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Spectre & Meltdown: Microsoft benennt Leistungseinbußen durch Patches (Bild 1 von 1)Bildquelle: Microsoft
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Computersicherheit: Die Berichte um Spectre und Meltdown haben gezeigt, dass sogar direkt in modernen PC- und Smartphone-Chips Gefahren für die allgemeine Sicherheit lauern.

Microsoft hat in einem Blog-Beitrag Näheres zu seinen Windows-Patches gegen die schweren Sicherheitslücken Spectre und Meltdown verraten. Dabei geht das Unternehmen auch darauf ein, wie gravierend sich die ergriffenen Gegenmaßnahmen auf die System-Performance auswirken können.

Spectre und Meltdown, das sind die beiden Sicherheitslücken, die derzeit die Technologiebranche – allen voran Intel, aber auch viele andere Unternehmen – in höchste Alarmbereitschaft versetzen. Für die Schwachstellen gibt es mittlerweile von allen namhaften OS-Herstellern, angefangen von Apple über Google bis hin zu Microsoft sowie diversen Linux-Distributionen, Patches. Da die die Schwachstellen direkt von der der Arbeitsweise moderner x86- und ARM-Prozessoren profitieren, meldeten Experten allerdings schon frühzeitig Bedenken wegen potentieller Leistungseinbußen durch die Eliminierung des Sicherheitsrisikos an. Microsoft hat neben Intel nun Auswirkungen auf die Systemleistung bestätigt.

Laut Microsoft sind die Leistungseinbußen, die ein Nutzer durch das Einspielen der Sicherheitspatches zu erwarten hat, je nach Windows-Version und verwendetem Prozessor unterschiedlich. Für einen Windows 10 Rechner mit einem Intel Core i Prozessor ab der 6. Generation (Skylake) liege der Performance-Verlust bei wenigen Prozent. Anders wirken sich die Patches allerdings bei PCs mit älteren Prozessoren und Windows-Versionen aus. Sofern Windows 10 zum Einsatz kommt, ist gemäß Microsoft auch hier lediglich eine leichte Leistungsreduzierung – wenn überhaupt – und nur in bestimmten Anwendungsszenarien zu bemerken. Auf Computern, bei denen aber nach wie vor Windows 7 oder 8 zum Einsatz kommt, soll der Performance-Verlust tatsächlich von den meisten Anwendern zu bemerken sein. Das liegt dem Softwareriesen nach daran, dass Windows 10 eine modernere Architektur besitzt, die weniger für die Problematik, welche durch Spectre- und Meltdown aufgeworfen wurde, anfällig ist.

Größere Probleme lassen sich im Zusammenhang mit Spectre und Meltdown dafür aber bei Geräten mit Windows Server identifizieren. Laut Microsoft können auf diesem Feld die Leistungseinbußen so dramatisch sein, dass sich Kunden sehr genau von Fall zu Fall abwägen müssten, ob sie auf die Performance verzichten können, oder doch lieber ein Sicherheitsrisiko eingehen.

Intel nennt nach eigenen Messungen im Übrigen für Computer mit eingespielten Patches ein Performance-Delta von bis zu 10 Prozent verglichen mit Systemen ohne die Patches. Wobei das Unternehmen die Leistungsverluste jedoch nicht etwa vom Betriebssystem oder dem Prozessortyp, sondern vielmehr von der Art des verwendeten Benchmarks abhängig macht. Wichtig zu wissen ist, dass Spectre und Meltdown Patches nicht nur die reine CPU-Leistung, sondern beispielsweise auch die I/O-Performance der Chips negativ beeinflussen können, was unter anderem die Geschwindigkeit von SSDs beeinträchtigen kann.

Quelle: Microsoft, Intel

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