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Das Samsung Gamepad im Praxischeck.Bildquelle: notebookinfo.de | st
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Volle Kontrolle über Mobile Games dank dem Samsung GamePad.

Wer schon einmal Spiele auf einem Handheld wie dem Nintendo 3DS oder der PS Vita gespielt hat und deren Buttons und Sticks mit den Touchscreen-Eingaben eines Smartphones oder Tablets vergleichen konnte, der weiß wie unpräzise letztere im Vergleich abschneiden. Viele Spiele lassen sich nur mehr schlecht als recht auf Touchscreens bedienen. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch Games gibt, die wie gemacht wären für die Bedienung per Touch, etwa Adventures und Brettspielumsetzungen. Zum Teil gilt dies auch für Strategietitel oder man vergnügt sich direkt mit kompletten Eigenentwicklungen für Smartphones & Tablets. „Echte“ Gamer monieren aber auch weiterhin darüber, dass „Handyspiele“ kein Vergleich sind zu echten Konsolen oder Handheld-Titeln, schließlich hat man hier physikalische statt virtuelle Eingabemethoden mit haptischen Feedback zur Verfügung.

Mit dem GamePad will Samsung dafür sorgen, dass sich Games auf den eigenen Smartphones nun deutlich besser steuern lassen. Das Samsung GamePad lässt sich allerdings auch relativ problemlos mit anderen Android-Smartphones und Tablets benutzen. Über eine herausziehbare Halterung lassen sich Smartphones mit einem 4- bis 6,3-Zoll großen Bildschirm in eben diese einsetzen. Natürlich kann man das Gamepad aber auch einfach so benutzen und das eigene Smartphone oder Tablet auf den Tisch legen bzw. den Bildschirminhalt des Geräts auf einen passenden Fernseher streamen lassen. Damit das Gamepad funktioniert, muss euer Smartphone über Bluetooth 3.0 oder 4.0 verfügen und Google Android mindestens in der Version 4.1 installiert haben. Der Controller lässt sich aber auch via NFC bequem mit moderneren Modellen verbinden, empfohlen wird allerdings ein Samsung Modell mit Android in der Version 4.3 um wirklich alle Möglichkeiten des Pads ausreizen zu können.

Eine große Einschränkung gibt es natürlich bei Controllern für Smartphones, nämlich die, dass das Spiel überhaupt eine Unterstützung für Controller anbieten muss. Viele Games sind natürlich auf die Eingaben über einen Touchscreen ausgelegt, bieten ab und an sogar nur virtuell sichtbare Sticks oder gar die Bedienung über die Neigungssensoren an. Unterstützt ein Spiel grundsätzlich externe Controller, so heißt das aber auch noch lange nicht, dass man direkt drauf loszocken könnte. Häufig muss man selbst noch den Controller manuell programmieren und Eingaben im Spiel einer bestimmten Taste oder einem der Stick-Richtungen zuweisen. Daher hat Samsung selbst eine Mobile Console App entwickelt und arbeitet auch mit einigen Entwicklern zusammen. Diese haben ihre Apps direkt auf eine zusätzliche Optimierung für das Gamepad von Samsung hin abgestimmt. Startet man ein solches Spiel wird der Controller idealerweise erkannt und ein Schema für diesen zeigt direkt mit welcher Taste welche Funktion ausgeführt wird. Zu den optimierten Spielen zählen etwa Asphalt 8, Modern Combat 4, Need for Speed: Most Wanted, Virtual Tennis, Prince of Persia und einige Sonic Abenteuer. Die Mobile Console App von Samsung kann dabei nur über Samsung Smartphones mit Android 4.3 korrekt geladen und ausgeführt werden, denn die App selbst muss über den Samsung App Store bezogen werden. Aus diesem App Store lassen sich dann wiederum ausgewählte, angepasste Spiele herunterladen. Je nach genutzten Modell stehen zum Teil aber nur sehr wenige Spiele in der App zum Download bereit. In unserem Test mit einem Samsung Galaxy Note 10.1 2014er Edition haben wir gerade einmal 11 Spiele zur Auswahl, darunter waren auch noch einige Testversionen.

Insgesamt sollen über 35 Spiele mit vollständiger Unterstützung zur Verfügung stehen, angesichts der Masse an Games sind das natürlich nicht gerade viele. Man kann somit nur hoffen, dass zumindest die größten Hersteller wie Gameloft, EA und Ubisoft auch zukünftig ihre Games mit einer entsprechenden Samsung GamePad-Unterstützung entwickeln. Kleinere Teams werden es sich aber gut überlegen müssen, ob sie zusätzliche Ressourcen für eine Optimierung bereitstellen können und wollen. Real Racing 3 von EA setzt beispielsweise auf eine Steuerung über die Neigungssensoren, daher lässt der Titel nicht mit dem Gamepad bedienen, bei Dead Trigger 3 hingegen muss man zuerst mühsam im Optionsmenü die Tasten und Achsen der Sticks manuell zuordnen. Positiv erwähnen sollte man aber, dass einige durchaus beliebte Emulatoren die Unterstützung für Controller aufweisen und somit alte Klassiker auch vernünftig bedient werden können.

Zum Gamepad selbst wollen wir natürlich auch ein paar Worte verlieren. Samsung setzt komplett auf Plastik und auch in Sachen Ergonomie sollte man keine Qualität wie bei den großen Konsolenherstellern erwarten. Das Samsung GamePad gibt es aktuell für rund 50-60 Euro im Handel, womit man deutlich unter dem Preis der meisten iOS-Controller und in etwa gleichauf mit dem Pads für PlayStation bzw. Xbox liegt. Weniger schön ist, dass Samsung es nicht für nötig hält dem Pad ein Ladekabel beizulegen, geschweige denn ein Kabel und Stromadapter. Es ist zwar ziemlich sicher, dass man als Android-Nutzer auch das eine oder andere passende USB-Kabel daheim haben dürfte, aber zumindest ein Ladekabel hätten wir uns dann doch als Teil des Lieferumfangs gewünscht. Samsung setzt für die Stromversorgung des Pads auf einen fest verbauten Akku, ihr müsst also nicht auf Batterien zurückgreifen. Der Controller verfügt über zwei Schultertasten, vier Eingabebuttons, eine Start- und Select-Taste, sowie einen Play-Button der die Mobile Console App von Samsung auf Samsung Smartphones direkt aufruft.

Samsung verbaut zwei analoge Scheiben und ein digitales Steuerkreuz. Während man über die Schultertasten und Buttons wenig Schlechtes sagen kann, sieht es beim Steuerkreuz und den analogen Scheiben schon anders aus. Alle drei lassen die nötige Verarbeitungsqualität und Präzision eines Konsolen Controllers oder Handhelds vermissen. Am ehesten erinnern die an Analog-Sticks angelegten Scheiben noch an die Variante die Sony einmal im fehlgeschlagenen Experiment namens PSP Go verbaut hatte. Unterstützte Spiele lassen sich aber auch mit den nicht sonderlich präzisen Scheiben deutlich besser steuern als mit reinen Touchscreen-Eingaben. Eine Qualität wie man sie von der PS Vita, dem Nintendo 3DS oder gar den Controllern der PlayStation oder Xbox gewohnt ist, sollte man hingegen nicht erwarten.

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