1. Startseite
  2. News
  3. Sicherheitspatches: Google nimmt Android-OEMs in die Pflicht

Sicherheitspatches: Google nimmt Android-OEMs in die Pflicht (Bild 1 von 1)Bildquelle: Google
Fotogalerie (1)
Update-Problematik: Google versucht sowohl durch neue Bestimmungen als auch Änderungen am Android-OS an sich, Smartphones von Drittherstellern schneller mit Updates zu versorgen.

Der Internetriese Google hat im Zuge seiner Entwicklerkonferenz Google I/O 2018 viel über künstliche Intelligenz und Android P, aber eben auch über das Bestreben gesprochen, Hersteller von Android-Smartphones stärker hinsichtlich der Auslieferung von wichtigen Sicherheitsupdates in die Pflicht zu nehmen. Wie die Webseite 9to5Google informierte, hat das Unternehmen während einer der I/O-Sessions reguläre Sicherheitspatches für eine deutlich größere Zahl an Nutzern in Aussicht gestellt - dank neuer Vereinbarungen mit Herstellern.

Ein größerer Fokus auf höhere Sicherheit, wurde Googles Angaben nach in die Abkommen, die hinsichtlich der Nutzung des Android-Betriebssystems mit OEMs unterzeichnet werden, eingewoben. Dies werde mittelfristig zu einem drastischen Anstieg an aktuellen Sicherheitspatches für einen großen Teil der über eine Milliarde Nutzer im Android-Ökosystems führen.

Leider gibt es im Augenblick noch keine ergänzenden Informationen zu dem Thema. Somit ist beispielsweise unklar, welche Hersteller im Detail zur Berücksichtigung der höheren Sicherheitsstandards verpflichtet werden konnten, für welche Geräte diese Zutreffen und was genau unter „regelmäßige Sicherheitsupdates“ zu verstehen ist. Gemäß der Angaben von The Verge kann aber anhand Googles Äußerungen zumindest der Eindruck gewonnen werden, dass lediglich neue Smartphones mit Android 8.x Oreo und neuer sowie den Google Play Services an die höheren Sicherheitsbestimmungen gebunden sein werden. Geräte für den chinesischen Markt würde dies also höchstwahrscheinlich von der Initiative ausschließen.

Wie technikaffine Verbraucher wissen werden, veröffentlicht Google monatlich neue Sicherheitspatches für Android. Hersteller von Android-Smartphones waren bislang aber nicht verpflichtet, diese auch für ihre Geräte bereitzustellen, und die, die es dennoch tun, zeichnen sich mehrheitlich nicht gerade durch die besonders zügige oder regelmäßige Update-Verteilung aus. Zusammen mit den neuen OEM-Bestimmungen von Google könnte nun Project Tremble zur Veränderung dieser Situation beitragen. Project Tremble ist eine weitere von Googles Antworten auf die Update-Problematik im Android-Lager und soll Herstellern die Erstellung und Auslieferung von Updates für ihre Geräte ermöglichen, ohne dafür selbst allzu umfassende Software-Anpassungen vornehmen zu müssen.

Googles Bemühungen für zügigere Android-Updates sind lobenswert und notwendig, allerdings muss erst die nahe Zukunft zeigen, wie wirksam sich diese in der Praxis tatsächlich darstellen werden. Aufgrund der schieren Größe des Android-Ökosystems undder hohen Fragmentierung ist es unwahrscheinlich, dass es eine rasche Trendwende geben wird.

Quelle: 9to5Google, The Verge