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Günstige Tablets - Worauf sollte man nicht verzichten

Notebookinfo.de war für eine ausführliche Kaufberatung zu günstigen Tablets beim ProSieben Wissensmagazin Galileo eingeladen. Wir liefern einen Überblick über Betriebssysteme, Displays, Akkus und Prozessoren. An dieser Stelle möchten wir die im Beitrag gezeigten Tablet Modelle noch einmal vorstellen.

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Einleitung: So viele Tablets, welches passt zu mir?

TabletsBildquelle: notebookinfo.de | rk
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Tablet-Dschungel: Welches passt zu mir?

Wer vorhat, ein Tablet zu kaufen, steht vor einigen Fragen: Wieviel Geld kann ich und wieviel sollte ich ausgeben? Wofür wird das Tablet nachher eigentlich verwendet und welches Modell eignet sich für meine Bedürfnisse? Wird’s ein Gerät für die ganze Familie, bin ich damit oft unterwegs oder soll das Gerät vielleicht sogar als alleiniger Computer Entertainment- und Office-Zentrale werden?

Neben unserer allgemeinen und ausführlichen Tablet-Kaufberatung möchten wir hier anlässlich des Galileo-Beitrags noch einmal einen kurzen Überblick bieten.

Software: Die drei Betriebssysteme: Apples iOS, Googles Android oder Windows?

Bei der Software hat man die Wahl zwischen drei wesentlichen Plattformen. Der Branchenpionier Apple bietet mit seinem iOS Betriebssystem die benutzerfreundlichste Oberfläche und ein qualitativ hochwertiges Sortiment an Apps. Mehr als 1,3 Millionen Programme stehen im AppStore zur Auswahl, insgesamt wurden die iOS Apps mehr als 85 Milliarden Mal heruntergeladen. Viele Apps sind gratis, kostenpflichtige Apps sind in der Regel etwas teurer als in der Android-Alternative, dem Google Play Store. Einige Apps gibt es exklusiv oder als erstes im App Store weil viele Programmierer und Entwickler iOS noch an erster Stelle sehen. Rund 60 Prozent des Umsatzes mit Apps läuft über den AppStore doch die Konkurrenz holt auf.

Das App-Angebot im Google Play Store ist mittlerweile sogar reichhaltiger, betrachtet man nur die Menge. Android als Betriebssystem ist generell technischer und kann von Einsteigern, welche Fotos oder Kontakte unter iOS problemlos finden, als komplizierter empfunden werden. Dafür erlaubt Google mehr individuelle Anpassungen am Erscheinungsbild der Oberfläche. Viele Gerätehersteller nehmen selber noch einmal Änderungen an der Software vor, so dass es sehr viele verschiedene und spezielle Androids gibt und das Betriebssystem für Smartphones und Tablets dadurch auch nicht so „wie aus einem Guss“ erscheint, wie Apples iOS - Mac OS – Universum. Mittlerweile ist Google Android bei der Versionsnummer 5.0 angekommen und die Unterschiede zum aktuellen iOS 8.1 werden immer geringer.

Microsoft Windows 8.1 (und der Smartphone-Ableger Windows Phone 8.1) ist der Sonderling in dieser Übersicht, weil es seinen Ursprung nicht als Software für mobile Geräte hat. Windows hat zwar die kleinste App-Auswahl im Windows-Store mit mehr als 400.000 Apps, dafür erlaubt das System aber die Installation und Nutzung aller vom Heim-PC bekannten Programme wie Photoshop oder beispielsweise Software für Online-Banking und Steuererklärungen. Auch können Monitore, Drucker, Scanner oder andere Geräte einfach erkannt und genutzt werden. Im Tablet-Markt ist das PC-Betriebssystem mitunter als Windows 8.1 mit Bing vertreten. Auch das ist eine vollwertige Windows Version, nur ist die Microsoft Suchmaschine Bing als Standard eingestellt (was sich problemlos umstellen lässt). Für die Gerätehersteller ist diese Variante lizenzfrei und deswegen auch auf besonders günstigen Tablets zu finden. Durch die Nähe zum Desktop-PC und die Kompatibilität empfehlen sich Windows Tablets wie das Surface Pro 3 vor allem für berufliche Anwender.

Displays: Größe, Auflösung, Helligkeit und Kontrast

Da Smartphones hinsichtlich der Displaygröße immer weiter anwachsen, fressen sie sich langsam aber sicher in den Markt für kleinere Tablets mit 7 bis 8 Zoll Displaydiagonale hinein. Das Handling von Tablets wird durch die mit technischem Fortschritt einhergehende Gewichtsreduzierung verbessert, so dass Displaygrößen von 9 und 10 Zoll wieder an Beliebtheit gewinnen. Immer mehr Anwender fordern auch Eigenschaften im Bereich der Produktivität, so dass Notebook-Tablet-Hybriden oder besonders große Tablets mit Displays von 12 oder 13 Zoll Diagonale im Marktanteil wachsen.

Für mini-Tablets reicht mitunter die HD-Auflösung von 1.280 x 800 Pixel, schon die Mittelklasse fährt hier jedoch die FullHD-Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixel auf. Beim Vergleich des 7,9 Zoll Apple iPad mini 1. Generation (1024 x 768 Pixel) mit dem Retina-Nachfolger iPad mini 2 und dessen 4facher Auflösung (2.048 x 1.536 Pixel) sieht man auch bei gängigem Betrachtungsabstand einen Unterschied.
Für 9- und 10-Zoll Tablets sollte man die FullHD-Auflösung erwarten, bei 13,3 Zoll dürfen es auch 2.560 x 1.600 Pixel sein. Mehr ist zu viel des Guten, weil die optisch nicht mehr wahrnehmbare Steigerung der Pixeldichte mehr Hintergrundbeleuchtung und damit auch mehr Akku fordert.

Um im Außeneinsatz zu bestehen, braucht ein Display schon mindestens eine Leuchtdichte von 300 Candela pro Quadratmeter. Das Apple iPad Air 2 liefert 350 Cd/m2, das HTC Nexus 9 liegt bei 410 Cd/m2 und das Medion Lifetab S10345 bei 270 Cd/m2. Alle drei Tablets haben wir im Galileo Beitrag gezeigt und auch das Medion als ALDI Discounter-Schnäppchen sollte noch ausreichen. Das Odys Ieos Quad White Edition im Beitrag lieferte mit 1.024 x 600 Pixel und 160 Cd/m2 leider nur ungenügend ab. Mehr Helligkeit geht oft einher mit einem höheren Kontrastverhältnis, Schwarz sollte auch als Schwarz dargestellt werden und nicht gräulich schimmern. In den Ecken ist auf Lichthöfe zu achten, das HTC Nexus 9 zeigt bei schwarzem Bild etwas zu viel der Hintergrundbeleuchtung.

Leistung: Quadcore ist nicht gleich Quadcore

Das Acer Iconia Tab 10 im Beitrag rechnet sich mit 5400 Punkten durch den 3DMark Ice Storm Unlimited Benchmark. Das ist ganz ok für ein Einsteigertablet, der Nvidia Tegra K1 Prozessor im HTC Nexus 9 zeigt mit fast 26.000 Punkten allerdings, wie leistungsfähig mobile Chips heutzutage sein können. Beides sind Quadcores (vier Prozessorkerne), die Anzahl der Kerne ist für die Leistungseinschätzung also nicht aussagekräftig. Apples A8X im iPad Air 2 rechnet sich mit nur drei Prozessorkernen ebenfalls in die Liga des Tegra K1. Der Benchmark beurteilt vor allem die Grafikeinheit, hinsichtlich Der Prozessorleistung ist das Gefälle nicht ganz so groß und die meisten Chips beherrschen Aufgaben wie Surfen, Emails und Textverarbeitung im Schlaf. Auch da gibt es Unterschiede zwischen Low-Budget und High-End Geräten, deutlich wird ein Leistungsmangel jedoch meistens erst bei 3D-Spielen oder anderen Herausforderungen für die Grafikeinheit.

Käufern bleibt hier nur ein kurzer Vergleich unserer Benchmarkwerte, im Ladengeschäft lässt sich die Performance eines Tablets leider nur sehr schwer klären.

Akku: Mobiler Langstreckenläufer oder kurzatmiger Couch-Potato?

Fast alle Hersteller geben in der Regel an, dass ihre Tablets 9 Stunden oder länger halten – es gibt natürlich Ausreißer nach unten und nach oben aber der Richtwert trifft meistens zu. Ist das Gerät ständig in Gebrauch, ändert sich das natürlich, die Laufzeit verringert sich. Apples iPad Air 2 konnten wir 14,5 Stunden nutzen, Medions Lifetab S10345 liefert mit 10 Stunden auch einen passablen Wert und auch der Riese im Vergleich, das Lenovo Yoga 2 Pro bewies mit stattlichen 11,5 Stunden Ausdauer.

Wer lange keinen Zugang zur Steckdose hat, kann mit einfachen Methoden das Maximum rausholen: Energie-Einstellungen wie Displayhelligkeit reduzieren, Funkmodule abstellen wenn man sie nicht braucht, Hintergrund-Apps beenden – aber auch festlegen, welche Apps wie oft synchronisieren – all das hilft unterwegs bei der Laufzeit. Man sollte die Batterie auch sorgsam behandeln, dann bleibt die Kapazität auch länger erhalten.

Moderne Lithium-Ionen Akkus muss man heute nicht mehr komplett entladen oder einfahren. Im Gegenteil, immer zwischen 30 und 70% bleiben verlängert die Lebensdauer. Dauerhaft hohe Ladung ist schädlich, genauso wie immer nur mal eben 20 Prozent zu laden. Bei voller Ladung sollte man das Gerät möglichst vom Netz abziehen. Wer sein Tablet längere Zeit nicht nutzt und ausmacht, tut das am besten bei 40-60% Ladung und meidet hohe wie niedrige Temperaturen (eigentlich immer). Zur Lagerung sind 0-15°C optimal, zu hohe Temperaturen sind schädlicher als zu niedrige. In kalter Umgebung steigt auch der Akkuverbrauch bei gleicher Nutzung.

Verarbeitung & Ausstattung: LTE, NFC, Speicherplatz und Leichtmetall

Nicht jeder Tablet-Nutzer surft mobil, manch einer lagert alles in der Cloud oder schaut Fotos lieber auf dem Heim-PC an. Hinsichtlich Speicherplatzbedarf und Ausstattung gibt es eine ebenso große Bandbreite wie beim Angebot. Zwischen 16 und 32 GB Platz bieten die meisten Tablets. Wer mehr benötigt, achtet auf die Erweiterbarkeit mittels microSD Karte oder muss für ein iPad mit mehr Kapazität ordentlich draufzahlen. Zwischen der 16 GB und der 128 GB Variante liegen 170 Euro, Apple selber zahlt für die größten Speicherchips übrigens nur 30 US-Dollar mehr. Das Microsoft Surface 3 Pro hat als PC-Ersatz mindestens 64 GB an Bord, die Programme und typischen Anwendungsszenarien verlangen aber auch mehr als Apps.

Bei der Anschlussausstattung ergibt sich ein ähnliches Bild:

Für LTE/3G (mobiles Internet per Simkarte)gibt es bei vielen Tablets spezielle Modellvarianten. Diese sind gegenüber den Wlan-Geräten teurer, bei Apple kostet das sogar 120 Euro. Mobiles Internet ist nur vonnöten, wenn man mit dem Tablet unterwegs viel ins Internet will – Studien zeigen jedoch: Das Tablet wird meistens zu Hause genutzt. Teurere Tablets wie das iPad Air 2 und das Surface 3 Pro haben mit WLAN-ac auch schnelleres Wifi, allerdings muss das auch der Access Point/Router unterstützen.

Manche Hersteller verbauen einen NFC Chip, damit lässt sich die mitunter aufwändige Einrichtung von Bluetooth Verbindungen abkürzen: Einfach die Geräte aneinanderhalten. NFC findet man auch im iPad Air 2, dort ist die Funktion allerdings deaktiviert, da Apple es für den Bezahldienst Apple Pay nutzt und dieser in Europa noch nicht angeboten wird. Das Medion Lifetab S10345 hat als einziges Tablet in unserem Vergleich eine Infrarotschnittstelle und kann damit Fernseher oder Blu ray Player bedienen.

Das Surface Pro 3 hat einen Stift für handschriftliche Notizen, Skizzen, Markierungen. Das Feature ist besonders sinnvoll im Businessumfeld. Auch der miniDisplayPort und der vollwertige USB 3.0 Anschluss sind Alleinstellungsmerkmale des Windows 8.1 Tablets und für berufliche Anwender von Vorteil.

Wer eher auf Entertainment aus ist, sollte sich das Lenovo Yoga 2 Pro genauer anschauen. Dieses Tablet kommt mit Beamer und super Sound dank integriertem Subwoofer: Nice to have, wenn man seine Urlaubsfotos an die Wand werfen will oder mit Freunden ein Fußballspiel auf Großleinwand anschauen will.

Hinsichtlich der Verarbeitung begutachten wir die Steifigkeit der Tablets, die Spaltmaße und deren Weitung bei Verwindungsversuchen und die Materialwahl. Gehäuserückseiten aus Aluminium oder Magnesium (wie beim Surface Pro 3), welche auch die Flanken umschließen, sind natürlich stabiler aber auch teurer als eine Sandwich-Bauform. Apple bietet stets eine solide Qualität, das Medion Lifetab S10345 für 220 Euro beeindruckt jedoch auch schon mit einer soliden Bauweise. Es gibt immer mal Ausreißer: Das 400 Euro teure HTC Nexus 9 beispielsweise kämpft mit dem Problem, dass die Rückseite sich sehr leicht ablösen lässt und bei Verwindungen an den Ecken mitunter auch bleibende Spalten entstehen. Sorgsam behandeln sollte man sein Tablet auf jeden Fall. Bei Billig-Anbietern kann ein Sturz des Geräts schlimmere Folgen haben, da bei günstigen Geräten häufig weniger resistentes Displayglas verwendet wird.

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