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  3. Spec Ops: The Line im Notebook-Gamecheck

Es hätte alles so einfach sein können, ein Routine-Einsatz. Captain Walker, der Protagonist im Third Person-WüstenshooterSpec Ops - The Line muss mit seiner Delta Force Einheit einem Notsignal des verschollenen Kriegshelden Colonel Konrad samt 33. Bataillon in Dubai nachgehen.

Die umgebende Wüste hat sich die einst glitzernde Stadt zurückgeholt, Sandstürme und der Krieg haben den Schauplatz in apokalyptischer Manier in eine finstere, undurchsichtige Hölle verwandelt. Colonel Konrad wurde mit der Evakuierung beauftragt doch der Kontakt bricht ab. Die drei Delta Force Kämpfer stolpern keinesfalls in einen Routine-Einsatz, Spec Opsist gleichermaßen alles andere als ein Routine Shooter. „Sie (die Spieler) sollen auf uns böse sein, wenn sie an bestimmten Punkten der Geschichte sind“, kommentiert Drehbuchautor Walt Williams die Erzählweise des erwachsenen Spiels.

Geht es nach uns, so haben die Entwickler des Berliner Studios Yager ihr Ziel erreicht. Das anfängliche, Genre-typische Niederballern von Gegnerhorden geht sehr schnell über in einen teils widerwilligen Überlebenskampf. Captain Walker offenbart sich mehr und mehr als Anti-Held. Sein „Soldatenjob“ bedient kein Gut-Böse Klischee sondern zeigt dem Spieler auf sehr anschauliche Art und Weise die Gräuel von Krieg und Gewalt auf. In Spec Ops – The Line werden wir mit moralischen Fragen konfrontiert, die hyperrealistische Story – wahnsinnig entrückt und glaubhaft zugleich – lässt zunehmend keine „ich mache hier nur meinen Job“ – Mentalität mehr zu. Wir finden ein Kriegsspiel vor, das mit seiner intensiven Atmosphäre, dem realistischen Setting und ausdifferenzierten Charakteren den Krieg gleichzeitig verurteilt. Diese Gratwanderung ist Yager mit dem beklemmenden Spec Ops – The Line gelungen.

Wir haben Spec Ops: The Line auf folgenden Systemen getestet


Testszenario & Benchmark Ergebnisse
Als Testsequenz wählen wir die actionreiche Hubschrauberjagd direkt zu Spielanfang. Mit einer Minigun im Dauerfeuer kämpfen wir uns durch die Skyline von Dubai. Dabei gehen jede Menge Glasfassaden zu Bruch, gegnerische Hubschrauber ziehen voluminöse Rauchschwaden hinter sich her und explodieren in den Wolkenkratzern. Schlussendlich geraten wir in einen Sandsturm und kollidieren nach rund zweiminütiger Verfolgungsjagd mit einem gegnerischen Hubschrauber und legen eine Bruchlandung hin. Für ein durchweg flüssiges Spielerlebnis sollten in unserer Testsequenz mindestens 40 Bilder pro Sekunde erreicht werden.

Globale Detaileinstellungen
Spec Ops –The Line nutzt die mittlerweile etwas altmodische Unreal 3 Engine, davon profitieren vor allem leistungsschwächere Systeme. Stimmige Überbelichtung, scharf gezeichnete Schatten und jede Menge Sand und Staub verhelfen Spec Ops trotzdem zu einer ansprechenden Optik. Die Einstellungsmöglichkeiten der Grafikqualität fallen sehr spartanisch aus, bis auf die Auflösung, Textur- und Schattendetails sowie die Umgebungsverdeckung bietet das Grafikmenu wenig Auswahl. Für unseren Gamecheck arbeiten wir mit den fünf Voreinstellungen "sehr niedrig", "niedrig", "mittel", "hoch" und "sehr hoch". Für die Presets bis "mittel" verwenden wir die Standard HD-Auflösung von 1.366 x 768 Pixel, für "hoch" HD+ mit 1.600 x 900 Pixel und für maximierte Details die FullHD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel. Ab der Detailstufe „mittel“ wird die Umgebungsverdeckung (Ambient Occlusion) aktiviert.

Sehr niedrig: 1.366 x 768 Pixel, Texturen: Sehr niedrig, Schatten: Sehr niedrig, Vsync: Aus, Umgebungsverdeckung: Aus

Niedrig: 1.366 x 768 Pixel, Texturen: Niedrig, Schatten: Niedrig, Vsync: Aus, Umgebungsverdeckung: Aus

Mittel: 1.366 x 768 Pixel, Texturen: Mittel, Schatten: Mittel, Vsync: Aus, Umgebungsverdeckung: An

Hoch: 1.600 x 900 Pixel, Texturen: Hoch, Schatten: Hoch, Vsync: Aus, Umgebungsverdeckung: An

Sehr Hoch: 1.920 x 1.080 Pixel, Texturen: Sehr hoch, Schatten: Sehr hoch, Vsync: Aus, Umgebungsverdeckung: An

Welche Hardware für welche Detailstufen?
Erfreulicherweise zeigt sich Spec Ops – The Line im Vergleich zu andern modernen Titeln wie Max Payne 3 sehr genügsam was die 3D-Leistung des Notebooks angeht. Integierte Grafiklösungen wie die Intel HD Graphics 4000 sind zu schwach selbst für die niedrigste Detailstufe. Mit einer Mittelklasse-Grafikkarte wie der Nvidia Geforce GT 630M sind mittlere Einstellungen bereits kein Problem mehr. Die nur leicht stärkere Nvidia Geforce GT 640M LE schafft in Verbindung mit einem Intel Core i7-3517U Stromspar-Prozessor zwar nicht unsere „Sehr hoch“ – Voreinstellung, reduziert man die Auflösung von FullHD (1.920 x 1.080 Pixel) auf die native HD-Auflösung von 1.366 x 768 im Acer Aspire Timeline Ultra M5 läuft Spec Ops mit maximalen Details. Gleiches gilt für die etwas höher getaktete Nvidia Geforce GT 640M, dort fällt die Framerate allerdings deutlich seltener unter die 25 FPS Spielbarkeitsgrenze. Jederzeit flüssig läuft das Spiel relativ unabhängig vom verbauten Prozessor ab der guten Mittelklasse-Grafikkarte Nvidia Geforce GT 650M und aufwärts. Besitzer eines Notebooks mit der AMD Trinity Plattform, einem AMD A10-4600M und Radeon HD 7660G + HD 7670M Grafik sollten AMD Dual Graphics deaktivieren. Durch mangelhafte Treiber fällt die Framerate zwar immer noch gelegentlich in den Keller, die dedizierte Karte allein verursacht derartige Hänger aber bedeutend seltener als die schlecht funktionierende kombinierte Grafiklösung.

Empfehlungen der Redaktion (Stand 29.06.2012)
Da es nicht viel Grafikpower braucht um Spec Ops – The Line mit maximaler Grafik zu spielen, kommt man mit Investitionskosten ab 700 Euro für das Dell Inspiron 17R SE in den vollen Genuss des Wüstenshooters. Für AMD Systeme können wir aufgrund von Treiberproblemen keine Empfehlung aussprechen. Auf Nummer sicher gehen reinrassige Gaming-Notebooks das Asus G55VW für 1369 Euro oder der Genreprimus Alienware mit einem M14xR2.

Fazit
Spec Ops – The Line lässt uns gar keine emotionalen Kapazitäten um hier und da unter detaillierter Betrachtung Anzeichen für die angestaubte Unreal 3 Engine auszumachen. Der Wüstenshooter empfiehlt sich mit einer beklemmend dichten Atmosphäre, tollen Lichteffekten und der erwachsenen Erzählweise angelehnt an Francis Ford Coppolas "Apokalypse Now".Die aufgeworfenenen, kniffligen moralischen Fragen sind nur schwer zu schlucken, vor allem weil schon Multimedia-Notebooks den schicken Wüstenstaub glaubhaft auf die Zunge legen. Bereits eine Geforce GT 630M Karte lässt ein Spielerlebnis zu, maximierte Details bekommt man schon für Notebooks ab 700 Euro mit einer Geforce GT 650M Grafikkarte.

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