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WWDC 2018: Apple stellt macOS 10.14 Mojave vor (Bild 1 von 6)Bildquelle: Apple
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Dunkler Look: Passend zum Space Grau des iMac Pro oder der aktuellen MacBook Pro Generation wird macOS Mojave einen optionalen Dark Mode für die Benutzeroberfläche bieten.

Die nächste Hauptversion von Apples Desktop-Betriebssystem macOS trägt den Beinamen „Mojave“. Wie Apple gestern Abend zum Auftakt seiner World Wide Developers Conference (WWDC) 2018 bekannt gab, wird macOS 10.14 alias Mojave unter anderem einen erweiterten systemweiten „Dark Mode“, diverse Verbesserungen unter der Haube, neue Organisationsmöglichkeiten für Dateien und Ordner, einen komplett überarbeiteten Mac App Store sowie mehrere brandneue oder aktualisierte Anwendungen mitbringen.

Den Worten von Craig Federighi, Senior Vice President of Software Engineering bei Apple, nach wird macOS Mojave „ein großes Update (darstellen), das leistungsstarke neue Funktionen für eine breite Palette von Mac-Anwendern einführt, von Einsteigern bis hin zu Profis“. Der Kosename der diesjährigen macOS-Ausgabe ist natürlich von Apple in Anlehnung an die Mojave-Wüste gewählt, die sich über 35.000 Quadratkilometer auf dem Gebiet der US-Bundesstaaten Kalifornien, Utah, Nevada und Arizona erstreckt.

Dark Mode
Apple fügt seinem Betriebssystem macOS mit dem neuen großen Update einen systemweiten dunklen Darstellungsmodus hinzu, der sich ganz nach Wunsch des Nutzers an- oder abschalten lässt. Wird der Dark Mode aktiviert, werden sowohl das Dock und die Taskleiste als auch Hintergründe und Menübereiche von Anwendungen sowie Finder-Fenster in einem dunklen Grauton dargestellt. Irgendeinen besonderen Vorteil bringt der Dark Mode nicht mit. Die Aktivierung wird damit reine Geschmacksache sein.

Finder
Der Dateimanager Finder erhält mit macOS Mojave die neue Gallerieansicht, in der sich visuell und zügig durch eine große Zahl von Dateien blättern lässt. Im Vorschaufenster werden außerdem nun alle Metadaten einer Datei angezeigt, was die Verwaltung von Media Assets deutlich vereinfachen soll. Die neuen Quick Actions können genutzt werden, um beispielsweise benutzerdefinierte Automator-Aktionen für Dateien direkt aus dem Finder heraus zu starten und Quick Look bietet nun die Möglichkeit, schon im Vorschaufenster etwa ein Foto zu drehen und zuzuschneiden oder Video- und Audioclips zu trimmen.

Stacks ist ein neues Finder-Feature speziell für den Desktop, über das sich sämtliche dort platzierten Dateien basierend auf ihrem Dateityp automatisch in übersichtlichen Gruppen (Stapel) organisieren lassen.

Die Continuity-Funktionalität all seiner Plattformen ergänzt Apple in der neuen macOS-Ausgabe mit „Continuity Camera“. Laut dem Unternehmen werden Nutzer dadurch mit iPhone beziehungsweise iPad ein Foto machen oder ein Dokument scannen können und dieser Inhalt wird sofort auf einem Mac in der Nähe angezeigt.

Screenshots und Markup
Apple erweitert und verbessert in macOS Mojave die Screenshot-Funktionalität. Es gibt neue Steuerelemente, die einfachen Zugriff auf alle Screenshot-Optionen und neue Videoaufzeichnungsfunktionen geben. Ebenfalls neu ist, dass sich Markup-Tools nun direkt im Finder, in Quick Look und dem Screenshot-Feature finden. So können Inhalte beispielsweise schnell um einen Kommentar ergänzt werden.

Privatsphäre und Sicherheit
In der neuen macOS-Version hat Apple neue Datenschutzfunktionen integriert, die iOS-Nutzern sehr bekannt vorkommen werden. Der Mac-Anwender muss dem System nun bei Verwendung der Kamera und des Mikrofons oder beim Zugriff auf persönliche Daten wie den E-Mail-Verlauf erst seine Genehmigung erteilen. Wie unter iOS 12 erhält Safari unter macOS Mojave außerdem die erweiterte „Intelligent Tracking Prevention“, die unter anderem dabei helfen soll, durch Blockieren von Social Media-Buttons wie "Gefällt mir" oder "Teilen" soziale Netzwerke wie Facebook daran zu hintern, den Nutzer beim Surfen zu tracken. Die Verfolgung der Surf-Gewohnheiten des Nutzers durch bestimmte Webseiten oder Anbieter erschwert Safari nun zudem durch die Verschleierung aussagekräftiger Systeminformationen.

Neue Apps
Zu den Merkmalen von macOS Mojave gehören auch eine Reihe neuer Apps und eine überarbeitete FaceTime-Anwendung. Letztere bringt das iOS 12 Feature Gruppen-FaceTime auch auf Macs, wodurch sich also plattformübergreifend Videochats mit bis zu 32 Teilnehmern durchführen lassen werden. Die wirklich brandneuen Anwendungen für Mac-Nutzer sind hingegen News, Aktien, Sprachmemos und Home. Alle diese bieten den von ihren iOS-Pendants her gewohnten Inhalt und Funktionsumfang. Home wird es also direkt vom Mac aus ermöglichen, HomeKit-fähiges Zubehör zu steuern, um so zum Beispiel Lichter aus- und wieder einzuschalten oder Thermostateinstellungen vorzunehmen.

Beachtenswert an News, Aktien, Sprachmemos und Home ist darüber hinaus, dass diese Apps laut Apple mit Hilfe von iOS-Frameworks, die an macOS angepasst wurden, auf den Mac gebracht wurden. Ab der zweiten Jahreshälfte 2019 sollen diese zusätzlichen Frameworks auch für die weltweite Entwicklergemeinde bereitgestellt werden und dieser dann erlauben, iOS-Apps auf macOS zu bringen.

Brandneuer Mac App Store
Apple unterzieht den Mac App Store in macOS Mojave einem kompletten Re-Design, das eng an die Erneuerung des iOS App Stores vom vergangenen Jahr angelehnt ist. Der Marktplatz für Mac-Software bekommt also zunächst einmal einen neuen Look und unter anderem reichhaltige redaktionellen Inhalte, die Nutzern dabei helfen sollen, die richtige Mac-Anwendung für ihre Bedürfnisse zu finden.

Im Zuge der anstehenden signifikanten Änderungen für den Mac App Store werden laut Apple bald eine Reihe von Top-Entwicklern ihre Programme dort veröffentlichen. Als konkrete Beispiele werden Office von Microsoft sowie Lightroom CC von Adobe genannt.

Verfügbarkeit
Apple wird die finale Fassung von macOS Mojave im kommenden Herbst als kostenloses Update veröffentlichen. Analog zu iOS 12 steht ab sofort die erste Entwickler-Vorschau exklusiv für Mitglieder des Apple Developer Programs zum Download bereit. Ende Juni will das Unternehmen dann die erste Public Beta des neuen Mac-Betriebssystems bereitstellen. Wer sich dafür interessiert, kann sich schon einmal vorsorglich auf der Webseite des Apple Public Beta Programs registrieren.

macOS 10.14 Mojave ist laut offiziellen Angaben mit allen Macs kompatibel, die Mitte 2012 oder später eingeführt wurden, sowie mit Mac Pro-Modelle von 2010 und 2012 mit empfohlenen Metal-fähigen Grafikkarten.