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Die Gear Fit und Gear 2 von Samsung im Fokus.Bildquelle: notebookinfo.de | st
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Im Fokus: Wir haben uns die Gear 2 SmartWatch und das Gear Fit Smartband von Samsung näher angesehen.

Samsung Gear Fit

Während die Vorstellung der Gear 2 SmartWatch von Samsung niemanden wirklich überrascht hatte, sorgte das Smartband Gear Fit schon eher für interessierte Blicke. Dies liegt zum großen Teil am gewölbten Super AMOLED Bildschirm des Bands, welches ohne jede Frage das auffälligste Highlight der Gear Fit ist. Da es sich bei der Gear Fit klar um ein Armband für Fitnessfreunde handelt verwundert es nicht, dass Samsung auf austauschbare Gummi-Armbänder und nicht etwa auf Leder oder Stahl gesetzt hat. Schließlich wären diese Materialien weniger gut geeignet beim aktiven Sport. Im Lieferumfang befindet sich immer ein schwarzes Armband, auf Wunsch lassen sich aber auch andere Farbvarianten der Bänder erwerben, darunter blaue, grüne und orangene Variationen. Die volle Kompatibilität für die Software und Nutzbarkeit des Smartbands wird nur mit ausgewählten Galaxy Modellen von Samsung erreicht.

Die Gear Fit ist gemäß IP67 gegen Staub und Wasser geschützt, wer also viel schwitzt oder im Regen unterwegs ist muss sich um sein Smartband dennoch keine Sorgen machen. Aus Betriebssystem kommt Tizen zum Einsatz, zusätzliche Apps lassen sich auf dem Armand übrigens nicht installieren, es handelt sich also nicht um eine echte Alternative zur Gear 2 oder andere SmartWatch-Modellen auf dem Markt. Das Armband von Samsung tritt klar in Konkurrenz zum Nike Fuelband oder den Varianten von Fitbit und anderen Herstellern. Mit Bluetooth 4.0, einem Bewegungs- und Lagesensor, sowie Pulsmesser sind viele wichtige Sensoren an Bord, die Präzision hängt aber am Ende auch vom verwendeten Smartphone mit ab. Was auch gleichzeitig eine der Schwächen ist, denn die Genauigkeit fällt bei dedizierten Fitness Trackern wie etwa dem Fitbit One genauer aus, auch sind hier die dazugehörigen Apps deutlich umfangreicher gestaltet als dies etwa aktuell noch bei Samsung eigener S Health App der Fall ist. Grundsätzlich lassen sich aber die zurückgelegten Schritte beim Joggen, Gehen oder auch die Entfernung und verbrauchten Kalorien beim Radfahren messen. Nützlich ist für viele sicherlich auch die Pulserfassung und dauerhafte Messung. Ein Nachteil bei dem Gear Fit ist allerdings die Tatsache, dass man alle Messungen immer wieder manuell starten muss, was durchaus sehr störend ist im Vergleich zu anderen Konkurrenzmodellen, welche die Werte dauerhaft ohne vorherige Suche in den Menüs aufzeichnen können.

Viele Fitnessarmbänder verfügen dafür aber über kein Display oder maximal einfache Anzeigen in schwarz/weiß. Dies sorgt aber andererseits dafür dass diese Modelle auch länger durchhalten und weniger häufig aufgeladen werden müssen. Das Display der Gear Fit ist zwar grundsätzlich immer inaktiv und nur nach einer entsprechenden Armbewegung oder nach Knopfdruck aktiv, aber dennoch frisst dieses deutlich mehr Akkuleistung. Wer das Smartband nur sehr wenig nutzt der kann mit ca. 4 Tagen an Laufzeit rechnen, bei aktiver Nutzung gibt es ca. 2 Tage, wer allerdings das Display meist aktiv hat, den Pulsmesser und andere Werte über viele Stunden am Stück aufzeichnet, der muss das Armband am Abend direkt wieder an die Ladebuchse hängen.

Das Smartband von Samsung kann aber noch mehr als die klassische Datenaufzeichnung und Messung des Pulses, so lassen sich auch Benachrichtigungen auf dem Display über neue Nachrichten bei Facebook oder anderen Messengern, SMS und Mails anzeigen. Aufgrund der Bauform und Größe des Displays ist die Gear Fit zwar nicht ideal zum Lesen von längeren Mails, dennoch bleibt man so auf dem neuesten ohne das Smartphone aus der Tasche holen zu müssen. Anrufe lassen sich auf Wunsch abweisen und wahlweise wird eine vorgefertigte Nachricht dem Anrufer übermittelt.Weniger schön ist der Ladevorgang, damit das Smartband möglichst schlank bleibt muss auf eine ansteckbare Plastikladeschale zurückgegriffen werden. Wer diese mal eben vergisst oder wo anders liegen lässt, kann die Gear Fit erst mal nicht nutzen bzw. aufladen.

In Sachen Anpassbarkeit hatten wir bereits erwähnt, dass sich keine neuen Apps installieren lassen. Die Einrichtung läuft über den Gear Fit Manager von Samsung ab, dieser kann nur über den Samsung Store geladen werden, was auch bedeutet, dass ein Account bei Samsung Pflicht ist. Über die Software selbst lässt sich das Smartband aktualisieren und einige Basiseinstellungen vornehmen. Das erste Update ermöglicht es auch direkt die Darstellung der Texte in der Ausrichtung entweder Horizontal oder Vertikal abbilden zu lassen. Das Hintergrundbild und das Design lassen sich so ein wenig an die eigenen Wünsche anpassen. Hier lassen sich auch Benachrichtigungen für Apps aktivieren bzw. deaktivieren. Wer also über neue Mails oder Nachrichten bei WhatsApp auf dem Armband benachrichtigen werden möchte, setzt dafür einfach einen entsprechenden Haken im Gear Fit Manager.

Für knapp 200 Euro ist die Gear Fit im Handel erhältlich, im Test konnte uns das Armband abgesehen vom schicken Design und der guten Verarbeitung aber weder als SmartWatch-Ersatz noch als Fitness-Tracker wirklich überzeugen. Der Funktionsumfang ist dafür aktuell noch zu stark eingeschränkt und die Datenerfassung ist deutlich umständlicher und nicht so präzise wie bei dedizierten Fitness-Trackern wie etwa von Nike oder Fitbit.

Samsung Gear 2

Die Gear 2 ist die zweite Generation von SmartWatches von Samsung, dieses Mal hat man allerdings auf den Galaxy Zusatz im Namen verzichtet. Das 1,63 Zoll große Touchscreen Super AMOLED Display löst mit 320 x 320 Pixel auf. Ein Dual Core mit 1 GHz Taktung und 512 MB sorgen für die nötige Leistung. Für Musik und Apps stehen 4 GB Speicherplatz zur Verfügung, bei der Hardware selbst gibt es also eher geringe Änderungen im Vergleich zum Vorgänger. Bei der Software sieht es hingegen anders aus, denn als Betriebssystem kommt bei der Gear 2, wie bei der Gear Fit, nun das eigene Tizen OS zum Einsatz, womit ältere Apps nicht einfach auf der Gear 2 verwendet werden können.

Zur Ersteinrichtung ist die Samsung Software Gear Manager notwendig, hierüber werden auch etwaige Firmware Updates auf die Uhr via Bluetooth übertragen. Eine Auswahl an einigen wenigen Schriftarten und vorgefertigten Hintergrundbildern oder Farben steht hier ebenfalls zur Auswahl. Ebenso lässt sich der Startbildschirm verändern und etwa das Wetter oder eine zweite Zeitzone direkt anzeigen. Dafür muss das verbundene Galaxy Smartphone aber beim Wetter neben Bluetooth auch die GPS-Verbindung aktiviert haben. Die Gear 2 lässt sich auch als Fitnesspartner einsetzen, verfügt sie doch ebenfalls über die passenden Sensoren, austauschbare Armbänder und einen Pulsmesser. Wanderungen, Spaziergänge, Joggen am Abend, all dies lässt sich auf Wunsch aufzeichnen, aber dazu ist auch hier die vorherige Aktivierung immer manuell notwendig. Gegen Wasser und Staub ist die Uhr gemäß IP67 ebenfalls geschützt, bei Regen muss man sich also nicht direkt Sorgen um seine rund 299 Euro teure SmartWatch machen.

Mit der Gear 2 kann man allerdings noch mehr machen, etwa Fotos schießen, wobei der Sensor nur für einfachste Schnappschüsse ausreicht. Dank Mikrofon und Lautsprecher kann man die Uhr für Telefonate nutzen und etwa Gespräche die auf dem Handy ankommen auch direkt annehmen und die Uhr als Mikrofon und Kopfhörer benutzen. Es empfiehlt sich aber dennoch ein Bluetooth-Headset oder dedizierte Kopfhörer einzusetzen. Nachrichten lassen sich mit der Uhr ebenfalls ablesen und SMS können sogar via Spracheingabe und die S-Voice App beantwortet werden. Die SmartWatch verfügt auch über einen eigenständigen Musikplayer, man kann sogar Musikstücke auf die Uhr übertragen und ohne zusätzliches Smartphone über verbundene Kopfhörer oder den eingebauten kleinen Lautsprecher den favorisierten Songs lauschen.

Ein nettes Gimmick ist auch der Infrarotsensor, zusammen mit der vorhandenen App lässt sich die Uhr auch als Universalfernbedienung für die heimischen Geräte einsetzen. Wer nicht auf SMS sondern auf andere Messenger wie Facebook und WhatsApp setzt, der kann sich zumindest über neue Mitteilungen Benachrichtigen lassen, eine Beantwortung ist aber nicht über die Uhr selbst möglich. Bilder können ebenfalls nicht aus Mails ausgelesen werden, dafür ist dann doch ein Blick auf das Smartphone nötig. Wer sein Smartphone als sowieso häufig in der Tasche hat, wird sich über dieses Feature sicherlich freuen. Dazu muss aber immer Bedacht werden, dass eine ständige Bluetooth-Verbindung zwischen beiden Geräten notwendig ist, was natürlich auch an der Batterie des Smartphones zehrt. Das Display der Uhr ist übrigens nicht beständig aktiv, wer also wissen will wie spät es ist, der muss eine entsprechende natürliche Bewegung mit dem Arm ausführen oder die Taste an der Uhr manuell betätigen. Die Aktivierung beim Anheben des Arms funktioniert zwar meistens, aber eben nicht immer und seien wir mal ehrlich, wer will schon seinen Arm unnatürlich hin und her bewegen um das Display aufzuwecken? Dann drückt man doch besser auf die verbaute Taste an der Gear 2. Über neue Nachrichten wird man wahlweise via Ton oder auch zusätzlich oder ausschließlich via Vibration informiert. Der Vibrationsmotor ist allerdings recht schwächlich, wodurch man diese leichte Vibration auch nicht immer direkt registriert. Der Akku selbst ist mit 300 mAh angegeben und hält in etwa 2-3 Tage durch, je nach Nutzungsverhalten. Das geht insgesamt noch in Ordnung. Wie bei der Gear Fit muss aber auch bei der Gear 2 eine extra Ladeschale angesteckt werden, um die Uhr letztlich wieder aufladen zu können. Wer also mal länger unterwegs ist oder die Uhr an der Arbeit aufladen will, der muss immer daran denken das kleine extra Stück Plastik mitzunehmen.

Damit ist man dann aber auch schon fast wieder am Ende des Funktionsumfangs angelangt. Denn die Anzahl der Apps die zusätzlich zur Verfügung stehen ist aktuell noch verschwindend gering. So findet man gerade mal ein paar Taschenrechner Apps, fünf Fitness Apps und ein paar Uhrendesigns im dazugehörigen Store. Für viele Designs und Apps muss man dann auch direkt noch einen Euro abdrücken, was die Sache nicht besser macht. Eigene Apps von Feedly, CNN und eBay sind praktisch die absoluten Highlights die aktuell zur Verfügung stehen. Die eBay App ist obendrein nur in Englisch verfügbar und zeigt auch die Preise in US-Dollars an, womit der Nutzen für Deutsche Anwender noch einmal zusätzlich eingeschränkt wird.

Mit knapp 300 Euro ist die Samsung Gear 2 aus unserer Sicht ein sehr teures Gimmick, dessen Nutzen und Funktionsumfang stark eingeschränkt ist. Natürlich ist es nett über neue Mails, Kalendereinträge oder Termine, sowie Nachrichten von Messengern auf der Uhr am Arm informiert zu werden, aber viel mehr lässt sich mit der SmartWatch aktuell auch nicht wirklich anstellen. Die Nutzung als Kamera, Fernbedienung oder MP3-Player ist zwar ein nettes Extra, kann den Preis aber dennoch nicht wirklich rechtfertigen. Als Uhr ist die SmartWatch sowieso nur bedingt zu gebrauchen, denn im Gegensatz zur Pebble SmartWatch (die dauerhaft in s/w Infos anzeigt) nutzt man bei Samsung ein farbiges AMOLED Display, welches nur nach Tastendruck oder entsprechender Armbewegung überhaupt aktiviert wird. Es bleibt am Ende abzuwarten wie sich die App Situation im Store für die mit Tizen OS ausgerüstete Uhr noch entwickeln wird, zum jetzigen Zeitpunkt ist das Angebot aber nicht nur überschaubar, sondern fast komplett vernachlässigbar.

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