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Windows 7: Bescheidene Systemvoraussetzungen
Ungewohnt bescheiden gibt sich Microsoft bei der Benennung der Systemvoraussetzungen. So reicht dem System offiziell ein Prozessor mit einem GHz Taktfrequenz. Und wenigstens in der 32-Bit-Version gibt sich Windows 7 mit einem GB Arbeitsspeicher zufrieden. Seit Vista gleich geblieben ist die Anforderung an die Grafik: Sie soll DirectX 9 unterstützen und einen Grafikspeicher von 128 MB bieten. Wer auf die optischen Effekte der Arbeitsoberfläche „Aero“ verzichtet, kann Windows 7 aber auch mit einer einfacheren Grafikkarte nutzen.

Da Microsoft Windows 7 bereits als Beta-Version und Release Candidate öffentlich zugänglich gemacht hat, muss man sich bei diesen Angaben nicht allein auf die Redlichkeit des Herstellers verlassen: In der Vorab-Version konnten wir uns davon überzeugen, dass Windows 7 gerade auf schwächer ausgestatteten Rechnern deutlich flüssiger arbeitet als der Vorgänger Windows Vista.

[img:2 right] Windows 7 wird bedienerfreundlicher
Mehr Komfort bei der Benutzung versprechen vor allem einige Änderungen an der Taskleiste: Sie ist geringfügig höher als bei früheren Windows-Versionen, zeigt aber standardmäßig nur noch die Icons der geöffneten Anwendungen ohne Beschriftung.

Fahren Sie mit der Maus über eines dieser Symbole, zeigt Windows kleine Vorschaubilder der mit der jeweiligen Anwendung geöffneten Fenster. Ein Rechtsklick auf ein Symbol in der Taskleiste bringt eine Liste von Optionen zum Vorschein, die sich nach der jeweiligen Anwendung richtet. So erscheint bei einem Rechtsklick auf das Symbol des Windows Media Player zum Beispiel die Option, häufig gehörte Songs abzuspielen.

Aufgegeben hat Microsoft offenbar das Konzept der erst mit Windows Vista eingeführten Sidebar. Deren Gadgets leben aber weiter, sie können jetzt frei auf dem Desktop platziert werden. Per Tastenkombination „Windows“ + “Leertaste“ lassen sich die installierten Gadgets zudem auf einer Art Dashboard anzeigen.

Sehr praktisch sind die neuen virtuellen Ordner, genannt Libraries. So beschränkt sich die Library „Bilder“ nicht mehr auf die in einem einzelnen Ordner gespeicherten Aufnahmen, sondern bündelt alle auf dem System und Netzlaufwerken vorhandenen Fotos in einer, eben virtuellen, Orderansicht.

Vistas Sicherheitscenter wird zum Wartungscenter
Windows XP und Windows Vista besitzen ein Sicherheitscenter, in dem die wesentlichen Sicherheitsfunktionen, namentlich Firewall, Virenschutz und Update-Verhalten, zusammengefasst sind und übersichtlich konfiguriert werden können. Unter Windows 7 wird daraus das Wartungscenter, das zusätzlich Aspekte wie Systemsicherung, Interneteinstellungen oder die Benutzerkonten-Steuerung umfasst. Neben der vereinfachten Handhabung bringt Windows 7 allerdings keine echten neuen Sicherheitsfunktionen: Nach wie vor fehlt Windows ein echter Virenschutz.

Geändert hat Microsoft das Verhalten der Benutzerkontensteuerung (auch UAC oder „User Account Control“): All zu oft wurde unter Windows Vista der Bildschirm dunkel, und Windows erbat sich eine Bestätigung – selbst wenn der Anwender nur die Systemuhr neu stellen wollte. Unter Windows 7 ist das Verhalten der Benutzerkontensteuerung deutlich dezenter und Sie können seine Sensibilität in mehreren Stufen einstellen.

[img:3]Windows 7 mal sechs
Wurde Windows XP seinerzeit in einer Heim- und einer Profi-Version veröffentlicht, ist die Zahl der Versionen inzwischen auf sechs angewachsen: Die Versionen „Starter“, „Home Basic“ und „Home Premium“ wurden für den privaten Markt konzipiert.

Die Möglichkeiten der Starter-Version sind stark limitiert, und auch bei Home Basic gehört zum Beispiel die Aero-Oberfläche nicht zum Lieferumfang. Wer DVDs brennen oder HDTV-Funktionen nutzen möchte, benötigt deshalb mindestens die Home Premium-Version.

Für den professionellen Einsatz bietet Microsoft die Versionen „Professional“, „Ultimate“ und „Enterprise“ an. Alle drei unterstützen einen „XP-Mode“, der Programme, die ausschließlich unter Windows XP funktionieren, in einer virtuellen Maschine unter Windows XP ausführt. Die umfassendsten Funktionen bietet Ultimate, die Enterprise-Version dürfte in mittleren bis großen Unternehmen aber den Vorzug erhalten: Sie wird unter einer Volumenlizenz vertrieben und bei der Installation werden unter anderem sämtliche Spiele ausgespart. Professional ist offiziell für den Einsatz in kleinen Unternehmen und Home Offices konzipiert, allerdings fehlen einige Funktionen wie das Booten von virtuellen Festplatten.

Fazit: Kein Muss
Windows 7 hält, was Windows Vista nur versprochen hat. Wenn Ihr Notebook mit Windows Vista allerdings flüssig und stabil arbeitet, müssen Sie nicht unbedingt gleich auf Windows 7 umsteigen. Für Nutzer von Windows XP stellen das neue Bedienkonzept und Features wie die virtuellen Ordner allerdings große Fortschritte dar. Wenn Sie gerade erst ein neues Notebook gekauft haben, oder das in den nächsten paar Wochen vorhaben, stellt sich die Frage eher nicht: Praktisch alle derzeit angebotenen Notebooks, die noch mit Windows Vista ausgerüstet sind, werden mit der Option auf ein kostenloses Upgrade verkauft.

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