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  3. Switch to Apple - Teil 7: Meine erste Woche mit dem iPhone 6 Plus und iOS 8

Großer Brocken. Mit 5,5 Zoll ist das Apple iPhone 6 Plus ein echtes Phablet.Bildquelle: notebookinfo.de | st
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Groß, größer, iPhone 6 Plus: Hier trifft man auf einen echten Phablet-Brocken, der Freunde großer Smartphones begeistern soll.

Eigentlich war ich nie einer großer Fan von den so genannten Phablets. Sie sind halt einfach keine Hosentaschen-Smartphones, bieten dafür aber beim Surfen und bei Videos den Vorteil des großen Bildschirms. Ebenso kopfschüttelnd stand ich bisher vor 8 Zoll Tablets mit Telefon-Funktion. Wer hält sich sowas an den Kopf? Nun gut, die Leute werden wohl ihre Gründe haben. Doch kommen wir zum Apple iPhone 6 Plus. „Bigger than bigger“ habe ich von Apple erfahren. Mit 5,5 Zoll Display und fast 16 cm Höhe ein echter Brocken. Mit meinem roten Ledercover könnte ich das Phablet sogar zum Tischtennis spielen benutzen. Aber nachdem sich 5,0 Zoll sogar schon als „normal“ am Markt etabliert haben, musste man bei Apple natürlich mit einem größeren Display auffahren, als es zum Beispiel das LG G3 oder das Sony Xperia Z3 bieten.

Für meinen Testbericht zum Apple iPhone 6 Plus habe ich mich absichtlich etwas abgeschottet. Zu Hause gearbeitet, privat Freunde getroffen. Wenn man in einem Büro voller Notebooks, Tablets und Smartphones sitzt, stellt man einfach zu viele Vergleiche in Sachen Größe an und kann sich selbst nur schwer an ein solch riesiges Smartphone gewöhnen. Natürlich habe ich anfangs verglichen, nicht nur mit meinem bisherigen iPhone 5s. Doch um zu wissen, dass ich hier ein riesiges Phablet in der Hand halte, brauche ich nicht jeden Tag 10 Geräte um mich herum. Es geht also um die Praxis-Erfahrung. Wie ist es, wenn man ausschließlich das iPhone 6 Plus nutzt. Nicht als Test- oder Zweit-Smartphone, sondern privat und im Alltag.

Ich telefoniere recht selten, wenn dann geschäftlich. Privat stehen eher WhatsApp, iMessage und Facebook im Vordergrund der Kommunikation. Von daher war es schon sehr komisch, ein so großes Smartphone am Ohr zu haben. Im Einkaufszentrum fühlt man sich dann auch irgendwie beobachtet, wenn man mit einem Schokoladentafel-großen Handy telefoniert. Auch steht man in der Eingewöhnungsphase recht ängstlich an Berliner Bushaltestellen. Schließlich kann man das Gerät bei der Größe von 5,5 Zoll nicht wirklich gut festhalten, wenn doch mal ein Kleinkrimineller nach deinem Telefon greift. Doch solche Gefühle vergehen nach 2-3 Tagen, wenn man das Handling mit dem iPhone 6 Plus gelernt hat.

Kommen wir kurz zu den Vorteilen des Apple iPhone 6 Plus. Den großen Bildschirm habe ich ja schon erwähnt. Die Auflösung passt mit Full-HD ebenfalls. Hätte man mehr Pixel verwendet, wäre die Akkulaufzeit drastisch gesunken. Wirklich überzeugt hat mich wieder einmal die Kamera. Ja, Sony hat 20 Megapixel, Samsung auch über 13 MP. Aber die Technik bei Apple sorgt einfach dafür, dass auch Otto Normalverbraucher bei jeder Aufnahme die beste Qualität bekommt. Die Konkurrenten haben im Automatik-Modus - meiner Erfahrung nach - immer den einen oder anderen Schnitzer. Vor allem dabei mit maximaler Auflösung zu fotografieren. Zeitraffer und Slow-Motion-Videos mit 240 fps nutze ich beim iPhone 6 Plus eher selten, für mich nur Spielerei aber nice to have. Wirklich überzeugt bin ich von der Panorama-Funktion, die bei Apple immer noch am besten funktioniert im Vergleich zu Samsung, HTC und Co. - das macht richtig Spaß. Das die Linse aber aus dem Gehäuse heraussteht, das hat mir Anfangs sorgen bereitet und auch als Designmerkmal finde ich das eher weniger schön. Gut das ich immer ein Cover um meine Smartphones schnalle, die das kompensieren.

#bendgate - Das iPhone 6 Plus soll sich in der Hosentasche verbiegen. Viele Fotos von Nutzern sind bei Twitter, Facebook und Co. am Start. Ich selbst trage das Smartphone ebenfalls in der Hosentasche und habe keine Probleme. Spaßeshalber habe ich zum Testen auch mal das Cover entfernt und einen Tag ohne den zusätzlichen Schutz verbracht. Keine Probleme. Es wäre also interessant zu erfahren, was die Nutzer mit scheinbar verbogenen iPhones an diesem Tag gemacht haben. Allerdings gehöre ich jetzt auch nicht zu denjenigen, die das iPhone 6 Plus in Sachen Verarbeitung so hart auf die Probe stellen, dass es kaputt gehen würde. Für mich ist die Verarbeitung wie bei den Vorgänger-Modellen als tadellos einzustufen. Hochwertiges Aluminium, noch schlanker als früher und mit dem abgerundeten Design endlich ein richtiger Handschmeichler. Sollte sich das iPhone 6 Plus in den nächsten Wochen bei mir ebenfalls verbiegen, werde ich das hier ausführlich dokumentieren. Voreilige Schlüsse ziehen will ich dahingehend aber nicht. Fotos im Internet sagen zwar viel aus, aber doch nicht alles.

Erwähnenswert ist auch der Apple A8 Prozessor. Mehr Leistung, mehr Grafikpower - das haben wir natürlich erwartet. Ich freue mich auf die Vergleiche zum kommenden Qualcomm Snapdragon 805 und dem 810, vor allem bei der GPU-Leistung. Denn hier wird sich die Spreu vom Weizen trennen und man wird sehen, mit welcher Performance die Spiele-Hersteller in Zukunft rechnen können. Auf jeden Fall aber sollte Apple beim nächsten iPhone den Arbeitsspeicher erhöhen, 1 GB sind einfach nicht zeitgemäß. Und wenn man dem iPhone 6 Plus bzw. seinem Phablet-Nachfolger mehr Produktiv- und Multitasking-Funktionen verpassen will, gehört das meiner Meinung nach zum Pflichtprogramm. Schließlich wird man im Android-Bereich schon mit 3 GB verwöhnt. Dabei sollte man aber auch sagen, dass ich bei der Bedienung des iPhone 6 Plus keinerlei Ruckler oder Einschränkungen habe. Nur bei den Browser-Tabs gibt es beim Wechseln immer Reloads anstelle einer Speicherung der Seite im Hintergrund.

Was ist weniger gut? Ich bin ein Freund von iOS 8. Vieles hat man sinnvoll aus dem Android-Lager übernommen, die Health App ist offener gegenüber Drittanbietern und man hat iOS 7 damit einfach noch etwas perfektioniert. Man hätte das Update aber auch iOS 7.x nennen können. Denn rein subjektiv halten sich die Neuerungen in Grenzen, auch wenn Apple mal wieder über 200 neue Features eingebaut hat und das Update gänzlich kostenlos anbietet. In Bezug auf das iPhone 6 Plus fehlen mir einfach die Produktiv-Features. Und damit ist nicht mal der Stift gemeint, den ich beim Samsung Galaxy Note 4 als echtes Key-Feature erachte. Irgendwie habe ich erwartet, dass Apple auch hier eine kleine Phablet-Revolution startet und Software-seitig ordentlich auffährt. Zum Beispiel ein einfacheres, optisch schöneres Multi-Window-Tool, das unter Google Android eher weniger sexy aussieht. Vielleicht auch eine bessere, kreativere Screenshot-Mechanik. Stattdessen treffe ich an sich nur auf eine Doppel-Tap-Funktion des Home-Buttons, die mir den Bildschirminhalt nach unten zieht, falls ich das iPhone 6 Plus mit nur einer Hand bedienen möchte. Und besonders schön sieht das in vielen Programmen auch nicht aus. Wirklich sinnvoll ist aber der Landscape-Modus. Vor allem das Mail- und Kalender-Programm profitieren davon und bringen eine Übersicht auf den Schirm, die ich sonst nur von den iPads oder von Mac OS X kenne. Aber ganz ehrlich: Bei einer Preisspanne von 799 Euro bis 999 Euro verlange ich einfach mehr als das und hoffe, dass die nächsten Software-Updates meine Erwartungen erfüllen.

Das erste Urteil nach einer Woche im Alltag: Man bekommt ein schlankes, hochwertiges und extrem großes Smartphone mit einem super Display, leicht verbesserter Akkulaufzeit und einer spitzenmäßigen Kamera. Zudem bietet iOS 8 viele, nützliche Funktionen und der Landscape Modus des Apple iPhone 6 Plus bringt Phablet-Feeling auf. Allerdings muss Apple schnell handeln und mehr Produktiv-Tools für das 5,5 Zoll Smartphone veröffentlichen, denn hier hat das Samsung Galaxy Note 4 die Nase weit vorn. Nach aktuellem Stand wäre es einfach nur ein großes iPhone, das im Querformat verwendet werden kann. Oder aber ein kleines iPad mit Telefon-Funktion.

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