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Ein Monat unterwegs mit dem HP Elite x2

Von der Vielseitigkeit aktueller 2-in-1 Notebooks oder Tablets wollen uns Microsoft und Intel bereits seit Jahren überzeugen. Anhand des neuen HP Elite x2 machen wir den Selbsttest. Knapp einen Monat lang haben wir das Convertible im Alltag genutzt. Im Büro, unterwegs und privat. Unsere Eindrücke haben wir in diesem Artikel zusammengefasst. Dabei versuchen wir die Frage zu klären, ob sich die Anschaffung eines solchen 2-in-1 wirklich lohnt.

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Was ist ein 2-in-1 Convertible?

Bevor wir uns detailliert mit dem HP Elite x2 beschäftigen, eine kurze Begriffserklärung. Als 2-in-1 werden Notebooks oder Tablets bezeichnet, die in beiden Kategorien Platz finden und sich über verschiedene Techniken umformieren lassen. Das kann ein drehbares oder umklappbares Scharnier sein oder wie in unserem Fall ein Tastatur-Dock. Hauptkomponenten wie der Prozessor, die Grafikeinheit oder eine SSD finden dabei vorrangig im Tablet-Teil des 2-in-1 Platz. Hersteller wie HP, Microsoft, Acer oder ASUS versuchen mit diesem Konzept den Technik-Alltag auf so wenig Geräte wie möglich zu minimieren. Während Enthusiasten Smartphone, Notebook und Tablet nutzen, sollen die letzteren beiden Bereiche miteinander verschmelzen.HP Spectre 15 x360Wandelbares Notebook mit Intel Core i7
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Ein Monat unterwegs mit dem HP Elite x2 (Bild 3 von 10)Bildquelle: HP

Über das HP Elite x2 ab 2009,00 EUR *

Das uns von HP zur Verfügung gestellte Testgerät des Elite x2 setzt auf einen 12 Zoll Touch-Bildschirm mit 1.920 x 1.280 Pixel Auflösung. Also etwas mehr Bildpunkte als beim herkömmlichen Full-HD-Standard. Inklusive andockbarer Tastatur bringt das aus Aluminium gefertigte 2-in-1 circa 1,2 kg auf die Waage, in etwa so viel wie ein leichtes Ultrabook. Den Antrieb übernimmt der neue Intel Core m7-6Y75 Prozessor, der mit bis zu 3,1 GHz rechnen kann und auf die integrierte Intel HD Graphics 515 setzt. Die Leistung liegt dabei je nach Nutzung zwischen einem Intel Core i3 und Core i5 Chip. Der zentralen Recheneinheit (CPU) stehen 8 GB Arbeitsspeicher und eine 512 GB große SSD zur Seite.Weitere Features des HP Elite x2 sind unter anderem das bereits erwähnte Tastatur-Dock, das von HP selbst als Reisetastatur bezeichnet wird. Ebenfalls aus Aluminium gefertigt bietet es ein vollwertiges Keyboard samt Beleuchtung und Multi-Touchpad. Neben der Eingabemöglichkeit via Touch und Tastatur legt HP dem Elite x2 einen so genannten Active-Stift bei. Ein Digitizer vom Hersteller Wacom, der für präzise Eingaben oder handschriftliche Notizen und Zeichnungen genutzt werden kann. Mit an Bord sind weiterhin zwei Webcams vorne (2MP) und hinten (5 MP), Bang & Olufsen Lautsprecher und das vorinstallierte Microsoft Windows 10 Pro Betriebssystem.Ein Monat unterwegs mit dem HP Elite x2 (Bild 5 von 10)Bildquelle: HP
Am Tablet selbst gibt es vier wichtige Anschlüsse: USB Typ-C mit 3.1 Standard und Thunderbolt-Funktion, ein klassischer USB 3.0 Port (Typ A), der Einschub für speichererweiternde MicroSD-Karten für bis zu 200 GB und ein Headset-Anschluss. Gefunkt wird über ein Intel Wireless 8260 WLAN-Modul, das die neue 802.11ac Technik und Bluetooth 4.2 unterstützt. Wem das nicht genügt, der kann sich dank USB-C Schnittstelle im Zubehör-Shop von HP austoben. Hier gibt es eine große Bandbreite an Adaptern und Docks, zum Beispiel für das Nachrüsten von Gigabit-Ethernet oder HDMI. Der Grundpreis für unser HP Elite x2 Tablet inklusive Tastatur liegt derzeit bei etwas über 2.100 Euro. Kein Schnäppchen, vor allem in der Hinsicht darauf, dass man sich von diesem Geld zwei gute Ultrabooks oder eine leistungsstarke Notebook-Workstation mit zusätzlich schneller Grafikkarte ins Haus holen könnte. Wie kann uns also HP im Alltag von seinem Elite x2 überzeugen? Wir finden es heraus.

Im Büro – Wir benötigen Zubehör und Leistung

In unserer Berliner Redaktion und allgemein in nahezu jedem Büro benötigen wir vor allem eines bei einem Notebook oder 2-in-1 Gerät - Anschlüsse. Dafür haben wir uns zusätzlich zum HP Elite x2 die HP Advanced Wireless Dockingstation zukommen lassen. Das über 320 Euro teure Dock erlaubt es uns drei zusätzliche Monitore, vier USB-Geräte und eine kabelgebundene Internet-Verbindung aufzubauen. Ein nicht allzu günstiger Luxus, der sich aber am Arbeitsplatz bezahlt macht, vor allem bei Multi-Monitor-Setups. Per WiGig-Technik arbeitete das Dock in unserem Szenario nahezu ohne Latenzprobleme einwandfrei. Solltet ihr allerdings in einem größeren Büro arbeiten, in dem viele Funkverbindungen unterwegs sind, raten wir euch zur HP Elite USB-C Dockingstation, die mit dem USB-Anschluss direkt am Tablet verbunden wird. Hier gibt es zwar etwas weniger Anschlüsse, dafür spart man knapp 120 Euro bei der Anschaffung.
Unser Arbeits-Alltag beschränkt sich meist auf fünf Bereiche. Im Internet recherchieren, E-Mails schreiben, Dokumente verfassen, Bilder bearbeiten und Videos schneiden. Eine Mischung aus Office-Nutzung und Multimedia-Betrieb. Für die meisten dieser Aufgaben reicht die Leistung des HP Elite x2 mit seinem Intel Core m7 Chip aus. Dennoch ist der Flaschenhals des Prozessors in Programmen wie Photoshop oder Adobe Premiere deutlich zu spüren. Für den Preis von 2.100 Euro erwarten wir hier einfach mehr Leistung, egal ob 2-in-1, Notebook oder Desktop. Am Ende des Tages zählt in den meisten Fällen das Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein stärkerer Intel Core i5 Prozessor und 16 GB Arbeitsspeicher hätten dem Elite x2 besser gestanden und würden unseren Multitasking-Alltag verbessern. Allerdings wäre das mit dem variablen 2-in-1 Tablet-Konzept kaum möglich. Es scheitert an der Kühlung von leistungsstärkeren Komponenten.
Wirklich gut schlägt sich das HP Elite x2 beim Thema Sicherheit. Als Herzstück setzt unser 2-in-1 auf ein TPM 2.0 Modul. Wartungen, Fernanalyse, Festplatten-Verschlüsselung etc. Vor allem Großunternehmen haben es durch diese Features deutlich einfacher die Masse an vorhandenen Geräte zu verwalten. Otto Normalverbraucher wird sich vor allem mit dem Fingerabdruck-Scanner anfreunden, der unter Windows 10 das klassische Passwort ersetzen kann. Das bringt nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch Usability in den Büroalltag. Ob diese Features oder eventuell die große 512 GB SSD den hohen Preis rechtfertigen, muss jeder für sich selbst entscheiden.Ein Monat unterwegs mit dem HP Elite x2 (Bild 9 von 10)Bildquelle: HP

Unterwegs – Vielseitigkeit mit Luft nach oben

Aus der Tasche geholt und sofort einsatzbereit. Ein Vorteil den das HP Elite x2 bietet, aber mittlerweile auch alle anderen Ultrabooks mit SSD. Der ausklappbare Standfuß macht das 2-in-1 Modell allerdings zu einem guten Begleiter in engen Gefilden, zum Beispiel im Flugzeug oder im Zug. Dabei macht unser Testgerät jedoch nur als Tablet eine sehr gute Figur. Ist die Reisetastatur angeschlossen nimmt auch das HP Elite x2 Ausmaße eines herkömmlichen 12 Zoll Notebooks an und bietet nur wenig Platzersparnis. Hinzu kommt der Nachteil, dass ein Betrieb auf dem Schoß wegen des modularen Aufbaus kaum möglich ist. In kompletter Montur benötigt das 2-in-1 fast immer eine feste Unterlage. In diesem Fall raten wir eher zu einem HP x360 Produkt anstelle zum x2. Ein Notebook, das sich in ein Tablet umformieren lässt bietet hier deutlich mehr Vielseitigkeit als ein Tablet mit Tastatur-Dock.Wenn wir das Elite x2 als reines Tablet betrachten, dann haben wir ein extrem leistungsstarkes, wenn auch vergleichsweise schweres Gerät in den Händen. Vor allem die Akkulaufzeit kann sich mit 7-10 Stunden in der Praxis sehen lassen. Einen Langstreckenflug von Berlin nach New York überlebt das Elite x2 also mit einer Ladung. Zumindest wenn man den Flugmodus aktiviert und seine Arbeit auf den Office-Bereich beschränkt. Außerdem ist das Display hell und hochauflösend genug, um auch in sonniger Umgebung zu überleben. Und wenn wir aus dem Hotelzimmer wieder ein vollwertiges Büro machen wollen, haben wir eine Docking-Station im Handgepäck mit dabei. Das einzige was uns wirklich fehlt ist ein integrierter Kartenleser für normalgroße SD-Karten. Somit bräuchten wir keinen zusätzlichen Adapter, um die Fotos unserer DSLR-Kamera auf das Tablet zu bringen.

Privat zu Hause – Filme, Serien und Mails zum Feierabend

Wie es die Überschrift schon vermuten lässt, vergessen wir am Abend die Arbeit und wechseln in den Privatmodus. Zu unserer Freude ist die SSD groß genug, um einige Filme und Serien zu archivieren, die wir uns zu Hause, im Hotel oder gar im Flugzeug ansehen können. Ansonsten bietet Windows 10 auch genug Apps, um seine Streaming-Sucht zu befriedigen. Netflix, Maxdome, Amazon Prime und Co. können aber natürlich auch wie gewohnt im Internet-Browser aufgerufen werden. Das Anpinnen von Fenstern an der rechten und linken Seite des Desktops ermöglicht es uns zudem parallel dazu unsere Mails im Blick zu halten, falls doch noch eine wichtige Nachricht eintreffen sollte. Solltet ihr das HP Elite x2 im Akkumodus betreiben, solltet ihr wissen, dass die Akkulaufzeit beim Streaming auf 3-6 Stunden reduziert wird. Bei längeren Serien-Marathons sollte also die Steckdose in der Nähe sein.Neben Filmen, Serien und Mails eignet sich das 2-in-1 auch gut als Präsentationsgerät für Bilder und Videos. Im Optimalfall kabellos verbunden mit einem aktuellen Smart TV oder einen kompakten Streaming-Box. Die Aufnahmen aus dem Urlaub oder von der letzten Dienstreise können so auch im großen Format betrachtet werden. Entsprechende Funktionen zum Koppeln liefern HP und Microsoft unter Windows 10 direkt mit.Ein Monat unterwegs mit dem HP Elite x2 (Bild 7 von 10)Bildquelle: HP

Unser Fazit nach 4 Wochen

Das Experiment 2-in-1 ist zu Ende und wir ziehen unser Fazit. Wir hatten viel Spaß mit dem HP Elite x2, sehen aber auch viele Verbesserungsmöglichkeiten. Das Konzept ist vor allem für Nutzer geeignet, die schon vorab sehr viel mit ihrem Tablet erledigt haben und in diesem Bereich ihre Effizienz steigern möchten. Von einem klassischen Notebook auf das HP Elite x2 zu wechseln erfordert hingegen eine gewisse Einarbeitungszeit und Kompromisse beim Handling sowie der Leistung. Letzteren Nutzern empfehlen wir eher den Schritt hin zu einem HP x360 mit 360-Grad-Scharnier, welches der Notebook-Kategorie nahesteht. Betrachten wir das HP Elite x2 als Tablet, sehen wir ein gut verarbeitetes, leistungsstarkes 2-in-1 Gerät mit vielseitigen Möglichkeiten und dank USB 3.1 Typ-C auch einer guten Erweiterbarkeit.Die vielen Docking-Lösungen die HP zu bieten hat, machen unterwegs und im Büro einen guten Eindruck. Mit dem richtigen Setup ist es durchaus möglich Platz auf dem Schreibtisch zu schaffen und seinen Desktop oder sein Notebook mit dem 2-in-1 zu ersetzen. Business-Nutzern die aus den vollen schöpfen dürfen, können wir das HP Elite x2 empfehlen. Preisbewussten Privatanwendern würden wir zum HP Spectre x2 Pendant raten, das ebenfalls gut abschneidet und nur auf wenige Office-Features verzichtet. Unseren Anwendungs-Szenarien sind nur einige wenige Beispiele, wie ein 2-in-1 genutzt werden kann. Die gesammelte Erfahrung können wir auf jeden Fall als lehrreich bezeichnen, würden in unserem Fall allerdings nicht sofort gänzlich auf ein 2-in-1 Gerät wechseln. Und wenn doch, liebäugeln wir eher mit dem HP Spectre 13 x360.