Shop und Ebay den Desktop. Acer CrystalEye Webcam ermöglicht die Aufzeichnung von Videos und Bildern, wahlweise mit Ton. Die Qualität der Webcam ist ordentlich: Die Schärfe und die Farbsättigung sind gut, die Wiedergabe bei guten Lichtverhältnissen flüssig. Doch auch in etwas dunkleren Räumen stockt die Kamera nur gelegentlich. Der automatische Helligkeitsabgleich arbeitet zuverlässig und verhindert dadurch Über- und Unterbelichtung. Anwenden lässt sich die Webcam beispielsweise mit dem vorinstallierten Chat- und Telefonieprogramm Skype.

Display

Das Display überzeugt vor allem mit seiner hohen Auflösung. Es ist HDReady-zertifiziert und zeigt 1.280 x 720 Bildpunkte. Unerwünschter Nebeneffekt: Die Schrift auf dem Bildschirm erscheint sehr klein. Dafür ist der Desktop übersichtlicher und Webseiten und zwingt seltener als einer kleinere Auflösung zu scrollen. Ebenfalls positiv ist die niedrige Reaktionszeit. Beim Ziehen von Fenstern bilden sich kaum Schatten. Die Helligkeitswerte sind in Ordnung und liegen zwischen 214 Candela je Quadratmeter (cd/m²) oben rechts und 241 cd/m² im Zentrum des Bildschirms. Das entspricht einer Abweichung von immerhin 27 cd/m². Die Ausleuchtung ist also relativ ungleichmäßig. Entgegen dem momentanen Trend bei Netbooks ist der Bildschirm des Acer Aspire One 522 glänzend. Die spiegelnde Schicht lässt das Bild etwas kräftiger und kontrastreicher wirken. Im Freien spiegelt der Bildschirm hingegen sehr stark und ist besonders bei Sonneneinstrahlung kaum noch ablesbar.

Eingabegeräte

Das Acer Aspire One 522 hat eine gut verarbeitete Tastatur mit relativ großen Tasten. Das Tastenfeld lässt sich an keiner Stelle merklich eindrücken. Der Druckpunkt ist klar definiert und recht fest. Zwar umgibt die einzelnen Tasten kein Rahmen wie bei einer Chiclet-Tastatur, doch befinden sich einige Millimeter Platz zwischen ihnen. Das reduziert die Gefahr versehentlich benachbarte Tasten mitzudrücken.
Die in matt gehaltenen Touchpad und Handballenauflage trennt ein nur ein Millimeter breiter, fühlbarer Streifen. Die Oberfläche ermöglicht eine gute Bedienung, außerdem unterstützt der Mausersatz Multitouch. Mit zwei Fingern lässt sich somit zoomen, scrollen und drehen. Diese Funktion ist besonders praktisch beim Betrachten von Bildern. Weniger gut sind die Maustasten. Deren Druckpunkt ist ebenfalls sehr fest. Besonders kräftigen Druck erfordert die rechte Taste.

Temperatur

Die Kombination von Prozessor und Grafikchip reduziert die Wärmeentwicklung. Da beide Bestandteile des Prozessors sehr genügsam sind, hält sich auch die Abwärme in engen Grenzen. Auf der Oberseite des Gehäuses schwankt die Temperatur zwischen 27,2 und 33,4 Grad Celsius. Die Unterseite ist im Praxisbetrieb zwischen 28,4 und hohen 40,3 Grad warm.

Betriebsgeräusche

Sehr erfreulich: Das Acer Aspire One 522 ist im Praxisbetrieb flüsterleise. Mit lediglich 30,8 Dezibel (dB(A)) ist es kaum hörbar. Auch die Maximallautstärke von 35 dB(A), die das Netbook unter Volllast erreicht, stört nicht.

Im Praxiseinsatz lässt sich der Lüfter nur mit Ohr am Luftauslass wahrnehmen. In Sitzposition ist er quasi unhörbar. Der niedrige Geräuschpegel ist bemerkenswert für ein Netbook mit Zweikernprozessor.

Leistung

Die Resultate des Acer Aspire One 522 bringen es auf den Punkt: Tolle Grafikkarte, langsamer Prozessor.

Die gute Grafikleistung zeigt das Ergebnis des 3D-Mark-2006-Tests: 1.680 Punkte. Zum Vergleich: Ein kürzlich getestetes Netbook mit Atom-Prozessor und Intel-Grafikkarte erreicht in diesem Test lediglich 144 Punkte. Das ist weniger als ein Zehntel! In der Praxis bedeutet das Ergebnis, dass sich das Acer Aspire One 522 durchaus zum Spielen alter Klassiker wie Warcraft 3 oder Anno 1503 eignet. Diese bedingte Spieletauglichkeit könnte so manche Bahnfahrt verkürzen.

Weniger gut ist der Prozessor. Er liegt in den meisten Tests zum Teil deutlich hinter der Intel-Konkurrenz mit dem Atom N550. Der ist zwar mit 1,5 GHz deutlich schneller getaktet, hat aber nur einen Rechenkern. Sehr deutlich zeigt sich dies im Videoumwandlungstest. Die Konvertierung eines 20 Minuten langen Testvideos vom XviD-Format in das vor allem von Windows-Geräten häufig verwendeten WMV-Formates dauert mit dem Acer Aspire One 522 und seinem AMD C-50 geschlagene 38 Minuten. Der Intel Atom N550 benötigt nur 29 Minuten und ist damit fast um ein Viertel der Zeit schneller. Auch im Mehrprozessor-Test von CineBench 10 hinkt das AMD-Netbook mit 1.271 Punkten beziehungsweise 13 Prozent hinterher.

Vor allem subjektiv fühlt sich das Acer Aspire One 522 sehr langsam an. Das liegt aber vermutlich weniger am Prozessor, als am Arbeitsspeicher. Der ist in Qualität und Kapazität mit einem Gigabyte nicht schlechter als andere. Ihm fehlen jedoch schmerzlich die vom Grafikchip belegten 256 Megabyte. Somit bricht schon bei wenigen, gleichzeitig geöffneten Programmen die Arbeitsleistung stark ein. Leider lässt im BIOS der reservierte Bereich nicht auf 128 Megabyte halbieren. Die entsprechende Einstellung ist gesperrt. Die Festplatte liest Daten durchschnittlich schnell mit 52,6 Megabyte pro Sekunde (MB/s) bei zufällig generierten Lesezugriffen aus.

Akku und Energieverbrauch

Das Acer Aspire One 522 stellt keine Laufzeitrekorde auf, erreicht mit sechs Stunden und 15 Minuten in der Praxis aber eine respektable Akkulaufzeit. Insbesondere aufgrund des relativ leistungsfähigen Grafikchips ist dieser Wert beachtlich. Ohne sämtliche optionalen Komponenten und bei niedrigster Displayhelligkeit erreicht das Netbook sogar eine Laufzeit von acht Stunden und 20 Minuten. Unter Volllast, beispielsweise beim Spielen, kommt das Gerät immerhin drei Stunden und 20 Minuten ohne Netzstrom aus.

Praxis

Ist die sehr kleine Schrift auf dem für zehn Zoll sehr hoch aufgelösten Display kein Problem, geben die übersichtliche Darstellung von Programmen und Webseiten Anlass zur Freude. Abgeschnittene Schaltflächen aufgrund zu niedriger Auflösung und ständiges Scrollen gehören mit dem Acer Aspire One 522 der Vergangenheit an. Die schwache Arbeitsgeschwindigkeit trübt leider die Freude über die große Übersichtlichkeit. Um das Auslagern zahlreicher Daten vom knappen Arbeitsspeicher auf die Festplatte zu verhindern, ist es ratsam, nicht mehr benötigte Programme beenden, statt sie zu minimieren.

Der kleine Netbook-Zwerg ist ein richtiger Multimedia-Riese. Nicht nur die Lautsprecher klingen in Anbetracht der Größe ordentlich, auch die Wiedergabe von HD-Filmen erfolgt flüssig. Der Grund dafür ist der Videodekoder des AMD-Grafikchips. Dank des HDMI-Anschlusses, der den meisten Intel-Netbooks fehlt, steuert das Netbook auch große LCD-Fernseher an.

Zusammenfassung

Beim Acer Aspire One 522 liegen Licht und Schatten dicht beieinander. Es punktet mit einer kaum zu übertreffenden Laufruhe, guten Multimedia-Eigenschaften und einem Grafikchip, der es mit teurerer Konkurrenz aufnehmen kann und das Netbook sogar zur Wiedergabe von älteren Spielen befähigt. Die Bildschirmauflösung ist in der 10-Zoll-Klasse unübertroffen. Problematisch ist dagegen die Speicheraufteilung. Sie bremst die Gesamtleistung und verlängert Programmladezeiten. Der Prozessor bleibt hinter den Erwartungen zurück, ebenso die Akkuleistung. Hier erreicht das Netbook nur Mittelmaß. Ein zufriedenstellender Begleiter ist das Acer Aspire One 522 daher nur, wenn es selten mehr als ein oder zwei Programme ausführen muss.

Testergebnisse im Detail
Die Einzelbewertungen im Überblick
  1. Erster Eindruck2,5 (Gut)
  2. Ausstattung2,7 (Befriedigend)
  3. Display2,5 (Gut)
  4. Eingabegeräte1,8 (Gut)
  5. Temperatur3,2 (Befriedigend)
  6. Betriebsgeräusche1,7 (Gut)
  7. Anschlüsse2,8 (Befriedigend)
  8. Akku und Energieverbrauch1,5 (Sehr gut)
  9. Software und Zubehör3,0 (Befriedigend)
  10. Leistung3,5 (Befriedigend)
  11. Praxis2,2 (Gut)
Benchmark
BenchmarksErzielter MesswertBestwert aller Tests
3DMark061680 Pkt.Max. 28871 Pkt.
PCMarkVantage1570 Pkt.Max. 31224 Pkt.
Everest RAM Read2519 MB/sMax. 20490 MB/s
Everest RAM Write2633 MB/sMax. 28089 MB/s
Everest RAM Latenz106.9 nsMin. 27.6 ns
Everest HDD Random Read52.6 MB/sMax. 1013.7 MB/s
Everest CPU Queen3050 Pkt.Max. 50362 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Single)668 Pkt.Max. 5704 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (Multi)1271 Pkt.Max. 21307 Pkt.
Cinebench R10 32 Bit (OpenGL)1405 Pkt.Max. 9005 Pkt.
Videokonvertierung2281 Sek.Min. 32 Sek.
niedriger ist besserhöher ist besser
Akkulaufzeit
AuslastungErzielter MesswertBestwert aller Tests
Vollast3 Std. 20 Min.Max. 5 Std. 15 Min.
Maximal8 Std. 20 Min.Max. 24 Std. 53 Min.
Praxis6 Std. 15 Min.Max. 13 Std. 36 Min.
Durchschnittlicher Energieverbrauch

10 Watt
Stromkosten im Jahr bei der durchschnittlichen Verwendung von 6 Stunden täglich bei 24,00 Cent pro kWh: 6 Stunden x 365 Tage x 0,010 kWh x 24,00 Cent = 5,26 EUR

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